Dieser reiche Schweizer besitzt über 20 Milliarden Franken

dieser-reiche-schweizer-besitzt-uber-20-milliarden-franken

28-04-19 11:39:00,

Klaus J. Stöhlker / 28. Apr 2019 –

Jorge Paulo Lemann lebt in unserem Paradies für Hyperreiche. Pauschalsteuern sei Dank. Immer mehr Arme im Land haben das Nachsehen.

Red. Der Autor ist PR-Berater und lebt in Zollikon ZH. Dieser Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz».

Was Angst vor Armut bedeutet, erfuhr ich ausgerechnet an der Universität St. Gallen, der vom Industriellen Max Schmidheiny gestifteten HSG. Dort lehrte ich einige Zeit «Kapitalismus und Kommunikation» in einem Post Graduate-Kurs.

Als ich vor etwa sechzig hoch ambitionierten MBA-Studenten der Schweizer Finanzwirtschaft sagte: «Sie werden es künftig schwer haben, die grossen Saläre ihrer Vorgänger zu erhalten», sprang ein Zürcher aus seiner Bank hoch und schrie: «Warum mache ich diesen Scheiss? Nach dem Kurs will ich eine halbe Kiste verdienen.»

Ich denke, daran hat sich seither nichts geändert. Die Schweiz ist ein Land der Hyperreichen, wo jemand, dessen Vermögen unter einer Milliarde liegt, zu den «armen Reichen» zählt.

Über Jorge Paulo Lemann, 70, Sohn eines Käsehändlers aus Langnau im Emmental, heute der zweitreichste Brasilianer und einer der reichsten Schweizer, liesse sich ein Krimi schreiben. Er wusste alle über den Tisch zu ziehen: Rainer E. Gut, dem er eine brasilianische Privatbank verkaufte, Präsident Lula, welcher der Fusion des grössten brasilianischen Bierkonzerns zuzustimmen glaubte, während Lemann Ambev an die belgische Interbrew verkaufte.

Sogar der berühmteste Investor der Welt, Warren Buffett, verlor wegen eines Geschäfts mit Jorge Lemann 15 Milliarden Dollar. Lemann, wie wir sehen, ist ein Schweizer der globalen Extraklasse.

Er, der von allen als sehr nett, leise und mit vorzüglichen Manieren ausgestattet beschrieben wird, wohnt seit einigen Jahren am Zürichseeufer, in Kempraten bei Rapperswil. In Kürze wird neben ihm Superstar Roger Federer seine Supervilla bauen.

Er kennt Jorge Lemann schon lange vom gemeinsamen Tennisspiel. Nur wenige hundert Meter höher wohnt (mindestens seine Frau samt Kindern) Michail Chodorkowski, der Milliardär, der Wladimir Putin herausfordert.

Während Federer, der als halber Südafrikaner den Körperbau eines Baumstamms hat, sich sein Vermögen Schlag um Schlag aufgebaut hat, sich der Öffentlichkeit zeigen muss, um als «Influencer» für Rolex, Jura und ein Dutzend weiterer Weltmarken die Trommel zu schlagen,

 » Lees verder

Studie: Reiche sind oft nur mit dem zwei- oder dreifachen Vermögen zufrieden

studie-reiche-sind-oft-nur-mit-dem-zwei-oder-dreifachen-vermogen-zufrieden

14-12-18 08:49:00,

Friedrich Merz ist Einkommensmillionär, gehört damit zu den obersten 0,04% der Steuerpflichtigen, die sich offenbar gar nicht so reich sehen und gerne immer noch mehr hätten

Schon wieder musste Friedrich Merz eine Niederlage einstecken. Und schon wieder gegen eine Frau. Ganz knapp verlor er gegen Annegret Kramp-Karrenbauer beim Rennen um den Parteivorsitz. Das könnte auch damit zu tun haben, dass der neoliberale Mann aus der Finanzwirtschaft doch nicht genügend Delegierte vollends überzeugte, die sich schwertun, wenn einem Reichen, der sein Geld bei der Vermögensverwaltung BlackRock macht, bei der Rente nur wieder einfällt, diese durch Wertpapiere zu ergänzen.

