Putin im O-Ton über die russische Opposition | Anti-Spiegel

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23-03-20 11:41:00,

In dem Interview, dass Putin der TASS zum 20 jährigen Jubiläum seiner ersten Amtszeit gegeben hat, hat der Journalist Putin sehr intensiv nach der russischen Opposition befragt.

Das Interview war leider sehr schwierig zu übersetzen, weil der Interviewer Putin ständig ins Wort gefallen ist. Wenn man es sich anschaut, ist es besser verständlich, als in schriftlicher Form, schriftlich ist es etwas mühsam zu lesen. Ich habe schon einige Teile des mehrere Stunden langen Interviews übersetzt. Putins Aussagen zu den Wirtschaftssanktionen finden Sie hier, seine Aussagen über Chodorkowski und Oligarchen generell finden Sie hier, seine Einschätzung des Verhältnisses zur Ukraine finden Sie hier, seine Aussagen über Staatskapitalismus finden Sie hier und Putins Antworten auf die Frage, ob er nach 2024 weiterhin Präsident bleiben will, finden Sie hier.

In diesem letzten Teil des Interviews, den ich übersetze, ging es um die russische Opposition. Es gibt in Russland die sogenannte „systemische“ Opposition, die in der Duma vertreten ist und der oft vorgeworfen wird, nur eine Scheinoppisition zu sein, und die nicht-systemische Opposition, wie zum Beispiel Navalny, der in der westlichen Presse so gefeiert wird.

Wie holperig das Interview zu lesen ist, wird bei diesem Teil besonders deutlich. Der Interviewer der TASS ist Putin immer wieder ins Wort gefallen und Putin hatte Schwierigkeiten, einen Gedanken zu Ende zu bringen. Nach einigem Überlegen habe ich mich trotzdem entschieden, auch diesen Teil zu veröffentlichen, weil ich Putins Aussagen, die er am Ende auch mal zu Ende ausführen konnte, in meinen Augen sehr interessant sind. Um nicht dem Vorwurf ausgesetzt zu werden, ich hätte etwas weggelassen, habe ich auch die umständlich zu lesenden Teile übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Vandenko: Sie haben der Opposition das Kompliment gemacht, dass sie gebraucht wird, auch die nicht-systemische…

Wladimir Putin: Das ist kein Kompliment, es ist meine Überzeugung. Das meine ich ganz ehrlich.

Vandenko: Unsere Opposition ist, objektiv gesehen, nun ja, was wir Opposition nennen, die sind handzahm, fressen Ihnen aus der Hand.

Wladimir Putin: Nun, das stimmt nicht. Wenn…

Vandenko: Die sogenannte systemische Opposition.

Wladimir Putin: Nun, wir haben vier Parteien im Parlament. Und die haben oft eine ganz andere Sicht der Dinge.

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Putin im O-Ton zu der Frage, ob er nach 2024 weiterhin Präsident bleiben will | Anti-Spiegel

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21-03-20 09:09:00,

Will Putin ewig ab der Macht bleiben? Die Frage, die die Medien auf der ganzen Welt interessiert, wurde ihm auch bei dem großen TASS-Interview zum 20. Jahrestag seiner ersten Amtszeit gestellt.

Ich habe schon einige Teile des sehr langen Interviews übersetzt. Putins Aussagen zu den Wirtschaftssanktionen finden Sie hier, seine Aussagen über Chodorkowski und Oligarchen generell finden Sie hier, seine Einschätzung des Verhältnisses zur Ukraine finden Sie hier und seine Aussagen über Staatskapitalismus finden Sie hier.

Heute geht es nun um die Frage, ob Putin nach 2014 weiter Präsident bleiben will. Auch diesen Teil des Interviews habe ich übersetzt. Meine Einschätzung zu der Frage finden Sie hier und ich habe das Gefühl, dass meine dieses Interview meine Interpretation bestätigt: Putin will sich nicht in die Karten schauen lassen und er will vor allem vier Jahre andauernde Machtkämpfe um die Nachfolge unterbinden, die das Land lähmen würden.

Beginn der Übersetzung:

Vandenko: Kommen wir dazu, was uns 2024 erwartet. Bleiben Sie uns für immer erhalten?

Wladimir Putin: Wenn Sie wollen. Wollen Sie das?

Vandenko: Ich persönlich?

Wladimir Putin: Die Frage ist, in welcher Eigenschaft?

Vandenko: Das meine ich. Und in welcher Eigenschaft sehen Sie sich selbst?

Wladimir Putin: Ich weiß es nicht, wir werden sehen.

Vandenko: Lassen Sie uns darüber nachdenken.

Wladimir Putin: Bis dahin ist noch viel Zeit.

Vandenko: Von hier aus ist es schlecht zu sehen. Von dort oben, wo Sie sind, ist es wahrscheinlich besser zu sehen. Was ist da oben? Welche Horizonte eröffnen sich dort?

Wladimir Putin: Nein, überhaupt nicht. Wissen Sie, von wo es zu sehen ist? Man sieht es an der Stimmung der Menschen, an ihren Wünschen.

Vandenko: Aber die, die man Eliten nennt, sind nervös, der Wechsel macht sie nervös. Die brauchen Planungssicherheit.

Wladimir Putin: Ich verstehe. Das verstehe ich. Die Eliten, ja, die können nervös sein.

Vandenko: Gefällt Ihnen das?

Wladimir Putin: Nein. Das ist schlecht. Das ist wirklich schlecht, es bedeutet Ungleichgewicht. Das ist mir bewusst. Ich bin mir dessen bewusst. Aber trotzdem geht die Macht immer noch vom Volk aus.

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Putin im O-Ton über die Rolle der Oligarchen im heutigen Russland und über “Staatskapitalismus” | Anti-Spiegel

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17-03-20 09:39:00,

In dem Interview, das Putin der TASS zum 20 Jahrestag seiner ersten Präsidentschaft gegeben hat, ging es auch um die Rolle der Oligarchen im heutigen Russland und um die Frage, ob es in Russland zu viele staatliche Unternehmen gibt.

Vor allem die Frage der staatlichen Unternehmen fand ich interessant, denn Russland wird vom Westen immer wieder vorgeworfen, dass der russische Staat eine zu große Rolle in der Wirtschaft spielt. Im Westen gilt die Privatisierung von staatlichem Eigentum als das Rezept der Wahl, in Russland hingegen nicht. Die Antworten Putin auf die Fragen dazu fand ich interessant, daher habe ich sie übersetzt, so wie ich auch schon andere Teile des Interviews über Russlands Verhältnis zur Ukraine, über Chodorkowski und die Wirtschaftssanktionen übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Vandenko: Staatskapitalismus.

Wladimir Putin: Ja.

Vandenko: Warum sind die heutigen Wirtschaftskapitäne besser als die Oligarchen der 90er Jahre? Weil Sie sie kennen und ihnen vertrauen?

Wladimir Putin: Ich kannte jeden, und ich kenne sie. Der Unterschied ist…

Vandenko: …dass Sie damals nicht Präsident waren.

Wladimir Putin: Nun, ich war Regierungschef und wurde im Jahr 2000 Präsident.

Vandenko: Ja.

Wladimir Putin: Ich kannte sie alle.

Vandenko: Und…

Wladimir Putin: … Und ich habe mit allen zusammengearbeitet.

Vandenko: Und…

Wladimir Putin: Nein, es geht nicht darum, jemanden in die Ecke zu drängen, es gibt etwas…

Vandenko: Aber so war es…

Wladimir Putin: Das ist nicht der Punkt. Wissen Sie, worum es ging? Man darf ihnen nicht erlauben, das Land zu regieren oder politische Entscheidungen zu beeinflussen. Es ist klar, dass damals und heute alle nach Wegen suchen, Lobbyismus zu machen und für ihre Interessen zu werben. Der Unterschied zwischen den 2000er Jahren, nun ja, oder zwischen den 90er Jahren und jetzt, besteht darin, dass sie die Entscheidungen des Staates bei innenpolitischen, wirtschaftlichen und sogar außenpolitischen Angelegenheiten direkt beeinflusst haben. Und Sicherheitspolitik ist wichtig. Die Chefs der heutigen Unternehmen genießen ein solches Privileg nicht.

Vandenko: Versuchen sie es denn?

Wladimir Putin: Ja, eigentlich nicht mehr. Sie erkannten, dass es unmöglich ist und mischen sich nicht mehr ein.

Vandenko: Haben Sie es ihnen erklärt?

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Putin im O-Ton über die Wirtschaftssanktionen und ihre Folgen | Anti-Spiegel

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17-03-20 11:34:00,

Anlässlich des 20. Jubiläums von Putins Amtsantritt hat der russische Präsident der TASS ein langes Interview gegeben, von dem ich Teile übersetze. Dieses Mal geht es um die Wirtschaftssanktionen.

Ich habe aus dem Interview schon Fragen zur Wirtschaft und zu Chodorkowski und auch über das russische Verhältnis zur Ukraine übersetzt. Heute übersetze ich einen dritten Teil des Interviews, in dem es um die Wirtschaftssanktionen und ihre Folgen geht.

Beginn der Übersetzung:

Vandenko: Wir sind wegen der Ukraine sanktioniert worden.

Wladimir Putin: Drauf gespuckt auf diese Sanktionen. (Anm. d. Übers.: „Drauf gespuckt“ ist im Russischen ein umgangssprachlicher, aber nicht unanständiger Ausdruck, den man auf Deutsch mit „völlig egal“, oder auch mit „scheiß drauf“, oder noch anderen sinngemäßen Formulierungen übersetzen kann.) Nach verschiedenen Schätzungen haben wir etwa 50 Milliarden verloren, aber wir haben den gleichen Betrag auch an anderer Stelle verdient.

Vandenko: Das ist nicht wenig.

Wladimir Putin: Es ist eine Menge, aber die Sanktionen haben uns gezwungen, unsere Gehirne einzuschalten. Wir haben ziemlich viel Geld für die so genannte Importsubstitution ausgegeben und begonnen, solche Produkte und Technologien herzustellen, die wir vorher nicht hatten, oder die wir mal hatten, aber dann vergessen und verloren haben. Und das kommt uns zugute, es diversifiziert unsere Wirtschaft. Tatsächlich hat es uns geholfen, unser Schlüsselproblem zu lösen. (Anm. d. Übers.: Der Westen hat Russland immer vorgeworfen, dass seine Wirtschaft zu stark von Öl und Gas abhängig ist. Ironie des Schicksals ist es, dass ausgerechnet die westlichen Wirtschaftssanktionen der Impuls waren, den Russland brauchte, um diese Abhängigkeit abzubauen und andere Industrien zu entwickeln.)

Vandenko: Aber die Gegensanktionen wurden wahrgenommen, wissen Sie… wie eine Bombardierung von Woronesch (Anm. d. Übers.: Stadt in Russland, die Formulierung könnte also übersetzt werden mit „sich selbst ins Knie geschossen“)

Anm. d. Übers.: Die Gegensanktionen hat Russland 2014 als Reaktion auf die Sanktionen des Westens verhängt und zum Beispiel den Import von Lebensmitteln aus der EU verboten. Das war eine in Russland ausgesprochen unpopuläre Sache, denn die Russen haben zum Beispiel europäische Käse geliebt und ich erinnere mich an die Diskussionen im Freundeskreis 2014, als alle sich beschwert haben, dass es keinen Schimmel- oder Parmesankäse mehr zu kaufen gab.

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Putin im O-Ton über die Entwicklung der russischen Wirtschaft und über Chodorkowski | Anti-Spiegel

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12-03-20 02:52:00,

Putin hat sich in einem Interview über die wirtschaftliche Entwicklung Russlands und auch über den ehemaligen Oligarchen Chodorkowski geäußert.

Putin hat der TASS aus Anlass des 20. Jahrestages seines ersten Wahlsieges als Präsident ein langes Interview gegeben, das 20 Tage lang Stück für Stück veröffentlicht wurde. Putins Aussagen zur Ukraine aus dem Interview habe ich vor einigen Tagen schon übersetzt.

