Wie man Propaganda im Spiegel erkennen kann | Anti-Spiegel

10-06-21 02:01:00,

Aktuell gibt es in zwei lateinamerikanischen Ländern Proteste. Daran, wie der Spiegel darüber berichtet, kann man sehr anschaulich sehen, wie offen und plump der Spiegel Propaganda betreibt.

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich nicht mal ein Seminar machen kann, um den Menschen Methoden aufzuzeigen, wie man Propaganda in den „Qualitätsmedien“ erkennt. Momentan habe ich dafür leider keine Zeit, aber in diesen Tagen kann man eine der Methoden beobachten, daher nehme ich das aktuelle Beispiel zum Anlass, das einmal zu erklären. Mit diesem Artikel möchte ich mich vor allem die Menschen wenden, die nicht so aktiv Medien konsumieren und an die, die es möglicherweise für eine böse Unterstellung halten, es gäbe Propaganda in den deutschen Medien. Daher muss ich ein wenig ausholen

Was ist Propaganda?

Propaganda ist im Grunde das gleiche wie PR oder Werbung. Die Ursprünge und Methoden sind die gleichen. Der Sinn von Propaganda ist es, die Menschen in eine gewollte Richtung zu beeinflussen. Das kann die Kaufentscheidung für ein Produkt sein, oder die Art, wie die Menschen über ein (politisches oder gesellschaftliches) Thema denken.

Eine für Gegner meiner Arbeit unverdächtige Quelle ist sicherlich die Bundeszentrale für politische Bildung. Dort wird Propaganda so definiert:

„Propaganda ist der Versuch der gezielten Beeinflussung des Denkens, Handelns und Fühlens von Menschen. Wer Propaganda betreibt, verfolgt damit immer ein bestimmtes Interesse.“

In dem Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung geht es dann um Kriegspropaganda, bevor es noch einmal um Propaganda selbst geht:

„Charakteristisch für Propaganda ist, dass sie die verschiedenen Seiten einer Thematik nicht darlegt und Meinung und Information vermischt. Wer Propaganda betreibt, möchte nicht diskutieren und mit Argumenten überzeugen, sondern mit allen Tricks die Emotionen und das Verhalten der Menschen beeinflussen, beispielsweise indem sie diese ängstigt, wütend macht oder ihnen Verheißungen ausspricht. Propaganda nimmt dem Menschen das Denken ab und gibt ihm stattdessen das Gefühl, mit der übernommenen Meinung richtig zu liegen.“

Das sind wichtige Punkte bei der Propaganda: Sie „berichtet“ einseitig, beeinflusst den Leser dadurch, dass sie in eine trockene Information die Meinung des Autoren mischt, ohne dies allerdings durch Formulierungen wie „ich bin der Meinung, dass…“ kenntlich zu machen. Außerdem muss Propaganda die Emotionen des Lesers ansprechen, denn wer emotionalisiert ist, der kann in dem Moment nicht analytisch denken. Und das ist der Sinn von Propaganda: Nicht Fakten zeigen,

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Propaganda, Repressionen und Profite

14-05-21 10:32:00,

Während gehäufte Todesfälle in etlichen Pflegeheimen nach Covid-19-Impfungen oftmals unter Alter, Vorerkrankungen und statistischer Sterbewahrscheinlichkeit verbucht worden waren, passen viele jüngere Verstorbene nicht so gut in diese Kategorien. Versucht wurde das offenbar auch im Fall Dana Ottmann.

Die junge Frau starb Anfang März 32-jährig nach einer Impfung mit dem Serum von AstraZeneca, das neuerdings den Namen Vaxzevria trägt, an einer Hirnblutung. Dieses Risiko sei nicht bekannt, lediglich einige Fälle von Hirnvenenthrombosen würden untersucht, beschwichtigten die Medien Ende März. Da man eine solche im Fall Ottmann nicht diagnostiziert habe, sei ein kausaler Zusammenhang fraglich.

