Tagesdosis 11.1.2020 – Die Welt im Rausch von Kriegen, Krisen und Drohkulissen | KenFM.de

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11-01-20 02:19:00,

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Iran, Australien, Dortmund: Die ganze Welt scheint sich im Ausnahmezustand zu befinden. Wie wir medial süchtig nach dem gemacht werden, was uns zutiefst ängstigt. 

Ein Kommentar von Christiane Borowy.

Der Absturz einer Passagiermaschine nahe Teheran vor einigen Tagen soll durch versehentlichen Abschuss durch den Iran erfolgt sein. Der amerikanische Präsident Trump will den nahen Osten in die NATO aufnehmen. In Australien werden Kamele getötet, weil sie zu viel Wasser trinken. Dabei sind ohnehin so viele Tiere gestorben und so viel Umwelt durch Brand zerstört, dass die Auswirkungen auf das Ökosystem nicht abschätzbar sind. Und sogar in Dortmund herrscht Chaos: In der achtgrößten Stadt Deutschlands gibt es am 12. Januar eine Mega-Evakuierung, weil man wohl vier Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden hat. Wir aber machen weiter mit dem, was wir immer tun, doch das geht nicht auf Dauer gut.

Ein ruhiger medialer Jahresbeginn ist eine Illusion. Eine negative Schlagzeile reiht sich an die nächste. Wer über das aktuelle Zeitgeschehen informiert sein möchte, erlebt jeden Tag ein ähnliches Prozedere: Chaos und Instabilität in der Welt, in Deutschland, in meiner Stadt. Mit welchen Folgen?

Die Tagesschau berichtet am Morgen des 10.01.2020, dass sich die Hinweise auf einen Abschuss einer Passagiermaschine nahe Teheran durch den Iran verdichten (1). Da bekomme ich medial schon gleich zum Frühstück die erste Portion Nervenkitzel auf das Müsli gestreut. Hektisch sehe ich nach, ob und wie die Großmacht USA darauf reagiert. Diese hatte den Konflikt mit dem Iran durch den Mord an dem iranischen General Quassem Soleimani, was laut Nahost-Experte Michael Lüders euphemistisch als „Tötung“ bezeichnet wird, überhaupt erst angezettelt. Ich erfahre ebenfalls am frühen Morgen in der Welt: „Trump will Nahen Osten in Nato aufnehmen“. Puh, Glück gehabt, der dritte Weltkrieg kommt wenigstens nicht heute. Was sagen deutsche Politiker und Medien dazu? Sigmar Gabriel beurteilt den Mord als falsch. (2). Immerhin. Der Politikberater Cornelius Adebahr schätzt die Lage immer noch als bedrohlich und den Iran als „nicht zimperlich“ ein, und äußert sich in der Zeit am 09.01.2020 wie folgt: 

„Doch die derzeitige Beruhigung kann den zugrunde liegenden Konflikt nicht beilegen.

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