Rundfunkgebühr, Querfront, Gelb-Westen – Die Diffamierung der „Aufstehen“-Bewegung geht weiter

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08-01-19 01:09:00,

Der verleumderische Umgang mit der neuen politischen Sammlungsbewegung „Aufstehen“ wird aktuell von großen und kleinen Medien auf vielen Ebenen fortgesetzt. Von Tobias Riegel.

Die politisch-mediale Kampagne gegen die neue Sammlungsbewegung „Aufstehen“ wurde auch in den ersten Tagen des neuen Jahres fortgeführt. Dabei werden von einer Koalition aus großen und kleinen Medien sowie Teilen der Politik bewährte Versatzstücke verwendet: „Aufstehen“ sei populistisch, „von oben“ inszeniert und „offen“ für rechte Tendenzen. Zudem sei die Bewegung ohnehin „eingeschlafen“ und komme nicht „vom Fleck“.

Zunächst zur „autoritären Struktur“ der Bewegung: Gerade der aktuelle Vorgang um einen missglückten Flyer zur Rundfunkgebühr, der vom „Spiegel“ und vielen anderen Medien für eine unangemessene Aufregung genutzt wird, zeigt doch, dass „Aufstehen“ eben nicht „von oben“ kontrolliert wird. Denn man kann – entgegen der aktuellen Schlagzeilen von der „Wagenknecht-Bewegung“ – davon ausgehen, dass Sahra Wagenknecht diese Aktion nicht „abgesegnet“ hat, weil eben keineswegs jedes Vorhaben zur Prüfung über den Schreibtisch der Politikerin geht.

Ist Medienkritik „AfD-nah“?

Das betont auch Oskar Lafontaine:

„Wie man sich an fünf Fingern abzählen kann, hatte Sahra Wagenknecht diesen Post weder veranlasst, noch kannte sie ihn.“

Statt dessen habe ein ehrenamtlicher Mitarbeiter aus einer der zahlreichen „Aufstehen“-Gruppen die Initiative ergriffen. Das ist prinzipiell zu begrüßen. Dass sich solche politischen Eigeninitiativen aber nicht immer in für alle Mitstreiter akzeptablen Formen äußern, ist selbstverständlich. Nun kann man aber Wagenknecht nicht einerseits vorwerfen, „ihren Laden nicht im Griff“ zu haben, und andererseits, dass sie diesen „Laden“ diktatorisch anführe.

Die Sprache des Flyers ist wie gesagt missverständlich und sie öffnet leichtfertig eine Flanke der Diffamierung. Das Argument unter anderem der „taz“, die grobe Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk sei schon allein darum abzulehnen, weil sie eine „AfD-ähnliche“ Sprache nutze, ist aber naiv und falsch. Es ist mittlerweile ein alter Hut: Die Medien geben der AfD mit dieser auch in anderen politischen Bereichen vertretenen Haltung eine große Macht – denn so kann die AfD willkürlich jeden Standpunkt tabuisieren, allein dadurch, dass sie ihn für sich reklamiert.

Durch Kampf gegen „Gelb-Westen“ und „Aufstehen“ wird Rechts gestärkt

Den Aspekt, dass den Rechten durch solch devotes Verhalten die Deutungshoheit überlassen wird, bringt die LINKE-Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen in einem anderen Zusammenhang auf den Punkt.

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Querfront der Gefühle

Querfront der Gefühle

09-02-18 09:48:00,

Redaktionelle Vorbemerkung: Wie fern, wie uneinnehmbar wirken die Festungen der Mainstream-Medienlandschaft aus junger Perspektive, wie durchgetaktet ihr redaktioneller Duktus. Gastbeitrag? Vielleicht nach drei Praktika! Doch in einer Demokratie sollten auch wir Jugendlichen ein Mitspracherecht haben. Der Rubikon setzt hierfür einen Grundstein. Unsere Jugendredaktion veröffentlicht daher in ihrer Kolumne „Junge Federn“ beständig Beiträge junger Autorinnen und Autoren, denen thematisch kaum Grenzen gesetzt sind. Wenn dich das anspricht, schreib uns gerne an: jugend@rubikon.news.

Friedensarbeit ist selbst für den sporadischen Friedensdemobesucher weiß Gott kein leichter Job. Wenn es auf den deutschen Straßen gerade nicht zum Bibbern kalt ist, verfügen in jeder deutschen Großstadt die Organisatoren der Friedensdemos über einen liebenswürdigen, aber hoffnungslos untalentierten Friedensmusiker, der in den Pausen zwischen den Redebeiträgen seine kakophonischen Klänge zum Besten gibt und damit den einen oder anderen Demonstranten in die Flucht schlägt. Hinzu kommen die Hosentaschen, die vor lauter Informationsmaterial und kommunistischer Broschüren – welche nie gelesen werden – beinah aus den Nähten platzen, sowie die Schilder und Banner über den Köpfen, die sowohl vom Inhalt wie auch vom Design in den 80ern konserviert wurden und heute genauso aussehen wie damals.

All das, um dann am darauffolgenden Tag resignierend feststellen zu müssen, dass die gesamten Strapazen im Grunde genommen keinerlei Auswirkungen auf das Weltgeschehen hatten.

Nicht selten geschieht es, dass man daraufhin der Straße frustriert den Rücken zuwendet und sich in Büchern und dem Cyberspace verliert. Das Friedensengagement erschöpft sich dann in der bloßen Informationsbeschaffung an dessen Trog das Ego gierig mitfrisst. Sich viele Informationen anzueignen mag durchaus gegen Propaganda immunisieren, aber wirklich geholfen ist damit noch lange keinem. Vielmehr kann man sich nach einer ausführlichen NachdenkSeiten-Lektüre oder einer Ausgabe „Me, Myself and Media“ in Spielfilmlänge dabei ertappen, wie man sich nun in der Rolle eines besonders Aufgeklärten und gut Informierten wähnt. Es ist eine Falle, in die man tappen kann, in der man sich suhlt, wie viel klüger man als „die Anderen“, die „Schlafschafe“, die „naiven Systemlinge“ doch nun sei. Ob nun im realen Leben oder in den Schützengräben der Kommentarspalten entsteht ein Disput, der sich nur noch um eines dreht:

Man kann mit dem Finger auf die NATO deuten, auf die Militärparaden am Roten Platz, doch vergessen wir leider nahezu immer die Kriegstreiber und Provokateure im eigenen Kopf.

Das Ego und der Neid sind zwei uns auf Schritt und Tritt folgende Begleiter,

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