Leider fällt der Reporter der TASS Putin so oft ins Wort, dass das Interview nur schwer schriftlich darstellbar ist und Putin kaum Gelegenheit hat, ausführliche Gedanken zu äußern. Daher habe ich von dem Interview nur sehr wenig übersetzt. Aber diesen Teil über die russische Wirtschaft und auch über Chodorkowski fand ich so interessant, dass ich diesen Teil übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Vandenko: Die Wirtschaft könnte dem Land helfen.

Wladimir Putin: Was meinen Sie?

Vandenko: Nun, wenn sie sich aktiv am Leben des Landes beteiligt. Wenn es Investitionen gibt, dann wird die Wirtschaft dementsprechend wachsen.

Wladimir Putin: Ich könnte jetzt der Wirtschaft an allem die Schuld geben und sagen, dass sie sich unverantwortlich verhält. Aber so ist es nicht. Insgesamt hat sich die russische Wirtschaft in den letzten zehn Jahren dramatisch verändert. Das bedeutet, dass der Staat die Bedingungen für Investitionen schaffen muss. Das ist mal ganz sicher. Wir müssen bessere Bedingungen für die Regulierung der Inflation schaffen. Nun, hier tun wir auch einiges, schließlich haben wir im Ranking der Weltbank „Doing Business“ soweit ich weiß bereits 28. Platz erreicht, wir sind weit vorgerückt. (Anm. d. Übers.: Vor Putins Amtsantritt stand Russland auf Platz 123 der Liste) Das zeigt, dass sich die Anstrengungen des Staates auszahlen und ein positives Ergebnis bringen. Die Zahl der Investitionen nimmt zu. In den frühen 2000er Jahren lagen die Investitionen in Dollar bei einer Milliarde Dollar pro Jahr. Dann wurden es Dutzende Milliarden. Wir haben jetzt mehr als 540 Milliarden Direktinvestitionen.

Vandenko: Wissen Sie, es scheint, dass Sie Geschäftsleute per Definition als Gauner sehen.

Wladimir Putin: Nun, wissen Sie, dafür gibt es bestimmte Gründe. Ja, ich sage es zurückhaltend. Was sind die Gründe? Erstens haben alle so genannten kleinen Unternehmen in allen Nullerjahren nur Handel betrieben. Fast alle.

Vandenko: Aber nicht nur bei uns…

Wladimir Putin: Nein,

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Pressekonferenz im O-Ton: Putin im Streitgespräch mit ukrainischem Journalisten | Anti-Spiegel

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21-12-19 08:05:00,

Natürlich durfte auf Putins Jahrespressekonferenz auch das Thema Ukraine nicht fehlen. Und im Gegensatz zur Ukraine, wo die Arbeit russischer Journalisten stark eingeschränkt ist, durfte ein ukrainischer Journalist Putin Fragen stellen.

Auch dieses Beispiel aus der Jahrespressekonferenz der russischen Präsidenten zeigt auf, dass in Russland die Pressefreiheit nicht eingeschränkt wird. Nicht nur, weil der Ukrainer eine kritische Frage stellen durfte, sondern weil er selbst zugeben musste, dass er in Russland in seiner Arbeit in keiner Weise behindert wird. Nur wurde das bei der Berichterstattung im Westen übergangen, denn es passt nicht in das Bild, dass westliche Medien und Politiker von Russland zeichnen wollen.

Ich habe daher die Fragen und Putins Antworten zum Thema Ukraine komplett übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Journalist: Guten Tag, Herr Präsident, ich bin Konstantin Panyushkin, vom Ersten Kanal (Anm. d. Übers.: Erstes Russisches Fernsehen, analog zur ARD in Deutschland).

Zunächst möchte ich Ihnen im Namen der Journalisten des Ersten Kanals und vielleicht vieler anderer Russen für Ihre Worte auf der Pressekonferenz in Paris danken. Nach der Pressekonferenz haben Sie haben mit Kanzlerin Merkel und Präsident Macron gesprochen und, soweit wir verstanden haben, die Probleme der russischen Journalisten in der Ukraine erklärt. Und vielleicht können wir dank der Arbeit im „Normandie-Format“ irgendwann einmal in der Ukraine genauso selbstbewusst und ruhig arbeiten, wie ukrainische Journalisten hier in Russland, die übrigens heute auch hier sein müssten. (Anm. d. Übers.: Bei der Pressekonferenz in Paris hat Selensky eine russische Journalistin aufgefordert, sich selbst ein Bild von der Lage im Dobass zu machen. Das führte zu Tumult im Saal, denn die Ukraine lässt russische Journalisten nicht einreisen. Auch nach Selenskys „Einladung“ hat sich daran bisher nichts geändert und es wurden mehrere russische Journalisten an der Grenze zurückgewiesen)

In diesem Zusammenhang geht es um die Ukraine. Sehen Sie nun, nach all dem, was Ihre Partner auf dem Gipfel in den letzten zwei Wochen seit Paris gesagt haben, ich meine hier die Ukraine, Sinn in einem erneuten Treffen in vier Monaten, wie es vereinbart wurde? Und wie sehen Sie die Aussichten des „Normandie-Formats“ ganz allgemein?

Werden Ihrer Meinung nach das Minsker Abkommen und die Steinmeier-Formel in den nächsten vier Monaten oder in der Zukunft umgesetzt?

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Putin im O-Ton über die Entscheidung im Dopingskandal | Anti-Spiegel

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10-12-19 03:27:00,

Der Dopingskandal und die Sperrung Russlands bei internationalen Sportereignissen beherrschen die Schlagzeilen. Gestern hat sich auch Putin dazu geäußert.

Auf der Pressekonferenz nach dem Treffen mit Macron, Merkel und Selensky in Paris wurde Putin auch nach seiner Position in dem Dopingskandal befragt. Nachdem ich am Montag bereits einen Bericht des russischen Fernsehens dazu übersetzt habe, will ich Ihnen auch Putins Reaktion nicht vorenthalten und habe seine Antwort auf die Frage übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Nun zur Doping- und WADA-Entscheidung und ob Russland die Entscheidung anfechten wird.

Zuerst müssen wir diese Entscheidung analysieren, aber was liegt an der Oberfläche und was sieht man sofort: Zum Beispiel gibt es keine Vorwürfe gegen das Russische Nationale Olympische Komitee. Und wenn es keine Vorwürfe gibt, sollte das Land unter seiner Nationalflagge antreten, so steht es in der Olympischen Charta. Das deutet darauf hin, dass die WADA-Entscheidung zumindest in diesem Teil der Olympischen Charta widerspricht. Und wir haben allen Grund, beim internationalen Sportgericht Klage einzureichen.

Es gibt auch andere Überlegungen, aber es ist notwendig, dass all dies von Experten und Anwälten mit Kenntnis des Falles analysiert wird. Aber am wichtigsten ist meiner Meinung nach folgendes, und ich denke, darin sind sich alle einig: Jede Bestrafung – so ist es seit der Zeit des römischen Rechts – sollte individuell sein und von dem ausgehen, was jemand getan hat. Strafen können nicht kollektiver Natur sein und für Menschen gelten, die nichts mit den Verstößen zu tun haben. Das versteht jeder. Ich denke, dass auch die WADA-Spezialisten das verstehen. Aber wenn sie solche Entscheidungen über kollektive Strafen treffen, dann gibt es wohl allen Grund zu der Annahme, dass diese Entscheidungen nicht auf der Sauberkeit des internationalen Sports beruhen, sondern auf politischen Erwägungen, die nichts mit den Interessen des Sports und der olympischen Bewegung zu tun haben.

Ende der Übersetzung

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse.

Krim, Syrien, Migration, Sanktionen – Was sagt Putin selbst zu den Fragen der Geopolitik?

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper,

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Putin im O-Ton über den “Tiergarten-Mord” und die Folgen | Anti-Spiegel

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10-12-19 02:09:00,

Auf der Pressekonferenz in Paris nach dem Treffen mit Merkel, Macron und Selensky wurde Putin von deutschen Journalisten nach dem Tiergartenmord befragt.

Bevor wir zu Putins Antwort kommen, müssen wir uns die Vorgeschichte in Erinnerung rufen und uns daran erinnern, was tatsächlich bekannt ist und was Spekulation ist. Nachdem ein russischer Staatsbürger den Tschetschen mit georgischem Pass in Berlin erschossen hat, hat nun die Generalstaatsanwaltschaft den Fall an sich genommen und spricht davon, es gebe einen Verdacht, dass staatliche Stellen in Russland oder Tschetschenien in den Mord verwickelt sind. Das sind die bekannten Fakten, alles andere ist Spekulation. Über die Hintergründe habe ich hier ausführlich geschrieben.

Berlin wirft Moskau vor, in dem Fall nicht kooperativ zu sein und hat zwei russische Diplomaten ausgewiesen. Das Problem ist, dass die Sprecher der Bundesregierung aber auf Nachfragen nicht in der Lage waren, zu sagen, was sie Moskau tatsächlich vorwerfen, mit welchen russischen Behörden sie in der Sache in Kontakt stehen und welche Zusammenarbeit diese verweigern.

Tiergarten-Mord und die “russische Spur”: Viel Bestürzung, wenig Antworten


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Der Spiegel ist etwas einfallslos, wenn er über das Thema berichtet. Der Spiegel titelt immer wieder von „russischen Drohungen“ und wenn man die Artikel dann liest, gibt es gar keine Drohungen. Aber es klingt eben gut und passt ins anti-russische Narrativ. So auch dieses Mal. Der Spiegel berichtete in einem Artikel mit der Überschrift: „Mord im Berliner Tiergarten – Putin droht Merkel mit Ausweisung deutscher Diplomaten

Die „Drohung“ liegt laut Spiegel darin, dass Russland auch zwei deutsche Diplomaten ausweisen wird. Das war zu erwarten und kann niemanden überraschen, da Russland in solchen Fällen in der Vergangenheit immer so reagiert hat: Wenn westliche Staaten russische Diplomaten unter irgendwelchen politischen Vorwänden ausgewiesen haben, hat Russland immer die gleiche Zahl an Diplomaten ausgewiesen. Man beachte: Russland hat dies nie als erstes getan, es hat immer nur auf Ausweisungen anderer Staaten reagiert, zuletzt im Fall Skripal.

Aber „russische Drohung“ scheint eine Lieblingsformulierung in der Spiegel-Redaktion zu sein, auch wenn es keine „Drohung“ gibt. Wenn man damit titeln möchte, müsste es korrekt „Ankündigung“ heißen und es war der deutschen Seite von Anfang an klar, dass Russland so reagieren würde.

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Putin im O-Ton über die Beziehungen Russlands zu Afrika | Anti-Spiegel

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24-11-19 08:44:00,

Putin hat sich auf einer Podiumsdiskussion eineinhalb Stunden den Fragen der Teilnehmer einer Konferenz gestellt. Dabei ging es auch um die Perspektiven von Afrika.

In der westlichen Öffentlichkeit wird das Potenzial Afrikas gerne unterschlagen. Es geht im öffentlichen Diskurs im Westen über Afrika in der Regel um Flüchtlinge und Armut, dabei hat Afrika ein gigantisches Potenzial, weil es sich aus der post-kolonialen Umklammerung des Westens mehr und mehr löst und in China und Russland Partner findet, die es nicht einfach ausbeuten, sondern Beziehungen auf Augenhöhe aufbauen wollen. Das war der Grund für den russisch-afrikanischen Gipfel in Sotschi, bei dem vor kurzem alle afrikanischen Länder vertreten waren. Dazu hat ein afrikanischer Teilnehmer Präsident Putin auf der russischen Investoren-Konferenz „Russia is calling“ eine Frag gestellt. Ich habe die Frage und Putins Antwort übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Frage: Dies ist eine gute Gelegenheit, Ihnen eine Frage zu meiner Region, Afrika, zu stellen. Mein Name ist Jesaja, ich komme von der Eastern and Southern African Trade and Development Bank, mit Sitz in Nairobi, Kenia. Vielen Dank für die Einladung und dafür, dass Sie an dieser Veranstaltung teilnehmen.

