Wie in Russland über die Proteste in Hong Kong berichtet wird | Anti-Spiegel

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12-08-19 07:45:00,

Da die Situation in Hong Kong die deutschen Medien beherrscht, finde ich es interessant, den deutschen Berichten einmal unkommentiert einen Bericht des russischen Fernsehens gegenüber zu stellen. Wie nicht anders zu erwarten, unterscheiden sich die russischen Berichte stark von dem, was in deutschen Medien berichtet wird.

Ich kann kein Chinesisch und habe keine Verbindungen dorthin. Daher kann ich zu den Ereignissen in Hong Kong nichts beisteuern, als ein paar allgemeine eigene Gedanken. Und ich stelle fest, dass es wieder nach dem bekannten Muster abläuft, das wir beim Maidan gesehen haben oder heute in Moskau sehen: Die westlichen Medien unterstützen die Demonstranten nach Kräften, die Demonstranten haben unbestreitbar Kontakt zum US-Konsulat vor Ort und alle Gewalt, die von den Demonstranten ausgeht, wird in Deutschland verschwiegen. Stattdessen werden Blockaden zum Beispiel des Internationalen Flughafens durch die westlichen Medien in ein positives Licht gestellt. Ich frage mich in solchen Fällen immer, wie wohl die deutschen Medien berichten würden, wenn Pegida, Attack, Montagsdemonstranten oder ähnliche Gruppen den Frankfurter Flughafen stürmen und besetzen würden.

Sie es drum, das waren nur allgemeine Gedanken meinerseits dazu. Nun übersetze ich einen Bericht des russischen Fernsehens, damit die deutschen Leser auch mal eine andere Sicht kennen lernen können, als die der deutschen Medien. Nach der Lektüre des Textes dürfte der Video-Beitrag auch ohne Russischkenntnisse einigermaßen verständlich sein.

Beginn der Übersetzung:

Die chinesischen Behörden haben damit gedroht, die an den Angriffen in Hongkong Beteiligten hart zu bestrafen. Seit zwei Monaten gibt es dort Massenunruhen. Peking wirft Washington vor, an der Organisation der Proteste beteiligt zu sein.

Alle Flüge wurden für mindestens einen Tag annulliert. Der Hong Kong International Airport, einer der größten Verkehrsknotenpunkte der Region, wurde von mehreren tausend regierungsfeindlichen Demonstranten lahmgelegt. In der Ankunftshalle dauert der Sitz-Protest schon drei Tage, in der Abflughalle wird stehend protestiert. Die Schuldigen des Transportkollaps werden jedoch höchstwahrscheinlich das Terminal in den kommenden Stunden verlassen müssen. Die Strafverfolgungsbehörden bereiten sich darauf vor, die Kontrolle über die Situation zu übernehmen.

„Wie Sie wissen, wurden alle Flüge wegen eines nicht genehmigten Protests annulliert. Dies verursacht schwere Schäden für Passagiere, Fluggesellschaften und die Wirtschaft der Metropole als Ganzes. Wir fordern die Sicherheitsdienste auf, Maßnahmen zu ergreifen und das Terminal von Demonstranten zu räumen. Zuvor werden wir Warnungen aussprechen,

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Heutige Proteste in Moskau – Ein erster Überblick | Anti-Spiegel

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10-08-19 06:26:00,

Wie erwartet kam es in Moskau wieder zu Protesten und wie erwartet, berichten die deutschen Medien wieder nicht die Wahrheit. Ein Überblick über die Ereignisse am Samstagnachmittag.

Ich habe den Livestream der genehmigten Kundgebung von RT geteilt und wer sich die ganzen drei Stunden anschauen möchte, kann das hier tun.

