Neue Pentagonbehörde plant ein Netz aus kleinen und billigen Satelliten

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14-04-19 12:39:00,

Illustrierung des Blackjack-Satellitennetzes. Bild: Darpa

Hunderte oder Tausende von Satelliten, die schnell ersetzt oder upgedatet werden können, sollen auf eine erdnahe Umlaufbahn gebracht werden, um mit der Masse Gegner auszuhebeln

US-Präsident Donald Trump hat nicht nur beschlossen, dass die US-Streitkräfte zur weiteren militärischen Dominanz ein Weltraumkommando benötigen, sondern letztes Jahr wurde auch die Gründung der Space Development Agency (SDA) im Pentagon von Vize-Präsident Mike Pence angekündigt. Der hatte im Februar noch betont, dass sich die USA in einem neuen Weltraumwettlauf befinden, ähnlich wie in den 1960er Jahren, wobei es aber um mehr als damals ginge. Höchste Dringlichkeit sei geboten, um sicherzustellen, dass die USA in diesem wie im letzten Jahrhundert die ersten im Weltraum sind.

Dabei gehe es nicht nur um die Sicherheit und die Förderung der Wirtschaft: “Vor allem werden die Regeln und Werte des Weltraums wie in jedem großen Grenzgebiet (frontier) von denen geschrieben, die den Mut haben, dort zuerst hinzugehen, und die Motivation, dort zu bleiben”. Es steht also für Washington die Eroberung und Verteidigung eines neuen “Wilden Westens” an, weswegen das Pentagon das auch in den USA umstrittene Weltraumkommando und die SDA sowie die entsprechende Finanzierung benötigt.

Die neue Pentagon-Behörde soll die Entwicklung, Beschaffung und den Einsatz von Weltraumtechnik erleichtern und beschleunigen, da die normalen Beschaffungsvorgänge im Pentagon wegen der Bürokratie zu langsam seien. Im März ernannte der amtierende Verteidigungsminister Patrick Shanahan als Direktor Fred Kennedy vom Tactical Technology Office der Darpa. Die neue Behörde untersteht dem Vizeverteidigungsminister für Forschung und Technik, Mike Griffin.

Kürzlich auf dem Space Symposium stellte Kennedy vor, was er plant und was schnell geschehen soll. Das ist noch nicht ausgereift, Kennedy will aber schnell etwas Innovatives erreichen. Er war bereits zuständig für Darpa-Programm Blackjack, mit dem Pläne verfolgt werden, in enger Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft ein ganzes Netz von kleineren und billigeren Militärsatelliten für schnelle Internetverbindungen auf eine erdnahe Umlaufbahn (LEO) zu bringen. Sie sollen kurzzeitig neu entworfen und häufig upgedatet werden können. Airbus hatte Anfang des Jahres den Zuschlag gewonnen, einen Satellitenbus zu entwickeln, der dann mit militärischen Sensoren und anderer Nutzlast ausgestattet werden kann.

Space Disruption Agency

Als Leiter der SDA will Kennedy das Projekt weiterführen,

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EU plant “Kreislaufwirtschaft”

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02-01-19 12:50:00,

Grafik: Ökologix. Lizenz: CC0

Ging es anfänglich vorwiegend darum, Produkte so zu konstruieren, dass sie leicht zu recyclen sind, rückt inzwischen ein weiterer Aspekt in den Blick: die Lebenserwartung von Produkten

Am 2. Dezember 2015 wurde in Brüssel unter der Kennziffer COM(2015) 614 final die Mitteilung der EU-Kommission an das EU-Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen ein Text veröffentlicht, der im Deutschen den Titel trägt “Den Kreislauf schließen – Ein Aktionsplan der EU für die Kreislaufwirtschaft”.

Schon in der Einleitung steht dort:

Die Schaffung einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft, bei der es darum geht, den Wert von Produkten, Stoffen und Ressourcen innerhalb der Wirtschaft so lange wie möglich zu erhalten und möglichst wenig Abfall zu erzeugen, ist ein wesentlicher Beitrag zu den Bemühungen der EU um eine nachhaltige, CO2-arme, ressourceneffiziente und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Der Übergang zu einer derartigen Kreislaufwirtschaft bietet die Möglichkeit, unsere Wirtschaft zu verändern und neue, dauerhafte Wettbewerbsvorteile für Europa zu schaffen. […] Ziel ist es sicherzustellen, dass der richtige Rechtsrahmen für die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft im Binnenmarkt vorhanden ist, und deutliche, richtungsweisende Signale an die Wirtschaft und die Gesellschaft im Allgemeinen zu senden, mit langfristigen Abfallbewirtschaftungszielen und einem Paket konkreter, weitreichender und ehrgeiziger Maßnahmen, die bis 2020 durchzuführen sind.

