Die Opfer der Angst

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23-06-20 10:23:00,

Schon relativ früh, am 20. März 2020, stellte Dr. David L. Katz, Präsident der True Health Initiative, die Frage (1): Ist unser Kampf gegen das Coronavirus schlimmer als die Krankheit?

Möglicherweise gibt es gezieltere Möglichkeiten, um die Pandemie zu bekämpfen. Was ist mit den ganzen Kollateralschäden, die wir in Kauf nehmen?

Der Stanford-Professor Dr. Scott Atlas erklärt in einem Interview mit CNN, dass man durch die falsche Idee, COVID-19 stoppen zu müssen, eine katastrophale Situation im Gesundheitsbereich geschaffen habe (2). Es seien irrationale Ängste erzeugt worden, denn die Erkrankung sei insgesamt mild. Deshalb gebe es auch absolut keinen Grund für umfangreiche Testungen in der Allgemeinbevölkerung, diese seien nur gezielt in Krankenhäusern und Pflegeheimen erforderlich. Professor Atlas verfasste Ende April einen Artikel mit dem Titel „Die Daten sind da — Stoppt die Panik und beendet die totale Isolation“, der für Aufsehen sorgte (3).

Auch in Deutschland äußert sich immerhin einer sehr klar. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble konstatierte, man darf dem Schutz von Leben nicht alles unterordnen (4).

„Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen.“

Sofort nehmen die Medien diese Aussage zum Anlass, um eine Diskussion übers Knie zu brechen: „Menschenleben versus Menschenwürde — darf man das abwägen“ (5)? Viele haben immer noch nicht verstanden, dass wir beides geopfert haben.

Befürworter der sinnlosen Maßnahmen argumentierten gerne wie folgt: Jeder ältere Mensch hat das Recht, so alt wie möglich zu werden, und selbst wenn das Virus nur der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte, war es doch schuld. Ohne das Virus hätte der Mensch vielleicht noch ein paar Monate oder Jahre länger gelebt. Es sei mehr als verwerflich, den alten Menschen in unserer Gesellschaft dieses zu verwehren. Die Wirtschaft kann sich wieder erholen, aber Tote kann man nicht wieder ins Leben bringen. Kaum ein Politiker, der nicht gebetsmühlenartig dieses Credo verkündet: Bei allen wirtschaftlichen Einbußen muss der Gesundheitsschutz der Bürger Vorrang haben.

Das mag grundsätzlich richtig klingen, ist aber trotzdem gleichzeitig ein Zeugnis von einem komplett fehlenden Verständnis der übergeordneten Zusammenhänge. Weil sie so wichtig sind, werden folgende Fakten wiederholt. Im Verlaufe der gesamten Epidemie sind maximal 8 von 10.000 Ü80-Jährigen mit oder an dem Virus verstorben.

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Die Opfer reden: Netflix-Doku über “Clintons Abenteuer auf Epsteins Insel”, aber kein Bericht in Deutschland | Anti-Spiegel

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29-05-20 04:02:00,

Netflix hat eine sehr überraschende Doku-Serie über den Fall Epstein veröffentlicht, in der die Opfer des Sexskandals ausführlich zu Wort kommen und in der ausdrücklich auch Bill Clinton als Kunde von Epstein erwähnt wird. Was in den USA wie eine Bombe eingeschlagen hat, wird von deutschen „Qualitätsmedien“ mit keinem Wort erwähnt.

Es ist selbst für mich immer wieder überraschend, dass ich das russische Fernsehen schauen muss, wenn ich die wirklich interessanten Neuigkeiten erfahren möchte. Ich bin kein Kunde von Netflix und ob die Serie überhaupt im deutschen Netflix erwähnt wird, weiß ich auch nicht. Fakt ist aber, dass der Trailer zu der Doku-Serie über den Fall Epstein schon am 13. Mai veröffentlicht wurde, ohne dass man davon in Deutschland etwas gehört hätte.

Jeffrey Epstein: Filthy Rich | Official Trailer | Netflix


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Das russische Fernsehen hat heute in einem Beitrag über die Serie berichtet. Interessierte Netflix-Kunden mit Englischkenntnissen können sich die Serie anschauen, hier ist der Link zur Serie.

Der Fall Epstein ist wirft viele Fragen auf, ich will darauf hier nicht eingehen, denn ich habe dazu schon sehr viel geschrieben. Beispiele dafür, wie die deutschen Medien von den tatsächlichen Fragen und von dem Skandal selbst ablenken, können Sie hier und hier finden. Informationen über die ungeklärten Todesumstände von Epstein und die offenen Fragen dazu finden Sie hier (natürlich sind Menschen, die dazu Fragen stellen, für die „Qualitätsmedien“ Verschwörungstheoretiker). Bemerkenswert ist für mich, dass in Russland darüber berichtet wird, während die deutschen Medien das Thema möglichst meiden, wie ich auch schon letztes Jahr an einem Bericht des russischen Fernsehens aufgezeigt habe.

Nun aber zu der aktuellen Meldung. Von der Netflix-Doku-Serie über den Fall Epstein habe ich in einem Beitrag des russischen Fernsehens erfahren, wo auch Ausschnitte aus der Doku gezeigt wurden. Daher habe ich den Beitrag des russischen Fernsehens über die Doku übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Netflix veröffentlicht Doku-Serie über Clintons Abenteuer auf Epsteins Unterhaltungsinsel

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton besuchte die Insel des Millionärs Jeffrey Epstein, wo dieser jahrelang Sexsklaven zu Verfügung gestellt hat. Das beschreibt eine Doku-Serie von „Netflix“.

In den USA ist die Serie des beliebten Dienstes „Netflix“ über Jeffrey Epstein wie eine Bombe eingeschlagen.

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Die übersehenen Opfer

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21-04-20 12:24:00,

Ich weiß nicht, ob ich einen Lockdown überlebt hätte, wenn er heute vor 9 Jahren stattgefunden hätte, und es zerreißt mich, zu wissen, dass es Menschen gibt, die gerade im Moment in dieser Situation sind und nicht wissen, ob sie sie überstehen werden.

Heute vor 9 Jahren bestand mein gesamtes Leben aus Angst, Bedrohung und Gewalt. Jeder Tag war ein neuer Versuch, die nächsten 24 Stunden möglichst unbeschadet zu überstehen. Ein Versuch, der viele Male scheiterte.

Ich lebte in einer Beziehung mit häuslicher Gewalt. Es war eine Beziehung, in die ich hineingeschlittert war, ohne zu verstehen, was mir passierte. Anfangs waren es „kleine“ Grenzüberschreitungen, die ich immer wieder vor mir selbst zu rechtfertigen versuchte. Doch als ich das endlich nicht mehr tun konnte, als sich schließlich eine Situation ereignete, die mich aus meiner Trance riss, war es zu spät. Es war zu spät, um den Weg zurückzugehen, den ich gekommen war.

Ich fand mich in einer scheinbar ausweglosen Situation wieder. Meine sozialen Kontakte waren weitestgehend gekappt, mein Selbstvertrauen im tiefsten Grund erschüttert und jede eventuelle Fluchtmöglichkeit nachdrücklich kontrolliert. Ich war gefangen in einer Welt, die ich nicht verstand — in einer Welt, in der meine Bedürfnisse irrelevant waren, in der mir jedes Recht auf Selbstbestimmung entzogen wurde.