Meine Frage betrifft den hervorragenden russisch-afrikanischen Gipfel in Sotschi. Nun möchte ich, Herr Präsident, Ihre Meinung zu Projekten mit afrikanischen Ländern südlich der Sahara, zur Entwicklung von Investitionen hören, denn die Entwicklung des russischen Handels mit afrikanischen Ländern südlich der Sahara hat auf einem sehr niedrigen Niveau begonnen, aber letztes Jahr haben wir einen sehr guten Anstieg um 4,8 Milliarden verzeichnet.

In Sotschi gab es während des Gipfels vielversprechende Diskussionen. Sowohl die Exporte, als auch die Importe legen zu.

Unsere Bank umfasst 22 ostafrikanische Länder. Handel und Investitionen in Ostafrika sind recht niedrig, ob es uns gefällt oder nicht, aber unsere Länder sind immer noch Schwellenländer, wir liegen weit hinter vielen anderen Regionen.

Ich würde gerne Ihre Meinung hören: Was sind Ihre Verpflichtungen, was sind die zukünftigen Maßnahmen Afrikas? Können wir in Zukunft eine Wiederbelebung bei der Unterzeichnung neuer Vereinbarungen zwischen russischen und afrikanischen Unternehmen erwarten? Kann diese Tätigkeit von unserer multilateralen Bank unterstützt werden?

Wladimir Putin: Sie haben gerade die Probleme der afrikanischen Länder erwähnt. Ich werde sie nicht wiederholen, sie sind allen bekannt.

Ich werde Ihre Frage nutzen, um über meine persönlichen Eindrücke vom Russland-Afrika-Treffen in Sotschi zu berichten.

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Putin im O-Ton über Fracking | Anti-Spiegel

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24-11-19 08:37:00,

Die Frage, wie Russland zum Fracking steht, wurde bisher kaum gestellt, denn Russland hat die größten Reserven für Fracking-Öl der Welt. Dazu hat Putin sich nun geäußert.

Auf der russischen Investoren-Konferenz „Russia is calling“ wurde Putin zu den Ölpreisen, Russlands Interessen auf dem Weltmarkt und zum Fracking befragt. Seine Antwort war humorvoll, hatte aber einen sehr ernsten Hintergrund, und es mag für viele unerwartet sein, wie Putin zur Ölförderung durch Fracking steht. Daher habe ich seine Antwort auf die Frage eines Teilnehmers der Konferenz übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Frage: Guten Tag! Mein Name ist Nick Chandramaga, ich arbeite für das französische Energieunternehmen Total.

Die Russische Föderation bestimmt immer mehr den Ölpreis. Der Ölpreis ist für Russland nach wie vor sehr wichtig. Darüber hinaus hat Russland sehr große Reserven an Fracking-Öl, vielleicht wird es profitabel sein, sie zu erschließen. Aber ist es möglich, amerikanische Produzenten zum Beispiel beim Fracking zu überholen? Wenn Russland Fracking-Öl erschließt, werden Sie zum größten Produzenten der Welt. Wie wünschenswert und effektiv ist das, weil Ihr Land bereits stark von Ölexporten abhängig ist?

Wladimir Putin: Erstens: Russland beeinflusst den globalen Energiemarkt, beeinflusst ihn sehr stark. Aber den größten Effekt erzielen wir, wenn wir mit anderen großen Energie-Förderern zusammenarbeiten. Nur koordinierte Schritte bringen einen optimalen Effekt für die globalen Energiemärkte. In diesem Sinne werden wir weiterhin mit Saudi-Arabien, mit den Golfstaaten und mit den OPEC-Ländern im Rahmen des in den letzten Jahren etablierten Systems OPEC Plus zusammenarbeiten. Das ist das eine.

Wir haben auch Streit bei einigen kleineren Fragen, aber im Allgemeinen haben wir eine gemeinsame Aufgabe. Die Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass der Markt ausgewogen ist, dass er sowohl für die Erzeuger als auch für die Verbraucher akzeptabel ist. Und das Wichtigste – ich möchte das betonen – dass er berechenbar ist.

Zu der Frage wer wie viel produziert. Vor kurzem war Russland die Nummer eins in der Welt bei der Ölförderung. Das ist aber kein Selbstzweck. Übrigens hat das Gesamtproduktionsvolumen in Russland trotz einiger Einschränkungen leicht zugenommen.

Zum Fracking-Öl. Warten wir ab, bis die Amerikaner viel Geld für neue Fracking-Technologien ausgegeben haben und dann – Hoppla – greifen wir uns die Technologie: Egal, ob wir heute daran interessiert sind oder nicht, wir bekommen die Technologie billig.

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Putin im O-Ton über die Ukraine und ihren neuen Präsidenten Selensky | Anti-Spiegel

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23-11-19 07:17:00,

Auf der großen Investoren-Konferenz „Russia is calling“ hat sich der russische Präsident Putin eineinhalb Stunden den Fragen der Teilnehmer gestellt. Einige der Fragen und Antworten habe ich übersetzt.

Hier geht es um eine Frage zu Ukraine, zum Friedensprozess dort und um den neuen ukrainischen Präsidenten Selensky. Ein Teilnehmer wollte von Putin wissen, wie er die Lage dort einschätzt und was er von Selensky hält. Ich habe die Frage und Putins Antwort komplett übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Frage: Ich möchte nach der Ukraine fragen. Wie ist Ihre Beziehung zu Selensky? Und ist es möglich, die schwierige Situation im Donbass zu lösen?

Wladimir Putin: Da hat er aber eine einfache Frage gestellt. (Lachen im Saal)

Der erste Teil ist ganz leicht zu beantworten. Wie ist meine Beziehung zu Selensky? Es gibt keine. Ich habe ihn noch nie getroffen, ich kenne ihn nicht, aber wir haben telefoniert. Ich habe den Eindruck, dass er ein netter Mensch ist, dass er aufrichtig ist, er will meiner Meinung nach die Situation wirklich zum Besseren verändern, auch im Donbass. Aber ich weiß nicht, ob er dazu in der Lage ist, obwohl einige positive Schritte unternommen wurden, ich meine die Entflechtung an zwei Stellen der Kontaktlinie. Aber das Militär hat mir gestern berichtet, dass der Beschuss von ukrainischer Seite weiter geht. Dennoch hoffe ich, dass sie nicht in diese Stellungen zurückkehren werden, denn wir haben bereits von einigen Politikern gehört, dass dort, wo die Truppen abgezogen worden sind, die ukrainische Nationalgarde und die Polizei einrücken sollten.

Ja, natürlich ist es in diesen Gebieten notwendig, die Ordnung aufrechtzuerhalten, aber wir wissen sehr wohl, dass die ukrainische Nationalgarde größtenteils aus sogenannten nationalistischen Bataillonen gebildet wurde. Und wenn sie zurückkommen, wird nichts Gutes daraus werden, denn es wird dazu führen, dass die Milizen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk ebenfalls wieder in ihre Stellungen zurückkehren würden. Aber ich hoffe, dass das nicht passiert. Wenn etwas passiert, dann hoffentlich nur im Einvernehmen zwischen den Konfliktparteien, also der Kiewer Regierung und den Vertretern des Donbass.

Wie die Perspektiven unserer zwischenstaatlichen Beziehungen aussieht, hängt weitgehend von der ukrainischen Seite ab. Wir sehen, dass man dort ständig neue Fragen aufwirft, die wir im Hinblick auf eine Lösung im Donbass für inakzeptabel und kontraproduktiv halten.

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Putin im O-Ton über die Folgen der Sanktionen für Russland, die EU und die USA | Anti-Spiegel

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23-11-19 01:01:00,

Auf der großen Investoren-Konferenz „Russia is calling“, die letzte Woche in Russland stattgefunden hat, hat sich Präsident Putin eineinhalb Stunden den Fragen der Teilnehmer gestellt. Es ging dabei auch um die Folgen der Sanktionen gegen Russland.

Präsident Putin wurde bei der Podiumsdiskussion von einem Teilnehmer gefragt, wie er das Verhältnis zu den USA einschätzt und auch zu den Folgen der Sanktionen. Seine Antwort ist für jeden, der den Mainstream-Medien folgt oder die Situation in Russland nicht kennt, sehr überraschend. Ich habe die Frage und die Antwort komplett übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Frage: Herr Präsident, wie wollen Sie die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten verbessern, wo können Sie zusammenarbeiten und welche Aussichten bestehen, die Sanktionen zu reduzieren oder aufzuheben?

Wladimir Putin: Wissen Sie, was die Sanktionen und die Aussichten für ihre Aufhebung betrifft, müssen Sie die US-Regierung zu fragen. Wir haben keine Sanktionen gegen uns selbst verhängt, das hat der US-Kongress getan, fragen Sie dort nach.

Worauf möchte ich in diesem Zusammenhang hinweisen? Erstens haben uns die Sanktionen gezwungen, uns auf den Gebieten von Importen unabhängig zu machen, wo wir glauben, dass es in unseren nationalen Sicherheitsinteressen liegt. Dabei geht es um eine breite Palette von Branchen: Die Landwirtschaft, die Medizin, die Pharmaindustrie, die Verteidigungsindustrie. Und im Großen und Ganzen haben wir sehr positive Ergebnisse erzielt.

Wissen Sie, ich sage es Ihnen ganz ehrlich, jetzt kann ich es offen und auch öffentlich sagen: Nachdem die ersten Sanktionen eingeführt wurden, hatte ich eine gewisse Sorge. Ich möchte allen meinen Kollegen danken, den unbekannten Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz in der Industrie, in der Produktion, in der Entwicklung und in Forschungsinstituten arbeiten. Wir haben einen sehr großen Schritt zur Stärkung unserer wirtschaftlichen und technologischen Souveränität getan. In diesem Sinne sind all diese Sanktionen unserer Wirtschaft sogar zugute gekommen.

Aber es gibt natürlich Nachteile und das sind Nachteile für alle Beteiligten. Wir reden von Milliarden von Dollar. Nehmen wir Europa: nach den Berechnungen der Europäer selbst haben sie etwa 50 Milliarden Verluste gemacht. Unsere Verluste waren übrigens viel geringer. Dasselbe gilt für die Vereinigten Staaten. Die Sanktionen, die von der US-Regierung in den letzten Jahren eingeführt wurden, ich erinnere mich nicht, wie viele es waren, es waren mehr als ein Dutzend neue Sanktionen,

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Putin im O-Ton über Klimaschutz und das Pariser Abkommen | Anti-Spiegel

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23-11-19 10:59:00,

Letzte Woche fand in Russland eine große Konferenz für Investoren statt, auf der auch Präsident Putin sich den Fragen der Teilnehmer gestellt hat.

Die Fragen der Teilnehmer und die Antworten des russischen Präsidenten zu einigen Themen werde ich übersetzen. Beginnen möchte ich mit dem Thema Klimawandel und was Russland über das Thema denkt und was es zum Klimaschutz beitragen möchte.

Beginn der Übersetzung:

Frage: Ich möchte Ihre Einschätzung der Energiewende verstehen, die wir jetzt erleben. Wir sind uns einig, dass wir uns an das Pariser Abkommen halten sollten: Wir reduzieren die Emissionen, wir investieren in erneuerbare Energien und neue Technologien. Aber wir glauben auch, dass Öl und Gas, insbesondere Gas, weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden.

Wie Sie wissen, wird in Europa und in einer Reihe von NGOs gesagt, dass Gas in Zukunft nicht mehr gebraucht wird, aber ich glaube – und da sind wir uns hier einig -, dass das sicherlich nicht wahr ist und das Gas seine Bedeutung nicht verlieren wird. Ich möchte Wissen, wie Sie diese Frage beurteilen.

Wladimir Putin: Unsere Zivilisation entwickelt sich sehr aktiv und niemand will, dass wir in Folge dieser Entwicklung am Ende alle wieder in Höhlen leben – sei es als Folge eines ökologischen Kollapses oder als Folge anderer unvorhergesehener Umstände.