(Aktionsplan der EU für die Kreislaufwirtschaft)

Produktion vieler Konsumartikel außerhalb der EU

Die Idee einer Kreislaufwirtschaft ließe sich im Rahmen der Europäischen Union theoretisch schon umsetzen. Dies würde jedoch voraussetzen, dass die gesamte Produktionswertschöpfungskette heute noch in der EU vorhanden wäre. In vielen Bereichen wie beispielsweise Consumer Electronics kommen die Produkte für den Massenmarkt und zunehmend auch höherwertige Produkte inzwischen jedoch aus Fernost, zumeist aus China sowie Südostasien. Dies erschwert die Rückführung gebrauchter Produkte und deren Wiederaufarbeitung beim Hersteller ungemein.

Abgesehen davon sind die auf große Stückzahlen ausgelegten Fertigungsstätten kaum in der Lage kleine Stückzahlen aufzuarbeiten. In Europa konzentriert sich beispielsweise die Aufarbeitung gebrauchter elektrischer Produkte auf das Refurbishing von Notebooks und PCs, die in großen Stückzahlen als Leasingrückläufer von Unternehmen anfallen und dann über die üblichen Distributoren wieder in den Handel kommen. Bei den Leasingrückläufern handelt es sich in der Mehrheit um zwei bis vier Jahre alte Produkte, während vergleichbare Produkte von privaten Endverbrauchern zumeist deutlich älter sind und mit aktuellen Betriebssystemen nur noch bedingt nutzbar sind.

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Kiew plant Chemiewaffen-Provokation im Donbass – russischer OSZE-Botschafter

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27-11-18 12:15:00,

Politik

22:11 26.11.2018(aktualisiert 23:09 26.11.2018) Zum Kurzlink

Die ukrainische Armee bereitet laut dem russischen Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Alexander Lukaschewitsch, eine Provokation mit chemischen Kampfstoffen im Donbass vor.

„Es gibt Informationen über die Vorbereitung einer Provokation der ukrainischen Streitkräfte unter Einsatz von chemischen Waffen und unter Beteiligung von ausländischen Geheimdiensten“, erklärte Lukaschewitsch in einer OSZE-Sondersitzung  am Montag.

Lukaschewitsch  verwies darauf, dass die ukrainische Armee nahe der Trennlinie im Donbass Flugabwehrsysteme S-300 und Buk sowie Mehrfachraketenwerfer „Grad“ und „Uragan“ zusammengezogen habe.

Außerdem sollen ukrainische Streitkräfte die Sonderbeobachtermission nahe der Ortschaft Luganskaja blockieren sowie ihre Truppen in die Ortschaften Zolotoj und Petrovkij verlegt haben.

©
Sputnik / Michail Markiv

Die Angriffe auf Ansiedlungen durch die Truppen Kiews haben sich seinen Angaben zufolge ebenfalls intensiviert.

Andere Sputnik-Artikel: „Herr Poroschenko steht vor einer Präsidentenwahl, die er verlieren wird“Andere Sputnik-Artikel: Poroschenko verkürzt Kriegszustand auf 30 Tage

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Macron plant neue “antipopulistische” Fraktion im Europaparlament

Macron plant neue “antipopulistische” Fraktion im Europaparlament

29-07-18 08:02:00,

Europaparlament. Foto: Diliff. Lizenz: CC BY-Sa 3.0

Merkel spielt angeblich mit dem Gedanken, Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin zu installieren

Im letzten Jahr wurde Emmanuel Macrons neue Partei La République en Marche auf Anhieb stärksten Kraft bei den französischen Parlamentswahlen (vgl. Macron: Mehrheit der Parlamentssitze, aber nicht der Stimmen). Die Sozialdemokraten, denen Macron vorher angehörte, gingen dabei praktisch unter. Anhaltspunkte dafür, dass sich an diesem neuen Kräfteverhältnis bei den Europawahlen im nächsten Mai etwas Grundlegendes ändern wird, gibt es bislang nicht.