Mein Alltag bestand daraus zu versuchen, nichts falsch zu machen. Und daraus, nahezu täglich verdeutlicht zu bekommen, was es bedeutete, dass ich das niemals schaffen würde. Denn auch wenn ich all die verdrehten, erniedrigenden Regeln einhielt, wurden sie bei Bedarf einfach angepasst. Es ging nicht um tatsächliche Handlungen. Es ging darum, dass ich eine unbedeutende Leinwand war, auf die sich der Selbsthass eines fremden Menschen projizierte. Und das Ventil, in dem sich all die unergründliche Wut entlud. Tag für Tag.

Es ist unmöglich zu zählen, wie viele Male ich eingesperrt wurde, wie viele Stunden ich zusammengekauert auf dem Boden lag, während auf mich eingeschlagen wurde oder wie oft ich sexuelle Dinge tun musste, die ich nicht tun wollte. Mir wurde mit allen Mitteln demonstriert, dass ich wertlos bin, dass selbst meine Grundbedürfnisse keine Bedeutung haben. Häufig durfte ich nichts trinken, durfte nicht zur Toilette gehen oder musste mehrere Stunden dünn bekleidet in eisiger Kälte verbringen. Doch das Schlimmste war, dass ich nicht schlafen durfte. Die Devise, die mir immer und immer wieder eingetrichtert wurde,

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Das erste Opfer

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15-04-20 09:14:00,

von Major Danny Sjursen

Es war einmal, vor nicht allzu langer Zeit, da wurde WikiLeaks von Donald sehr geschätzt. Im Verlauf seiner Wahlkampagne hat er das in mindestens fünf Fällen gesagt — in Pennsylvania, Florida, Ohio und Michigan. Das war, als WikiLeaks — zumindest an der Oberfläche — seinen Zwecken dienlich war. Ebendort waren gehackte e-Mails aus der Korrespondenz des DNC (Demokratischer Nationalkongress) veröffentlicht worden, die seiner Wahlgegnerin Hillary Clinton nicht gerade schmeichelten. Was das von Julian Assange geleitete Webportal betrifft, hat ihm das MAGA-(Make America Great Again)Team zu dieser Zeit wohl zugestimmt: Trump gelang es, alle vier „battleground states” für sich zu gewinnen, was ihn ins Weiße Haus befördert hat.

Nun hatte er mehr als drei Jahre, um sich in seinem neuen Quartier zu akklimatisieren, und irgendwann vollzog er Assange gegenüber eine 180-Grad-Kehrtwendung, die dazu führte, dass seine Administration ihn nunmehr als „Staatsfeind, den es zu eliminieren gilt” betrachtet. So kommt es, dass Assange (…) im Vereinigten Königreich seinen Kampf begonnen hat, möglicherweise buchstäblich einen Kampf um sein Leben — gegen das Ansinnen des Justizministeriums, ihn auszuliefern und ihm in den USA den Prozess zu machen.

Ein Journalist, ein Herausgeber, wurde von der US-Regierung als „Feind Amerikas” etikettiert. Das ist nun wirklich eine gefährliche Ausdrucksweise mit Angst einflößenden historischen Präzedenzfällen in Amerika und auch andernorts. Erinnern wir uns, dass dieser Begriff gegen „unliebsame” Elemente der Presse schon von anderen verwendet wurde: der Militärjunta in Myanmar; Venezuelas Hugo Chavez; Russlands Boris Jelzin und Vladimir Putin; Präsident Richard-„Die Presse ist dein Feind”-Nixon; und, ach ja, von Kambodschas Pol Pot und dem sowjetischen Premier Josef Stalin, wenn ich mich recht entsinne.

In unserer eigenen Geschichte ist die Unterdrückung der Presse, insbesondere in Kriegszeiten, so amerikanisch wie apple pie. Während des Ersten Weltkrieges wurde der Espionage Act — das Spionagegesetz — von 1917 (nach wie vor rechtsgültig) dazu eingesetzt, um den totalen Krieg gegen jegliche Art kritischer Medienquellen zu führen. Gelegentlich grenzte die Verfolgung an Orwell’sche Absurdität. So wurde beispielsweise im September 1918 sogar The Nation (das älteste renommierte Wochenblatt der Staaten; Anmerkung des Übersetzers) für vier Tage von der US-Postbehörde nicht ausgeliefert,

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Die verleugneten Opfer

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14-02-20 10:47:00,

Der früher am Potsdamer „Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ tätige Militärhistoriker Rolf-Dieter Müller muss sich dies zurechnen lassen. Denn er stützt sich in seinem SPIEGEL-Interview auf die Begründungen, die von den für die Einsätze verantwortlichen westlichen Alliierten auf die damals bereits einsetzende Kritik ins Feld geführt worden waren. Unser Autor widerlegt sie anhand von Fakten und Forschungsergebnissen deutscher und ausländischer Historiker.

Der Militärhistoriker Rolf-Dieter Müller bemerkt in seinem kürzlichen SPIEGEL-Interview mit Klaus Wiegrefe:

„Es war Krieg und es gab keinen Grund für die Briten, Dresden zu verschonen“ (1).

Damit stützt er die These von Sven Felix Kellerhoff, der am 19. Januar 2017 bei Welt.de schrieb:

„Manche behaupten, Dresden sei im Februar 1945 angegriffen worden, um die deutsche Identität zu zerstören. Die Wirklichkeit ist schlichter: Die Barockstadt wurde zerstört, weil die Royal Air Force es konnte“ (2).

Mit dieser schlichten Aussage traf Kellerhoff meines Erachtens des Pudels Kern.

Ein Jahr zuvor hatte der renommierte Historiker Ian Kershaw in seinem 2016 in der zweiten Auflage erschienenen Buch „Höllensturz“ den alliierten Bombenkrieg gegen Deutschland wie folgt mit, wie ich meine, deutlich klaren Worten beschrieben:

„In den letzten beiden Kriegsjahren kam der Horror, mit dem die Nationalsozialisten Europa überzogen hatten, zu den Deutschen zurück. Für die deutsche Zivilbevölkerung wurde die letzte Kriegsphase zu ihrer Hölle auf Erden. Millionen waren traumatisiert von der Angst vor den alliierten Bomben. Goebbels sprach von „Terrorangriffen“, und in diesem Fall log die Propaganda nicht. Der Bombenkrieg sollte die Bevölkerung terrorisieren, und das tat er auch; als ihre Städte ausgelöscht wurden, waren die Menschen schutzlos. Durch Luftangriffe wurden über 400.000 Menschen getötet, 800.000 verwundet; durch Angriffe, die aus militärischer Perspektive immer sinnloser wurden. Rund 1,8 Millionen Wohnungen wurden zerstört, fast fünf Millionen Menschen wurden obdachlos“ (3).

Anders als Rolf-Dieter Müller behauptet, kamen DDR-Historiker im vom Deutschen Verlag der Wissenschaften in (Ost-)Berlin 1968 herausgegebenen dreibändigen Geschichtswerk „Deutsche Geschichte“ zu ähnlichen Ergebnissen wie später Ian Kershaw, wenn sie schrieben:

„Trotz des unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruchs Hitlerdeutschlands setzten die anglo-amerikanischen Luftstreitkräfte ihre Bombenangriffe gegen Städte fort. Die anglo-amerikanische Luftkriegsführung, die barbarische und terroristische Züge angenommen hatte, richtete sich in zunehmendem Maße vor allem auch gegen Ziele im zukünftigen sowjetischen Besatzungsgebiet.