Die Demonstration war von der Stadt zugelassen und fand auf einer wichtigen Hauptstraße im Zentrum Moskaus statt. Diese Demonstration war wesentlich größer, als die vorhergegangenen, bei denen nur 1.500 bis 4.000 Menschen teilgenommen hatten. Diesmal waren es nach Angaben der Polizei 20.000, nach Angaben der Organisatoren 50.000. Wer sich ein eigenes Bild machen will, kann das auf den oben genannten Video tun. Ich hätte allerdings auf weniger als 20.000 getippt, denn ich kenne die Straße sehr gut, weil ich dort früher oft beruflich gewesen bin.

Der Grund, warum es diesmal mehr Demonstranten waren, dürfte vor allem darin liegen, dass kurzfristig einige bekannte Showstars angekündigt hatten, dort auf der Bühne aufzutreten. Die Stadt Moskau hat darauf hingewiesen, dass das nicht zulässig sei, da gemäß Gesetz der Zweck der Veranstaltung nach Genehmigung nicht ohne Rücksprache mit den Behörden verändert werden dürfe. Also ganz wie in Deutschland: Wer politische Reden ankündigt, kann dort nicht plötzlich ein Konzert veranstalten, schon aus Lärmschutzgründen nicht. Aber Moskau hat es geschehen lassen und einige Musiker sind dort aufgetreten.

Trotzdem war die Aktion ein Misserfolg, denn trotz der vielen Stars und Sternchen kamen viel weniger Menschen, als von den Organisatoren erhofft. Der Spiegel schrieb am Samstagmorgen:

„In Moskau haben die Behörden diesen Sonntag tatsächlich eine Demonstration genehmigt, sie ist für 100.000 Menschen zugelassen. In den vergangenen Wochen hatten sie mehrere Kundgebungen verboten und mehr als 2000 Menschen festgenommen. Die russische Opposition, darunter der inhaftierte Alexej Nawalny, will erreichen, dass ihre Kandidaten zur Stadtratswahl am 8. Dezember zugelassen werden. Sie waren wegen angeblicher Formfehler ausgeschlossen worden. 20 Jahre nach der Inthronisierung Wladimir Putins kann die russische Führung nicht einmal mehr auf kommunaler Ebene echte Demokratie zulassen – das zeigt, wie fragil das gegenwärtige System ist.“

Wir kennen das ja schon vom Spiegel. Er verschweigt seinen Lesern konsequent, dass auch die vorherigen Demonstrationen genehmigt waren, aber dass die Demonstranten sich nicht an die Genehmigungen gehalten haben und stattdessen ganz woanders demonstrieren wollten.

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Der Spiegel über die Proteste in Moskau – Unsere tägliche Portion Desinformation gib uns heute | Anti-Spiegel

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07-08-19 04:24:00,

Ich bin dem Spiegel ja selten dankbar, aber heute ist so ein Tag. In dem aktuellen Artikel bestätigt der Spiegel vieles von dem, was ich in den letzten Tagen geschrieben habe. Allerdings versucht er dabei, einiges zu verdrehen und das werden wir uns mal anschauen.

Die kleinen Demonstrationen in Moskau werden von den Medien in Deutschland zu einem Volksaufstand aufgebauscht. Wie absurd hier Tatsachen verdreht werden, zeigt heute der Chef des Spiegel-Büros in Moskau.

Wir reden aktuell über eine Demonstration, die am Samstag stattgefunden hat und bei der gerade mal 1.500 Teilnehmer waren. Und das in einer Stadt mit über 12 Millionen Einwohnern, das wäre so, als wenn in Berlin 500 Leute demonstrieren. Das wäre keine Meldung wert, aber wenn es in Moskau passiert, dann wird täglich berichtet.

Um diese Zahlen größer erscheinen zu lassen, nennt der Spiegel erst gar keine genauen Zahlen. In dem Artikel heißt es:

„Seit Juli haben Tausende Moskauer gegen den Ausschluss der oppositionellen Kandidaten von den Wahlen zum Stadtparlament demonstriert.“

Über die Hintergründe und warum die Kandidaten nicht zur Wahl zugelassen werden, habe ich hier geschrieben. Aber anstatt die Entscheidungen der Wahlkommission vor Gericht anzufechten, haben sie zu Demonstrationen aufgerufen.