Einem Bericht der Welt am Sonntag nach will Macron seine Partei im Europaparlament nicht der sozialdemokratischen S&D-Fraktion anschließen, wo sie wahrscheinlich nur die zweite Geige hinter der dominierenden deutschen SPD spielen würde, sondern eine neue Fraktion gründen – die “Progressiven Demokraten”, die für eine “Neuordnung der politischen Landschaft” sorgen sollen: Wo früher “rechts gegen links” stand, soll es künftig “progressiv gegen populistisch” heißen.

Lässt sich die liberale Fraktion schlucken?

Dafür verhandeln der La-République-en-Marche-Vorsitzende Christophe Castaner und der ihm von Macron zur Seite gestellte Pieyre-Alexandre Anglade angeblich bereits seit mehreren Monaten mit Parteien in anderen Ländern, die dieser Fraktion beitreten könnten. Als aussichtsreichste Anwärter gelten die bislang sozialdemokratische italienische Partito Democratico und die spanischen Ciudadanos, die aktuell dem liberalen ALDE-Parteienbündnis angehören, das mit 68 Abgeordneten die viertgrößte Fraktion im Europaparlament stellt.

Dieses Bündnis möchte Macron dem WamS-Bericht nach am liebsten ganz schlucken – mitsamt der deutschen FDP, deren Europaabgeordnete Nadja Hirsch der Zeitung sagte, die Liberalen müssten ihre Kräfte bündeln, um dem Populismus in Europa etwas entgegenzusetzen” und es könne sein, “dass der Name ALDE nicht bestehen bleibt, weil es eine neue proeuropäische liberale Bewegung geben wird”. Eine “Bewegung”, in der La République en Marche wegen des Bevölkerungsreichtums und des Stimmenanteils in Frankreich sehr wahrscheinlich die stärkste und damit tonangebende Kraft wäre. Allerdings passen Macrons Euro-Pläne bislang eher schlecht zu dem, was der deutsche FDP-Vorsitzende Christian Lindner fordert (vgl. Lindner warnt Bundesregierung vor vollendeten Tatsachen in Brüssel).

Wer verabschiedet sich aus der EVP?

Mit seiner neuen Fraktion könnte Macron der WamS nach im Europaparlament auf 140 Abgeordnete kommen. Die bislang stärkste Fraktion dort, die christdemokratische EVP, kommt aktuell auf 219. Nach der Wahl 2019 könnten es deutlich weniger sein.

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Grossbritannien plant Verbot von «Homo-Heilung»

Grossbritannien plant Verbot von «Homo-Heilung»

19-07-18 03:50:00,

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© pixabay

Ein Aktionsplan soll die Gleichberechtigung und Gleichstellung in Grossbritannien vorantreiben.

Tobias Tscherrig / 19. Jul 2018 –

Die konservative Regierung von Grossbritannien will «Homo-Heilung» verbieten. AktivistInnen geht der Plan nicht weit genug.

«Ich bin stolz, heute unseren LGBT-Action-Plan veröffentlichen zu können – und konkrete Schritte aufzuzeigen, die LGBT-Menschen das Leben erleichtern und die Diskriminierung und Ungleichheit, der sie sich gegenübersehen, zu beseitigen.» Mit diesen Worten stellte Premierministerin Theresa May Anfang Juli den LGBT-Aktionsplan von Grossbritannien der Öffentlichkeit vor.

Mit dem Aktionsplan soll die Ungleichbehandlung von «Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transpersonen» (LGBT) bekämpft werden.

Malta in der Vorreiterrolle

Um die Zielsetzung zu erreichen, sieht der «LGBT-Action-Plan» von Grossbritannien 75 Massnahmen vor. So zum Beispiel eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Polizei und Community, Verbesserung an den Schulen oder die Einsetzung eines offiziellen LGBT-Gesundheitsberaters. Ausserdem sollen Konversionstherapien beziehungsweise «Heilung von Homosexuellen» verboten werden.

Wird das Verbot dieser «Heilungspraktiken» umgesetzt, nähme Grossbritannien eine Vorreiterrolle ein – zusammen mit Malta. Als erstes europäisches Land verhängte Malta im Jahr 2016 ein Totalverbot von Konversionstherapien. Im maltesischen «Gesetz zur Bestätigung von sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und geschlechtlichem Verhalten» werden Konversionstherapien seitdem als generell irreführender und schädlicher Eingriff bezeichnet, für den es keine Rechtfertigung gebe.