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CDU und CSU sind das Opfer ihrer eigenen Propaganda

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11-02-20 04:32:00,

CDU und CSU haben nach dem Krieg sorglos mit Nazis zusammengearbeitet. Darauf hat Oskar Lafontaine heute hingewiesen; auf den NachDenkSeiten konnten Sie schon häufiger Belege dafür finden. So unter anderem hier. Der NDS-Leser Lang hat dazu eine weiterführende Mail geschickt. Siehe im Nachtrag. Ich habe mich im Interview mit RT Deutsch mit dem Thema beschäftigt. Da geht es auch um die Ost-CDU und ihre enge Verflechtung mit der SED. Und dann um die Kampagne gegen die „roten Socken“, die man ausdrücklich als verlogen bezeichnen muss. Aber offenbar war diese Kampagne so wirksam, dass die maßgeblichen CDU-Leute ihre eigene Verwobenheit mit den Mächtigen der DDR vergessen haben oder verdrängen. Deshalb ist es angebracht, etwas konkrete Nachhilfe zu leisten. Albrecht Müller.

Nach der Wende haben CDU und CSU die Bürgerinnen und Bürger der DDR aus dem Westen mit Propagandamaterial überschwemmt. Sie haben, wie ich in Kapitel IV. Ziffer 1. von „Glaube wenig, Hinterfrage alles. Denke selbst.“ schildere, die Parole „Wir sind das Volk“ in „Wir sind ein Volk“ verwandelt. Sie haben auch sofort mit einer miesen Propaganda gegen ihre Konkurrenten begonnen:

Das ist ein Plakat von vielen, hier vom „Demokratischen Aufbruch“, zu dem damals auch Angela Merkel gehörte. Als ich 1990 bei der Volkskammerwahl und dann bei den Kommunalwahlen sozialdemokratischen Freunden im Kreis Strausberg der DDR beim Wahlkampf half, mussten wir uns mit dieser Agitation schon herumschlagen.

Dann kam die Rote-Socken-Kampagne. Dazu der Eintrag bei Wikipedia.

Siehe hier:

Und auch hier:

Die Konsequenz aus der Erkenntnis, dass die heute in der CDU maßgeblichen Personen Opfer ihrer eigenen Nach-Wende-Propaganda gegen die SED, die Linke und gegen die SPD geworden sind, müsste sein, dass CDU und CSU endlich mit der Ausgrenzung der Linkspartei aufhören und daraus die Konsequenzen zum Beispiel auch für ihr Verhalten in Thüringen ziehen. Und nicht nur dort.

Ihre Äquidistanz zu AfD und Linkspartei ist schon deshalb albern, weil CDU und CSU sowohl Vorläufern der AfD als auch Vorläufern der Linkspartei eng verbunden waren und sind.

Als erster Nachtrag noch eine persönliche praktische Erfahrung mit Vertretern der CDU und ihrer Verwobenheit mit der SED,

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Nicht mehr Opfer sein!

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05-02-20 11:00:00,

Triggerwarnung: Das folgende Interview handelt von sexueller Gewalt. Wenn du betroffen bist und Hilfe brauchst, findest Du Infos dazu am Ende des Artikels.

Roland Rottenfußer: Du hast im Internet einen Aufruf unter dem Hashtag „Wehr Dich!“ gestartet:
„Ein Aufruf an alle Betroffenen von sexueller Gewalt — aufzustehen, laut zu sein, sich zu zeigen und sich zu wehren.“

Gibt es einen konkreten Anlass dafür, dass Du den Aufruf gerade jetzt startest?

Morgaine: Einen konkreten Anlass gibt es eigentlich nicht, zumindest nicht für die Wahl des Zeitpunkts. Ich habe den Song schon Ende 2017 begonnen zu schreiben und Anfang 2018 war er dann fertig. Damals habe ich mich aber noch nicht bereit gefühlt, ihn an die Öffentlichkeit zu tragen. Er musste erst noch ein bisschen reifen, und auch ich habe in der Zeit noch ein bisschen an meinen Rap-Skills gearbeitet.

Was könnte sich im besten Fall aus dieser Aktion entwickeln? Möchtest Du, dass sich Ortsgruppen bilden und treffen? Oder ein Internetforum zum Erfahrungsaustausch, damit sie sich nicht mehr allein fühlen mit ihrer Traumatisierung?

Die Aktion, die hinter dem Song steht, heißt ja „#WehrDich“ und richtet sich an alle Betroffenen von sexueller Gewalt. Das heißt, ich möchte Betroffene dazu ermutigen, sich über das „Opfersein“ zu erheben, wie ein Phoenix aus der Asche, über sich hinaus zu wachsen und sich zu wehren.

Ich möchte die Menschen damit noch mehr für dieses Thema sensibilisieren und auch zeigen, dass man damit nach Außen gehen soll. Und dass es keinen Grund gibt, sich zu schämen. Ich möchte Betroffenen zeigen, dass sie nicht alleine sind und dass wir gemeinsam stark sind. Das Aussprechen der Taten ist der erste Schritt in Richtung Selbstermächtigung und Selbstverteidigung.

Damit nehmen wir den Tätern schon einen Großteil der Macht. Und genau darum geht es mir.

Einer der wesentlichen Punkte in dem Aufruf ist: dem Täter keine Macht mehr über dich geben. Ist das überhaupt möglich, wenn sich in Folge eines Missbrauchs immer wieder Flashbacks und andere Symptome zeigen?

Das ist ein guter und wichtiger Punkt, denn auch ich bin irgendwie noch immer von den Folgen des Missbrauchs betroffen, und sie bestimmen auf jeden Fall sehr stark meinen Alltag. Obwohl ich schon seit neun Jahren aus der Missbrauchssituation draußen bin,

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Zivile Opfer im US-Iran-Krieg. Ukrainisches Flugzeug vom Iran versehentlich abgeschossen | KenFM.de

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13-01-20 06:31:00,

Von Uli Gellermann.

Die 176 Menschen an Bord eines ukrainischen Flugzeugs waren nicht die ersten zivilen Opfer im lang andauenden Krieg der USA gegen den Iran. Die Flugabwehr der iranischen Armee teilte mit, die Maschine sei für ein „feindliches Flugzeug“ gehalten worden. Es handele sich um „menschliches Versagen“. Denn nach dem Mord am iranischen General Kassem Soleimani waren neue Angriffe der USA auf den Iran angekündigt und zu erwarten.

Der Krieg der USA gegen den Iran ist alt. Schon mit dem Sturz des demokratisch gewählten iranischen Premierministers Mohammad Mossadegh im Juli 1953 machten die USA klar, dass sie den Iran als eine Art Kolonie betrachten: Mit der Operation Ajax organisierten der britische und der US-amerikanische Geheimdienst den Putsch. Der Plan wurde am 1. Juli 1953 vom britischen Premierminister Winston Churchill und am 11. Juli 1953 vom amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower genehmigt. Von den beiden Regierungen war ein Budget von $ 285.000 bereitgestellt. Denn mit Mossadegh wäre die Verstaatlichung der iranischen Öl-Industrie sicher gewesen.

Durch die Straße von Hormus führt die bedeutende Route der Öl-Tanker für den Ölexport nach Asien, Westeuropa und in die USA. Dieses lukrative und profitable Geschäft liegt in der Hand westlicher Konzerne. Diese Route liegt aber zugleich auch in der Reichweite iranischer Raketen. Alle Schiffe müssen, um die Straße von Hormus zu passieren, die Hoheitsgewässer Omans und des Irans durchfahren. Nach den Genfer Seerechts-Konventionen müssen Kriegsschiffe vor der Durchfahrt die Erlaubnis beim Iran dafür einholen. Die USA lassen ihre Kriegsschiffe weiterhin unangemeldet die Straße von Hormus passieren und provozieren so eine latente Kriegsgefahr und verletzen andauernd die Souveränität des Iran.

