Nord Stream 2: Wie das Projekt durch die Hintertür doch noch gestört werden soll | Anti-Spiegel

nord-stream-2:-wie-das-projekt-durch-die-hintertur-doch-noch-gestort-werden-soll-|-anti-spiegel

06-11-19 10:23:00,

Die Medienkampagne gegen Nord Stream 2 geht auch weiter, nachdem Dänemark den Bau durch seine Gewässer erlaubt hat.

Die USA versuchen noch immer mit allen Mitteln zu verhindern, dass mehr russisches Gas durch Nord Stream 2 nach Europa kommt. Die USA wollen ihr teureres Fracking-Gas in Europa verkaufen und bekommen dabei Unterstützung aus Polen und den baltischen Staaten, wo die anti-russische Politik so stark ist, dass man sogar bereit ist, 30 Prozent mehr als nötig für Gas zu bezahlen.

Am Dienstag hat die Bild-Zeitung einen Artikel veröffentlicht, der in die anti-russische Kerbe schlug und mit den Worten begann:

„Was tut die Bundesregierung noch alles, um Wladimir Putins Prestige-Projekt „Nord Stream 2“ nach den Wünschen des russischen Gasriesen Gazprom zu realisieren?“

Das war natürlich schon gelogen, denn im Artikel konnte man dann lesen, dass deutsche Abgeordnete die Investitionen der deutschen Partner von Nord Stream 2 schützen wollen, die durch EU-Richtlinien gefährdet sind. Das russische Fernsehen hat die Meldung der Bild aufgegriffen und aus seiner Sicht über die in Deutschland geplanten Gesetzesänderungen berichtet. Da ich den russischen Artikel übersetzt habe, kann der interessierte Leser den russischen und den deutschen Artikel vergleichen.

Beginn der Übersetzung:

Die Gasrichtlinie der Europäischen Union sieht einen Zwang zur Trennung der Besitzer des Gases und der Pipelines vor, über die das Gas an die Verbraucher geliefert wird. Deutschen Investoren gefällt das gar nicht.

Die Bild-Zeitung berichtet, dass Abgeordnete der deutschen Regierungskoalition Änderungen an der lokalen Gesetzgebung ausgearbeitet haben, die es ermöglichen sollen, „North Stream-2“ aus der EU-Richtlinie zu nehmen.

Derzeit genießen nur die Projekte, die vor dem 23. Mai 2019 abgeschlossen wurden, ein solches Privileg. Somit funktioniert Nord Stream 1 ungehindert, obwohl es auch damit einige Schwierigkeiten gibt.

So hat der Europäische Gerichtshof Gazprom im September verboten, 90 Prozent der Kapazität der OPAL-Pipeline zu nutzen, die die Verlängerung von Nord Stream 1 über Land darstellt, wodurch die OPAL-Pipeline nur noch zu 50 Prozent genutzt werden kann.

Das Gericht folgte der Forderung Warschaus, das nicht nur seine eigenen Interessen, sondern auch die Bedürfnisse der europäischen Verbraucher ignoriert, wenn es nur in Washingtons Gunst stehen darf.

Die USA zwingen ihre Satelliten in Europa durch politische Erpressung, alles zu tun,

 » Lees verder

Projekt „Deutschland spricht“: Blinde, die andere führen wollen – www.NachDenkSeiten.de

Projekt „Deutschland spricht“: Blinde, die andere führen wollen – www.NachDenkSeiten.de

18-09-18 10:22:00,

18. September 2018 um 11:04 Uhr | Verantwortlich:

Projekt „Deutschland spricht“: Blinde, die andere führen wollen

Veröffentlicht in: Demokratie, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik, Strategien der Meinungsmache

Am 23. September sollen zehntausende Menschen in Deutschland, die eine unterschiedliche Meinung zu einem bestimmten Thema haben, miteinander diskutieren. So will es zumindest eine Aktion, hinter der neben dem Bundespräsidenten zahlreiche große Medienhäuser stehen. Das Ziel: Bürger aus ihren „Filterblasen“ rausholen. Ein Stück Realsatire kommt zum Vorschein, wie es irrsinniger kaum sein könnte. Medien, die über viele Jahre das Meinungsspektrum in der öffentlichen Debatte auf den Durchmesser eines Strohhalms verengt haben, inszenieren sich nun als Initiatoren und Moderatoren eines großen Bürgerdialoges. Akteure, die sich selbst in einer für die Demokratie schlimmsten Filterblase unserer Gesellschaft bewegen – der Filterblase „Mainstream“ – zeigen auf die angebliche Filterblase bei den anderen. Von Marcus Klöckner.

Die Ignoranz, die aufseiten großer Medien vorherrscht, lässt tief blicken. Bekannte Medienhäuser, deren hochrangige Vertreter gerne behaupten, zu sagen, „was ist“, also für sich beanspruchen, die Realität so zu zeigen, wie sie ist, zeigen sich wiedermal als Blinde, die andere führen wollen.

