De psychologie van de missen | KenFM.de

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06-04-20 10:51:00,

In de Corona-crisis spelen politiek en media op het toetsenbord van de angst – hun methodes doen denken aan die van de oorlogspropaganda.

Een commentaar van Hans Springstein.

Opmerking bij het Rubikon-artikel: De volgende tekst verscheen voor het eerst in „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in wiens adviesraad Daniele Ganser en Rainer Mausfeld o.a. actief zijn. Aangezien de publicatie onder een vrije licentie (Creative Commons) plaatsvond, neemt KenFM deze tekst over voor secundair gebruik en wijst er expliciet op dat het Rubicon ook afhankelijk is van donaties en ondersteuning nodig heeft. We hebben veel alternatieve media nodig!

„Maken we op dit moment een groot sociaal experiment mee om te zien hoe mensen luisteren naar instructies van bovenaf“, vroeg een buitenlandse journalist me onlangs. Ik vertelde haar dat ik dat niet wist, maar dat ik me dat al had afgevraagd. Het deed me denken aan de vragen die ik onlangs heb opgeschreven. Op zoek naar antwoorden bladerde ik door boeken die bestaan over vragen van de massapsychologie en massacommunicatie, en over propaganda en manipulatie. Daarin vond ik veel modelbeschrijvingen van de processen die op dit moment plaatsvinden of in gang zijn gezet in de Corona-crisis. Alleen de oorzaak lijkt nieuw te zijn: het virus Sars-Cov 2 en de ziekte Covid-19, die naar verluidt de oorzaak is, maar de politieke en sociale mechanismen in de veroorzaakte crisis zijn dat niet.

Veel hoeft niet gezegd of geherformuleerd te worden. We hoeven alleen maar te bedenken dat er al over is nagedacht, gezegd, geschreven en getoond. Het moet uit de vergetelheid en de informatiestroom worden gehaald.

Een aantal van de bevindingen heeft met name betrekking op de oorlogspropaganda, maar ze gelden ook daarbuiten. Ze kunnen helpen om te begrijpen wat er op dit moment gebeurt – en ondertussen is er al een „oorlog tegen het virus“ uitgeroepen.

Daarom volgen er een aantal offertes. Deze zijn niet bedoeld om te „reciteren“, maar om te laten zien met welke patronen we ook te maken hebben in de „Corona-crisis“. Ze kunnen ons helpen om juist deze patronen en de gebruikte mechanismen beter te herkennen.

De kracht van de angst

De perceptie- en cognitieonderzoeker Rainer Mausfeld beschreef hoe angst wordt opgewekt door de propagandistische generatie van een vermeende dreiging:

(„Het) doel van het verbergen van de eigen doelen en bedoelingen wordt gediend door het genereren van angst door de propagandistische verklaring van een groot gevaar X,

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Die Psychologie der Massen

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30-03-20 08:55:00,

Vieles muss nicht neu gesagt oder neu formuliert werden. Es muss nur daran erinnert werden, dass es schon gedacht, gesagt, geschrieben und gezeigt wurde. Es muss dem Vergessen und der Informationsflut entrissen werden.

Eine Reihe der Erkenntnisse beziehen sich insbesondere auf die Kriegspropaganda, aber sie gelten darüber hinaus. Sie können helfen zu verstehen, was derzeit geschieht — und inzwischen wurde ja ein „Krieg gegen das Virus“ schon ausgerufen.

Deshalb folgt eine Reihe von Zitaten. Diese sind nicht zum „Nachbeten“ gedacht, sondern sie sollen zeigen, mit welchen Mustern wir es auch in der „Corona-Krise“ zu tun haben. Sie können helfen, eben diese Muster und die angewendeten Mechanismen besser zu erkennen.

Der Wahrnehmungs- und Kognitionsforscher Rainer Mausfeld beschrieb, wie Angst durch die propagandistische Erzeugung einer vorgeblichen Bedrohung erzeugt wird:

„(Dem) Zweck einer Verdeckung eigener Ziele und Absichten dient eine Angsterzeugung durch propagandistische Deklaration einer großen Gefahr X, der die Bevölkerung durch einen »Kampf gegen X« entschlossen entgegentreten müsse. Eine derartige propagandistische Warnung begleiten die staatlichen Apparate durch »die gegenwärtig alles beherrschende Verheißung des Schutzes vor Terrorismus und Bösem aller Art«. X kann dabei so ziemlich alles sein, was sich irgendwie wirksam zur Angsterzeugung nutzen lässt. X kann also für »Kommunismus« stehen, für Migranten, »Sozialschmarotzer«, Terrorismus, Fake News und Desinformation, Rechtspopulismus, Islamismus oder für irgendetwas anderes. Durch die propagandistische Ausrufung eines »Kampfes gegen X« lassen sich in »kapitalistischen Demokratien« gleichzeitig mehrere von den Zentren der Macht gewünschte Ziele erreichen: Zum einen wird der für Machtzwecke nutzbare Rohstoff »Angst« produziert, zudem lässt sich die Aufmerksamkeit sehr wirksam auf Ablenkziele richten, und schließlich lassen sich unter dem Vorwand eines Kampfes gegen X demokratische Strukturen abbauen und auf allen Ebenen der Exekutive und Legislative autoritäre Strukturen etablieren“ (1).