Als Friedrich Merz seine Kandidatur für die Wahl zum Parteivorsitzenden bekannt gemacht hatte, antwortete er Mitte November auf die Frage eines Lesers bei einem “Bild”-Talk, ob er Millionär sei, ausweichend, er lebe “in geordneten persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen”. Auf Nachfrage, räumte er ein, er wisse schon, ob er Millionär ist, um schließlich zu sagen: “Ich liege jedenfalls nicht darunter.” Er betonte, er sehe sich als “Teil der gehobenen Mittelschicht”, aber nicht der “kleinen, sehr vermögenden, sehr wohlhabenden Oberschicht”.

Das war natürlich peinlich, Merz wollte sich unbedingt als Mann der Mitte darstellen und fürchtete, wenn er sich als Millionär, gar vielleicht als mehrfacher, bezeichnet, um seine Chancen beim Neueinstig in die politische Karriere. Oberschicht, nein um Gottes willen. In einem Land, in dem die Armutsgefährdungsquote bei 16,1 Prozent liegt, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beziehen (= ein ÄquivalenzEinkommen von 21.920 Euro pro Jahr), muss man da schon aufpassen. Nach dem Statistikamt sind 19,0 % von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das sind die da unten, die nach Merz wohl nicht “in geordneten persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen” leben.

Nach dem Reichtumsbericht der Bundesregierung gehörten 2012, neuere Zahlen gibt es offenbar nicht, 2,4 Prozent der Bevölkerung zu den Top-Nettovermögenden, die ein Nettovermögen über 500.000 Euro haben. Der Durchschnitt liegt bei rund 123.000 Euro je Haushalt, wobei die untere Hälfte der Haushalte gerade einmal über 1 Prozent des gesamten Nettovermögens verfügt. Aber wir wissen ja nicht, ob Merz ein Vermögen von einer Million hat oder ein Einkommensmillionär ist. Zuletzt erklärte er, dass er “rund eine Million Euro brutto” verdiene. Als einkommensreich gilt, wer 200 (7,5%) oder 300 Prozent (1,9%) über dem Nettoäquivalenzeinkommen der Gesamtbevölkerung erzielt.

 » Lees verder

Klimakrise: Reiche verursachen sie, Arme leiden darunter

Klimakrise: Reiche verursachen sie, Arme leiden darunter

06-08-18 03:32:00,

Die Erde hat Fieber und die Schübe werden immer heftiger. Der Eisschild der Arktis war im Herbst so klein wie noch nie. Im frostigen Lappland hat es das Thermometer im Juli auf einen Rekordwert von über 32 Grad getrieben. Die sonst saftig-grünen Wiesen und Felder Großbritanniens gleichen heuer gelben Strohfeldern. Mehrere italienische Ställe müssen klimatisiert werden, damit die Kühe auch im Sommer noch ausreichend Milch geben können. In Schweden tobten wochenlang verheerende Waldbrände, die aufgrund der Trockenheit fast nicht unter Kontrolle zu bringen waren. In Griechenland und Kalifornien starben dutzende Menschen in den Flammen. Allein in Griechenland waren es über 90 Todesopfer.

Ernteausfälle in der Landwirtschaft

Die Folgen der Klimakrise werden immer schwerwiegender: Dürren, Missernten, Waldbrände und Umweltkatastrophen häufen sich. Die vergangenen Jahre waren die heißesten Jahre seit Beginn der Messungen. In ganz Europa hoffen derzeit Bäuerinnen und Bauern auf den lang ersehnten Regen. In Ländern wie Polen oder Frankreich schüttet der Staat Millionen aus, um die Landwirtschaft zu entschädigen. In den Niederlanden muss das Wasser in der Landwirtschaft rationiert werden – in einem Land, das sonst gegen einen steigenden Meeresspiegel kämpft, weil ein Drittel seiner Fläche unterhalb des Meeresspiegels liegt. In Deutschland muss heuer Getreide importiert statt exportiert werden. Auch Österreich ist betroffen: Trockenheitsbedingt gibt es schon das zweite Jahr in Folge niedrigere Getreide-Erträge.

Die Ernte fällt im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gleich um 12 Prozent niedriger aus. Das sind um 400.000 Tonnen Getreide weniger als üblich.