Allerdings sind diese Demonstrationen keineswegs eine Volksbewegung, sie werden vielmehr aus dem Westen finanziert und organisiert, wie man leicht überprüfen kann. Und diese Unterstützung ist massiv, selbst ausländische Botschaften und die russischen Ableger westlicher Medien feuern die Spannungen an. Der deutsche staatliche Auslandssender Deutsche Welle spielt dabei eine besonders unrühmliche Rolle und versuchte, diese Vorwürfe zu entkräften. Aber es reichen schon rudimentäre Russischkenntnisse oder sogar der Google-Übersetzer, um diese Lügen, die die Deutsche Welle ihren deutschen Lesern erzählt, zu entlarven.

Über die Demonstrationen vom 27. Juli und 3. August habe ich jeweils ausführlich berichtet.

Während nun in westlichen Medien von Polizeigewalt berichtet wird, sah es in Wahrheit ganz anders aus: Im Gegensatz zu Demonstrationen in Deutschland oder vor allem in Frankreich, gab es keine Wasserwerfer, kein Tränengas und schon gar keine Gummigeschosse. Die Räumung verlief friedlich und gewaltfrei und der einzige, der eine Nacht im Krankenhaus verbracht hat, war ein Polizist, der sich die Schulter ausgerenkt hat.

Aber der Spiegel schreibt stattdessen folgendes:

„Die Polizei reagierte rabiat: Allein an den zwei vergangenen Samstagen gab es insgesamt fast 2500 Festnahmen.“

Ich habe immer wieder darauf hingewiesen,

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Spontane Proteste? Wie die deutsche und die US-Regierung die Proteste in Moskau eskalieren | Anti-Spiegel

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05-08-19 02:10:00,

Der Westen wirft Russland laufend vor, sich in seine inneren Angelegenheiten einzumischen und den Westen „destabilisieren“ zu wollen. Dabei tut der Westen gerade genau das, was er kritisiert, in Russland. Und zwar auch mit aktiver Beteiligung Deutschlands. Worum geht es dabei?

Über die Hintergründe der Demonstrationen in Moskau vom Samstag habe ich hier ausführlich geschrieben. Für alle, die das Thema nicht kennen, hier die wichtigsten Fragen und Antworten in Kürze, danach komme ich zu dem eigentlichen Thema: Die massive Schützenhilfe des Westens bei den aktuellen Demonstrationen in Moskau.

War die Demonstration verboten? Jein, sie war genehmigt, aber an einem anderen Ort im Moskauer Zentrum. Die Demonstranten wollten aber den 12-spurigen innerstädtischen Autobahnring „Gartenring“ blockieren, was die Behörden übertrieben fanden und daher eine andere, mehrspurige Hauptstraße im Zentrum von Moskau für die Demonstration angeboten haben. Die Demonstranten lehnten das ab und versuchten stattdessen trotzdem zum Gartenring zu kommen.

War es es eine große Demonstration? Nein, es waren ca. 1.500 Menschen dort. In einer 12-Millionen-Metropole wie Moskau ist das wenig, das wäre so, als wenn in Berlin 500 Menschen demonstrieren.

Drohen den ca. 600 vorübergehend Festgenommenen nun langjährige Gefängnisstrafen? Nein. Im Gegensatz zu Deutschland sind Verstöße gegen das Demonstrationsrecht in Russland nur Ordnungswidrigkeiten. Nach Feststellung der Personalien kann man mit einem Bußgeldbescheid wieder nach Hause. Erst im Wiederholungsfall drohen bis zu 30 Tage Ordnungshaft, aber auch das ist keine Vorstrafe, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit. Hohe Strafen drohen nur bei Widerstand gegen die Staatsgewalt, dazu hat es aber nur eine Handvoll Anklagen gegeben.

War die Polizei brutal? Nein. Im Gegensatz zu Demonstrationen im Westen hat es in Moskau kein Tränengas, keine Wasserwerfer und erst recht keine Gummigeschosse gegeben. Der einzige, der eine Nacht in einem Krankenhaus verbringen musste, war ein Polizist mit ausgerenkter Schulter. Fotos zu der Frage finden Sie am Ende des Artikels.