Deshalb müssen wir uns als verantwortungsbewusste Menschen – in Russland sehen wir uns als solche – bemühen sicherzustellen, dass unsere Energiebilanz, zumindest in Russland, so grün wie möglich ist. Tatsächlich ist die russische Energiebilanz heute eine der grünsten der Welt. Wenn wir uns die Struktur unserer Energiebilanz anschauen, dann besteht sie zu einem bedeutenden Teil aus Wasserkraft, aus Kernenergie und aus Gas.

Ich weise Sie darauf hin, dass die Umwelt in vielen Ländern der Welt heute zum größten Teil von Kohle beeinflusst wird, die heute Energieträger Nummer eins in der Welt ist. Mehr als alles andere wird Kohle verbrannt, um Energie zu erzeugen. In diesem Sinne ist die Vernachlässigung von Gas meiner Meinung nach absolut seltsam, weil es der sauberste aller fossilen Energieträger ist.

Wenn Ideen wie die Energiewende gefördert werden, scheint es mir, dass die Menschheit tatsächlich bald wieder in Höhlen leben könnte, wenn man den Energieverbrauch durch fossile Energieträger auf Null reduziert, denn sich auf die Sonnen- oder Windenergie oder die Kraft der Gezeiten zu verlassen,

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Putin im O-Ton über den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern | Anti-Spiegel

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16-10-19 05:08:00,

Bei dem Interview vor seinem Besuch in Saudi-Arabien, dass Putin drei arabischen Fernsehsendern gegeben hat, wurde er auch nach dem israelisch-palästinensischen Konflikt gefragt.

Da dieses Thema ein wenig aus den Nachrichten verschwunden ist und man im Westen kaum zu hören bekommt, was Staaten in anderen Teilen detr Welt zu dem Konflikt sagen, habe ich Putins Antwort übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Journalist: Herr Präsident, ein weiteres Thema, das früher sehr relevant war, betrifft die palästinensisch-israelische Aussöhnung. Russland und die Sowjetunion spielten eine wichtige Rolle bei der Lösung dieses Problems, zum Beispiel bei der Madrider Konferenz. Derzeit sehen wir von Russland bei dem Thema keine große Aktivität, während die Vereinigten Staaten feierlich den so genannten Deal des Jahrhunderts ankündigen und die israelische Regierung ihre willkürliche Politik der Unterdrückung fortsetzt. Aber wo ist Russlands Rolle bei der Lösung dieses für den Nahen Osten grundlegenden Problems?

Putin: Die Lösung hängt ja nicht von uns ab, nicht von unserer Aktivität. Es hängt vom Wunsch aller an diesem Prozess beteiligten Parteien ab, wen sie in dem Prozess sehen oder nicht sehen wollen.

Übrigens haben wir auch sehr gute Beziehungen zu Israel. Fast anderthalb Millionen israelische Bürger stammen aus der ehemaligen Sowjetunion. Es ist fast ein russischsprachiges Land. Wo auch immer Sie dort hinkommen, jeder spricht Russisch. Darum ist es uns nicht gleichgültig, was dort vor sich geht. Aber wir haben eine grundsätzliche Position zur palästinensischen Frage. Wir halten uns strikt an alle Beschlüsse der Vereinten Nationen und sind der Meinung, dass sie umgesetzt werden müssen.

Was den „Deal des Jahrhunderts“ betrifft, so werden wir jeden Deal unterstützen, der zum Frieden führt, aber wir müssen verstehen, was dieser Deal überhaupt ist. Schließlich sind noch keine Einzelheiten des so genannten „Deals des Jahrhunderts“ bekannt, die Vereinigten Staaten haben sie der Öffentlichkeit noch nicht präsentiert. Nicht der Weltöffentlichkeit und nicht ihrem eigenen Land, nicht dem Nahen Osten und nicht Palästina.

Wir gehen von der Zwei-Staaten-Lösung aus, die einen palästinensischen Staat schaffen soll. Wir haben immer angeboten, in Moskau direkte Verhandlungen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten und der Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde zu führen, aber leider ist es dazu nicht gekommen. Wir tun alles, wir haben mehrere Konferenzen abgehalten, mehrere Treffen mit verschiedenen Gruppen Palästinas gehabt. Wir glauben, dass die Wiederherstellung der palästinensischen Einheit ein sehr wichtiger Faktor wäre,

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Putin im O-Ton über ein neues Wettrüsten und die Beziehungen zu den USA | Anti-Spiegel

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14-10-19 09:03:00,

Vor seiner anstehenden Reise nach Saudi-Arabien hat Putin den arabischen TV-Sendern Al Arabia, Sky News Arabia und RT Arabic ein einstündiges Interview gegeben, aus dem ich die interessantesten Teile übersetzt habe.

In diesem Teil des Interviews ging es um die Beziehungen zwischen den USA und Russland vor dem Hintergrund, dass die USA praktisch alle Abrüstungsverträge gekündigt haben und nun ein neues, atomares Wettrüsten droht. Da die deutschen Medien über solche Interviews gar nicht berichten, zeige ich hier, was Putin zu dem Thema zu sagen hat.

Beginn der Übersetzung:

Journalist: Lassen Sie uns nun den Nahen Osten und den Persischen Golf für eine Weile verlassen. Sie sagen regelmäßig, dass sich die amerikanisch-russischen Beziehungen verbessern sollten, denn andernfalls, wenn es eine Art „Zusammenbruch“ der Beziehungen gibt, wird das wirklich ein ungünstiges Umfeld für die ganze Welt erzeugen.

Sehen Sie heute mit Blick auf die Trump-Administration die Hoffnung, dass wir wirklich Schritte zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen erleben können? Schauen Sie sich Donald Trumps Twitter-Posts an? Sie beobachten wahrscheinlich, was der amerikanische Präsident sagt.

Putin: Es tut mir leid, ich habe selbst kein Twitter, ich folge ihm nicht. Natürlich berichten meine Mitarbeiter von Zeit zu Zeit darüber. Die Meinung des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist immer wichtig, wichtig für die ganze Welt. Aber ich lese es nicht selbst.

Journalist: Nehmen wir an, dass Präsident Donald Trump im nächsten Jahr wiedergewählt wird. Glauben Sie, dass er während der nächsten Präsidentschaft mutiger in der Frage einer echten Entspannung der Beziehungen zu Moskau sein wird? Und wird Moskau bereit sein, den Dialog wieder aufzunehmen?

Putin: Entschuldigen Sie, Sie arbeiten für Russia Today?

Dank Leuten wie Ihnen werden sie wieder Russland beschuldigen, sich in die Wahl einzumischen, weil Sie jetzt eine Wiederwahl von Trump ins Spiel gebracht haben. Sie werden sagen: Ja, das ist ein Element der russischen Einmischung in den Wahlkampf. (Putin lacht)

Aber im Ernst, wir wissen, wir alle wissen, was und wie der Präsident der Vereinigten Staaten, Herr Trump, über die amerikanisch-russischen Beziehungen sagt. Wir wissen, dass er sich schon im Wahlkampf für eine Normalisierung ausgesprochen hat, aber leider ist dies bisher nicht geschehen. Aber das werfen wir ihm nicht vor, weil wir sehen, was im innenpolitischen Leben der Vereinigten Staaten geschieht.

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Putin im O-Ton zum Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran | Anti-Spiegel

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14-10-19 08:46:00,

Bei dem Interview, das Putin drei arabischen TV-Sendern vor seiner Reise nach Saudi-Arabien gegeben hat, ging es auch um die Krise rund um den Iran, zu dem Russland ein sehr gutes Verhältnis hat. Vor allem der saudische Journalist hatte dazu kritische Fragen.

Da die russische Sicht auf den Konflikt im Golf eine ganz andere ist, als die, die uns die deutschen Medien präsentieren, denke ich, dass es interessant ist, wie Putin zu dem Konflikt im Persischen Golf und zur ewigen Rivalität zwischen Saudi-Arabien und dem Iran steht. Daher habe ich diesen Teil des Interviews übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Journalist: Herr Präsident, es gibt Bedenken hinsichtlich der Rolle des Iran nicht nur bei den jüngsten Anschlägen auf die saudische Raffinerie, sondern auch in anderen Ländern: Libanon, Jemen, Irak, Syrien und anderen.

Sind Sie auch in Russland besorgt, dass diese Aktivitäten des Iran, wie wir denken, destabilisierend wirken? Glauben Sie, dass Russland Einfluss nehmen kann, um dieses Verhalten zu ändern?

Putin: Ich habe schon gesagt, dass wir mit Saudi-Arabien und den Arabischen Emiraten eine beispiellos herzliche Partnerschaft und sogar freundschaftliche Beziehungen entwickelt haben. Aber Russland befreundet sich nie mit jemandem gegen jemand anderen. Wir bauen bilaterale Beziehungen auf, die auf positiven Trends in unseren Kontakten basieren, anstatt eine Allianz im Kampf gegen jemanden zu bilden, das ist die erste These.

Zweitens denke ich, und ich glaube, dass es von Ihnen, Ihren Zuhörern und Ihrem Publikum verstanden wird: Russland und der Iran sind Nachbarn, diesen Faktor können wir nicht ignorieren.

Drittens ist der Iran eine große regionale Macht, eine alte Nation mit einer alten Kultur. Und wenn wir gute Beziehungen zu jemandem aufbauen wollen, und ich gehe davon aus, dass alle Länder der Region gute Beziehungen zueinander haben wollen, dann strebt niemand nach Konfrontation und, Gott bewahre, nach Zusammenstößen. Ich weiß, dass das in Saudi-Arabien niemand will und auch in den Emiraten will das niemand. Aber wenn wir eine positive Agenda wollen, müssen wir die legitimen Interessen unserer Partner anerkennen. Ich möchte das betonen, ich spreche jetzt nicht darüber, welche Interessen berechtigt sind, und welche nicht, aber eine so große Macht, wie der Iran, der seit Tausenden von Jahren in diesem Gebiet ist – die Iraner, die Perser, leben dort seit Jahrhunderten – kann nicht anders,

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Putin im O-Ton über seine Sicht auf die Zukunft Syriens | Anti-Spiegel

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14-10-19 08:17:00,

Vor seinem anstehenden Besuch in Saudi-Arabien hat Putin drei arabischen TV-Sendern ein Interview gegeben, in dem er auch über die Chancen auf eine friedliche Zukunft Syriens gefragt wurde.

Da ich es vor dem Hintergrund der Berichterstattung in Deutschland über das Thema interessant finde, wie Russland auf diese Thematik blickt, habe ich diesen Teil des Interviews von Putin mit den TV-Sendern Al Arabia, Sky News Arabia und RT Arabic übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Journalist: Herr Präsident, jetzt möchte ich über Syrien sprechen. Sie haben vor kurzem angekündigt, dass die groß angelegten Militäraktionen in Syrien ausgesetzt werden und wir hoffen jetzt wirklich auf eine politische Lösung. Sie haben bei der Valdai-Konferenz darüber gesprochen. Sie haben gesagt, dass Syrien in der Tat ein wahres Beispiel dafür sein kann, wie mit solchen Konflikten umzugehen ist.

Glauben Sie, dass es möglich ist, über irgendeine politische Lösung zu sprechen, solange noch anderes Staaten auf dem Territorium Syriens präsent sind? Derzeit sind da Soldaten aus den Vereinigten Staaten, aus Russland, aus der Türkei und aus dem Iran. Können wir in so einem instabilen Umfeld auf Stabilität in Syrien hoffen?

Putin: Wir müssen darauf hoffen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich kann Ihnen nur zustimmen, dass alle, die sich unrechtmäßig auf dem Territorium eines anderen Staates befinden, in diesem Fall der Arabischen Republik Syrien, dieses Gebiet verlassen müssen. Das gilt generell für alle Staaten. Wenn die künftige Führung, die legitime Führung Syriens, sagt, dass sie die Präsenz der russischen Streitkräfte nicht mehr braucht, dann betrifft das natürlich auch die Russische Föderation. Aber über den heutigen Stand haben wir mit allen unseren Partnern absolut offen gesprochen: mit den iranischen Partnern und mit den türkischen Partnern haben wir wiederholt darüber gesprochen und auch mit unseren amerikanischen Partnern. Und so, wie ich es Ihnen jetzt sagen werde, habe ich auch meinen Kollegen offen gesagt, dass das Gebiet Syriens von ausländischer Militärpräsenz befreit werden muss und dass die territoriale Integrität der Arabischen Republik Syrien vollständig wiederhergestellt werden muss.