Was in der Klimadebatte aber oft untergeht, sind Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Wer verursacht den Klimawandel eigentlich? Ist es „die Menschheit“, die den Planeten zerstört? Oder verschmutzen bestimmte Gruppen die Umwelt stärker als andere? Wer leidet am meisten unter den Auswirkungen? Und wer kann sich am wenigsten wehren?

Vergiftete Umwelt, vergiftete Körper

Fangen wir mit dem globalen Blick an: Es sind vor allem die Länder der Peripherie, die die Last der klimatischen Veränderungen tragen müssen. Dabei ist es der Westen, der gemeinsam mit aufstrebenden Volkswirtschaften wie China für den Großteil von Treibhausgasen und Müll verantwortlich ist. Es sind aber ärmere Länder, die unter Hungerkatastrophen leiden und in denen Menschen sterben, wenn es zu Dürren oder Ernteausfällen kommt. Es sind ärmere Länder, die darunter leiden, wenn sich Wüsten immer stärker ausbreiten und landwirtschaftliche Nutzung immer unmöglicher wird. Und es sind vor allem ärmere Länder,

 » Lees verder

Arme Reiche

Arme Reiche

05-07-18 01:56:00,

Angeblich ist ja der Niedrigzins schuld an der Misere der Lebensversicherung. Die Nullzinspolitik mache die Altersvorsorge kaputt, das reden uns die Versicherer seit Jahren ein. Und die Politik kriecht ihnen dabei willig auf den Leim. Doch sie sollte es eigentlich viel besser wissen.

Ein Grund, weshalb sich die meisten Verträge nicht mehr rechnen, ist seit vielen Jahren bekannt: die gigantischen Kosten, die bei einem vergleichsweise simplen Produkt wie einer Lebensversicherung erstaunlicherweise anfallen. Das funktioniert vermutlich nur, weil die Kunden davon so gut wie nichts wissen. Denen wird bei Vertragsabschluss eine nebulöse Effektivkostenquote präsentiert, die Laien nicht einschätzen können.

Zudem ist diese Kennziffer nur bedingt aussagekräftig. Die Gesamtkosten, die bei einem Vertrag in Euro und Cent über die gesamte Laufzeit anfallen, sucht man vergebens. Unabhängige Experten werfen der Branche deshalb vor, die Kunden gezielt in die Irre zu führen. Klar ist:

Die Kosten fressen bei den meisten Gesellschaften den Löwenanteil der schmalen Garantieverzinsung auf.

Wie Balodis und Hühne bereits 2014 in einer empirischen Untersuchung für das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigten, gingen bei einer Privatrente mit einem Beitragsvolumen von 48.000 Euro in 40 Jahren rund 10.000 Euro aufgrund von Kosten verloren!

Zwar sollen Produktinformationsblätter (PIB) die Kunden aufklären, doch wie die Rubikon-Studie belegt, werden Laien dabei gezielt in die Irre geführt. Die Abschlusskosten, auf die sich der Blick informierter Verbraucher häufig richtet, werden oft deutlich zu niedrig kalkuliert. Das soll kritische Verbraucher offenbar milde stimmen. Sie können nicht wissen, dass für ihren Vertrag wesentlich höhere Provisionen an die Vermittler fließen.

Der Versicherer gleicht das in der Regel durch die viel zu hoch kalkulierten Verwaltungskosten aus. Auch das merkt der Kunde nicht, denn diese Kosten werden in der Regel als scheinbar kleiner Betrag pro Monat oder Jahr ausgewiesen. Bezogen auf die gesamte Laufzeit kommen aber schnell Tausende Euro zusammen. Und nicht selten übersteigen die scheinbar unverdächtigen Verwaltungskosten die Abschlusskosten deutlich.

Pro Jahr zahlen die Verbraucher so mit ihren Beiträgen über 10 Milliarden Euro an Kosten. Gar nicht offiziell ausgewiesen werden die Kosten für die Kapitalanlage: Sie betrugen 2016 immerhin 5,2 Milliarden Euro, ein Geldsegen für jene, die die Anlage der Kundengelder organisieren.

So sind Lebensversicherungen Produkte, an denen sehr viele Akteure prächtig verdienen: die Lebensversicherungskonzerne und ihre Mitarbeiter, die Vermittler und Makler,

 » Lees verder