Indien: Gift und Religion

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16-11-19 10:40:00,

Freiluftwäscherei am Hindon Fluss. Foto: Gilbert Kolonko

  1. Indien: Gift und Religion

  2. Modi, der Retter, und der Westen


  3. Auf einer Seite lesen

In Indien sind Wasser, Luft und Nahrung vergiftet. Genug Lohnarbeit gibt es auch nicht. Dafür Nationalismus und Religion

Samstag, 9. November: “Der Ram Tempel wird gebaut”, ruft jemand voller Freude in ein Tee-Kabuff in New Delhi hinein. Alle schalten sie ihre chinesischen Smartphones ein. Eigentlich sollte das Oberste Gericht erst nächste Woche über den knapp 130 Jahre alten Tempel-Streit zwischen Muslimen und Hindus im Ort Ayodhya entscheiden. Doch auf Druck der Regierung tat es das Gericht überraschend schon am vergangenen Samstag (Hindus dürfen alten Tempel auf dem Gelände der Ayodhya-Moschee wiedererrichten).

Der Wirt strahlt mich glückselig an und fragt, was ich dazu sage: “Tempel interessieren mich nicht so. Ich würde mir lieber anständig bezahlte Arbeit für die meisten Inder wünschen.” Sofort ist der Wirt beschämt. Erst am Tag zuvor hatte er sich wieder beschwert, dass der Teepreis das letzte Mal vor zwei Jahren von 8 auf 10 Rupien erhöht wurde: “Aber Gas, Milch und Zucker sind teurer geworden. Und kein Wirt in der Umgebung traut sich den Preis zu erhöhen.”

Vor meinem Hotel in einer Seitengasse von New-Delhi gab es vor fünf Jahren nur einen Teestand, heute sind es drei, obwohl die Kundschaft kaum merklich angestiegen ist. Ein Hauptgrund ist ein Wirtschaftswachstum, das keine Arbeit schafft und dessen Früchte zu 73 Prozent an das reiche Ein-Prozent des Landes fällt.

Knapp 60 Prozent der Inder sind unter 25 Jahre alt. So wird Indiens Bevölkerung noch bis 2060 wachsen. Von jetzt 1,3 Milliarden Einwohner auf 1,7 Milliarden, obwohl die Geburtenrate pro Leben einer indischen Frau auf 2,33 Prozent gesunken ist.

Zwei Stunden später stehe ich an einer Einfahrt zur G.T Road, nahe der Stadt Ghaziabad, die langsam mit Delhi zusammenwächst – genau wie die rasant ansteigende Zahl von hastig gebauten Satellitenstädten. Der 18-jährige Sunil sitzt auf seinem Rolltisch inmitten der Abgase. Im Sekundentakt rauschen Fahrzeuge vorbei. Im Minutentakt halten einige der über 3 Millionen Neuwagen Delhis und einige der 6,6 Millionen Motorräder/roller an Ständen an,

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Am Anfang war die Religion

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07-09-19 09:40:00,

„Ideologische Meinungen sind ja nicht einfach (…) falsche Theorien. Dies umso weniger, als ja sogar wahre Aussagen ideologisch verwendet werden können. (…) Die Wahrheit der Ideologie (das heißt: die wahre Erfüllung des ihrer Herstellung zugrunde liegenden Interesses) ist die falsche Praxis. Eine Theorie, die unfähig bleibt, falsche Praxis einzuspuren oder aufrechtzuerhalten, ist mithin keine ,wahre Ideologie‘, sondern nur eine wahre oder falsche Theorie; freilich, gleich ob sie wahr oder falsch ist, eine falsche aus der Perspektive des Ideologie-Produzenten. Was nichts nutzt, ist unwahr“ — Günther Anders in „Die Antiquiertheit des Menschen II“.

Ideologiekritik geht davon aus, dass die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Realität durch Ideologien verdeckt wird. Der Ansatz der Ideologiekritik will somit den Blick für die „wahren“ Verhältnisse frei machen, indem er die verblendende Ideologie als solche entlarvt.

Die praktische Ideologiekritik könnte also wie folgt aussehen: Ein Text wird danach untersucht, von welchen Interessen er geleitet wurde; diese oftmals verborgenen und nicht klar ausgesprochenen Interessen werden sichtbar gemacht. So können zum Beispiel Parteiprogramme ideologiekritisch analysiert werden, indem „hinter“ den Programmpunkten die Absichten oder Interessen erkannt und aufgezeigt werden.

Der Ideologiebegriff, den der Ansatz der Ideologiekritik voraussetzt, ist ein negativer: Im Sinne Bacons als „Irrung“ oder „Täuschung“ des Geistes, im Sinne Napoleon Bonapartes als „unnützer und praxisfremder“ Begriff, im marxistischen/neo-marxistischen Sinne als „falsches Bewusstsein“ verstanden. Dieser Begriff der Ideologie trägt die Baconsche Hoffnung in sich, dass es ein Wissen ohne Irrtum und Trugbilder geben könne. Die Ideologie ist in dieser Sichtweise die Grenze, hinter der sich die Wahrheit befindet. Etwas überspitzt formuliert: Wahrheit wird nicht als Produkt von Wissenschaft verstanden, sondern als „bereits vorhandene“ Wahrheit, die lediglich durch gesellschaftliche oder ökonomische Mechanismen aus der Wahrnehmung verschwunden ist.