Edward Bernays, Neffe von Sigmund Freud, gilt als „Vater der Public Relations. In seinem Klassiker von 1928 „Propaganda“ hat er beschrieben, wie genau diese — heute unter dem neuen Etikett „Public Relations“ — funktioniert. Dazu gehört laut Bernays auch Folgendes:

„Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem Land.

Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben.

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Psychologie: Wie mächtig Framing wirklich ist

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04-03-19 08:19:00,

Halb voll oder halb leer? Die Formulierungen die wir wählen haben einen Einfluss auf unser Denken.Laden…

© imoritz / Getty Images / iStock (Ausschnitt)

Wer in das Thema Framing einsteigt, merkt schnell, dass die Forschung zum Thema ein zerklüftetes Gebiet ist. Schon Robert Entman, Koryphäe der Framing-Forschung, schrieb im Jahr 1993: »Trotz der Allgegenwart des Framing in den Sozialwissenschaften sucht man vergebens nach einer Theorie, die erklärt, wie Frames sich in Texte einbetten und sich dort manifestieren oder wie Framing das Denken beeinflusst.«

Mehr als 20 Jahre später fällt der Befund immer noch ähnlich aus. So erklärt der Psychologe und Medienwissenschaftler Jörg Matthes von der Universität Wien in seinem Buch »Framing« von 2014: »Wir finden in der Literatur kein kohärentes Theoriegebäude oder ein Netz von theoretischen Aussagen. Vielmehr gibt es eine Reihe von ganz unterschiedlichen Arbeiten, die den Frame-Begriff verwenden, ohne jedoch konkrete Vorhersagen aus einer Framing-Theorie abzuleiten.« Das mache es schwierig, die Framing-Forschung zu fassen und wissenschaftlich zu beschreiben.

Es gibt aber bereits eine ganze Reihe empirischer Studien, die die Wirkung verschiedener Framing-Ansätze aufzeigen. Ein Klassiker darunter ist eine Untersuchung zur Risikofreudigkeit von Menschen in verschiedenen sprachlichen Kontexten, die Daniel Kahneman und Amos Tversky 1981 im Journal »Science« veröffentlichten. Die beiden Psychologen legten ihren Versuchspersonen folgende Geschichte vor und baten sie dann um ihre Einschätzung (Hervorhebungen von der Redaktion):

»Stellen Sie sich vor, die USA bereiten sich auf den Ausbruch einer […] Erkrankung vor, die unbehandelt 600 Menschen töten wird. Zwei alternative Programme zur Bekämpfung der Krankheit wurden vorgeschlagen. […] Durch Programm A würden 200 Personen gerettet. Bei Programm B gäbe es eine 1/3-Wahrscheinlichkeit, dass alle 600 Menschen gerettet werden, und eine 2/3-Wahrscheinlichkeit, dass niemand gerettet wird. Welches der beiden Programme würden Sie bevorzugen?«

Vor die Wahl gestellt, entschieden sich 72 Prozent der Teilnehmer für das erste Programm, 28 Prozent für das zweite. Anschließend wiederholten die Wissenschaftler den Versuch mit einer zweiten Probandengruppe – die die Geschichte allerdings aus einem anderen Blickwinkel präsentiert bekam. Nun hieß es:

»Durch Programm C würden 400 Menschen sterben. Bei Programm D gibt es eine 1/3- Wahrscheinlichkeit, dass niemand stirbt, und eine 2/3-Wahrscheinlichkeit, dass 600 Menschen sterben werden.«

Unter den Versuchspersonen, die diese Beschreibung gelesen hatten, wählten lediglich 22 Prozent das erste Programm, 78 Prozent entschieden sich hingegen für Programm Nummer zwei.

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Zur Psychologie des KZ Dachau

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05-11-18 07:29:00,

Ein Beispiel für den zynischen Wortwitz der Nazis: Am Eingang des Konzentrationslagers Dachau befindet sich diese Tür. Der Slogan “Arbeit macht frei” prangerte auch am Vernichtungslager Auschwitz. Nach Schätzungen des Buchenwaldüberlebenden Eugen Kogon führten für rund 93% oder 6,7 Millionen Menschen “Schutzhaft” und Zwangsarbeit in den Lagern aber nicht in die Freiheit, sondern in den Tod. Das Tor wurde 2014 gestohlen und durch ein Replikat ersetzt. Foto: Stephan Schleim

Wie ließen sich mit so wenigen Mitteln so viele Menschen beherrschen?

Der folgende Text ist eine überarbeitete Fassung eines Vortrags, den ich im September 2016 auf der Ferienuni Kritische Psychologie an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin hielt. Die Ferienuni ist eine Initiative von Studierenden der Psychologie und Sozialwissenschaften, die sich für eine Woche ihren eigenen Lehrplan zusammenstellen. Dabei kommen Themen auf die Tagesordnung, die im regulären Hochschulbetrieb außen vor bleiben.

