Der Offenbarungseid

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22-10-19 11:03:00,

Mit dem türkischen Krieg gegen die Kurden im Nachbarstaat Syrien offenbart sich die Unglaubwürdigkeit westlicher Propaganda und Kriegsstrategie so glasklar wie lange nicht mehr. Die Situation erinnert an den Vietnamkrieg, in dem die Weltöffentlichkeit den USA nicht mehr abnahm, dass sie dort irgendwelche humanen beziehungsweise demokratischen Werte gegen ihren Feind im Osten, also die Sowjetunion und China, verteidigten. Darum ging es bei den westlichen Kriegen nie. Es ging und geht um Ressourcen, Machteinfluss und einfach Geld, also um Interessen der US-Konzerne, nicht nur in der Rüstungsindustrie. Das propagandistische Gerede von der NATO als Wertegemeinschaft kann nicht die menschlichen Werte der UN-Charta meinen, denn es geht knallhart um Profitraten.

Zur Vorgeschichte der Aggression der Türkei gegen Syrien gehören viele Wegmarken von Kräften, die jetzt den Eindruck erwecken, sie waschen ihre Hände in Unschuld und seien Gegner des Kriegs. Dabei werden sie die Geister nicht los, die sie selber gerufen haben.

Die NATO positioniert sich im Angesicht der türkischen Aggression gegen den Nachbarstaat Syrien wachsweich in ihrer Öffentlichkeitsarbeit, sodass die Türkei sich ermutigt sehen kann: NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, er habe „Bedenken hinsichtlich einer Destabilisierung der Region“ und die Regierung gebeten, „zurückhaltend zu agieren“. Er betonte, die Türkei sei ein wichtiger Partner und die NATO der Sicherheit der Türkei verpflichtet (1).

Kein Wunder, die Türkei ist geografische so etwas wie ein Flugzeugträger der NATO in ihrer Globalstrategie gegenüber Russland, den Golfstaaten, dem Iran, dem Irak, Afghanistan und so weiter, nicht nur im Hinblick auf Syrien.

Die Vorgeschichte dieses Krieges greift Jahrzehnte zurück, wie folgende Worte des Nahostexperten Michael Lüders offenbaren: „Das fängt an beim ersten Militärputsch, den der amerikanische Geheimdienst CIA 1949 in Syrien durchgeführt hat. Hintergrund war, dass die damalige Regierung in Damaskus dem Bau einer transarabischen Öl-Pipeline nicht zugestimmt hat. Nach dem Putsch hat die nächste Regierung den entsprechenden Vertrag dann unterschrieben.

Zwei weitere Putschversuche Washingtons in Syrien gab es in den 1950er-Jahren, daher die enge Anbindung von Damaskus an Moskau. Bereits kurz nach Beginn den Unruhen in Syrien 2011 hat es erste Waffenlieferungen an die Aufständischen gegeben, zunächst aus Libyen, dann aus verschiedenen Ländern über die Türkei. Ein wichtiger Drahtzieher dabei war die CIA. Den meisten Aufständischen geht es nicht um Demokratie, in ihrer großen Mehrheit stammen sie aus dem Umfeld von Al- Kaida und seinen syrischen Ablegern“ (2).

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Fake News und kein Ende – Der Fall Skripal wird zum Offenbarungseid einer Branche – www.NachDenkSeiten.de

Fake News und kein Ende – Der Fall Skripal wird zum Offenbarungseid einer Branche – www.NachDenkSeiten.de

13-04-18 09:05:00,

13. April 2018 um 9:34 Uhr | Verantwortlich:

Fake News und kein Ende – Der Fall Skripal wird zum Offenbarungseid einer Branche

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik

Gestern berichteten die NachDenkSeiten von einem spektakulären Fall einer Falschmeldung, die von vielen selbsternannten Qualitätsmedien weiterverbreitet wurde. Es ging um die Meldung, dass die OPCW eine russische Herkunft des in Salisbury eingesetzten Gifts bestätigt habe. Dies ist nicht zutreffend. Ein Leser machte uns daraufhin darauf aufmerksam, dass die von uns gewählte Überschrift „Fake News auf allen Kanälen“ ein wenig überzogen sei, da einige Medien die Falschmeldung erkannten und nicht publizierten. Das ist richtig. Doch ein kleiner Blick darauf, wie die Fake-News-Verbreiter auf den Skandal reagiert haben, lässt sämtlichen Zweckoptimismus wieder verschwinden. Von Jens Berger.

So hat der Branchenprimus SPIEGEL Online beispielsweise die Falschmeldung bis heute nicht korrigiert. Und auch die ehemals angesehene Frankfurter Rundschau ist heute noch auf Fake-News-Kurs – und dies obwohl zahlreiche Leser sich beschwert haben. Anstatt die Falschmeldung zu korrigieren, hat man lieber das Forum zum Artikel geschlossen. In beiden Fällen kann man nicht mehr von Fahrlässigkeit oder einem peinlichen Fehler ausgehen. Wer wider besseres Wissen Falschmeldungen publiziert, tut dies mit vollem Vorsatz.

Zahlreiche andere Medien korrigierten zwar die Falschmeldung – jedoch so lustlos und oberflächlich, dass man an Dinge wie Bildunterschriften etc. gar nicht dachte. So steht heute auf dem Portal t-online und Welt.de die Falschmeldung zwar nicht mehr in der Überschrift; dafür aber in Bild- und Videounterschriften. Andere Medien korrigierten die Falschmeldung still und leise, während einige Ausnahmen wie der Tagesspiegel eine bessere Krisenstrategie fanden und die Korrektur kenntlich machten und zusätzlich gleich auch auf den Bericht der OPCW verlinkten.

Insgesamt ergibt die Stichprobe ein wirklich erbärmliches Bild. Von allen großen Medien hat nur heute.de schnell und korrekt gearbeitet. Nun könnte man die Position vertreten, solche Fehler seien lässlich – schließlich habe man ja in den meisten Fällen relativ schnell reagiert. Doch das ist natürlich falsch. Bei den Lesern brennt sich meist der erste Eindruck ein. Gerade bei Eilmeldungen interessiert es die Leser in der Regel nicht mehr, ob diese Meldung einen Tag später im Kleingedruckten korrigiert oder relativiert wird. Denn am nächsten Tag wird bereits die nächste Sau durchs mediale Dorf getrieben und die Falschmeldung bleibt im Hinterkopf hängen.

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