“Putins Erfolg” – Das russische Fernsehen über das Ende des Krieges in Bergkarabach | Anti-Spiegel

16-11-20 10:00:00,

Im Nachrichtenrückblick „Nachrichten der Woche“ hat das russische Fernsehen ausführlich über das Ende der Kampfhandlungen zwischen Aserbaidschan und Armenien und über die Reaktionen in beiden Ländern berichtet. Ich übersetzte einen Bericht und fasse den Rest zusammen.

Bevor wir zu der Übersetzung kommen, fasse ich kurz die Berichte des russischen Fernsehens aus der Sendung „Nachrichten der Woche“ zusammen. Es waren mehrere lange Berichte, die ich nicht alle übersetzen kann und die für deutsche Leser wohl auch nicht in allen Details interessant sein dürften. Da in Russland aber Millionen Aserbaidschaner und Millionen Armenier leben, war der Krieg und auch sein Ende in Russland ein wichtiges Thema.

Russland steht neutral zu beiden Staaten und hat zu beiden ein sehr gutes Verhältnis. Die deutschen Medien bezeichnen Russland fälschlicherweise immer als „Schutzmacht Armeniens.“ Das stimmt schlicht nicht, denn Russland hat auch sehr gute Beziehungen zu Aserbaidschan und Präsident Alijev ist seit 2003 Präsident des Landes, entsprechend gut und vertrauensvoll sind die Beziehungen zwischen Alijev und Putin.

Armenien hingegen, das über mehrere Verträge – unter anderem das Verteidigungsbündnis OVKS – juristisch enger an Russland gebunden ist, als Aserbaidschan, hat sich in letzter Zeit politisch ein wenig von Russland entfernt. 2018 gab es dort – weitgehend unbeachtet von deutschen Medien – ebenfalls einen „Maidan“ (die „samtene Revolution“), der Premierminister Paschinjan an die Macht gebracht hat. Paschinjan ist zwar nicht für ausgewiesen anti-russische Positionen bekannt, wie sie die „Farbrevolutionäre“ in der Ukraine, Georgien und derzeit in Weißrussland vertreten, aber er hat die Zusammenarbeit mit Russland immer wieder kritisch gesehen, auf die Bremse getreten und mit dem Westen geflirtet.

Sollte Paschinjan sich in dem Konflikt Hilfe aus dem Westen erhofft haben, wurde er bitter enttäuscht. Das einzige, was aus dem Westen zu hören war, waren einige Appelle, die Kämpfe einzustellen und Appelle an die Türkei, sich herauszuhalten. Gebracht haben all diese Appelle aus dem Westen nichts.

Putin hingegen hat in letzter Zeit mehrmals täglich mit Paschinjan und Alijev telefoniert. Als Aserbaidschan dann am Montag versehentlich einen über armenischen Gebiet fliegenden Militärhubschrauber abgeschossen hat, wobei zwei russische Offiziere gestorben sind und einer verletzt wurde, dürfte Putin ein Machtwort gesprochen haben. So zumindest formulierte es der russische Moderator in einem der Beiträge. Damit dürfte der Moderator Recht haben, denn nur Stunden später haben sich beide Seiten auf ein Ende der Kämpfe und die Stationierung russischer Friedenstruppen geeinigt.

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Putins Abrüstungsinitiative: USA reagieren mit Drohung und Bundesregierung lügt zu dem Thema | Anti-Spiegel

30-10-20 08:57:00,

Der russische Präsident Putin hat vor einigen Tagen seine Abrüstungsinitiative für Atomwaffen in Europa erneuert. Anstatt daran auch nur Interesse zu zeigen, haben die USA mit der Drohung reagiert, neue Atomraketen in Europa zu stationieren. Natürlich haben deutsche „Qualitätsmedien“ über all das kein Wort berichtet.

Vor vier Tagen erst habe ich über Putins neue Abrüstungsinitiative berichtet, die Details finden Sie hier. Der Hintergrund ist, dass die USA letztes Jahr den INF-Vertrag einseitig gekündigt haben, der landgestützte atomare Kurz- und Mittelstreckenraketen verboten hat. Dieser Vertrag, der nach dem Nato-Doppelbeschluss zu Stande gekommen war, war für die Sicherheit in Europa der wichtigste Vertrag überhaupt. Das Problem ist, dass die Vorwarnzeit bei solchen Raketen nur wenige Minuten beträgt, bevor sie ihr Ziel erreichen. Es bleibt damit keine Zeit, Radardaten in Ruhe zu analysieren und ein falscher Alarm kann daher zum Atomkrieg aus Versehen führen.