Journalist: Haben Sie eine Ahnung, wie die politische Zukunft Syriens sein wird und welche Rolle Russland in dieser Zukunft spielen wird?

Putin: Wissen Sie, diese Frage, und das ist die schwierigste Frage, kann nur von den Syrern selbst beantwortet werden. Ich hoffe, dass dies nicht mit Waffen,

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Putin im O-Ton zu der Frage, warum Russland sich stark in Syrien engagiert | Anti-Spiegel

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13-10-19 05:42:00,

Der russische Präsident Putin fährt demnächst zu einem Staatsbesuch nach Saudi-Arabien und vor dieser Reise hat Putin den arabischen TV-Sendern Al Arabia, Sky News Arabia und RT Arabic ein einstündiges Interview gegeben.

Wie schon bei früheren solchen Interviews werde ich wieder Teile davon übersetzen, die ich als interessant für deutsche Leser einschätze. In diesem ersten Teil geht es um die Frage, warum Russland in Syrien so entschieden eingegriffen hat, nachdem es dem Westen die Kriege gegen den Irak und Libyen mehr oder weniger hat durchgehen lassen.

Beginn der Übersetzung:

Journalist: Als Sie schon mehr als 10 Jahre lang Präsident waren, ereigneten sich im Nahen Osten wirklich harte, dramatische Ereignisse, es wurden die Grundfesten einer Reihe von Staaten erschüttert, die Grundlage des Irak wurde zerstört und Libyen auch. Dieses Schicksal könnte auch andere Staaten erwarten.

Jetzt sehen wir, was für katastrophale Ereignisse in der Arabischen Republik Syrien passiert sind. Und viele Menschen in der arabischen Öffentlichkeit denken, dass Russland seine Rolle in der Region stärken kann. Natürlich wissen Sie, dass unser Kanal RT Arabic auch über die Außenpolitik der Russischen Föderation berichtet. Viele unserer Zuschauer fragen: Warum hat Russland in Syrien eine so entschiedene Haltung eingenommen, aber nicht in Libyen und dem Irak?

Putin: Tatsache ist, dass die Vereinigten Staaten im ersten Fall, wie bekannt ist, unter Umgehung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen gehandelt haben. Die Vereinigten Staaten hatten kein Mandat, Gewalt gegen den Irak anzuwenden. Russland hat das nicht unterstützt. Russland, Frankreich und Deutschland, wir haben die US-Pläne in Sachen Irak nicht unterstützt. Darüber hinaus haben wir vor den möglichen negativen Folgen gewarnt. Und sie sind genau so eingetroffen.

Und die erste Euphorie über militärische Siege wich schnell der Verzweiflung und dem Pessimismus über die Folgen dieses Sieges. Weil alle staatlichen Strukturen im Irak zerstört wurden und – zumindest in der ersten Phase – keine neuen Strukturen geschaffen wurden. Im Gegenteil, die radikalen Kräfte wurden gestärkt und das, was wir als Terrorismus bezeichnen, hat sich dort entwickelt.

Viele ehemalige Armeeoffiziere und Geheimdienstbeamte von Sadam Hussein haben die Seiten gewechselt, haben sich den Radikalen angeschlossen und mit ihrer Hilfe wurde der IS geschaffen. Das konnte geschehen, weil keiner von denen, die diesen Krieg unterstützt haben, über die Folgen nachgedacht hat.

Wir hoffen sehr,

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Putin im O-Ton über den Deep State | Anti-Spiegel

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06-10-19 07:58:00,

Wer in Deutschland vom „tiefen Staat“ spricht, gilt als Verschwörungstheoritker. Dass der tiefe Staat eine Tatsache ist, ist außerhalb von Deutschland aber kein Geheimnis, auch in Deutschland sprach man früher vom „Staat im Staate“, was nur eine andere Bezeichnung für das ist, was man heute den „tiefen Staat“ nennt.

Putin wurde auf der Podiumsdiskussion des Valdai-Klubs eine Frage von einem französischen Professor gestellt, die das Thema „tiefer Staat“ zum Inhalt hatte. Putin allerdings begegnete dem mit Unverständnis. Für ihn ist es anscheinend unvorstellbar, dass der staatliche Apparat ein Eigenleben führt, das würde er bei sich offensichtlich nicht zulassen. Ich habe die Frage und die kurz Antwort von Putin übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Moderator: Professor Boniface aus Frankreich, ich sehe ihn gerade nicht, fragt: Präsident Macron sagte, als er vor kurzem vor Diplomaten sprach, ´dass der so genannte Deep State, das heißt einige tiefe Strukturen in der Verwaltung, die Entwicklung der Beziehungen mit Russland behindern und der Verbesserung der Beziehungen in die Quere kommen. Er würde gern schneller die Beziehungen verbessern, aber er wird dabei behindert.

Und die Frage ist: Warum behindern diese tiefen Strukturen in Frankreich und vielleicht auch woanders die Verbesserung der Beziehungen zu Russland? Was ist an Russland so besonders?

Putin: In welcher Regierung, in der amerikanischen Regierung?

Moderator: In Frankreich.

Putin: In der französischen Regierung?

Moderator: Ja.

Putin: Wer ist denn der Präsident Frankreichs, ich oder Macron? Soll er bei sich aufräumen. Was fragen Sie mich danach? Ich habe nicht gehört, was er gesagt hat, ich wusste das nicht. Aber wenn ein Untergebener deine Arbeit stört (Putin schlägt mit der rechten Hand gut hörbar auf die Lehne seines Sessels, was Lacher im Saal provoziert), muss man ihm zeigen, wo sein Platz ist. Oder einen anderen auf die Position setzen. Setz in die Verwaltung deine Unterstützer und Gleichgesinnten und das Team wird gute Ergebnisse liefern.

Ende der Übersetzung

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse. ´

Krim, Syrien, Migration, Sanktionen – Was sagt Putin selbst zu den Fragen der Geopolitik?

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Putin im O-Ton über das neue Wettrüsten und Abrüstungsinitiativen | Anti-Spiegel

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05-10-19 07:18:00,

Letzte Woche fand in Russland die diesjährige Konferenz des Valdai-Klubs statt und der russische Präsident Putin nahm gemeinsam mit den Präsidenten von Kasachstan, Aserbeidschan, den Philippinen und dem König von Jordanien an der abschließenden Podiumsdiskussion teil.

Die Diskussionen des Valadi-Klubs, der inzwischen eine der hochkarätigsten Konferenzen zur Weltpolitik ist, sind für politisch interessierte Menschen immer einer der Höhepunkte des Jahres. In meinem Buch über Putin habe ich sehr ausführlich über einige dieser Konferenzen berichtet, weil dort fast immer wichtige politische Aussagen gemacht werden.

In diesem Jahr war das Thema Asien, weshalb dieses Mal nicht ganz so viel dabei war, was Europa angeht. Dennoch gab es einige interessante Passagen, die ich übersetzt habe. Hier geht es um das Problem der atomaren Rüstung, die wieder an Fahrt aufnimmt, seit die USA fast alle Abrüstungsverträge gekündigt haben. Danach wurde Putin gefragt und ich habe seine Antwort übersetzt. Vor allem sein letzter Satz sorgte für bittere Lacher und Applaus.

Beginn der Übersetzung:

Moderator: Sie haben schon viel über dieses Thema gesprochen, aber anscheinend gibt es immer noch Fragen dazu. Im vergangenen Jahr hat es eine Reihe von Ereignissen auf dem Gebiet des nuklearen Gleichgewichtes gegeben. Auf der einen Seite haben sich die Vereinigten Staaten aus dem INF-Vertrag zurückgezogen, es gab viele Diskussionen zu diesem Thema und Russland wurde die Schuld gegeben.

Auf der anderen Seite verlor Herr Bolton, der der größte Befürworter des Austritts war, seinen Job, was Präsident Trump mit anderen Dingen begründet hat. Es gibt Gespräche über den NEW-START-Vertrag, aber es ist noch unklar, in welche Richtung das gehen wird.

Vor einem Jahr saßen wir mit Ihnen auf dieser Bühne und Sie haben damals die Aufsehen erregende Äußerung gemacht, dass, was Gott verhüten möge, wenn es zu einem atomaren Konflikt kommt, die Aggressoren verrecken werden und wir in den Himmel kommen. Sind wir in diesem Jahr dem Paradies näher gekommen?

Putin: Wir sind dem Herrn immer gleich nahe und er wird bestimmen, wohin wir nach dem Ende unserer irdischen Reise kommen. Aber die Situation hat sich natürlich nicht verbessert. Mit dem Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Vertrag über das Verbot von Kurz- und Mittelstreckenraketen hat sie sich verschlechtert. Das ist für jeden offensichtlich. Jetzt warten wir auf die nächste Entscheidung.

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Putin im O-Ton über den “Ukraine-Skandal” und die Frage, ob Trump Telefonate mit ihm veröffentlichen soll | Anti-Spiegel

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04-10-19 08:34:00,

Vor einigen Tagen wurde Putin auf einer Podiumsdiskussion nach dem „Ukraine-Skandal“ und auch danach gefragt, ob er etwas gegen eine Veröffentlichung seiner Gespräche mit Trump hätte.

Zum Ende der Podiumsdiskussion auf der „Russian Energy Week“ wurde der russische Präsident von dem amerikanischen Moderator Keir Simmons von MSNBC nach dem Standard-Thema von US-Journalisten gefragt: Den angeblichen Wahleinmischungen in den USA. Dieses Mal soll es im Zuge des „Ukraine-Skandals“ die Ukraine sein, die sich einmischt und nicht Russland. In dem Zusammenhang ging es auch um veröffentlichte Telefonate von US-Präsident Trump und die Frage, wie Putin reagieren würde, wenn das Weiße Haus Gespräche mit Putin veröffentlichen würde. Ich habe die Fragen und Putins Antworten übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Simmons: Uns läuft die Zeit davon, aber ich kann Sie noch nicht gehen lassen, Herr Präsident, ohne nach dem neuen Führer der Ukraine, Präsident Selensky, und nach den Herausforderungen zu fragen, vor denen er in seinen Beziehungen zum Weißen Haus steht. Würden Sie wollen, dass Abschriften Ihrer Gespräche mit Präsident Trump von der US-Regierung veröffentlicht werden?

Putin: Schauen Sie, ich arbeite nicht mein ganzes Leben in der Eigenschaft, in der ich heute bin, und mein altes Leben hat mich gelehrt, dass jedes Gespräch veröffentlicht werden kann und davon gehe ich immer aus. Als sie damals versuchten, einen weiteren Skandal um unser Treffen mit Präsident Trump in Helsinki zu veranstalten, sagten wir der US-Regierung direkt: „Wenn jemand etwas wissen will, dann veröffentlicht es. Wir haben nichts dagegen. Ich versichere Ihnen, es gibt da nichts, was Präsident Trump kompromittieren würde.“ Sie wollten, soweit ich es verstehe, einfach aus Prinzip nichts veröffentlichen. Es Dinge gibt, die vertraulich bleiben sollten, das ist alles. Das ist das eine.

Zweitens. Ich wiederhole es nochmal, wir mischen uns nicht ein. Wir schauen von außen zu, denn es ist uns nicht egal, was in den USA geschieht, denn es ist die größte Weltmacht und unser Partner im strategischen Dialog und in der Wirtschaft könnten wir uns gut ergänzen. Aber was ist jetzt los? Das Amtsenthebungsverfahren steht kurz vor der Einleitung oder hat bereits begonnen. Da denkt man sofort an Nixon. Nixon hat damals seinen politischen Gegner abgehört. Aber hier ist es etwas anderes, hier wird letztlich Trump abgehört. Trump wurde abgehört und ein anonymer Geheimdienstmitarbeiter hat die Informationen weitergegeben.