Bereits im Jahr 2015 hatte Malta eines der fortschrittlichsten Gesetze für Trans- und Intersexuelle beschlossen. Laut der «Rainbow-Liste» galt die Insel 2016 als LGBT-freundlichstes Land in Europa.

Umfrage zeigte Handlungsbedarf

Nun will die konservative britische Regierung nachziehen. Bis zum Jahr 2020 sind für die Umsetzung des «LGBT-Action-Plan» umgerechnet 5.1 Millionen Euro vorgesehen. Dass in Grossbritannien – trotz der Abschaffung der «Clause 28», der Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe – Handlungsbedarf besteht, zeigte eine Umfrage, die innerhalb der LGBT-Community durchgeführt wurde.

108’000 Menschen beteiligten sich daran und schufen mit ihren Antworten die Grundlage für den «LGBT-Action-Plan». So ergab die Auswertung unter anderem, dass fünf Prozent der Befragten bereits angeboten worden sei, eine Konversionstherapie durchzuführen. Und das, obwohl die «Homo-Heilung» nicht nur von LGBT-Aktivisten, sondern auch von Psychologieverbänden abgelehnt wird. Aus gutem Grund: Konversionstherapien können Menschen in den Suizid treiben.

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De Maizière plant flächendeckende Gesichtserkennung trotz hoher Fehlerquoten am Südkreuz

De Maizière plant flächendeckende Gesichtserkennung trotz hoher Fehlerquoten am Südkreuz

21-12-17 09:05:00,

Am Freitag letzter Woche war Bundesinnenminister Thomas de Maizière ein zweites Mal am Berliner Südkreuz, um sich die Zwischenergebnisse des dort laufenden Biometrie-Tests erklären zu lassen. Nach der Unterrichtung beantwortete der Minister für etwa zehn Minuten Fragen von Journalisten, die wir hier vollständig im Wortlaut wiedergeben und kommentieren.

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Der Innenminister machte eingangs ein kurzes Statement, bevor er sich den Fragen der Journalisten zuwendete:

Die Bundespolizei testet an diesem Bahnhof, wie mit Hilfe moderner Technik die öffentliche Fahndung nach Terroristen, nach terroristischen Gefährdern, nach Schwerverbrechern verbessert werden kann. Ich habe mich heute über Zwischenergebnisse unterrichten lassen. Die Zwischenergebnisse zeigen folgendes: Bei siebzig Prozent und mehr haben wir eine positive Erkennung der Gesuchten, das ist ein sehr guter Wert und viel besser, als bei einem Test, der vor etwa zehn Jahren stattgefunden hat.

Wenn de Maizière diese ersten Ergebnisse nennt, so muss er sich allerdings an keinem vorher festgelegten Richtwert messen lassen, denn das Ministerium hat schlicht nicht veröffentlicht, welche Werte denn zu erreichen wären, damit der Test als Erfolg zu werten wäre. Stattdessen orientiert sich der Minister offenbar an dem Test am Hauptbahnhof Mainz vor zehn Jahren, der kläglich gescheitert war. Im Auftrag des Bundesinnenministeriums hatten dort sechs Kameras für vier Monate die Menschen auf der Rolltreppe und einer normalen Treppe in der Eingangshalle des Bahnhofes aufgezeichnet.

Die Ergebnisse vom Mainzer Bahnhof zu übertreffen, ist jedoch eine denkbar einfache Hürde und spricht noch nicht für einen Erfolg des jetzigen Tests. Was de Maizière einen sehr guten Wert nennt, ist eine zweifelhafte qualitative Einordnung, denn siebzig Prozent Erkennung bedeutet natürlich, dass dreißig Prozent der freiwilligen Tester von der Software in Südkreuz nicht erkannt wurden.

eingang suedkreuz

Die angegebenen Werte sind ohnehin nur von schwacher Aussagekraft, da nur wenige Hundert Teilnehmer beteiligt sind. Für aussagekräftige Studien ist diese Grundgesamtheit zu klein. Wenn das System tatsächlich irgendwann im Einsatz wäre und etwa eine Datenbank mit Bildern von mehreren Hundert oder gar Tausend „Gefährdern“ genutzt würde, ist zu erwarten, dass die Fehlerquote noch weiter steigen und damit auch die fehlerhafte Erkennung von gar nicht gespeicherten Personen steigen wird.

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