Putin hat nun seinen Vorschlag vom letzten Jahr erneuert, dass Russland auf die Stationierung solcher Waffen in Europa verzichtet, wenn die USA das gleiche tun. Als Reaktion darauf hat der Sicherheitsberater des US-Präsidenten, Robert O´Brien, eine Stationierung von US-Atomraketen in Europa ins Spiel gebracht. Aber nicht nur das: Nachdem Russland bereits Hyperschallraketen in Dienst gestellt hat, arbeiten auch die USA an solchen Waffen und auch diese möchte O´Brien in Europa stationieren. Das würde die Gefahr eines Atomkrieges aus Versehen noch einmal erhöhen, weil dabei die Reaktionszeit von wenigen Minuten auf wenige Sekunden sinken würde.

Diese Reaktion der USA ist keineswegs russische Propaganda, das Hudson Institute hat das Gespräch mit Robert O´Brien online gestellt und jeder kann es sich anhören. Nur die deutschen „Qualitätsmedien“ haben das wohl übersehen oder finden es nicht wichtig genug, um es ihren Lesern mitzuteilen.

America's National Security Challenges, Today and Tomorrow: A Conversation with Robert O'BrienAmerica's National Security Challenges, Today and Tomorrow: A Conversation with Robert O'Brien
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Das russische Außenministerium fand es aber wichtig und daher hat die Sprecherin des Ministeriums, Maria Sacharova, Robert O´Brian und anderen Vertretern solcher Ideen in Washington eine deutliche Antwort gegeben. Diese offizielle russische Erklärung habe ich übersetzt.

Im Anschluss an die Übersetzung finden Sie noch die Reaktion der Bundesregierung, die eine offene Lüge war.

Beginn der Übersetzung:

Wir sind auf die Erklärungen des Nationalen Sicherheitsberaters des US-Präsidenten, Robert O’Brien, vom 28.

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Fall Nawalny: „Putins Gift, Putins Anschlag“

03-09-20 12:15:00,

Die Berichterstattung zum Fall Nawalny ist extrem unseriös: Unschuldsvermutung? Logik? Gesunder Menschenverstand? All das erscheint überflüssig, wenn es um Meinungsmache gegen die russische Regierung geht. Die Berichte ergehen sich in abwegigen Spekulationen, sie sind teils gefährlich und kriegstreiberisch. Von Tobias Riegel.

Zum Verständnis des Vorgangs um den russischen Politiker Alexej Nawalny muss immer wieder betont werden: Im Gegensatz zur Darstellung in westlichen Medien ist Nawalny in Russland politisch irrelevant. Die „Deutsche Welle“ ordnet die Chancen des nationalistisch orientierten Nawalny russlandweit „im niedrigen einstelligen Bereich“ ein. Die in den letzten Tagen in deutschen Medien massiv wiederholte Formulierung vom „wichtigsten russischen Oppositionspolitiker“ ist eine Irreführung.

Nawalny ist für die aktuelle Propaganda um seine Person nicht verantwortlich, auch soll ihm hier gesundheitlich alles Gute gewünscht werden. Aber für die russische Regierung stellt er keine politische Gefahr dar. Gefährlich könnte er aber als Märtyrer eines politischen Mordes werden: Weil er dann – unabhängig von seinem geringen politischen Einfluss – von westlicher Seite jahrelang als Munition für Propaganda gegen die „mörderische“ Putin-Regierung genutzt werden kann.

Erscheint „der Kreml“ als Täter wahrscheinlich?

Hier soll keine Variante ausgeschlossen werden, wie die NachDenkSeiten bereits im Artikel „Große Gefühle für Nawalny – eisige Kälte für Assange“ geschrieben haben: Es ist theoretisch möglich, dass in den Vorgang hohe russische Beamte verwickelt sind. „Der Kreml“ soll hier nicht über Gebühr oder prinzipiell in Schutz genommen werden: Wie bei anderen Regierungen wird man auch dort nicht zögern, sich notfalls und bei Bedarf über moralische Bedenken hinwegzusetzen. Aber reicht das für einen Mordvorwurf? Sind die verfrühten Schuldzuweisungen vieler Medien seriös, die aktuell aus allen Kanälen schallen? Erscheint es wahrscheinlich, dass „der Kreml“ hier einen Mord in Auftrag gegeben hat? Hätte die Regierung als Auftraggeber eines Mordversuchs das Opfer ausfliegen lassen? Hätte „der Kreml“ von dem Mord einerseits und von der aufsehenerregenden Art und Weise andererseits irgendwelche Vorteile? Die Vorwürfe erinnern an die Kampagnen zu angeblichen Giftgasangriffen durch den syrischen Präsidenten – auch hier hätte Baschar al-Assad durch das Verbrechen keine Vorteile gehabt, hätte dadurch aber Steilvorlagen für seinen eigenen Sturz gelegt.