Werden die Demonstrationen in den russischen Medien verschwiegen? Nein. Im Gegenteil hat das russische Fernsehen sehr ausführlich berichtet, obwohl es nur eine sehr kleine Demonstration war. Den Bericht des russischen Fernsehens habe ich hier übersetzt.

Handelt es sich um einen Protest gegen Putin? Offiziell geht es um eine Regionalwahl, die Details finden Sie hier. Allerdings sind ca. die Hälfte derer, deren Personalien festgestellt wurden,

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Moskau: Die Proteste, die Medien und das Gewaltmonopol

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29-07-19 04:06:00,

Eine nicht genehmigte Demonstration in Moskau wird zum globalen Medien-Ereignis. Hierzulande wird die Verteidigung des staatlichen Gewaltmonopols als selbstverständlich betrachtet. In anderen Ländern wird diese Verteidigung als „zunehmend autokratisch“ diffamiert. Diese antistaatliche Haltung deutscher Medien untergräbt indirekt auch den Respekt vor den staatlichen Institutionen in Deutschland. Von Tobias Riegel.

Bei den Berichten deutscher Medien über Proteste und Verhaftungen am Wochenende in Moskau fällt zweierlei auf: Zum einen die schiere Masse an Berichten, die durch das Ereignis nicht gerechtfertigt erscheint. Wenn in einer anderen 12-Millionen-Stadt der Welt ca 5000 Menschen demonstrieren würden (offizielle russische Angaben: 3500 Teilnehmer), so würde das kaum eine solche intensive Beachtung in allen großen westlichen Medien finden – ausgenommen vielleicht „Oppositions“-Demos in Caracas. Da diese konkrete Demo aber am vergangenen Samstag in der russischen Hauptstadt Moskau stattfand, wurde sie zu einem globalen Medien-Event.

Eine nicht genehmigte Demo wird zum internationalen Medien-Event

Die Anzahl an Berichten ist überwältigend, der weitverbreitete Tenor ist vertraut. So sagt die „Süddeutsche Zeitung“: “Die ‘immense Arroganz der Macht’ macht die Menschen wütend.” In einem anderen Artikel lobt die „SZ“ die “Macht der Straße”. Laut „Zeit“ kritisierte auch die EU das “Vorgehen der russischen Polizei in Moskau”. Und „t-online” zitiert Aktivisten: “Ihr seid eine Schande für Russland.“ Weitere Artikel finden sich im „Spiegel“, im „Focus“, im „Stern“, in der „Bild“-Zeitung, im ZDF und in zahlreichen anderen Medien.

Eigentlich müssten diese Berichte über die Moskauer Demonstration mit der zentralen Information beginnen, dass es sich um eine verbotene Demonstration handelte. Denn nur mit dieser Information sind der Vorgang und die zahlreichen Verhaftungen für Medienkonsumenten überhaupt zu beurteilen. Ohne die Information erscheinen die Verhaftungen willkürlich, anlasslos und verstörend – und genau dieser Effekt soll mutmaßlich erzeugt werden, indem viele Berichte erst spät und dann in Nebensätzen den juristischen Status der Demo erwähnen.

Was passiert mit den Verhafteten?

Interessant wäre auch zu wissen, was mit den verhafteten Demonstranten genau passiert. Das wird von vielen deutschen Medien mutmaßlich mit Vorsatz im Unklaren gelassen: Die durch diese Unklarheit provozierten Bilder von hunderten friedlichen Demonstranten, die in anonymen Lagern verschwinden, werden in Kauf genommen. Man muss schon auf alternative Medien ausweichen,

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“Sieg der Demokratie”: Proteste der Gelbwesten lassen nach | Anti-Spiegel

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05-05-19 02:33:00,

Die Proteste der Gelbwesten sind ein gutes Beispiel dafür, wie Demokratie im Westen (nicht) funktioniert.

