Perspektiven der individuellen und sozialen Selbstverwirklichung

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13-04-19 06:13:00,

Unser staatlich geprägtes Bildungssystem ist veraltet. Es wird weder den Bedürfnissen des Einzelnen nach individueller Entfaltung zu einer freien Persönlichkeit, noch den Zukunftsforderungen der Gesellschaft gerecht, die sich insbesondere im Arbeitsleben in einem rasanten Umbruch befindet. Aufgrund klarer Analysen entwirft der Autor in prägnanten Begriffen Perspektiven einer notwendigen Veränderung des Bildungswesens, zu der jeder einzelne die Initiative ergreifen kann. (hl)

Ein Gastbeitrag von Lars Grünewald

Gleiche Bildung für alle?

Konventionelle Bildung, wie sie insbesondere in staatlich kontrollierten und organisierten Institutionen wie Schulen und Hochschulen betrieben wird, zielt auf den Erwerb konkreten Wissens und bestimmter konkreter Fähigkeiten ab, die wir in ihrer Gesamtheit als Sachkompetenz bezeichnen können: In der Schule gibt es zunächst inhaltlich bestimmte Fächer, deren jeweilige Bildungsziele durch Lehrpläne festgelegt werden. Hochschulen und Berufsausbildungen spezialisieren dann ihre Bildungsziele durch Studienordnungen und Ausbildungsverordnungen, welche für jedes Studienfach bzw. jeden Ausbildungsgang wiederum das Erreichen einheitlicher Bildungsziele vorschreiben, um den Studierenden und Auszubildenden auf der Grundlage von Prüfungen staatlich sanktionierte Abschlüsse zu vermitteln, die sie zum Ergreifen eines Berufes befähigen und somit “tauglich“ für den Arbeitsmarkt machen sollen.

Sowohl die Gestaltung schulischer Lehrpläne und Abschlüsse als auch die unterschiedlichen Studien- und Ausbildungsgänge richten sich primär am Prinzip der Gleichheit aus: Konventionelle Bildung ist fortwährend bestrebt, gleiche Bedingungen, Anforderungen, zeitliche und inhaltliche Abläufe, Prüfungen, Abschlüsse usw. für alle Teilnehmer zu schaffen. Dieses Gleichheitsziel behindert einerseits die „freie Entfaltung der Persönlichkeit“ im Sinne des  § 2 unseres Grundgesetzes und damit das Recht jedes jungen Menschen „auf Förderung seiner Entwicklung und Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“ (Sozialgesetzbuch, 8. Buch, § 1). Andererseits wird eine auf Gleichheit ausgerichtete Bildung den Zukunftsforderungen unserer gesellschaftlichen Entwicklung nicht gerecht, weswegen es darauf ankäme, das veraltete und individualitätsfeindliche Prinzip der „gleichen Bildung für alle“ zu überwinden und durch ein zukunftsfähiges und in diesem Sinne modernes Bildungskonzept zu ersetzen.

Wandel des Arbeitslebens

Gegenüber den festgefügten kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Vergangenheit erleben wir in unserer Zeit eine allmähliche, stetig fortschreitende Auflösung gesellschaftlicher Strukturen. Insbesondere das gesellschaftliche Arbeitsleben zeichnet sich durch eine immer höhere Fluktuation und Unbeständigkeit aus, die sich in Zukunft noch beträchtlich steigern wird: Die zunehmende Mechanisierung der Arbeitsprozesse (insbesondere durch die massiv fortschreitende Roboterisierung im Produktions- und Dienstleistungsbereich),

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Perspektiven auf die Blockchain: “Vom demokratischen Ansatz bei Bitcoin ist nicht mehr viel übrig”

Perspektiven auf die Blockchain: “Vom demokratischen Ansatz bei Bitcoin ist nicht mehr viel übrig”

13-01-18 10:35:00,

Einigen Leuten geht es bei Bitcoin und Blockchain um wesentlich mehr als Finanzspekulation. So sehen manche das Ende des Staates gekommen und träumen von einer sich selbst steuernden Gesellschaft auf Basis von vernetzten intelligenten Maschinen. Von einer Welt ohne Grenzen mit frei zugänglichen Wirtschaftsräumen. In einer dreiteiligen Interview-Serie sprechen wir mit Menschen über die Blockchain. Los geht es mit Prof. Dr. Rüdiger Weis. Er ist Mathematiker, Informatiker und Kryptograph an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin.