Eine weiterer wesentlicher Streitpunkt, der die iranische Souveränität infrage stellt, ist das Atomprogramm des Landes. Ausgerechnet Schah Mohammad Reza Pahlavi stellte in seiner Neujahrsansprache 1974 fest: „Wir werden so rasch wie möglich die Atomenergie und alternative Energiequellen nutzen, um Öl für die Herstellung chemischer und petrochemischer Produkte zu reservieren. Wir sollten Öl, diese kostbare Substanz, nicht einfach als gewöhnlichen Brennstoff verwenden.“ Und es war tatsächlich der US-Präsident Dwight D. Eisenhower, der 1959 der Universität Teheran im Rahmen des Atom for Peace-Programms einen Forschungsreaktor geschenkt hat. Heute ist das iranische Atomprogramm,

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“Wir sind Opfer eines kollektiven Versuchs, das Land zu verderben”

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13-01-20 09:04:00,

IM Winter sind die Überfahrten gefährlicher. Bild: W. Aswestopoulos

Griechische Politiker zu den Tragödien mit Flüchtlingsbooten

Anders als in den vergangenen Jahren, versuchen in diesjährigen Winter Flüchtlinge und Immigranten auch bei schlechten, winterlichen Verhältnissen mit einem Boot nach Griechenland zu kommen, oder dieses in Richtung der übrigen Europäischen Union per Boot zu verlassen. Dies fordert zunehmend Todesopfer. 2019 kamen 74.348 Menschen als Flüchtlinge oder Migranten ins Land, davon 59.457 über den Seeweg. 2018 waren es insgesamt 32.494. Ziel der Regierung in Athen sind bis zum Jahresende 10.000 Abschiebungen in die Türkei.

Bootsunglück im Ionischen Meer

Am Samstagmorgen kam es dreizehn Seemeilen südwestlich der Inselgruppe Paxi im Ionischen Meer zu einem Unglück. Ein Boot kenterte. Insgesamt 21 Personen, zwanzig Männer und eine Frau, konnten gerettet werden. Rettungsteams fanden bislang zehn ertrunkene Männer und zwei ertrunkene Frauen. Die Zahl der Insassen des Bootes wird gemäß den Angaben der Geretteten mit bis zu 50 angegeben. Die Suche nach den Vermissten aus der Luft wurde mit Einbruch der Dunkelheit beendet. Weiterhin sind Boote der Küstenwache unterwegs, um eventuell Überlebende, sowie Ertrunkene zu finden.

Vor Ort befinden sich Patrouillenboote der Küstenwache, sowie vier weitere in die Rettung eingebundenen privaten Schiffe. Bei der Suche aus der Luft waren zwei Helikopter der Luftwaffe, sowie ein Hubschrauber der Küstenwache im Einsatz. Die Überlebenden wurden in die Stadt Preveza auf dem Festland verbracht. Über Nationalitäten und weitere Details wurde bislang bis auf die Altersangabe von zwei der geretteten Männer, “zwischen 40 und 50 Jahre alt”, sowie der Frau, “zwischen 20 und 25 Jahre alt”, nichts bekannt. 24 Stunden nach dem Unglück gaben die Retter die Hoffnung auf die Auffindung weitere Überlebender auf.

Wirtschaftsminister Georgiadis schürt Angst vor Überfremdung

In einer ersten Reaktion, noch während der Rettung der ersten Überlebenden und der Auffindung der ersten Opfer, äußerte sich der griechische Wirtschaftsminister Adonis Georgiadis abfällig über die Schiffbrüchigen. Er betonte in einer Live-Fernsehsendung des Privatsenders ANT1: “Stellen Sie sich vor, wie gut vorbereitet die waren, sie wussten, als sie in Gefahr waren, dass sie die 112 anrufen müssen(Notfallnummer, die kürzlich eingerichtet wurde). Wir sind Opfer eines kollektiven Versuchs, das Land zu verderben. Aber die Regierung wird sich dagegenstellen.”

Die anwesende frühere Ministerin und Abgeordnete von SYRIZA,

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Die DDR und ihre Opfer: Eine Infragestellung der Opferrolle gelernter DDR-Bürger

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11-11-19 09:22:00,

Die DDR und ihre Opfer

Eine Infragestellung der Opferrolle gelernter DDR-Bürger.

von Peter Frey / PEDS ANSICHTEN

Die kritische Betrachtung dessen, was den Menschen in der DDR im Jahre 1990 versprochen wurde, führt in der Regel zur Erkenntnis, dass diese Versprechen nicht gehalten wurden. Die Mächtigen und die Beherrschten des untergehenden Systems wurden kollektiv Opfer des neuen Systems. Es stellt sich die Frage, ob eine solcherart verkürzte Betrachtung für die Herausforderungen der Gegenwart tatsächlich hilfreich ist.

Gab es ab 1989 in der DDR weniger einen Systemwechsel als vielmehr einen Machtwechsel? Worin unterschied sich das System der DDR von dem der BRD, wenn wir das Handeln der Menschen im Einzelnen betrachten?

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Wenn etablierte Macht – bislang als Glaube in den Menschen manifest – sich auflöst, ergibt sich auch eine ganz neue Möglichkeit der gelebten Rolle: Autonomie. Diese Rolle muss natürlich zuvor erwogen und idealerweise geprobt worden sein, ansonsten wird sie als Möglichkeit gar nicht erst wahrgenommen oder aber es wird vor ihr zurückgeschreckt.

Im politischen System der DDR umfasste der Systemwechsel einen Zeitraum von zwei Monaten. Zwei Monate in denen etwas tatsächlich völlig anderes grundsätzlich möglich schien. Dieses Andere – eh ein zartes Pflänzchen – wurde rasch zertreten. Die Hinwendung zur neuen Macht wurde entschieden, als die alte Macht noch gar nicht abgetreten war. Dieses Annehmen einer neuen gesicherten Herrschaftsform fand “oben” wie “unten” statt. Der Glaube an das bisherige System wurde durch den an das “neue” System ersetzt.

Am 1. Dezember 1989 beschloss die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), den Führungsanspruch der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) aus der Verfassung der DDR zu streichen [1].

Was so hoffnungsvoll als Auflösung bestehender Machtverhältnisse, hin zu wahrer Basisdemokratie gedeutet werden möchte, war in Wirklichkeit nur die notwendige Entmachtung zur Erweiterung einer bereits existierenden Macht. Macht gewinnt zuerst in den Köpfen und erst danach bestimmt sie reale Prozesse.

DDR-Selbstschussanlage-Fahnenflucht-Fluchtversuche-Schiessbefehl-Kritisches-Netzwerk-Maueropfer-Mauertote-Republikflucht-Grenzregime-Nationale-Volksarmee-NVA

In der selben Volkskammertagung wurde bereits deutlich, wohin die Reise gehen würde. Die neuen “Guten” wagten sich vor und hofierten die gerade im Westen auf Hochtouren laufende Propaganda gegen das “chinesische Regime”, das angeblich in Peking ein Massaker auf dem Tiananmen-Platz angerichtet haben sollte. Das Protokoll gibt wieder:

“Auf derselben Tagung stellte der Abgeordnete Richard Wilhelm den Antrag,

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Die Stigmatisierung der Opfer

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02-11-19 07:27:00,

An dieser Stelle möchte ich einen eindringlichen Appell an die Fachkollegen der Psychiatrie richten. Nach meinen Erfahrungen sind Psychotraumata und insbesondere das gesamte Paket einschließlich der sexuellen Traumatisierung die Hauptursache für die Symptome, die psychiatrisch als schwere „psychische Erkrankungen“ diagnostiziert werden. Weswegen solche Traumaopfer und Traumatäter zuweilen auch in den geschlossenen Abteilungen psychiatrischer Kliniken landen und zwangsbehandelt werden.