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Putin im O-Ton: Westlicher Liberalismus und Migrationskrise hängen zusammen | Anti-Spiegel

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04-10-19 08:06:00,

Putin hat vor einiger Zeit in einem Interview mit der Financial Times das liberale Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell scharf kritisiert. Auf der Podiumsdiskussion bei der „Russia Energy Week“ wurde er danach gefragt und er hat seinen Standpunkt noch einmal erklärt.

Das Interview mit der Financial Times fand Ende Juni statt und Putins Aussagen zum westlichen Liberalismus haben damals einige Schlagzeilen gemacht. Lesen Sie zuerst die Frage, die Putin nun zu dem Interview gestellt wurde, und seine Antwort. Danach, am Ende des Artikels, finden Sie dann einen Link zu dem Interview, dass ich damals wörtlich übersetzt habe und Sie können selbst überprüfen, was Putin damals gesagt hat und ob die Unterstellung von Keir Simmons, dem Moderator der Diskussion auf der „Russia Energy Week“, der Wahrheit entspricht.

Beginn der Übersetzung:

Simmons: In einem Interview mit der Financial Times haben Sie das Ende der liberalen Demokratie, also letztlich das Ende der westlichen Lebensweise und des westlichen liberalen Wirtschaftssystems, prognostiziert.

Putin: Das ist eine falsche, sehr beliebige Interpretation dessen, was ich gesagt habe. So interpretieren es diejenigen, die glauben wollen, dass wir unsere Politik auf diese Weise aufbauen, basierend auf dem, was Sie gerade gesagt haben. Ich habe nicht gesagt, was Sie gerade behauptet haben. Woher haben Sie das? Das sehen wir oft: Den Austausch dessen, was tatsächlich gesagt wurde, durch etwas anderes. Zuerst wird etwas ausgetauscht und dann wird diese falsche Aussage verurteilt.

Ich habe in dem Interview mit der Financial Times gesagt, dass das liberale Modell kein Recht hat, alles zu dominieren und dass es kein Recht hat, zu glauben, dass es das einzige Modell auf der Welt ist. Ich habe gesagt, dass die Welt viel vielfältiger ist, dass sie sich komplex entwickelt. Und man kann nicht ein Modell allen als das einzige Wahre aufzwingen, dem alle folgen müssen. Darüber habe ich gesprochen. Und ich bin auch jetzt bereit, diese These zu wiederholen.

Nehmen wir Asien, wie es sich entwickelt, wie es wächst. Schauen Sie sich die Geschichte der asiatischen Länder, ihre Kulturen an. Ist es möglich, westliche Ideen aus den Vereinigten Staaten oder Europa auf das Entwicklungsmodell asiatischer Länder zu stülpen? Nein, natürlich wird sich so dort nichts entwickeln. Wahrscheinlich wird dann dort einfach Chaos herrschen. So wie in Libyen oder im Irak,

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Putin im O-Ton über die europäische Gasversorgung und die Rolle des US-Dollar im weltweiten Handel | Anti-Spiegel

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04-10-19 08:01:00,

Putin wurde auf einer Podiumsdiskussion in diesen Tagen nach der Gasversorgung Europas und der Rolle des Dollar in der Weltwirtschaft gefragt. Seine Antworten sind interessant.

Bei der „Russian Energy Week“, einer großen Konferenz über die Zukunft der Energieversorgung, hat Putin zusammen mit den Chefs der größten Energiekonzerne an einer Podiumsdiskussion teilgenommen, die von Keir Simmons von MSNBC moderiert wurde. Dabei ging es auch um die Gasversorgung Europas, die Rolle der Ukraine als Transitland für Gas, die US-Pläne, ihr Fracking-Gas als Flüssig-Gas nach Europa zu verkaufen und um die Rolle des US-Dollar im Welthandel.

Interessant ist an diesem Teil der Diskussion, wie sehr sich die Antworten Putins von denen der anderen Diskussionsteilnehmer unterscheiden. Während andere um den heißen Brei herumreden und sich vor klar verständlichen und eindeutigen Antworten drücken, nimmt Putin kein Blatt vor den Mund. Um dies aufzuzeigen, habe ich auch die Fragen und Antworten der anderen Diskussionsteilnehmer übersetzt, bevor dann Putin an die Reihe kam.

Beginn der Übersetzung:

Simmons: Lassen Sie uns über eines der Ziele der US-Sanktionen sprechen, über Nord-Stream 2. Herr Seele (Anm. d. Übers.: ehemaliger Vorstandschef von Wintershall und Teilnehmer an der Podiumsdiskussion), Sie haben in dieses Projekt investiert. Nord Stream steht vor Problemen mit US-Gesetzesinitiativen. Darüber hinaus hat Dänemark keine Genehmigung zur Verlegung der Pipeline in seinen Hoheitsgewässern erteilt. Warum hat Nord-Stream 2 so eine große Bedeutung, Herr Seele?

Seele: Europa braucht Gas zu wettbewerbsfähigen Preisen, wie wir es aus Russland bekommen und ich möchte nicht einmal über eine Einmischung Dritter spekulieren, aber die USA versuchen, eine politische Antwort zu einer Zeit vorzubereiten, in der Europa nach Energieunabhängigkeit strebt.

Simmons: Die USA sagen, dass das keine Unabhängigkeit ist, sondern eine Abhängigkeit von Russland.

Seele: Ich werde diese Aussage nicht kommentieren. Seit 50 Jahren bekommen wir Gas aus Russland im Rahmen der Verträge. Daher erlaubt uns unsere Erfahrung zu sagen, dass es eine gegenseitige Abhängigkeit ist. Europa bezahlt die Rechnungen, Russland bekommt Devisen, also ist die Investition in Nord-Stream eine Investition in die Diversifizierung. Und wenn Europa keine Antwort auf diese Intervention findet, was wird dann geschehen? Wir müssen einen Mechanismus für die Gasversorgung finden. Es sind Milliarden an Investitionen in die Infrastruktur, in die Pipeline getätigt worden, und einige Länder sind gegen die Nutzung dieser Pipeline.

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Putin im O-Ton: Die komplette Antwort Putins auf die Frage, was er über Greta denkt | Anti-Spiegel

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04-10-19 07:57:00,

Putin hat sich in diesen Tagen öffentlich zu Greta Thunberg geäußert und ich habe schon kurz darüber berichtet. Da die Deutschen Medien aber seine Aussagen teilweise so aus dem Zusammenhang gerissen haben, dass sie einen anderen Sinn bekommen haben, übersetze ich nun seine komplette Antwort auf die Frage zu Greta.

In Moskau findet in diesen Tagen die „Russian Energy Week“, eine große internationale Konferenz über die Zukunft der Energieversorgung, statt. Dort wurde Putin auf der Podiumsdiskussion unter anderem nach Greta gefragt. Ich habe einen Teil der Antwort inklusive Video schon vor einigen Tagen übersetzt. Aber seine Antwort war länger und das wurde von einigen Medien dazu missbraucht, seine Worte so aus dem Zusammenhang zu reißen, dass sich der Sinn verändert hat. Daher übersetze ich hier die Frage zu Greta und Putins komplette Antwort.

Beginn der Übersetzung:

Simmons: Herr Präsident, was halten Sie von Greta Thunberg? Präsident Trump hat kürzlich getwittert: „Dieses Mädchen scheint sehr glücklich zu sein und hat eine glänzende Zukunft vor sich.“ Viele sagten, solche Aussagen seien etwas unhöflich. Was halten Sie von ihren Auftritten?

Putin: Vielleicht enttäusche ich Sie, aber ich teile die allgemeine Begeisterung über Greta Thunbergs Auftritte nicht. Die Tatsache, dass junge Menschen, Jugendliche auf die akuten Probleme von heute, einschließlich der Umweltprobleme, hinweisen, ist richtig und sehr gut, das muss man in jedem Fall unterstützen. Aber wenn jemand Kinder und Jugendliche zum eigenen Vorteil benutzt, kann man das nur verurteilen. Es ist besonders schlimm, wenn jemand anderes versucht, Geld damit zu verdienen. Ich sage nicht, dass dies hier der Fall ist, aber wir müssen es genau im Auge behalten.

Schließlich hat niemand Greta erklärt, dass die moderne Welt schwierig und komplex ist und sich schnell entwickelt. Und die Menschen in Afrika oder in vielen asiatischen Ländern wollen auf dem gleichen Wohlstandsniveau leben, wie in Schweden. Wie kann man das erreichen? Soll man sie heute zwingen, Sonnenenergie zu nutzen, wovon es in Afrika genug gibt? Hat ihr irgendjemand erklärt, was das kostet?

Eben hat ein Kollege nur über Öl gesprochen. Es ist wahrscheinlich jedem bekannt, dass Öl die weltweit führende Energiequelle ist und dass es seine Führungsrolle in den nächsten 25 Jahren behalten wird. Das sind die Daten internationaler Experten. Ja, seine Bedeutung wird langsam abnehmen.

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Putin im O-Ton über sein Verhältnis zu Trump und die Skandale in den USA | Anti-Spiegel

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03-10-19 07:22:00,

Auf einer Podiumsdiskussion wurde Putin am Dinnerstag über sein Verhältnis zu Trump und zu den Skandalen über angebliche russische Einmischungen in Wahlen befragt.

Wie angekündigt übersetze ich nun Teile der Podiumsdiskussion, die auf der „Russia Energy Week“, einer Konferenz über die Zukunft der Energieversorgung, stattgefunden hat. Die Diskussion wurde von Keir Simmons von MSNBC moderiert, der natürlich auch viele Fragen an Putin hatte, die mit der Energieversorgung nichts zu tun hatten. Hier geht es nun um das Verhältnis zu den USA, zu Trump und die US-internen Skandale um Russland und die Ukraine.

Beginn der Übersetzung:

Simmons: Glauben Sie, dass Ihre Beziehung zu Präsident Trump Russland beeinflusst hat? Da Sie Präsident Trump so nahe stehen, sind Sie in politische Kämpfe in den Vereinigten Staaten verwickelt. Ist es für Sie ein politischer Vorteil, dass Sie eine so enge Beziehung zum Präsidenten der Vereinigten Staaten haben?

Putin: Wir waren in viele politische Querelen in den Vereinigten Staaten verwickelt, bevor ich Präsident Trump kennengelernt habe. Es keine engen Beziehungen zwischen uns und es gibt sie auch jetzt nicht. Wir haben meiner Meinung nach ein gutes, professionelles Verhältnis miteinander, eine ziemlich stabile, vertrauensvolle Beziehung, aber die Qualität der Beziehung zwischen mir und Präsident Trump hat die innenpolitischen Querelen in den Vereinigten Staaten nicht beeinflusst. Ich möchte das noch einmal betonen. Schließlich sind alle Skandale innerhalb der Vereinigten Staaten entstanden, lange bevor Trump und ich uns das erste Mal getroffen haben. Von was für einer Enge der Beziehungen ist die Rede? Es gab sie nie.

Aber jetzt sehen wir etwas anderes. Wir sehen, was in den Staaten selbst passiert. Jeder noch so kleine Vorwand, Präsident Trump anzugreifen, wird genutzt. Jetzt ist es die Ukraine und der damit verbundene Streit über die Beziehungen zur Ukraine und zu Präsident Selensky. Was haben wir damit zu tun? Dies bestätigt einmal mehr, dass wir von Anfang nichts damit zu tun hatten. Es wird nur nach Gründen gesucht, den gewählten Präsidenten anzugreifen. Es ist deutlich geworden, dass es keine Absprachen zwischen Russland und dem Trump-Team oder Trump selbst gab. Das wurde sogar von Herrn Mueller während seiner Untersuchung bewiesen. Aber jetzt haben sie einen anderen Grund gefunden. Dieses Mal hat es mit der Ukraine zu tun. Ich wiederhole, das zeigt nur,

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Putin im O-Ton über die russisch-chinesischen Beziehungen | Anti-Spiegel

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03-10-19 06:36:00,

In dieser Woche findet die „Russian Energy Week“ staat, eine große Konferenz zur Zukunft der Energieversorgung.