Überhaupt gelangte der Fall offenbar allein durch die Mutter des Opfers in die Medien. Sie sei, erläuterte diese Ende April dem Focus, nach dem Tod ihrer Tochter „auf taube Ohren gestoßen“. Niemand habe einen möglichen Zusammenhang wahrhaben wollen. Sie habe gar befürchtet, dass etwas vertuscht werden könnte, und deshalb die Öffentlichkeit gesucht.

Inzwischen kam die Universität Greifswald zu einem erschütternden Befund: Dana Ottmann erlag einer Autoimmunreaktion auf den Impfstoff, die zu einer Gerinnungsstörung mit Einblutung ins Gehirn führte. Im Fachjargon spricht man von einer Thrombozytopenie. Offenbar angeregt durch zahlreiche Entzündungen im Körper bilden sich dabei Antikörper, die an eigene Blutplättchen binden. Dadurch funktioniert die Gerinnung nicht mehr richtig, was zu gefährlichen inneren Blutungen führen kann.

Diese Autoimmunreaktion namens Thrombozytopenie spielt durchaus eine Rolle [im neuen „Sicherheitsbericht“ des PEI — allerdings ausnahmslos in Verbindung mit einer Hirnvenenthrombose und einzig bezogen auf den Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca. Das Problem: Die Kombination der beiden schweren Nebenwirkungen wurde nach dieser Impfung gehäuft erfasst, im Hinblick auf die Impfdosen jedoch „sehr selten“. Das bedeutet: Es betraf bisher weniger als einen von 10.000 Geimpften.

In Zahlen ausgedrückt: Dem Bericht zufolge waren dem PEI bis zum 30. April genau 67 Fälle einer Kombination von Thrombose und Thrombozytopenie, dort abgekürzt mit TTS, nach einer AstraZeneca-Spritze gemeldet worden. 14 Betroffene davon seien verstorben, heißt es. Das wären dann insgesamt etwa zwölf TTS-Fälle auf eine Million Impfdosen und, wegen der doppelten Verabreichung, 500.000 Probanden.

Drei Viertel der von TTS Betroffenen waren weiblich. Alle 50 Frauen waren unter 80 Jahren alt, 17 davon waren unter 40, weitere 21 zwischen 40 und 59. Zudem traf es zwölf Männer unter 40 und fünf weitere zwischen 40 und 80.

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Propaganda hoch zwei im Spiegel | Anti-Spiegel

01-05-21 06:15:00,

Der Spiegel hat gemeldet, dass Anwohner einer Straße in Duisburg Briefträger bedrängen und dabei keine Masken tragen. Aus Angst vor Corona werden dort nun keine Briefe mehr zugestellt. Die entscheidende Information dazu versteckt der Spiegel sehr geschickt.

Spiegel-Leser wissen es schon lange: Querdenker und „Corona-Leugner“ sind böse, ja sogar gewaltbereit, rechts, teilweise antisemitisch und daher einfach eine Gefahr für die Allgemeinheit. Das erfährt man auch wieder in dem Spiegel-Artikel mit der Überschrift „Aufdringliche Anwohner, fehlende Masken – Postzusteller trauen sich nicht mehr in Duisburger Straße„, der wie folgte beginnt:

„Aus Sorge vor Corona-Infektionen stellt die Deutsche Post seit Wochen in einer Sackgasse in einem Duisburger Viertel keine Sendungen mehr in die Hausbriefkästen zu. Die Situation für Zusteller sei durch distanzloses Verhalten vieler Anwohner, die zumeist auch keine Masken trügen, nicht mehr tolerabel gewesen, sagte die Sprecherin der Deutschen Post, Britta Töllner. Zuvor hatte die »WAZ« berichtet.“

Die Post stellt die Zustellung von Briefen ein, weil die Anwohner in einer Straße keine Distanz halten. Wir erfahren mal wieder die gewollten Kernbotschaften: Erstens Corona ist ganz gefährlich, sogar so gefährlich, dass die Post sich weigert Briefe zuzustellen, um das Leben der Briefträger zu schützen. Und zweitens sind die „Corona-Leugner“ und die Querdenker ganz gefährlich, denn sie gefährden gewissenlos die armen Briefträger.