Mit Diagnosen wie „Angststörungen“, „Zwangsstörungen“, „Borderline-Persönlichkeitsstörung“, „Narzisstische Persönlichkeitsstörung“, „Schizophrenie“, „Psychose“, „dissoziative Identitätsstörung“, „Sozio“- oder „Psychopathie“ et cetera ignoriert das System der biologisch orientierten Psychiatrie die traumatischen Hintergründe solcher Symptomgruppen. Es tut so, als wäre das traumatische Geschehen nur eine Randbedingung für vermeintliche „psychische Erkrankungen“, die durch „Gene“ und einen angeblich „gestörten Gehirnstoffwechsel“ verursacht seien. Traumata erhöhten nur die „Vulnerabilität“. Damit wird die Psyche der Menschen nicht ernst genommen! Die Traumaopfer mit ihren verzweifelten und hilflosen Opferüberlebensstrategien werden so nicht gesehen. Es wird ihnen keine adäquate Hilfe zuteil (1).

Die Gabe von Psychopharmaka ist aus meiner Sicht selbst eine Psychotrauma-Überlebensstrategie der vermeintlichen Experten.

Dieses System schützt zugleich die Traumatäter. Es hält mit seiner Praxis die inneren Spaltungen der Betroffenen aufrecht, verstärkt sie weiter und fügt ihnen durch die Wirkungen der Medikamente noch weitere körperliche Schäden zu. Es deckt systematisch einen gesamtgesellschaftlichen Skandal, weil damit das ganze Ausmaß sexueller Traumatisierungen in einer Gesellschaft verschleiert wird (2).

Schätzungen zufolge macht etwa jede vierte bis dritte Frau in Deutschland in ihrem Leben sexuelle Gewalterfahrungen. Auch fünf bis 15 Prozent aller Männer sind Sexualtraumaopfer. Da ich mit meinen Seminaren weltweit unterwegs bin, sehe ich, dass in jeder Gesellschaft das Thema sexuelles Psychotrauma vorkommt. Es ist als Beiwerk von Kriegen und Bürgerkriegen an der Tagesordnung und in vielen Familien seit Generationen übliche Praxis. Es wird überall verschwiegen, geleugnet und unter den Teppich gekehrt. Die Opfer müssen schweigen, sie werden selbst als die Schuldigen dargestellt. Sie erfahren keine Loyalität in ihren Familien, keinen Schutz durch die Polizei und nur selten Genugtuung durch die Justiz. Die Täter werden vor Strafverfolgung systematisch geschützt. Ein Beispiel: „Das Leben von zwei Dritteln der mexikanischen Frauen über 15 Jahren ist von Gewalt durchtränkt. In vielen Fällen beginnt der Missbrauch in der Kindheit“ (3).

Zu einem Trauma der Sexualität kann es kommen, wenn die eigene Sexualität dafür eingesetzt wird, um nicht allein zu sein und die Illusion zu haben, körperlich berührt und geliebt zu werden und dadurch eine Daseinsberechtigung zu bekommen.

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Die nützlichen Opfer

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31-10-19 09:01:00,

Auf meinen PodCast vom 16. Oktober über die militärischen Aktionen der Türkei in Nord-Ost-Syrien habe ich Kritik sowohl von Türken als auch von Kurden erhalten. Im Prinzip ein gutes Zeichen, zeigt es doch, dass ich keineswegs einseitig berichtete. Allerdings war der Hinweis am Beginn des Artikels nicht ausreichend gewürdigt worden, dass es sich hauptsächlich um die Sicht der Syrer handelt, die ich einmal der Sicht der deutschen Massenmedien gegenüberstellen wollte.

Und es zeigten sich auch offensichtliche Missverständnisse hinsichtlich der Politik beider Seiten in den letzten Jahren mit Bezug auf Syrien. Zu sehr sind die Massenmedien nur noch Sprachrohre und Verstärker des jeweiligen Establishments, dem sie dienen. Es ist unerträglich, wenn im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine Serie von Propagandaberichten die Bevölkerung in die Irre führt, und die Medien die völkerrechtswidrige Besatzung durch die USA fordern. Schlimmer kann man die Situation nicht verdrehen. Daher hier noch ein paar zusätzliche Erklärungen, die in dem sowieso episch langen Beitrag auf KenFM von letzter Woche keinen Platz mehr hatten, durch den aber weitere Sichtweisen zum Zuge kommen sollen.

Zunächst die Klarstellung, dass es weder „die Kurden“ noch „die Türken“ gibt. Es gibt ultranationalistische Türken, wie es sie in den USA oder Deutschland auch gibt, die andere kulturelle Einflüsse, eine andere Sprache oder Religion, welche nicht in ihr Gedankenschema passen, als Bedrohung des Staates ansehen und bekämpfen. Und es gibt ultranationalistische Kurden, welche um jeden Preis, auch den Preis eines Krieges und vieler Opfer, einen eigenen Staat erzwingen wollen. Auch gibt es auf beiden Seiten Menschen, welche ein friedliches multikulturelles Zusammenleben in einem Staat als Stärke desselben ansehen und sich dafür einsetzen. Und die Mehrheit befindet sich wohl in der Mitte zwischen beiden Gruppen, schwankt hin und her zwischen den verschiedenen Propagandalinien. Leider sind oft die Vertreter eines pluralistischen Staates, in dem Ethnien gleichberechtigt miteinander leben und ihre jeweiligen Besonderheiten pflegen dürfen, medial unterrepräsentiert, was zu einer Stärkung der jeweiligen extremistischeren Strömungen führt.

In diesem Artikel soll es nicht um die Kurden in der Türkei oder im Irak gehen, sondern nur um Syrien, und er baut auf Informationen auf, welche in dem PodCast von letzter Woche erwähnt wurden.

Ob man die PKK als Terrororganisation ansehen mag, kann sicher diskutiert werden. Die meisten Anschläge,

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Das Opfer der Freiheit

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14-10-19 08:48:00,

Ich frage mich, warum eine notwendig gewordene radikale Kehrtwende in der Umweltpolitik unsere Mainstreammedien dazu verleitet, sofort die ärgsten Ängste zu schüren. Vor uns liegt die größte Aufgabe, der sich die Menschheit je gegenüber gestellt sah. Wir alle — jeder Einzelne von uns — ist gefragt, die Herausforderung im Rahmen seiner Möglichkeiten anzunehmen.

Es macht keinen Sinn, auf die Politik zu warten, die ohnehin nur am Gängelband einer giergesteuerten Wirtschaft agiert. Nehmen wir das Heft des Handelns doch selbst in die Hand. Es beginnt, wenn wir anfangen zu handeln. Nach diesem Motto haben sich bereits Abertausende Menschen überall auf der Welt neu organisiert. Sie alle haben Folgendes realisiert: Wenn die Zerstörungen unserer Lebensgrundlagen so radikal und schnell vonstattengehen, wie wir es gerade erleben, dann muss der Versuch, sie einzudämmen, ebenso radikal und schnell sein, sonst greift er nicht!

Es muss doch Spaß bringen, unseren verschmutzten Wohnraum Erde gemeinsam aufzuräumen. Je mehr Menschen das verstehen, desto größer ist die Chance, die scheinbar unverrückbaren Strukturen eines alten Machtgefüges von innen heraus zu unterminieren und zu Fall zu bringen. Die Menschen wollen es nicht mehr hinnehmen, dass jede ihrer produktiven Handlungen in ein globales Wirtschaftssystem gepresst wird, um einen Wert zu bekommen. Sie sehnen sich nach Identität. Ihre Identität finden sie nur, wenn sie ihre Probleme vor Ort angehen. Der einzige Weg, das globale Desaster in den Griff zu kriegen, sind weltweite lokale Lösungen. Und an ihnen — das ist das Gute daran — kann jeder mitwirken.