Der russische Präsident Putin hat an der Podiumsdiskussion teilgenommen, die von dem US-Journalisten Keir Simmons von MSNBC moderiert wurde und er hat Putin zu den russisch-chinesischen Beziehungen befragt. Ich habe Frage und Antwort übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Simmons: Herr Präsident, lassen Sie uns über Gaspipelines sprechen.

„Power of Siberia“, die Gaspipeline von Russland nach China, wird bald ihre Arbeit aufnehmen. „Power of Sibiria“ wird als Pipeline zwischen dem größten Energieproduzenten der Welt und dem größten Energieverbraucher der Welt bezeichnet. Als Sie mit Ihren chinesischen Kollegen verhandelten, sagten einige, dass Russland in einer schwachen Position sei und dass China die Preise drücken und bessere Bedingungen aushandeln könne, indem es seine starke Position in den Verhandlungen ausnutzt. Ist das eine passende Beschreibung der Situation?

Putin: Das sagen diejenigen, die nicht wollen, dass solche Projekte umgesetzt werden. Das sagen die Konkurrenten von China und Russland, die einen Keil in unsere Beziehungen treiben wollen, auch in diesem Bereich. Das ist Quatsch.

Wir hatten schwierige, jahrelange Verhandlungen, unsere chinesischen Freunde sind harte Verhandlungsführer, aber wir haben die beste Lösung gefunden, die sowohl im Interesse Chinas als auch Russlands liegt.

38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr sind sehr viel. „Power of Sibiria“ kann sogar mehr durchleiten, aber China braucht noch mehr, also verhandeln wir jetzt über die Möglichkeit, eine östliche Version derselben Route zu bauen. Es geht langsam voran, aber wir sehen den Bedarf der chinesischen Wirtschaft.

Jetzt hat Herr Dudley (Anm. d. Über.: Chef von BP und ebenfalls Teilnehmer Diskussion) gerade gesagt, wie schnell China wächst. Ja, das Tempo korrigiert sich, was meiner Meinung nach ganz normal ist, wenn man die allgemeine Lage der Weltwirtschaft bedenkt. Die allgemeine Entwicklung ist so, dass auch das Tempo des weltweiten Wirtschaftswachstums ein wenig nachlässt. In den letzten fünf Jahren lag es bei durchschnittlich 3,5 Prozent, mal 3,6, dann 3,4, dann 3,8. Die Prognose ist: Es wird weiterhin Wachstum geben, aber das Tempo kann abnehmen. Die Geschwindigkeit nimmt ab, was eine offensichtliche Tatsache ist, und China ist hier keine Ausnahme. Aber es wächst mit einer viel höheren Rate, als der Rest der Welt. China braucht Energie, wir haben Energie.

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Putin im O-Ton über Greta Thunberg | Anti-Spiegel

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02-10-19 06:22:00,

In Moskau findet in diesen Tagen die „Russian Energy Week“, eine große internationale Konferenz über die Zukunft der Energieversorgung, statt. Heute war Putin dort auf der Podiumsdiskussion und wurde unter anderem auch nach Greta gefragt.

Ich werde in den nächsten Tagen noch ausführlich über die Podiumsdiskussion berichten, denn wie üblich wurden Putin nicht nur Fragen zur Energieversorgung gestellt, der Moderator der Diskussion,Keir Simmons von MSNBC, nutzte die Gelegenheit und stellte Putin bei der Podiumsdiskussion natürlich auch Fragen zu anderen Themen. Sobald das offizielle Protokoll der Diskussion komplett veröffentlicht ist, werde ich die wichtigsten Fragen und Antworten übersetzen und darüber berichten.

Aber Putin wurde auch eine Frage zu Greta Thunberg gestellt. Putins Antwort hat die TASS bereits gesondert auf YouTube gestellt. Daher möchte ich den deutschen Lesern Putins Antwort nicht vorenthalten. Das Video mit seiner Aussage im Original finden am Ende dieses Artikels.

Beginn der Übersetzung:

Vielleicht enttäusche ich Sie, aber ich teile die allgemeine Begeisterung über Greta Thunbergs Auftritte nicht.

Schließlich hat niemand Greta erklärt, dass die moderne Welt schwierig und komplex ist, sich schnell entwickelt, und die Menschen in Afrika oder in vielen asiatischen Ländern wollen auf dem gleichen Wohlstandsniveau leben, wie in Schweden. Wie kann man das erreichen? Soll man sie heute zwingen, Sonnenenergie zu nutzen, wovon es in Afrika genug gibt? Hat ihr irgendjemand erklärt, was das kostet?

Ich bin sicher, dass Greta ein gutes und sehr aufrichtiges Mädchen ist, aber Erwachsene sollten alles tun, um Teenager und Kinder nicht in extreme Situationen zu bringen, sie sollten sie vor überflüssigen Emotionen schützen, die die Persönlichkeit der Kinder noch nicht vertragen und sie zerstören können

Kinder zur Erreichung eigener – auch so guter – Ziele benutzen, vor allem in so emotionaler und harter Form, finde ich nicht richtig.

Ende der Übersetzung

Das war nur ein Ausschnitt aus der Antwort Putins zu Greta. Ich habe die Veranstaltung live im Fernsehen verfolgt. Die TASS zitiert Putin in dem Artikel, in dem sie das kurze Video (siehe unten) veröffentlicht hat, korrekt noch mit folgenden Worten:

„Nach Meinung des russischen Staatschefs ist es richtig, dass Jugendliche „auf die akuten Probleme von heute hinweisen, einschließlich der Umweltprobleme“. „Aber wenn jemand Kinder und Jugendliche zum eigenen Vorteil benutzt,

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Putin im O-Ton über Abrüstungsverträge und sein Angebot, den USA moderne, russische Waffen zu verkaufen | Anti-Spiegel

putin-im-o-ton-uber-abrustungsvertrage-und-sein-angebot,-den-usa-moderne,-russische-waffen-zu-verkaufen-|-anti-spiegel

07-09-19 09:13:00,

Bei der Podiumsdiskussion mit den Regierungschefs Japans, Indiens, Malaysias, der Mongolei und Russlands beim großen „Östlichen Wirtschaftsforum“ wurde Putin auch zum Thema Abrüstung befragt.

Auch wenn ich das Thema Abrüstungsverträge immer wieder behandelt habe, finde ich es wichtig, aufzuzeigen, wie die russische Position zu dem Thema ist, nachdem die USA praktisch alle Abrüstungsverträge im Alleingang gekündigt haben. Daher habe ich die Fragen an Putin zu dem Thema und die Antworten des russischen Präsidenten übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Moderator: Kommen wir zum Thema Sicherheit. Der Wandel in der Welt zeigt sich auch daran, dass die NATO heute drei Atommächte hat – Amerika, Großbritannien, Frankreich – und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit bereits vier: Russland, China, Indien, Pakistan. Natürlich hängt viel von den russisch-amerikanischen Abkommen ab, gerade im Bereich der strategischen Stabilität. Präsident Putin, was denken Sie: Im vorletzten Jahr haben Sie in ihrer Ansprache an die Nation neue Arten von Hightech-Waffen, insbesondere Überschallwaffen, vorgestellt.

Putin: Hyperschallwaffen.

Brilev: Können sie Teil eines großen Deals mit den Amerikanern werden?

Putin: Die vorhandenen Instrumente (Abrüstungsverträge), tatsächlich gibt es nur noch eines von ihnen, den NEW-START-Vertrag über die Beschränkung strategischer Atomwaffen, und dieser Vertrag wurde nur zwischen Russland und den Vereinigten Staaten abgeschlossen. Jetzt haben die USA eine neue Idee vorgelegt, sie wollen die Volksrepublik China in diese gemeinsame Arbeit einbeziehen, aber die Chinesen haben durchaus Gründe zu sagen, dass die chinesische Nuklearkapazität viel niedriger ist, als die russische und amerikanische, und sie verstehen nicht, was sie reduzieren sollen, wenn sie doch ohnehin über viel weniger Trägersysteme und Sprengköpfe verfügen. Das ist eine durchaus logische Position.

Aber wir dürfen nicht vergessen, dass die Vereinigten Staaten nicht einmal dem Vertrag über das Verbot von Atomwaffentests beigetreten sind.

Moderator: Sie haben ihn nicht ratifiziert.

Putin: Sie haben ihn nicht ratifiziert, also sind sie ihm nicht beigetreten.

Jetzt sprechen sie über die Möglichkeit, Waffen ins All zu bringen. Das sind alles sehr ernste Herausforderungen, denen sich die Menschheit gegenüber sieht. Stellen Sie sich vor, dass über dem Kopf eines jeden von uns ständig Waffen im geostationären Orbit fliegen, vielleicht sogar Atomwaffen. Die Flugzeit wird sehr kurz sein, so eine Waffe abzuwehren, wird sehr schwierig.

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O-Ton: Die Regierungschefs von Russland, Indien und Japan zum Konflikt mit dem Iran | Anti-Spiegel

o-ton:-die-regierungschefs-von-russland,-indien-und-japan-zum-konflikt-mit-dem-iran-|-anti-spiegel

06-09-19 06:06:00,

In Wladiwostok findet derzeit eine große, asiatische Wirtschaftskonferenz statt, deren Höhepunkt sicherlich die öffentliche, dreistündige Podiumsdiskussion der Regierungschefs von Russland, Indien, Japan, Malaysia und der Mongolei war.

Bei dieser Diskussion haben sich die Regierungschefs den Fragen eines Journalisten gestellt, der als Moderator das Gespräch geleitet hat. Solche öffentlichen Diskussionen gibt es leider mit westlichen Staatschefs nicht, was diese Veranstaltungen, die von denen es in Russland jedes Jahr mehrere gibt, umso interessanter macht. Allein Putin ist mehrmals im Jahr live im Fernsehen stundenlang bei solchen Diskussionen dabei und oft sind sie nicht nur interessant, sondern auch sehr unterhaltsam.

Ich habe daher Teile der Podiumsdiskussion übersetzt. Hier folgt der Teil der Diskussion, bei dem es um den Iran ging.

Beginn der Übersetzung:

Moderator: Es gibt ein sehr wichtiges Thema für alle hier. Das ist das Thema Iran und die neuen anti-iranischen Sanktionen. Wie wird es genannt? Die dritte Stufe des Rückzugs Irans aus dem Atomabkommen. Herr Abe, Sie sind vor kurzem im Iran gewesen. Und das war kein Zufall. Wie denken Sie über die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran, auch vor dem Hintergrund Ihres Verhältnisses zu den an dieser Debatte beteiligten Ländern? Und auch in Fragen der Freiheit der Schifffahrt? Was ist Japans Sicht auf dieses Thema?

Abe: Was Japan betrifft, so machen wir Amerika seit langem deutlich, dass wir in dieser Frage eine eigene Position haben und bei ihr bleiben.

Was den Iran und all diese nuklearen Fragen betrifft, so wünsche ich mir sehr, dass all dies durch Verhandlungen gelöst wird.

Japan unterhält eine historisch gewachsene, freundschaftliche Beziehung zum Iran. Deshalb glaube und habe ich immer geglaubt, dass man diese guten, historischen Beziehungen einbringen muss. Deshalb habe ich den Iran besucht und Gespräche mit dem Präsidenten und auch mit Herrn Chamenei geführt. Er hat deutlich gesagt, dass der Iran keine Atomwaffen herstellt und auch nicht herstellen wird. Das hat er deutlich gesagt, der oberste Herrscher des Landes hat es klar gesagt.

Was den iranischen Präsidenten betrifft, so sagte er: „Wir bemühen uns ausschließlich um einen Dialog, wir wollen alle Probleme durch Dialog lösen.“

Was Japan betrifft, so sind wir, was unsere Ressourcen betrifft, sehr stark auf Ressourcen aus dem Nahen Osten angewiesen und der Durchgang durch die Meerenge von Hormus ist sehr wichtig die Energieversorgung unseres Landes.