Wir erinnern uns an die Vorgeschichte der Gelbwesten. Macron hat 2018 die Vermögenssteuer in Frankreich abgeschafft. Um die Verluste für den Staatshaushalt zu kompensieren, plante er eine Erhöhung von Steuern und Abgaben für die breite Masse, unter anderem beim Benzin. Frankreich hat aber für „kleinen Leute“ ohnehin schon die höchsten Abgaben in Europa und daher platzte den Franzosen der Kragen. Im November 2018 begannen daher die Proteste der Gelbwesten.

Umfragen bestätigten und bestätigen bis heute, dass die Franzosen die Forderungen der Gelbwesten, nämlich Entlastungen für die arbeitende Bevölkerung und Wiedereinführung der Vermögenssteuer unterstützen. Da wäre es doch demokratisch, diesen Forderungen nachzukommen.

Aber so funktioniert die „westliche Demokratie“ nicht. Das Volk ist aus Sicht der Regierenden zu blöd, die Probleme zu verstehen, daher muss man auf die Forderungen der Mehrheit nicht eingehen und lässt auch keine Volksentscheide zu. Die Menschen dürfen alle paar Jahre mal eine Partei wählen, jedoch nie über konkrete Fragen entscheiden. Und was die gewählte Partei dann tatsächlich umsetzt, weiß man bei Stimmabgabe nie.

Macron bot den Franzosen ein paar Placebos an, zum Beispiel die Einführung der neuen Steuern um ein halbes Jahr zu verschieben. Es gab reichlich Versuche der französischen Regierung, die Proteste zu diskreditieren. Mal beschuldigte man sie, den Kampf gegen den Terror zu behindern, weil sie Polizeikräfte binden, mal wurden sie als Antisemiten beschimpft. Und natürlich wurde das Demonstrationsrecht massiv verschärft, sogar gegen kritische Journalisten wurde vorgegangen.

Nichts schien zu helfen, die Proteste gingen weiter.

Dann begann Macron seinen „Bürgerdialog“ und kündigte anschließend einige Reförmchen an, wie der Spiegel vor zwei Wochen schrieb:

„Dann kündigte er an, wie er auf die Zukunftsängste und Sorgen der Franzosen reagieren will – mit vielen kleinen und einigen größeren Zugeständnissen: So plant Macron geringere Renten an die Inflation anzupassen, alleinerziehende Mütter finanziell besser zu stellen und die Einkommensteuer für mittlere und kleine Einkommen deutlich zu senken.“

Er bot ein paar Entlastungen an, ohne jedoch an seiner Linie etwas zu ändern. Auch an der Stimmung im Lande änderte sich nichts, die Unterstützung für die Forderungen der Gelbwesten blieb hoch.

Letztlich kann man die Reaktion auf die Proteste als „Aussitzen“ beschreiben.

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Deutschland: Proteste gegen den “Mietwahnsinn”

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07-04-19 08:33:00,

Foto: Matthias Brake

In Berlin startet die Initiative “Deutsche Wohnen und Co. enteignen” eine Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren

In Berlin, Hannover, Göttingen, Bremen, Hamburg, Frankfurt am Main, Dresden und München gibt es am heutigen Samstag Demonstrationen unter dem Titel “Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn”. In Berlin ist der Protest mit einem Volksbegehrens des Bündnisses “Deutsche Wohnen und Co. enteignen” verbunden und hat damit eine besondere Aufmerksamkeit, nicht zuletzt schon durch das Reizwort “Enteignen”.

20.000 Unterschriften brauchen die Initiatoren, um die erste Hürde zu nehmen. Dafür hat man sechs Monate Zeit. Danach müssten sich 170.000 wahlberechtigte Berliner in die Listen eintragen.