Was wollen wir? Wer sind wir? Was brauchen wir? Indem wir uns dies fragen, schulen wir nicht nur unsere Wahrnehmung, wir formulieren auch unsere Bedürfnisse neu. Wenn es uns gelingt, eine positive Zukunftsvision in uns erblühen zu lassen, dann werden wir sie in der praktischen Politik auch umsetzen können. Denn es wird nichts Neues durch uns in die Welt kommen, was nicht vorher in unserem Bewusstsein Gestalt angenommen hat.

Als Rubikon mich bat, einen Beitrag für die Doppel-Ausgabe zum Thema Umwelt zu schreiben, lehnte ich zunächst ab. Ich gebe mich schon längst keinen falschen Hoffnungen mehr hin. Zumal die halbherzigen Bemühungen von Politik und Wirtschaft, der finalen Katastrophe entgegen zu wirken, eher daran erinnern, als würde man an einer von einem Tsunami bedrohten Küste noch schnell ein Bündel Seegras pflanzen, um ihm Einhalt zu gebieten.

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Die vergessenen Opfer

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06-07-19 07:41:00,

von Elizabeth Vos

Die afghanischen Tagebücher lösten einen Aufschrei aus, als sie die Geheimhaltung ziviler Opferzahlen, die Existenz eines US-geführten Elite-Tötungskommandos sowie die verdeckte Rolle Pakistans in dem Konflikt enthüllten. Elizabeth Vos berichtet.

Dies ist der zweite Artikel in einer Reihe zu WikiLeaks, die auf die wichtigsten weltverändernden Veröffentlichungen der Plattform seit ihrer Gründung 2006 zurückblickt. Diese Reihe ist ein Versuch, der Mainstream-Berichterstattung etwas entgegen zu setzen, in der das Wirken von WikiLeaks ignoriert und stattdessen der Fokus auf die Persönlichkeit Julian Assanges gelegt wird. Es sind die WikiLeaks-Enthüllungen von Kriegsverbrechen und Korruption, die die Verfolgung Assanges durch die USA ausgelöst und schließlich zu seiner Verhaftung am 11. April dieses Jahr geführt haben.

Drei Monate nach der Veröffentlichung des „Collateral Murder“-Videos publizierte WikiLeaks am 25. Juli 2010 ein Archiv mit geheimen US-Dokumenten über den Krieg in Afghanistan. Dieser enthüllte unter anderem die Geheimhaltung ziviler Opferzahlen, die Existenz eines US-geführten Elite-Tötungskommandos sowie die verdeckte Rolle Pakistans in dem Konflikt. Die Veröffentlichung der afghanischen Kriegstagebücher trug maßgeblich dazu bei, dass die US-Regierung auf einen Konfrontationskurs mit WikiLeaks-Gründer Julian Assange ging, der schließlich zu seiner Verhaftung im April dieses Jahres führte.

Die Kriegstagebücher wurden von der damaligen Mitarbeiterin des Nachrichtendienstes der US-Armee Chelsea Manning weitergegeben, die durch ihre Top-Secret-Sicherheitsermächtigung legalen Zugriff auf die Protokolle hatte. Manning wandte sich erst an WikiLeaks, nachdem sie die Organisation sorgfältig überprüft hatte und nach dem erfolglosen Versuch, die Dokumente an die New York Times und die Washington Post weiterzugeben.

Eine der maßgeblichen Kontroversen um die Veröffentlichung der Tagebücher waren Vorwürfe, Einsatzdetails seien zum Kampfvorteil der Taliban öffentlich gemacht und die Leben von Informanten der US-Koalition durch die Bekanntgabe ihrer Namen gefährdet worden.

Trotz der weit verbreiteten Annahme, WikiLeaks hätte sorglos nicht redigierte Dokumente veröffentlicht, wurden letztlich nur 75.000 von insgesamt mehr als 92.201 internen US-Militär-Dokumenten zum Afghanistan-Krieg zwischen 2004 und 2010 publiziert.

WikiLeaks erklärte, sie hätten derart viele Dokumente zurückgehalten, da Manning darauf bestanden habe: „Wir haben die Herausgabe von etwa 15.000 Berichten aus der Gesamtheit des Archivs zurückgestellt, als Teil eines Prozesses der Schadensminimierung, der von unserer Quelle gefordert wurde.“

Manning bestätigte 2013 in ihrer Aussage vor dem Militärgericht,

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Das nächste Opfer

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16-02-19 09:59:00,

„Wir ermutigen alle Regierungen in Europa, das Volk von Venezuela und die Übergangsregierung in Venezuela zu unterstützen, indem sie Guaidó als Übergangspräsidenten anerkennen“, sagte die für Lateinamerika zuständige US-Diplomatin Kimberly Breier letzte Woche. 13 EU-Länder inklusive Deutschland sind der Aufforderung bisher gefolgt und haben Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó offiziell als Interimspräsident des Landes anerkannt. Der gewählte venezolanische Präsident Nicolás Maduro spricht von US-Aggressionen gegenüber seinem Land.

Laut UN-Charta gebe es allerdings keine völkerrechtliche Grundlage, einen selbsternannten Präsidenten von außen so ohne weiteres zu unterstützen, erklärt der emeritierte Politikwissenschaftler Mohssen Massarrat. Das nämlich würde eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder bedeuten, was nach UN-Recht nicht erlaubt ist. Massarrat kritisiert:

„Dass der deutsche Außenminister Maas in dieser Richtung initiativ geworden ist, ist ganz schlecht und gefährlich, denn auf diese Weise werden der US-Regierung und Präsident Trump Signale gegeben, dass Europa hinter einem Regime Change steht. Das ist auch immer ein Signal für Militärinterventionen. Solange Europa gegen US-amerikanische Militärinterventionen ist, ist es schwierig für eine US-Regierung einen innergesellschaftlichen Konsens dafür zu bilden.“

Die aktuelle Haltung der 13 EU-Länder hält Massarrat deswegen für genauso falsch und gefährlich, wie damals die europäische Haltung im Jugoslawien- oder Libyenkrieg.

Auch 2011 in Libyen seien die Europäer vorgeprescht, hätten die Pläne der USA und Hillary Clintons umgesetzt und so mit dazu beigetragen, dass das libysche Regime gestürzt worden sei. Die Folgen seien bis heute spürbar. Etwas Vergleichbares in Lateinamerika wäre katastrophal für den gesamten Kontinent. Massarrat warnt:

„Wir würden eine ‚Mittelostisierung‘ der Konflikte in Lateinamerika zu erwarten haben.“

Eine militärische Intervention der USA in Venezuela könnte leicht zu einem Bürgerkrieg ausarten. Sollte ein Teil der Militärs der Aufforderung von Guaidó folgen und sich auf seine Seite schlagen, könnten vor allem die niedrigen Ränge für Präsident Maduro Partei ergreifen und notfalls die Regierung mit Militärgewalt verteidigen, vermutet Massarrat. Dann sei es nicht ausgeschlossen, dass die Vereinigten Staaten die abtrünnigen Militärs aus der Luft unterstützen würden. Eine solche Situation erinnert den ehemaligen Professor für Politikwissenschaft an der Universität Osnabrück an Syrien:

„Erst nachdem sich dort ein Teil der Armee gegen Assad gewandt hatte, gab es eine große Auseinandersetzung innerhalb der Armee, erst dann ist der Bürgerkrieg eigentlich losgegangen.“

Sorgen macht er sich aber nicht nur um Venezuela.