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Putin im O-Ton: Interview mit Oliver Stone über die Ukraine, Einmischungen in Wahlen und andere Themen | Anti-Spiegel

putin-im-o-ton:-interview-mit-oliver-stone-uber-die-ukraine,-einmischungen-in-wahlen-und-andere-themen-|-anti-spiegel

24-07-19 07:57:00,

Am 19. Juli gab der russische Präsident Wladimir Putin dem US-Filmemacher Olover Stone ein langes Interview. Da dort einige aktuelle Themen der Weltpolitik besprochen werden, habe ich das Interview übersetzt.

Das Interview ist etwas untypisch, da Stone schon viele Interviews mit Putin gemacht hat und sie sich mittlerweile gut kennen. Daher wirkt es stellenweise eher wie eine Plauderei unter Freunden, als wie ein politisches Interview. Aber ich fand es trotzdem – oder gerade deshalb? – sehr sehenswert.

Beginn der Übersetzung:

Stone: Ich habe Herrn Viktor Medwedtschuk interviewt. Das war in Monte Carlo, es war ein sehr interessantes Interview, er teilte mir seine Meinung über die Ukraine mit. Ich nehme an, Sie stehen ihm nahe. (Anm. d. Übers.: Ein Treffen zwischen Medwedtschuk und Putin hat vor Tagen für Schlagzeilen gesorgt, hier finden Sie die Hintergründe)

Wladimir Putin: Ich würde nicht sagen, dass wir uns sehr nahe stehen, aber wir kennen uns gut. Er war der Leiter der Verwaltung von Präsident Kutschma und damals bat er mich, an der Taufe seiner Tochter teilzunehmen. In unserer orthodoxen Tradition ist es unmöglich, das abzulehnen.

Stone: Sie konnten es nicht ablehnen? Ich dachte, es wäre eine große Ehre für Sie, der Pate seiner Tochter zu sein.

Wladimir Putin: Es ist immer eine große Ehre, Pate zu sein.

Stone: Von wie vielen Kindern sind Sie Pate?

Wladimir Putin: Ich werde die genaue Zahl nicht nennen, es sind nicht viele.

Stone: Sind das 100? 300?

Wladimir Putin: Nein, nein, so viele nicht, es sind wenige.

Stone: Wenn das so st ist, möchte ich Sie bitten, der Pate meiner Tochter zu werden.

Wladimir Putin: Will sie orthodox werden?

Stone: Wir lassen sie übertreten.

Wladimir Putin: Da müssen Sie sie fragen.

Stone: Sie muss in der Kirche sein?

Wladimir Putin: Natürlich. Wie alt ist sie?

Stone: Sie ist 22.

Wladimir Putin: Ist sie in einer Kirche?

Stone: Ja, sie ist gläubig und in christlicher Tradition aufgewachsen.

Wladimir Putin: Verstehe.

Stone: Wissen Sie, junge Menschen in Amerika sind im Moment manchmal etwas komisch.

Wladimir Putin: Junge Menschen sind überall etwas komisch.

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Putin im O-Ton über Klimawandel und globale Probleme der Zukunft | Anti-Spiegel

putin-im-o-ton-uber-klimawandel-und-globale-probleme-der-zukunft-|-anti-spiegel

14-07-19 06:31:00,

Putin hat diese Tage eine sehr interessante Rede zum Thema Klima, Umwelt und Zukunftstechnologien gehalten, die natürlich mit keinem Wort in westlichen Medien erwähnt worden ist.

Ich hatte zunächst nicht vor, über diese Rede ausführlich zu berichten. Nach einem Spiegel-Artikel, der so derartig mit Unwahrheiten über Klima- und Umweltschutz in Russland angefüllt war, habe ich meine Meinung jedoch geändert. Über diesen Spiegel-Artikel habe ich am Samstag bereits geschrieben.

In Deutschland wird immer behauptet, Russland sei der Klimaschutz egal, Russland würde gar den (menschengemachten) Klimawandel bestreiten. Den Klimawandel bestreitet Russland keineswegs, aber es wird in Frage gestellt, ob und wie stark der Mensch dafür verantwortlich ist und ob es überhaupt möglich, den CO2-Ausstoß so zu reduzieren, wie es in Deutschland propagiert wird.

Russland ist im Gegenteil von Klimaveränderungen mehr betroffen, als jedes andere Land der Welt, denn in Sibirien tauen Permafrostböden auf und Wetterextreme häufen sich. Das ist ein Problem in und für Russland. Der Klimawandel hat auch dazu geführt, dass nun die Nordpassage weitgehend eisfrei und nun für Schiffe nutzbar geworden ist. Russland hat deshalb im äußersten Norden Flüssiggas-Terminals gebaut, um sein Gas nicht nur über Pipelines nach Europa und China verkaufen zu können, sondern auch per Schiff in andere Regionen der Welt. Ironischer Weise sind unter anderem die USA, die ihr Flüssiggas nach Europa verkaufen wollen, ein Abnehmer des billigeren russischen Flüssiggas.

Der Unterschied zur Politik in Deutschland ist, dass Russland das Thema ernsthaft und realistisch angeht und nicht durch eine ideologische Brille anschaut. Russland sucht funktionierende Lösungen und keine effekthaschenden, aber wirkungslose Parolen.

Vor diesem Hintergrund hat Putin letzte Woche bei einer großen internationalen Konferenz über Produktion und Industrialisierung, die in Jekaterinburg stattfand, eine Rede gehalten. Bei der Gelegenheit hat Putin sich auch mit Studenten getroffen und eine Stunde lang ihre Fragen beantwortet. Dabei hat er unter anderem auch über den deutschen Atomausstieg gesprochen, worüber ich bereits berichtet habe.

Ich habe jetzt auch die Rede Putins auf der Konferenz komplett übersetzt, weil sie all die unwahren Berichte in Deutschland über Russlands Blick auf dieses komplexe Thema eindrucksvoll widerlegt.

Beginn der Übersetzung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

Willkommen in einem der größten Zentren der Wissenschaft,

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Putin im O-Ton über Internet, Klima- und Umweltpolitik, Atomkraft und Globalisierung | Anti-Spiegel

putin-im-o-ton-uber-internet,-klima-und-umweltpolitik,-atomkraft-und-globalisierung-|-anti-spiegel

13-07-19 05:57:00,

Letzte Woche war Putin in Jekaterinburg und hat auch die Universität besucht und sich dabei eine Stunde lang den Fragen der Studenten gestellt.

Auf die Frage einer Studentin aus China hat Putin weit ausgeholt und viele Themen angesprochen. Die Chinesin fragte danach, woran man sich als junger Mensch heute orientieren sollte. Da es darauf kaum eine universelle Antwort gibt, sprach Putin eine Reihe von Themen an und erklärte, wie er die Entwicklungen auf verschiedenen Gebieten einschätzte. Ich habe seine Antwort übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Um zu verstehen, wo man hin will, muss man einen eigenen Standpunkt haben. Sie haben dabei die Medien nicht zufällig erwähnt. Was sind Medien? Das Internet. Da gibt es keine Tabus, keine Einschränkungen. Es ist ein Meer, ein Ozean der Informationen.

Um sich darin zu orientieren, muss man einen eigenen Standpunkt haben. Und um eine Position zu haben, muss man natürlich lernen, sein ganzes Leben lang lernen und für sich selbst bewusst festlegen, was einem wichtig ist und was zweitrangig ist, um das Wichtigte vom Unwichtigen zu unterscheiden. Man muss eine aktuelle Sensation von wirklichen Errungenschaften unterscheiden können, die für Sie und Ihre Ausbildung und Ihren beruflichen Erfolg, für Ihre Karriere, für Ihre Region, für das Land, oder sogar für die ganze Welt extrem wichtig sind. Es gibt keinen Grund, sich vor einem solchen globalen Ansatz zu fürchten.

Und damit dies effektiv funktioniert, müssen wir zusammenarbeiten. Ich sprach gerade auf der Konferenz darüber. Die Menschheit steht vor solch komplexen Herausforderungen, ernsten Herausforderungen, die nur gemeinsam wirksam gelöst werden können.

Alle reden über das Umweltproblem. Wie kann man es lösen? Es ist unmöglich, es an einem Ort zu lösen, während die Nachbarn es ignorieren.

Ich finde den Ansatz unserer europäischen Partner in Fragen der Kernenergie lustig. In Deutschland wurde einfach beschlossen, aus der Atomkraft auszusteigen, sie einfach aufzugeben, alle Kraftwerke bis zu einem bestimmten Jahr abzuschalten.

Aber weltweit wird mehr als 30 Prozent der Energie durch Atomkraft erzeugt. Im benachbarten Frankreich werden fast 100 Prozent der Energie in Kernkraftwerken erzeugt. Was bringt das? Beide sind ganz nah beieinander. Was bringt es, die Kernkraftwerke an einem Ort zu schließen, wenn die Kernkraftwerke auf der anderen Straßenseite immer noch stehen? Das ist Unsinn. Man muss diese Themen global angehen,

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O-Ton aus den USA: Was uns die deutschen Medien verschweigen | Anti-Spiegel

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06-07-19 03:44:00,

Die Äußerungen führender Entscheidungsträger in den USA wären in Deutschland wohl als Volksverhetzung strafbar, in den USA ist das aber normal. Und unsere deutschen Medien sind gnädig und belästigen uns nicht mit den Zitaten aus dem Land, das angeblich für Frieden und Freiheit steht.

Ich berichte immer wieder über den Informationskrieg, der zwischen dem Westen und seinen Gegnern tobt. Und längst sind daran nicht nur klassische Medien beteiligt, auch Geheimdienste und Behörden werden vom Westen dazu genutzt. Und natürlich auch soziale Netzwerke und Google. Und alleine im Pentagon gibt es ein Budget von mehreren Milliarden und ca. 30.000 Mitarbeiter, die nur dazu da sind, US-Propaganda zu erzeugen, die dann als „Nachrichten“ über Agenturen wie Reuters, Bloomberg, AP etc. in unsere Medien kommen.

Eine Organisation, die man auf dem Gebiet weniger vermutet, ist USAID. Das ist nicht etwa eine Hilfsorganisation, wie das englische Wort „AID“ vermuten lassen könnte, es ist eine US-Behörde, die die US-Wirtschaft unterstützen soll. Im April habe ich darüber ausführlich geschrieben, als USAID ein Extra-Budget für anti-russische Propaganda in Höhe von fast 600 Millionen Dollar bekommen hat.

Und das ist nur eine Behörde von vielen.Die USA haben daneben noch viele Think Tanks, NGOs wie das NED, ihre Staatsmedien wie Radio Liberty und so weiter, die alle große Budgets haben, um Propaganda gegen Russland zu machen und eine anti-russische Stimmung zu erzeugen. Sogar angeblich so unabhängige Organisationen wie Reporter ohne Grenzen oder Transparency International werden aus den Kassen der westlichen Steuerzahler finanziert, um die anti-russische Stimmung aus angeblich neutraler Quelle anzuheizen. Bei Transparency International kommen 94% des Budgets aus den Staatskassen der Nato-Staaten, 4% von Konzernen und nur 2% sind Spenden naiver Bürger, die glauben, eine wohltätige und neutrale Plattform zu unterstützen.

Interessant ist es nun, wenn sich Verantwortliche dieser Propaganda-Organisationen öffentlich äußern, damit man einen Einblick in ihr Denken bekommt. Am Freitag hat sich Mark Green, der Chef von USAID zu dazu geäußert, wie der Kampf gegen Russland aussieht. Nachdem er in blumigen Worten über das Ende des Ostblocks vor 30 Jahren und den „Sieg der Demokratie“ gesprochen hat, kam er auf das heutige Russland:

„Wie ein schlaues Raubtier setzt es eine Reihe von Taktiken und Werkzeugen ein.“

Wenn ich in Deutschland eine Volksgruppe oder gar ein ganzes Volk oder Land als „Tier“ oder gar „Raubtier“ bezeichnen würde,

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