Mich interessierte die Frage, wie die Konzentrationslager der Nazis psychologisch so organisiert waren, dass es kaum zu Fluchtversuchen oder gar Aufständen der Gefangenen kam. Dabei verschlechterten sich die Bedingungen im Laufe des Zweiten Weltkriegs, der sich für Nazideutschland schlecht entwickelte, dramatisch. Der Krieg an mehreren Fronten band immer mehr Ressourcen, während das Elend der Gefangenen im Inneren ins Unermessliche stieg. Deshalb sollte man eigentlich eine Zunahme der Widerstandshandlungen erwarten.

Das KZ Dachau verdient besonderes Interesse, weil die Nazis dort schon sehr früh Oppositionelle einsperrten und es als einziges der frühen Lager bis zum Kriegsende bestand. Es war der Ort, an dem die perverse Psychologie von Überwachen und Bestrafen ausgefeilt und dann in die zahlreichen anderen Lager “exportiert” wurde. Es kann auch heute noch dank der Gedenkstätte besucht werden.

Der Vortrag, den ich am Morgen des 15. September 2016 in einem prall gefüllten Saal hielt, hat sich mir auch deshalb im Gedächtnis eingeprägt, da am Nachmittag eine kleine Gruppe von NPD-Mitgliedern am Platz gegenüber der Hochschule eine Kundgebung abhielt. Berlin befand sich im Kommunalwahlkampf.

Nach dem Vortrag darüber, was der Menschenhass in Deutschland schon einmal angerichtet hatte, standen also schon wieder neue Menschenhasser vor der Tür. Die kleine Gruppe wurde aber sehr schnell von hunderten Besuchern der Ferienuni eingekreist und schließlich von der Polizei in Sicherheit gebracht. Die NPD erhielt drei Tage später bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 0,6% der Stimmen.

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Chemnitz und die Psychologie der Massen

Chemnitz und die Psychologie der Massen

08-09-18 10:00:00,

Noch einmal: Ein junger Mann wird erstochen, zwei weitere werden schwer verletzt; dies mitten im Zentrum von Chemnitz und das treibt noch vor und dann nach einem Aufruf der AfD spontan mehrere hundert Menschen auf die Straße. Die Massenblätter wussten umgehend zu berichten (b1):

Bild

Was sie dort erkennen können, nennt man einen Spin (1). Der schafft nämlich eine ganz bestimmte Atmosphäre, um Menschen einzunehmen.

Danach erfuhren wir über eine Woche lang ganz Erstaunliches. Nämlich, dass der Mord eines Migranten/Asylanten/Flüchtlings — sagen wir doch einfach, der eines jungen Mannes aus dem Irak — gezeigt hat, wie ausländerfeindlich eine große Anzahl der Chemnitzer doch ist. In Politik und Medien wird die Empörung der Bürger über die Bluttat reduziert auf „rechte Gewalt“. Diese „rechte Gewalt“, dieser „rechte Mob“ hat übrigens — wenn ich das bis zum heutigen Tag richtig mitbekommen habe — keine Toten und Verletzten gefordert (2).

Ich bin irritiert.

Warum also sind viele Chemnitzer tatsächlich so aufgebracht?

Sie meinen, dass Sie darüber nichts in unseren Medien erfahren konnten?

Ganz ohne Zweifel haben Menschen bei Demonstrationen in Chemnitz den Hitlergruß gezeigt und ebenso zweifellos konnte man in der rechten Szene in den vergangenen Tagen eine zunehmend rege Aktivität beobachten. Nicht ohne Grund, denn diese Leute wussten ganz genau, dass für sie reichlich Werbung gemacht werden würde. Sie nahmen voll und ganz die Berichterstattung ein.

Merke: Wahrnehmung bedarf einer Tribüne und zum Interesse angeregte Zuschauer. Für Beides wurde reichlich gesorgt. Ja, man könnte meinen, einer Choreographie beigewohnt zu haben.

Warum aber sind denn die Chemnitzer nun wirklich so sauer?

Weil sie von der AfD mitsamt ihren Kollaborateuren vom rechten Rand verführt wurden? Ich sage nicht, dass das tatsächlich so ist, sondern vermittle ihnen nur ein Narrativ, mit dem Sie sich augenscheinlich intensiv beschäftigen sollen.

Denn schauen Sie: Wenn Sie sich nur ausgiebig mit diesem Narrativ beschäftigen, dann wird alles wieder schön einfach. Verteidigen wir gemeinsam unseren demokratischen Rechtsstaat gegen rechtes Gedankengut. Kämpfen wir entschlossen gegen braune Auswüchse, keine Toleranz bei Nazis. Dafür müssen wir nichts weiter ändern, nichts an der Gesellschaft und nichts bei uns selbst. Es genügt vollends, lautstark „Stellung zu beziehen“ — worauf ich weiter unten noch einmal eingehe. Ich möchte darauf aufmerksam machen,

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