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Opfer werden durch Gewalt – ein stiller Alptraum!

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05-02-19 11:34:00,

Ein Appell von Rudolf Hänsel. Der Erziehungswissenschaftler und Psychologe mahnt schon seit längerem an, sich um die Gewalt an Schulen zu kümmern. Seine Mahnungen wurden durch den Selbstmord einer Elfjährigen noch einmal besonders dringlich.

Liebe Eltern und Lehrkräfte, wie lange noch tolerieren Sie die Gewalt an Schulen?

Wie viele Kinder- bzw. Schüler-Selbstmorde verträgt eine Gesellschaft, bevor sich betroffene Eltern und Lehrkräfte dazu aufraffen, das Opferwerden durch Gewalt – diesen „stillen Alptraum“ – nicht mehr zu tolerieren, sondern zu stoppen? Wissen sie nicht, dass von der Politik, den vorgesetzten Schulbehörden wie auch von Eltern- und Lehrerorganisationen keinerlei Unterstützung zu erwarten ist? In Nordnorwegen führten Anfang der 1980er-Jahre drei Schüler-Selbstmorde als Folge schwerer Gewalttätigkeiten durch Gleichaltrige dazu, dass der Psychologe Dan Olweus im Auftrag des norwegischen Erziehungsministeriums im ganzen Land eine Anti-Tyrannisierungs-Kampagne („Antibullying Campaign“) durchführte. Im Laufe von nur zwei Jahren verringerte dieses Interventionsprogramm die unmittelbaren und mittelbaren Gewaltausübungen um 50 Prozent.

Zunehmende Angst und Aggressivität an deutschen Schulen

In meinem Offenen Brief „J‘accuse…!“ an den Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier vor genau einem Jahr, in dem ich ihn (ohne Erfolg!) um Unterstützung bat, schrieb ich:

„Die Gewalt in unserem Land nimmt epidemische Ausmaße an. Es vergeht kein Tag, an dem die Medien nicht über Gewalttaten an Schulen berichten. Schwere körperliche Übergriffe, Messer und andere Waffen spielen dabei eine immer größere Rolle. Die Brutalität nimmt zu und zugleich nehmen Hemmschwellen für aggressives Verhalten ab. An vielen Schulen herrscht ein Klima der Angst und Aggressivität. (…).

Die Not der Lehrerinnen und Lehrer ist inzwischen so groß, dass sie für ihre Schulen Sicherheitsdienste einstellen und sich in Brand-Briefen Hilfe suchend an die Öffentlichkeit wenden. Doch sie werden in der Regel im Stich gelassen. Wenn es uns nicht gelingt, diese Gewalt zu stoppen, wird sie sich weiter ausbreiten und nur noch schwer einzudämmen sein.“  [1]

Am 18. Dezember 2018 befasste sich auch die ARD-Sendung „Report Mainz“ mit dem Thema „Kinder brutal: die zunehmende Gewalt von Minderjährigen überfordert Schule“. Berichtet wurde vom „Tatort Schule“, von einer „beunruhigenden Statistik“ sowie von einem „dramatischen Anstieg“ und einem „neuen Ausmaß schwerer und gefährlicher Körperverletzungen“ unter Schulkindern.

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Die vergessenen Opfer

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23-01-19 11:39:00,

„Der Donbass ist eine Kriegsregion.“ Andreas Maurer betont diesen Fakt gegenüber deutschem Publikum ausdrücklich. Oft hört man das hierzulande nämlich nicht. Auch er selbst musste diese Einsicht erstmal sacken lassen. So richtig hat Maurer es erst zu Hause gemerkt, wo er keine Geschosseinschläge hört und wo es keine frischen Massengräber gibt.

Der Lokalpolitiker aus der niedersächsischen Kleinstadt Quakenbrück berichtete in Hannover bei der Initiative „Frieden mit Russland“ über die alltäglichen Folgen des bewaffneten Konflikts zwischen der Kiewer Regierung und den Volksrepubliken Donezk und Lugansk. Die professionellen Berichterstatter von den Leitmedien ignorieren diesen Krieg in Europa größtenteils — und wenn sie berichten, dann meist einseitig, phrasenhaft und manipulativ im transatlantischen Sinne.

Eigentlich war Maurer als Wahlbeobachter in dem umkämpften Teil der Ostukraine. In den 2014 ausgerufenen aber international nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk fanden im November 2018 Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Beide Kleinstaaten hatten die Abgeordneten zahlreicher nationaler Parlamente und des EU-Parlaments eingeladen, um als Wahlbeobachter zu fungieren. Doch erschienen waren nur wenige. Dazu später mehr.

Zuerst berichtete Maurer von den Lebensbedingungen in den belagerten Regionen. Er besuchte ein Kinderkrankenhaus in der „Frontstadt“ Gorlowka. 2015 hatten die linken Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrke und Andrej Hunko Medikamente in die schwer beschädigte Klinik transportiert und die notwendigen Reparaturen organisiert. Beides wurde aus Spendengeldern bezahlt, die zuvor in Deutschland gesammelt wurden.

In Gorlowka herrscht bis heute große Anerkennung für die Leistung der beiden Politiker, berichtete Maurer. Das medizinische Personal arbeite jedoch weiterhin mehr aus helfender Motivation — die Löhne sind nur minimal. „Herr Maurer, wir arbeiten hier nicht für Geld“, erklärte ihm eine Krankenschwester.

Während seines Besuches wurden ein Kind und ein älterer Mann schwer verwundet in die Klinik eingeliefert. Sie waren auf Anti-Personen-Minen getreten. „Das sind geächtete Waffen und nur dazu gedacht, Menschen zu verletzen“, sagte Maurer empört. Die Tretminen seien aus US-Produktion. Da sie aus Gummi seien, ließen sie sich durch herkömmliche Minendetektoren nicht aufspüren. „Kiew will die Menschen im Donbass bestrafen“, betont er. Kiew hätte gern den Donbass, aber ohne die Bewohner.

Die Menschen dort sind des Krieges müde. Sie haben den ständigen Beschuss satt. Besonders in den frontnahen Gebieten müssen viele Bewohner aus Angst vor der ukrainischen Artillerie bis heute in Kellern schlafen, sagte Maurer. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte dies schon im Jahr 2014 angekündigt:

„Unsere Kinder werden zur Schule gehen,

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Tim Anderson: das neue Opfer der Gleichschaltung der politischen Wissenschaft | KenFM.de

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09-12-18 08:44:00,

Von Jochen Mitschka.

Wer den USA oder Israel widerspricht, ist in Gefahr.

Mein Freund und Co-Autor Tim Anderson (auf Twitter @timand2037) wurde von der australischen Universität, an der er seit 20 Jahren lehrte, mit sofortiger Wirkung suspendiert. Grund war „beleidigende“ Kritik an den Streitkräften Israels während des letzten kurzen Krieges gegen Gaza. Deutlicher kann man kein Exempel gegen kritische Geister und solche, die vielleicht mit dem Gedanken spielen, es zu werden, statuieren.