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Mit der Blockchain hat sich eine neue Projektionsfläche für eine Vielfalt an gesellschaftlichen Wünschen und Idealvorstellungen aufgetan. Das Versprechen: Eine globale Datenbank, die nicht manipulierbar und absolut transparent ist. Keine Informationsasymmetrien, keine Übervorteilung. Ist die Blockchain der Exit-Plan, um einer sich nicht vertrauenden und unsolidarischen Menschheit zu entkommen?

Demokratische Alternative zum Geldsystem

netzpolitik.org: Kannst du in drei Sätzen erklären, was Blockchain ist?

Rüdiger Weis: Unter Blockchain versteht man eine Mischung aus unterschiedlichen Technologien aus der Informatik und Mathematik, die gewährleistet, dass Daten in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet werden. Mit diesem relativ einfachen Grundkonzept kann man Dinge wie eine Buchhaltung realisieren, indem man die Daten in ein öffentlich zugängliches und kryptographisch gesichertes, verteiltes Logbuch schreibt. Der revolutionäre Durchbruch kam mit der Implementierung von Bitcoin als kryptographische Währung.

netzpolitik.org: Was ist das Neuartige bei Bitcoin?

Rüdiger Weis: Das Neuartige ist eigentlich, dass da eine Gruppe von Leuten, die dem bestehenden staatlichen Geldsystem sehr kritisch gegenübersteht, versucht eine demokratische Alternative zu bauen. Die ersten Ideen dazu kamen aus Amerika, wo Libertäre und auch sogenannte Krypto-Anarchisten Modelle entwickelt haben, mit denen sie darauf abzielten, eine Währung zu generieren, die weder auf staatlicher Kontrolle noch auf der Kontrolle von großen Organisationen beruht. Der eigentliche Ansatz war zu sagen, wir machen eine demokratische, für alle nachvollziehbare Art des Geldsystems.

netzpolitik.org: Inwiefern ist der Staat in diesem System von seiner Rolle befreit?

Rüdiger Weis: Das ist ein interessantes Thema aus der Volkswirtschaftslehre. Hier geht es darum, wer die Geldmenge bestimmt. Im Falle des gängigen Geldsystems bestimmen die Staaten oder die Zentralbanken unterschiedliche Konstruktionen, während es bei Bitcoin eine harte Begrenzung der Menge der auszugebenden Bitcoins gibt.

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RÜCKBLICK: Perspektiven der Demokratie | Mit Gerald Hüther, Yanis Varoufakis & weiteren Experten

RÜCKBLICK: Perspektiven der Demokratie | Mit Gerald Hüther, Yanis Varoufakis & weiteren Experten

02-01-18 05:24:00,

RÜCKBLICK: Perspektiven der Demokratie | Mit Gerald Hüther, Yanis Varoufakis & weiteren Experten

Das Vertrauen in die Politik bröckelt und einfache Lösungen gewinnen an Zulauf. Der Einfluss von Konzernen auf die Gesetzgebung und die soziale Ungleichheit wachsen. Dazu stehen uns mit zukünftigen Entwicklungen, wie der Digitalisierung, große Veränderungen bevor. acTVism Munich und Mehr Demokratie e.V. haben daher sechs nationale und internationale Experten/innen zur Interviewserie Perspektiven der Demokratie: Herausforderungen und Potenziale eingeladen. Die Interviews wurden zwischen dem 18.09. und 23.09.2017 veröffentlicht.

Unterstützen Sie unser Crowdfunding, damit wir weiterhin Menschen, die diese Welt zum Positiven verändern möchten, eine Stimme verleihen können – in deutscher und englischer Sprache: https://www.betterplace.org/de/projects/51400-actvism-munich-crowdfunding

VIDEO: Interview mit Gerald Hüther – Perspektiven der Demokratie

VIDEO: Interview mit Yanis Varoufakis (Deutsche Untertiteln)

Um die vollständige Abschrift zu diesem Video zu lesen, klicken Sie hier.

VIDEO: Interview mit Katharina Nocun

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VIDEO: Interview mit Christian Felber

VIDEO: Interview mit Andreas bummel

VIDEO: Interview mit Richard Wolff

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