Ein Sprecher der Initiative, Rouzbeh Taheri, zeigt sich überzeugt, dass die 20.000 Stimmen von Aktivisten in “lila Warnwesten” schnell eingesammelt sind, da die Ungeduld groß sei. Für Taheri ist ein Erfolg schon sicher:

Die Diskussion in Berlin hat sich komplett verschoben, hin zu den Interessen der Mieterinnen und Mieter. Die Parteien versuchen, sich gegenseitig mit Vorschlägen zu überbieten, wie man Mieten regulieren kann. Das ist schon jetzt, bevor wir die erste Unterschrift gesammelt haben, ein Erfolg.

Rouzbeh Taheri

Geht es ans Eigentum, so bekommt Politik eine ganz andere Dimension. Dann geht es ans Eingemachte, was zu Reaktionen führt. Seit Jahren gibt es in Berlin Initiativen und Aktionen gegen Mitwucher und Wohnungsräumungen.

Auch in der Bundesregierung ist die Problemlage, die nicht nur Empfänger von Hartz-IV empfindlich spüren, sondern längst auch Familien mit Doppelverdienern, angekommen. Bisherige Gipfel haben aber nichts Spürbares erreicht (Eine Minute Redezeit für einen Mietervertreter), auch wenn vonseiten der Politik betont wird, dass man etwas tue und diese Position von Kommentatoren herausgestrichen wird:

Neben mehr Eigentum will die Große Koalition auch den Bau von Mietwohnungen ankurbeln. Hierfür gibt es neue Abschreibungsmöglichkeiten. Die Förderung von Sozialwohnungen läuft weiter auf hohem Niveau: mit zwei Milliarden Euro im Jahr. Und: Die Mietpreisbremse wurde verschärft, Mieterhöhungen bei Modernisierung wurden gedeckelt. Dass nichts geschieht, stimmt also nicht. Allerdings ist der Einfluss der Bundespolitik begrenzt. Es fehlt zunächst einmal an Bauland. Das müssten die Kommunen zur Verfügung stellen, doch die haben oft mit dem Widerstand von Anwohnern zu kämpfen.

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Gelenkte Proteste

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08-02-19 01:05:00,

von Michel Chossudovsky

Heute habe ich einen interessanten Artikel über Mexiko gelesen, und zwar darüber, wie die neoliberalen Ökonomen durch die Verabreichung „starker ökonomischer IWF-Medizin“ „Verheerungen“ unter den Armen weltweit angerichtet und zugleich „die Finanzeliten geschützt“ hätten.

Und dann las ich unter dem Artikel, der von „Alternet“ veröffentlicht worden war: „Dieser Artikel wurde erstellt von Globetrotter, einem Projekt des Independent Media Institute.“

Das „Independent Media Institute“ ist eine steuerbefreite, philanthropische Stiftung. Sie wird unterstützt von Multimilliardär, Wallstreet-Tycoon und Hedgefondsmanager George Soros, der in großem Umfang mit Rohstoffen und Währungen spekuliert.

Das „Independent Media Center“ wird beschrieben als „internetbasierte Nachrichtenseite, die eine politisch linksgerichtete, antikapitalistische Perspektive einnimmt und als Plattform für antiglobalistische und antiamerikanische Standpunkte dient.“

Globetrotter ist ein Projekt des IMC, das — dem IMC zufolge — „den Kampf um Unabhängigkeit, Würde und Demokratie in den Entwicklungsländern untersucht, von Wirtschaftsmodellen bis hin zu Krieg und Imperialismus.“

Man braucht nicht extra zu erwähnen, wie erstaunt ich war. Die Wallstreet finanziert den Kampf gegen den Neoliberalismus?

Eine Kritik der makroökonomischen IWF-Agenda für Lateinamerika wird finanziert durch eine Stiftung eines der prominentesten Wallstreet Investoren?