Zu dieser Ansicht kann man gelangen, wenn man sich das Projekt „Deutschland spricht“ anschaut. Die Zeit, Zeit Online, Der Spiegel, tagesschau.de, SZ.de und eine Reihe weiterer großer Medien wollen Bürger, die völlig anderer Ansicht zu bestimmten gesellschaftlichen und politischen Themen sind, zusammenbringen. Jeweils paarweise sollen die Bürger sich die Meinung ihres Gegenübers anhören und miteinander diskutieren.

Was ist von dem Projekt zu halten? Oberflächlich betrachtet lässt sich die Aktion sicherlich gutheißen. Es kann nichts schaden, wenn Menschen mit unterschiedlichen Ansichten in einen konstruktiven Dialog miteinander treten. Doch die Absicht der Projektmacher, durch das Arrangieren dieser Gespräche ein Stück dazu beizutragen, dass die tiefen Gräben in unserer Gesellschaft überwunden werden, entlarvt das Projekt als das, was es ist: Augenwischerei.

Wer sich mit dem Projekt etwas genauer auseinandersetzt, muss feststellen, dass hier geschickt die Aufmerksamkeit von jenen Institutionen abgelenkt wird, die maßgeblich an der sozialen Spaltung mitgewirkt haben und letztlich noch immer zu dieser Spaltung beitragen. In der Sinnwelt des Projekts entsteht der Eindruck, dass die Bürger mit ihren unterschiedlichen Ansichten und Meinungen eine fragmentierte Gesellschaft haben entstehen lassen.

 » Lees verder

Das neokoloniale Projekt

Das neokoloniale Projekt

07-07-18 06:20:00,

Die Tragödie, die sich Tag für Tag im Mittelmeer abspielt, geht weiter. Über 23.000 Flüchtlinge und Migranten ertranken dort im Verlauf der letzten 15 Jahre, über 5.000 allein im Jahr 2016. Mehr und mehr Afrikaner riskieren ihr Leben, um nach Europa zu kommen und ein besseres Leben zu finden. Sie flüchten, um in ihren Dörfern und Städten der Armut, dem Hunger und der Perspektivlosigkeit zu entkommen.

Mitte Dezember 2015 fand in Valletta, der Hauptstadt Maltas, ein Gipfel zwischen der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union statt. Auf der Tagesordnung stand die Problematik der Migranten, die sich von Afrika auf den Weg nach Europa machen. Die EU war bemüht, den Unterschied zu machen zwischen „politischen“ Flüchtlingen, wie denjenigen, die aus Syrien kommen und in Europa willkommen sind und den „wirtschaftlichen“ Flüchtlingen, die man dazu bringen will, so schnell wie möglich nach Afrika zurückzukehren.

Wie ist es zu verstehen, dass jemand, der vor Elend und Hunger flieht, weniger in seiner Existenz bedroht ist als jemand, der versucht, Bürgerkriegen und Diktaturen zu entkommen?

Auf jeden Fall wollte Europa seine zukünftige finanzielle Unterstützung von der Bereitschaft der Afrikaner abhängig machen, bei der Rückführung seiner Migranten mitzuarbeiten. Ein mit 1,9 Milliarden Euro gespeister Spezialfonds wurde geschaffen, um die Afrikaner zu einer solchen Mitarbeit zu bewegen.

Im September 2015 veröffentlichte Le Monde Diplomatique einen Brief von Aminata Traoré, der früheren Kulturministerin Malis, der Einblick in die Katastrophe bietet:

„Zweihundert deiner Mitbürger und ebenso viele von den meinigen sind auf der Liste der 800 Toten des Schiffsuntergangs, der sich am 18. April auf hoher See bei Sizilien ereignete. Von vielen spricht man bereits nicht mehr, von vielen wird niemals gesprochen, sie sind untergegangen in Gemeinschaftsgräben, zu denen die Sahara-Wüste und das Mittelmeer geworden sind.“

In La Valletta wurden Stimmen laut, die die europäischen Politiker aufforderten, sich mit den Ursachen dieser Migration auseinanderzusetzen und die notwendigen Bedingungen zu schaffen, damit die Afrikaner nicht mehr aus ihrer Heimat fliehen müssen. Dabei hat sich Europa sehr oberflächlich, ja sogar recht scheinheilig benommen. Diese Ursachen sind in der Tat vielleicht komplex, sie können aber aufgezeigt werden.

Am 30. April 2015 brachte das erste deutsche Fernsehprogramm in der Sendung „Monitor“ eine Reportage mit dem Titel: „Wie die EU Fluchtursachen schafft, statt sie zu bekämpfen“.

 » Lees verder