Aber damit nicht genug. Weiter erfährt der Spiegel-Leser:

„Die Sackgasse im Duisburger Stadtteil Rheinhausen wird von Wohnblocks gesäumt. Seit Beginn der Coronapandemie seien die Transporter der Zusteller immer wieder von den Anwohnern umringt worden. Postmitarbeiter hätten nicht mehr aussteigen wollen und sich durch zu wenig Corona-Abstand und fehlende Masken in ihrer Sicherheit gefährdet gefühlt, sagte Töllner weiter. Es habe zwar keine Übergriffe gegeben, vereinzelt sei es aber auch zu verbal aggressiv aufgeladenen Situationen gekommen.“

Sie sind auch noch aggressiv. Die Briefträger werden nicht nur durch fehlende Masken und zu geringe Abstände in Gefahr gebracht, sie werden auch „umringt“ und es kommt zu „aggressiv aufgeladenen Situationen.“ Diese Querdenker und „Corona-Leugner“ sind wirklich gemeingefährlich, denkt sich der durchschnittliche Spiegel-Leser, wenn er diese Zeilen liest.

Dass es gar nicht um Querdenker oder „Corona-Leugner“ geht, merkt nur ein aufmerksamer Leser, der auch den letzten Absatz des Artikels liest. Dort ist zu lesen:

„Bereits im vergangenen Jahr hatte es nach Angaben der Post Versuche gegeben,

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Propaganda bei T-Online: Wie Leser von Interviews mit “Experten” getäuscht werden | Anti-Spiegel

08-03-21 09:37:00,

Auf T-Online ist ein Interview mit Anne Appelbaum erschienen, in dem sie vor Putin und vor einem Zusammengehen von Deutschland und Russland warnt. T-Online preist das als Interview mit einer Historikerin an und verschweigt seinen Lesern die entscheidenden Informationen.

Anne Appelbaum ist mir bereits hinlänglich bekannt, weshalb ich, als ich das Interview gesehen habe, sofort hellhörig geworden bin. Der Artikel bei T-Online trägt jetzt die Überschrift „Bedrohung der Demokratie – „Boris Johnson ist kein Autokrat, aber er nutzt die gleichen Mittel“.“ Aber ursprünglich trug es eine andere Überschrift, die T-Online dann aber geändert hat. Wahrscheinlich war sie der Redaktion zu plump, denn sie lautete „Historikerin im Interview – Die Deutschen ahnen nicht, wie gefährlich Putin ist.“

Es ist ungewöhnlich, dass deutsche Medien die Überschriften ihrer anti-russischen Artikel entschärfen, ich habe an vielen Beispielen des Spiegel aufgezeigt, dass der Spiegel in der Regel umgekehrt vorgeht und zunächst recht neutral gehaltene Überschriften im Nachhinein verschärft. Mich würde wirklich interessieren, warum die Redaktion von T-Online die Überschrift im Nachhinein „entschärft“ und den bösen Putin aus ihr entfernt hat.

In dem Interview holt Appelbaum zu einem Rundumschlag gegen alle aus, die sie als „Rechte“, „Populisten“, „Autokraten“ und ähnliches bezeichnet. Es ist ein klassisches Interview zur Untermauerung der Thesen des transatlantischen Mainstream und daher nicht sonderlich interessant. Interessant ist, was T-Online seinen Lesern verschweigt. In dem Artikel wird Appelbaum in einem Infokasten folgendermaßen vorgestellt:

„Anne Applebaum, geboren 1964 in Washington, D.C., ist Historikerin und Journalistin. Sie arbeitete für renommierte Blätter wie „The Economist“ und „The Spectator“, derzeit ist Applebaum Autorin für „The Atlantic“. Zudem lehrte sie an zahlreichen Hochschulen wie Yale, Harvard, Oxford und Cambridge. Die Osteuropa-Expertin ist Autorin verschiedener Bücher, für ihr Werk „Der Gulag“ von 2003 hat Applebaum den Pulitzerpreis erhalten. Am 12. März erscheint ihr neues Buch „Die Verlockung des Autoritären. Warum antidemokratische Herrschaft so populär geworden ist“ auf Deutsch.“

Der interessierte Leser erfährt, dass es sich bei Appelbaum um eine echte Expertin handelt, die für bekannte Medien geschrieben, an den besten Hochschulen der Welt gelehrt und viele Bücher geschrieben hat. Sie muss also eine wirklich sehr gute Expertin und ihre Meinung muss entsprechend fundiert sein. Was T-Online seinen Lesern verschweigt

Ich kenne Appelbaum schon, aber der deutsche Leser wird es schwer haben, herauszufinden, wer sie ist. Im deutschen Wikipedia zum Beispiel fehlt jeder Hinweis darauf,

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Propaganda nach Lehrbuch: Mit welchen Mitteln der Spiegel brutale Polizeigewalt in Spanien verharmlost | Anti-Spiegel

21-02-21 05:25:00,

In Spanien finden seit einigen Tagen heftige Proteste statt, die Polizei geht mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vor. An diesem Beispiel kann man anschaulich aufzeigen, wie der Spiegel Polizeigewalt im Westen verharmlost.

Wir kennen die Spiegel-Berichte der letzten Jahre zur Genüge. Wann immer es Proteste in Hongkong, Moskau oder Minsk gab, hat der Spiegel regelrecht aufgeheult und von Polizeigewalt fabuliert, auch wenn es gar keine gegeben hat. Diese Formulierung gehört für den Spiegel zum Standard-Repertoire, wenn er über Länder berichtet, deren Regierungen ihm nicht gefallen. Messen mit zweierlei Maß

Wenn es hingegen um Länder geht, deren Regierungen der Spiegel ganz toll findet (also um Länder des “Wertewestens”), dann verschweigt er Polizeigewalt oder verharmlost sie. Das konnten wir vor einiger Zeit bei den Gelbwesten in Frankreich beobachten oder gerade erst in den USA, wo Polizeifahrzeuge sogar in Menschenmengen gefahren sind (das Video zu dem Bild finden Sie hier), ohne dass der Spiegel von Polizeigewalt sprechen würde. Er hat nicht einmal darüber berichtet.

Man stelle sich einmal vor, es hätte solche Szenen in Moskau oder Minsk gegeben, wie oft der Spiegel und andere “Qualitätsmedien” uns die Bilder gezeigt hätten. Wenn sie aber aus den USA kommen, dann braucht der deutsche Zuschauer oder Leser sie hingegen nicht zu sehen. Und im letzten Jahr gab es viele derartiger Vorfälle in den USA. Proteste in Spanien

Aktuell gibt es in Spanien heftige Proteste und massive Polizeigewalt. Hier soll es nicht um die Proteste selbst gehen, sondern darum, mit welchen Mitteln der Spiegel die Polizeigewalt verharmlost.

Zu den Protesten daher nur in Kürze. Der Grund ist die Frage der Unabhängigkeit von Katalonien, die damit verbundenen Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit in dem Land und die Tatsache, dass ein Rapper nun zu mehreren Monaten Haft verurteilt wurde, weil der spanischen Regierung seine Texte nicht gefallen. Rap ist keine Kunstform, die mir gefällt und viele Rap-Texte sind mehr als fragwürdig. Aber wenn im Westen Meinungsfreiheit herrscht, sollte man Künstler eigentlich nicht für ihre Texte einsperren. Ich habe vor einigen Tagen schon darüber berichtet und einen Bericht des russischen Fernsehens über die Lage in Spanien übersetzt.

Im Spiegel ist am Freitag ein Artikel darüber erschienen und ich musste mir die Augen reiben. Der Grund für die Verhaftung des Rappers waren seine Angriffe auf den König,

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