Ein ganz normales Jahr

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19-08-20 10:30:00,

Wir schreiben dieses epidemiologisch-statistische Essay unter Bezugnahme auf einen Artikel, der am 5. April 2020 in der Zeitung La Repubblica erschien und um dessen Verständnis wir immer noch ringen, der aber gewiss von den Bürgern missverstanden worden ist.

Der Artikel sagte Folgendes:

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Beachten Sie auch das besonders berührende Foto auf der Kommentarseite zu den Toten.

TITEL: Im März stieg die Mortalität um 49,4 Prozent, aber das Virus lässt ein gespaltenes Italien zurück: Bergamo + 568 Prozent, Rom — 9,4 Prozent

„(…) Betrachtet man den Monat März, so lässt sich im nationalen Durchschnitt ein Anstieg der Gesamtsterblichkeit beobachten. Wenn der Zeitraum vom ersten dem Sistema di Sorveglianza integrata (dem integrierten Überwachungssystem) gemeldeten Covid-19-Toten am 20. Februar bis zum 31. März als Referenz gewählt wird, so steigt die Mortalität von 65.592 Toten — Durchschnitt im Zeitraum von 2015 bis 2019 — auf 90.946 im Jahr 2020. Die Übersterblichkeit beläuft sich auf 25.354 Tote, wovon 54 Prozent, also 13.710, auf Todesfälle mit der Diagnose Covid-19 entfallen.”

Man muss sofort anmerken, dass sich Mortalität auf den „Komplex aller Ursachen” bezieht und nicht allein auf das Coronavirus, weswegen die 49,4 Prozent nicht auf Covid-19 zu beziehen sind. Es ist also zu unterstreichen, dass — nachdem vom ersten Covid-Toten die Rede war — die Zahl der Toten von einem Mittelwert von 65.592 Toten in der vorausgehenden Fünfjahresperiode von 2015 bis 2019 — eine Zahl, die, wie wir später sehen werden, absolut nicht mit dem Wert in einem einzelnen Jahr verglichen werden darf — auf 90.946 Tote im Jahr 2020 gestiegen ist.

Heute können wir die Zahlen über die mit der Diagnose Covid-19 Verstorbenen gegenüber den damals in der Zeitung berichteten Zahlen aktualisieren, die sich auf den Zeitraum vom 20. Februar bis zum 19. Mai 2020 beziehen: Die aktualisierte Zahl beträgt 32.169 mit einem Altersmedian von 81 Jahren. Der Altersdurchschnitt liegt damit fast 20 Jahre höher als derjenige aller Menschen, die sich mit dem neuen Coronavirus infiziert hatten: Deren Altersmedian liegt bei 62 Jahren.

Dabei muss unterschieden werden zwischen:

  • Patienten mit 0 Vorerkrankungen: 3,9 Prozent
  • Patienten mit 1 Vorerkrankung: 14,9 Prozent
  • Patienten mit 2 Vorerkrankungen: 21,3 Prozent
  • Patienten mit 3 oder mehr Vorerkrankungen: 59,8 Prozent

Erst 2022 werden uns präzise Angaben dafür vorliegen,

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