Es gibt unauffälligere Wege, unliebsame Personen aus dem Weg zu räumen. Die gewählte Methode macht nur Sinn, wenn man Russland unterstellt, es würde von dem nun inszenierten internationalen Aufruhr profitieren – in den Medien wird das so erklärt: Putin will andere „Kritiker“ einschüchtern und er wolle zeigen,

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Putins Artikel über die Ursachen des Zweiten Weltkriegs. Lektüre empfehlenswert, insbesondere für Zeitgenossen mit dem Stoßseufzer „Aber der Putin!“

25-06-20 07:39:00,

NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser wissen in der Regel: Es gibt Einschätzungen und Urteile des Geschehens und über Personen, bei denen man feststellen muss, dass die totale Manipulation möglich ist. Das galt bis zur Corona-Verschuldung für die Bewunderung der Politik der Schwarzen Null, es galt für die Behauptung, der demographische Wandel zwinge zur privaten Vorsorge fürs Alter, und es gilt für das Urteil über Putin. „Aber der Putin“ – so skeptisch äußern sich selbst Menschen, die ansonsten für Frieden mit Russland eintreten. (Dazu siehe z.B. hier am 5.12.2018.) Wer sein Urteil schärfen möchte, tut gut daran, Putins neuen, langen Artikel zu lesen. Christian Müller hat im Infosperber eine hilfreiche Einführung geschrieben, versehen mit Quellen, Auszügen und mit Links auf den Text in mehreren Sprachen. Die NachDenkSeiten übernehmen diesen Text. Albrecht Müller.

Wladimir Putin: «Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft»

Christian Müller / 24. Jun 2020 – Am 24. Juni 2020 feiert Russland «75 Jahre Sieg über Nazi-Deutschland». Dazu hat Präsident Putin selber in die Tasten gegriffen.

US-Präsident Donald Trump kommuniziert mit der Öffentlichkeit über Twitter. Das sind dann jeweils maximal 280 Buchstaben, Wort-Zwischenräume eingerechnet. Da kann er sich gewisse Vereinfachungen leisten – und ein wenig verdecken, dass er von dieser Welt keine grosse Ahnung hat. Leider hat er bewirkt, dass auch viele andere hohe Politiker angefangen haben, über Twitter zu kommunizieren. Lange Erklärungen sind ja nicht nötig, man sucht die politische Zustimmung, und die scheint man mit Vereinfachungen von Fakten – mit Simplifizierungen – offensichtlich zu erreichen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat jetzt einen anderen Weg beschritten. Offensichtlich als Reaktion auf die äusserst provokative, aber von den meisten Medien «übersehene» Resolution im Europa-Parlament vom 19. September 2019, in der die Schuld am Zweiten Weltkrieg zur Hälfte Russland in die Schuhe geschoben wurde – Infosperber hat darüber eingehend informiert –, hat er jetzt einen langen und detailreichen Artikel geschrieben, der über 200 mal länger geraten ist als eine Twitter-Botschaft.

Vom grossen Bogen bis zu vielen Details

Aus journalistischer Sicht ist Putins Artikel nicht wirklich aus einem Guss. Er beginnt mit der persönlichen Erinnerung und der russischen Erinnerungskultur und erklärt dann, warum der Versailler Friedensvertrag nach dem Ersten Weltkrieg 1919 eine Fehlleistung war und mit den (zu) hohen Reparationszahlungen,

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Putin’s Call for a New System and the 1944 Battle of Bretton Woods: Lessons for Victory Day | The Vineyard of the Saker

10-05-20 08:45:00,

By Matthew Ehret for The Saker Blog

As today’s world teeters on the brink of a financial collapse greater than anything the world experienced in either 1923 Weimar or the 1929 Great depression, a serious discussion has been initiated by leaders of Russia and China regarding the terms of the new system which must inevitably replace the currently dying neo-liberal order. Most recently, Vladimir Putin re-initiated his January 16, 2020 call for a new emergency economic conference to deal with the looming disaster based upon a live session with representatives of the five nuclear powers of the UN Security Council.

While Putin’s commitment for this new system is premised upon multi-polar principles of cooperation and respect of national sovereignty, the financial oligarchy and broader deep state structures infesting the western nations who have initiated this crisis over the course of decades of globalization have called for their own version of a new system. This new system as we have seen promoted by the likes of the Bank of England and leading technocrats over the past year, is based upon an anti-Nation State, unipolar system which typically goes by the term “Green New Deal”. In other words, this is a system ruled by a technocratic elite managing the reduction of world population through the monetization of carbon reduction practices under a Global Government.

No matter how you look at it, a new system will be created out of the ashes of the currently dying world order. The question is only: Will it benefit the oligarchy or the people?

In order to inform the necessary decision making going into this emergency conference, it is useful to revisit the last such emergency conference that defined the terms of a world economic architecture in July 1944 so that similar mistakes that were then made by anti-imperialist forces are not made once more.

What Was the Bretton Woods?

As it was becoming apparent that the war would be soon drawing to a close, a major fight broke out during a two week conference in Bretton Woods New Hampshire where representative of 44 nations convened to establish the terms of the new post-war system. The question was: Would this new system be governed by those British Imperial principles similar to those that had dominated the world before the war began or would they be shaped by a community of sovereign nation states?

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