Ich las den Artikel noch einmal: Er nimmt sich nicht wirklich die Finanzelite der Wallstreet zur Brust, die bei der Destabilisierung der mexikanischen Wirtschaft eine Rolle spielt. Er konzentriert sich stattdessen in aller Ausführlichkeit auf das Versagen des IWF-Apparats, ohne jedoch zu konstatieren, dass der IWF-Beamtenapparat immer im Auftrag der Wallstreet handelt. Während der Autor die IWF-Mission in Mexiko der Bilanzkosmetik bezichtigt, „finden sich im IWF-Abschlussbericht keine Hinweise auf eine Politik, die Mexikos schwere Probleme von Armut und Ungleichheit in Angriff nehmen würde“.

Es bleibt dennoch der Eindruck, dass es sich einfach um Managementfehler handelt, die behoben werden könnten durch eine Änderung des Procedere und durch eine verbesserte Vorbereitung der IWF-Abgesandten, die die Wirklichkeit der Entwicklungsländer besser kennenlernen müssten.

„Man sollte dem IWF davon abraten, seine Teams in Länder wie Mexiko zu schicken. Jeder Bericht gleicht dem vorhergehenden. Diese Teams scheinen nichts dazuzulernen. Vor Jahren erzählte mir ein erfahrener IWF-Ökonom, dass er, wenn er in einem zentralasiatischen Land ankam, er nichts über das Land wusste, nichts davon zu sehen bekam, solange er da war, und dass er praktisch keine Ahnung hatte,

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Erneut Proteste der „Gelbwesten” in Paris

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02-02-19 01:39:00,

Gesellschaft

12:09 02.02.2019(aktualisiert 13:31 02.02.2019) Zum Kurzlink

Erneut demonstrieren die „Gelbwesten” in Paris – zum zwölften Mal in Folge. Teilweise kommt es zu Rangeleien. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Die Massenproteste der „Gelbwesten“ hatten in Frankreich am 17. November 2018 mit der Forderung begonnen, keine Steuererhöhungen für Kraftstoff und Benzin zu erlassen.

Weitere Sputnik-Artikel: Stuttgart: Hunderte „Gelbwesten“ demonstrieren gegen Diesel-Fahrverbote — Medien

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„Gelbwesten“-Proteste in Frankreich: So brutal ging die Polizei in Wahrheit vor

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18-01-19 05:32:00,

Gesellschaft

12:37 18.01.2019(aktualisiert 14:18 18.01.2019) Zum Kurzlink

Der französische Innenminister Christophe Castaner, der zuvor Angriffe von Teilnehmern der so genannten „Gelbwesten“-Proteste auf Journalisten bedauert hatte, sagte während seines Besuchs in der Stadt Carcassonne, er habe „kein einziges Mal gesehen, dass ein Polizist bzw. Gendarm einen Protestierenden (…) oder Journalisten angegriffen hätte“.

Hier sind allerdings mehrere Videos, auf denen etwas zu sehen ist, was man im Innenministerium „übersehen“ hat.

„Natürlich habe ich nie gesehen, dass ein Polizist bzw. Gendarm einen Protestierenden (…) oder Journalisten angegriffen hätte“, sagte der Minister während eines TV-Auftritts in Carcassonne.

©
REUTERS / Gonzalo Fuentes

Im Internet wimmelt es jedoch von Videos, auf denen zusammengeschlagene oder aus traumatischen Pistolen verletzte „Gelbwesten“ oder Reporter zu sehen sind. Dabei will Castaner gesehen haben, wie Teilnehmer der Massenproteste Ordnungshüter oder Journalisten angriffen.

Allein der französische Schriftsteller und Filmregisseur David Dufresne hat an das Innenministerium 304 Mitteilungen geschickt – doch sie alle blieben ohne Antwort. Nach Angaben der Check-News-Abteilung der Zeitung „Libération“ wurden seit dem Beginn der „Gelbwesten“-Aktionen 82 Teilnehmer von Polizeibeamten schwer verletzt, 60 von ihnen mit Hartgummigeschossen.

Andere Sputnik-Artikel: Paris: neue Zusammenstöße zwischen „Gelbwesten“ und Polizei – VIDEOAndere Sputnik-Artikel: „Gelbwesten“ in Paris: Tränengas, Wasserwerfer und mehr als 100 Festnahmen

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