Die Presseerklärung des Liepsen-Verlages, das sein erstes deutschsprachiges Buch veröffentlichte, erwähnt außerdem, dass er vom zuständigen Vizekanzler ein Hausverbot erhalten hatte. Außerdem heißt es darin: „Der bekannte Autor des in zehn Sprachen übersetzten Buches „Der Schmutzige Krieg gegen Syrien“ (Originaltitel: The Dirty War on Syria – Washington, Regime Change and Resistance) Tim Anderson ist am 3. Dezember 2018 von seinem Lehrstuhl für Politik und Ökonomie an der Sydney-Universität in Australien suspendiert worden.“

Noch einmal zum Verdeutlichen: Anderson hatte keine Dienstpflichten verletzt, sondern der Vizekanzler machte Tim Anderson seine Kritik an den israelischen Streitkräften im Gaza-Streifen zum Vorwurf. Damit ist klar, dass die Wissenschaft nicht mehr als Ausbildungsort für kritische Geister, die den Status Quo hinterfragen, existiert, sondern als Schule, die angepasste Arbeitskräfte für die Wirtschaft erzieht.

„Der Gegendruck, den Anderson zunehmend erfuhr, artikulierte sich nach seinem entschiedenen Eintreten für die Rechte des syrischen Volkes auf Selbstbestimmung und sein Engagement gegen jegliche Einmischung von außen in die innersyrischen Angelegenheiten. Durch sein bedingungsloses Eintreten für diese Sache gelang es Anderson, das bis dahin höchst einseitige Narrativ vom Terrorherrscher Assad und den humanitären Motiven der ‚westlichen Wertegemeinschaft‘ in der Öffentlichkeit hinterfragbar zu machen.“ So die Presseerklärung seines Verlages. Und natürlich waren seine Aktivitäten, mit denen auch australische Verbrechen in Syrien angeprangert wurden, schon lange ein Dorn im Auge des bedingungslos hinter den USA stehenden Establishments Australiens.

Aus diesem Anlass hier ein kleiner Ausschnitt eines Textes, den Tim Anderson für das Buch „Schattenkriege des Imperiums – Die Zukunft Palästinas“ (1) verfasste:

„Linke Zionisten“ und andere falsche Freunde

Die große Popularität und Legitimität der palästinensischen Sache, neben einer starken Unterstützung der jüdischen Kolonien durch den Westen, erzeugten Spannungen, die eine große Anzahl von Doppelzüngigkeiten hervorbrachten.

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Belanglose Opfer

Belanglose Opfer

17-05-18 09:30:00,

von David William Pear

Edward Herman und Noam Chomsky unterscheiden in ihrem Buch „Manufacturing Consent“ (etwa „Einen Konsens fabrizieren“, Anmerkung der Übersetzerin) zweierlei Arten von Opfern: belanglose Opfer und beklagenswerte Opfer. „Beklagenswerte Opfer“ sind (echte wie angebliche) Opfer aus der Gruppe der Staatsführer, die auf der Feindesliste der USA stehen, wie zum Beispiel Baschar al-Assad. Die „belanglosen Opfer“ dagegen haben die USA und ihre Satellitenstaaten wie Israel und Saudi-Arabien zu verantworten.

Die von den USA angeführte geheime Verbindung, die sich selbst „internationale Gemeinschaft“ nennt, ist außer sich, wenn es „beklagenswerte Opfer“ gibt. So zeigt beispielsweise Nikki Haley, die US-Botschafterin der UN, der ganzen Welt Bilder toter syrischer Babies. Beklagenswerten Opfern werden Menschenrechte zugestanden, und Assad verdient unsere Empörung.

Belanglose Opfer sind zum Beispiel die 50.000 jemenitischen Kinder, die verhungert sind, weil Saudi-Arabien eine Totalblockade gegen den Jemen verhängt hat – einschließlich eines Embargos für Essen, Wasser und Medizin. Belanglose Opfer „sind wohl selbst schuld“ und werden von der internationalen Gemeinschaft sowie den Mainstream-Medien ignoriert. Belanglose Opfer haben keine Menschenrechte. Der Jemen ist eine humanitäre Katastrophe, die deswegen ignoriert wird, weil Saudi-Arabien mit den USA befreundet ist.

Wenn Saudi-Arabiens Mohammad bin Salman (MbS) in den USA hergestellte Bomben aus von den USA hergestellten Flugzeugen wirft und ohne Unterschied jemenitische Männer, Frauen und Kinder ermordet, hört man aus den USA keinen empörten Aufschrei. MbS ist der neue Liebling der Neokonservativen, und Thomas Friedman verfasst Lobeshymnen über ihn, als sei es wirklich cool, im 21. Jahrhundert ein absoluter Herrscher zu sein. Der verstorbene Robert Parry beschrieb Friedman und die Neokonservativen als „von der Wirklichkeit abgekoppelt“.

Zehntausende Einwohner in Gaza demonstrieren nun schon seit Wochen legal für ihr Recht, zu ihren Häusern in Palästina zurückzukehren. Hier gibt es keinen empörten Aufschrei, wenn Netanjahu und sein Regime israelischen Soldaten befehlen, sie zu massakrieren. Hunderte von Palästinensern wurden am Land Day und während Demonstrationen für das Rückkehrrecht niedergemäht. Netanjahu hat die volle Unterstützung der USA, also gibt es keine öffentliche Empörung, und er wird auch nicht für seine Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden. Netanjahu hat allen Grund davon auszugehen, dass die USA ihn decken werden – wie sie es in der Vergangenheit schon oft getan haben.

Nikki Haley wird auch keine Bilder von toten palästinensischen Kindern zeigen.

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„Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit“ | KenFM.de

„Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit“ | KenFM.de

04-02-18 09:35:00,

„Friedenssicherung sollte Aufgabe aller Medien sein“, meint Ulrich Teusch. Impulsreferat auf der Tagung „Krieg und Frieden in den Medien“ am 27. Januar 2018 in Kassel (1).

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

von Ulrich Teusch.

Meine Damen und Herren,

aus irgendwelchen, mir rätselhaften Gründen, bin ich davon ausgegangen, dass mir 45 Minuten Redezeit zur Verfügung stünden und habe einen entsprechenden Vortrag vorbereitet. Als ich vor zwei Tagen die bittere 20 Minuten-Wahrheit entdeckte, habe ich mich dann schleunigst ans Kürzen gemacht. Ursprünglich hatte ich mein Referat in zwei Teile gegliedert. Zunächst war da ein normativer, vielleicht könnte man auch sagen: utopischer Teil, sodann ein eher analytischer Teil. Den ersten, normativen Teil lasse ich nun zwar nicht ganz, aber doch weitestgehend weg und beschränke mich darauf, ihn kurz zu skizzieren, Ihnen also ein paar Stichworte zuzurufen.

Was heißt „Beitrag zum inneren und äußeren Frieden“?

Den inneren Frieden könnte der Journalismus befördern, indem er die Demokratie, die demokratischen Prozesse stärkt, den äußeren Frieden, indem er einen Beitrag zur Völkerverständigung leistet. Um zu zeigen, wie das konkret vonstattengehen könnte, habe ich verschiedene Maximen aufgestellt und am Beispiel der Arbeit einzelner Journalisten, die mir lieb und teuer sind, demonstriert, dass diese Maximen, wenn man denn wirklich will, durchaus in die Praxis umzusetzen wären.

Ich habe das Thema aber nicht nur auf der Ebene des einzelnen Journalisten durchgespielt, der ja immer nur, wie alle Menschen, perspektivisch sehen kann und nur in Glücksfällen in der Lage ist, diese perspektivische Verengung zu transzendieren, sondern auch auf höheren Ebenen, also auf der Ebene des einzelnen großen Mediums und auf der Ebene des Mediensystems.

Da in einem großen Medium viele Journalisten arbeiten, hätte es, wiederum den entsprechenden Willen vorausgesetzt, die Möglichkeit, konsequent multi-perspektivisch zu berichten.

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