So geht “Qualitätsjournalismus”: Anti-russische Propaganda vom Feinsten beim Spiegel | Anti-Spiegel

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09-10-19 11:23:00,

Der Spiegel hat mal wieder einen Artikel veröffentlicht, der Russland unterstellt, in Europa alle möglichen Missetaten zu begehen. Der Artikel ist ein besonders anschauliches Beispiel für Propaganda im Spiegel, wobei er seine Leser dreist belügt und US-Quellen als russische Quellen ausgibt, wie man am Ende des Artikels sehen kann.

Der Spiegel beruft sich in seinem Artikel unter der Überschrift „Russischer Militärgeheimdienst GRU – Moskaus Schattenkrieg in Europa“ auf einen Artikel in der New York Times. Dort wird über die Vorwürfe gegen Russlands Geheimdienst GRU berichtet. Allerdings beruft sich die Zeitung mal wieder auf nicht genannte Geheimdienstquellen. Damit ist bereits klar, dass es sich dabei um Geheimdienst-Propaganda handelt.

Wenn Zeitungen Geheimdienste zitieren, dann handelt es sich um Informationen, von denen die Dienste wollen, dass sie in der Zeitung stehen. Es sind keine Ergebnisse von Recherchen der Zeitung. Wenn Sie an dieser These Zweifel haben, können Sie mal Edward Snowden oder Julian Assange fragen, was mit Geheimdienstmitarbeitern geschieht, die ohne Erlaubnis der Dienste Informationen an die Presse weitergeben.

Bei solchen Artikeln handelt es sich also um Propaganda der Geheimdienste und wir erfahren genau das, was wir auch erfahren sollen. Das hat nichts mit Journalismus zu tun.

Und so ist der Spiegel-Artikel auch aufgemacht. Er wiederholt alle Vorwürfe gegen Russland, die von Geheimdiensten in den letzten Jahren gemeldet wurden. Dabei ist der Spiegel unkritisch und zitiert sie bloß. Er hinterfragt in keinem Fall, wie hoch der Wahrheitsgehalt der Vorwürfe sein könnte. Wenn ein Geheimdienst etwas mitteilt, wird es schon stimmen. So arbeitet der Spiegel immer, wir aller erinnern uns noch gut an die Massenvernichtungswaffen, die Sadam Hussein laut der US-Geheimdienste hatte und über die Spiegel damals auch unkritisch berichtet hat.

Wenn der Spiegel also in diesem Artikel nur die Vorwürfe gegen Russland wiederholt und auflistet, ist das per Definition einer der Bestandteile von Propaganda: Wirf nur möglichst viel Dreck auf Deinen Gegner, irgendetwas bleibt schon hängen.

Los geht es in dem Artikel mit dem „Fall Skripal“. Der Spiegel beschuldigt über mehrere Absätze Russland, dabei gibt es dafür bis heute keinerlei unabhängige Belege. Das OPWC konnte nicht zuordnen, wer den Giftstoff hergestellt hat und es bekam auch erst Wochen nach dem Anschlag auf die Skripals Zugang zu den Proben. Es war also genug Zeit,

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Was wolle Qualitätsjournalist? – www.NachDenkSeiten.de

Was wolle Qualitätsjournalist? – www.NachDenkSeiten.de

23-05-18 02:09:00,

Was wolle Qualitätsjournalist?

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Länderberichte, Medienkritik, Schulden – Sparen, Wahlen

Leinen los für das Narrenschiff! Mit genau dem gesunden Maß an Überheblichkeit und Engstirnigkeit, für die wir Deutschen ohnehin weit über unsere Grenzen hinaus geliebt werden, versuchten Deutschlands Leitartikler die italienische Regierungsbildung in den letzten Tagen für ihre Qualitätsleser zu deuten. Der passende Sponti-Spruch hieße wohl „Alles Populisten, außer Mutti“. Die größte Sorge gilt dabei offenbar dem Szenario, dass Italien seine „Horror-Schulden“ nicht zurückzahlen mag und damit unseren Euro kaputtmacht. Gemach, Gemach, liebe Kollegen. Zum Einen sollte man klar und deutlich sagen, dass es die neoliberale Politik in Form einer wahnsinnigen Flat-Tax ist, die auch bei der ach so populistischen Rechtspopulisten-Irgendwoindermittepopulisten-Koalition aus Lega und fünf Sternen fröhlich Urständ feiert und tatsächlich auf eine massive Neuverschuldung hindeutet. Zum Anderen fehlt im hohen Klagelied der Edelfedern jedwede Nennung einer Alternative für die Italiener. Dass sie weder den durch und durch korrupten Christdemokraten unter ihrem Bunga-Bunga-Capo Berlusconi, noch den abgewirtschafteten Sozialdemokraten samt dem deutschen Megadarling Matteo Renzi auch nur ein Jota über den Weg trauen, dürfte sich doch schon bis in die Redaktionsstuben herumgesprochen haben. “Was wolle Qualitätsjournalist?” müsste man als in Anlehnung an einen anderen berühmten Italiener fragen? Von Jens Berger

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Lesen Sie dazu bitte auch den Artikel „Der Heilige Geist hat unsere Medien an Pfingsten nicht erreicht“, in dem sich Albrecht Müller bereits gestern über die Italien-Berichterstattung und insbesondere die Verwendung des Begriffs „Populismus“ in den deutschen Medien beschwerte.

Wir wissen es ja – Italien ist verschuldet, maßlos und instabil, wie uns n-tv gestern mal wieder wissen ließ. Ok, in der realen Welt baut Italien seit 2013 seine Staatsschuldenquote artig ab, hat seine Volkswirtschaft dafür auch durch eine viel zu „maßvolle“ Kürzungspolitik beschädigt und brauchte für seine Koalitions- und Regierungsbildung nur halb so lange wie die Deutschen, obgleich unsere Regierungsparteien – zumindest gemessen an italienischen Verhältnissen – putzigerweise kaum Unterschiede vorweisen. Aber wen interessiert schon die reale Welt,

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