Die Position der Ideologiekritik wäre somit außerhalb der Produktion von Wahrheit angesiedelt. Die Macht liegt in dieser Sichtweise bei jenen, die die Wahrheit verschleiern, die Ideologiekritik sieht sich auch in diesem Punkt nicht eingebunden in die Macht, sondern wiederum außenstehend.

Es zeigt sich somit bereits, dass der Ansatz der Ideologiekritik von der Bedeutung des Ideologiebegriffs abhängt. Der Ideologiebegriff selbst ist aber keineswegs eindeutig zu definieren. Seine Bedeutung ändert sich einerseits in der Wertung, das heißt eher negativ oder neutral besetzt, andererseits in der Bedeutung selbst, etwa im Sinne der Ideologenschule als „Lehre der Ideen“.

Der Begriff der Ideologie steht heute alltagssprachlich für das Denk-,

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Guns as religion: Trump’s envoy calls for armed guards at synagogues & Jewish schools

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19-06-19 09:01:00,

US President Donald Trump’s special envoy for combating anti-Semitism has called for an armed presence at Jewish institutions across the US, insisting synagogues, schools and community centers beef up on security.

The appointee, Elan Carr, said American Jews face a “time of danger” and must take steps to protect themselves from attacks and persecution, according to the Jerusalem Post.

“Any synagogue, every JCC [Jewish community center], should have guards,” Carr told an interviewer on Wednesday at a conference in Israel. “God willing, may they never be needed, but they should be there.”

President Trump tapped Carr to be the State Department’s pointman on anti-Semitism issues in February, after complaints from Democrats and Jewish advocacy groups pressured him to fill the position, which sat vacant for the first two years of his term.

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Imagine suggesting Jews couldn’t govern themselves? Kushner’s remarks on Palestinians slammed

Carr also spoke at the conference of the president’s commitment to protecting Jewish minorities in the US and around the world.

“The rhetoric of the president couldn’t be clearer,” he said. “Every time the president speaks on this issue, he calls it [anti-Semitism] a vile poison that must be rooted out.”

Some Jews reject Carr’s description of the president, however, and argue his policies and rhetoric actually put Jewish communities in more danger. In a recent survey of 1,000 American Jewish voters, nearly 60 percent of respondents said Trump “bears at least some responsibility” for recent synagogue shootings in Pennsylvania and California. Seventy-three percent said they thought Jews were less safe in the US than they were two years ago.

Also on rt.com
Police should guard every synagogue, Jewish school & daycare in Germany – Merkel

In his proposal for armed guards at Jewish institutions, Carr may have taken pointers from German Chancellor Angela Merkel, who made a similar suggestion in May as one way to address rising anti-Semitism in Germany.

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Moral, Religion und Völkerrecht im Nahen Osten. Von Dr. Gerhard Fulda. – www.NachDenkSeiten.de

Moral, Religion und Völkerrecht im Nahen Osten. Von Dr. Gerhard Fulda. – www.NachDenkSeiten.de

01-06-18 07:03:00,

Religion und Völkerrecht

Gegen Chaos und ungezügelte Gewalt kann sich ein Rechtssystem nur mit einer institutionellen Autorität durchsetzen, die seine Anwendung im Einzelfall sicherstellt.

Diese banale Feststellung ist für das Völkerrecht nicht selbstverständlich. Zwischen Völkerrecht und nationalem Recht besteht ein wesentlicher Unterschied: Im internationalen Recht ist der an diese Normen gebundene Staat selbst zugleich auch der “Gesetzgeber”.

Insoweit ähnelt das Völkerrecht der bloß freiwilligen Selbstverpflichtung eines Wirtschaftsunternehmens.

Interessengeleiteter “Realpolitik” gelingt es deshalb immer wieder, als lästig empfundene Einschränkungen der staatlichen Handlungsfreiheit beiseite zu schieben.

In der Geschichte des Völkerrechts sind Anstrengungen unternommen worden, diesen Mangel an Durchsetzungsfähigkeit zu überwinden. Aber auch die Unterwerfung unter die inzwischen bestehenden Ansätze internationaler Gerichtsbarkeit ist nicht erzwingbar.

Nur nach dem Recht der Vereinten Nationen kann heute der Sicherheitsrat in Sonderfällen auch gegen den Willen eines Staates bindende Entscheidungen und Sanktionen beschließen.

Historisch haben die europäischen Staaten versucht, diese Schwäche des Völkerrechts auch mit einer religiösen Unterlegung grundlegender zwischen den Staaten zu beachtender Prinzipien zu beheben. Die christliche Moral sollte das Recht stärken, wenngleich nicht immer mit noch heute überzeugenden Argumenten.

Zum Beispiel ist die koloniale Landnahme völkerrechtlich damit begründet worden, dass den sich der Mission versagenden “Barbaren” ein international zu beachtendes Eigentum an dem bewohnten Land gottgewollt gar nicht zustehen könne. Das von Ungläubigen bewohnte Land war “res nullium”, eine niemandem gehörende Sache, die man durch “Entdeckung” in Besitz nehmen durfte.

Eine solche Verknüpfung religiöser Überzeugungen mit einer völkerrechtlichen Textur ist auf israelischer Seite nicht zu erkennen.

Ehud Barak hat im Jahr 2000 betont:

“Religious belief and international law are a mismatch”.

Ein weiteres Zitat von Golda Meir kommt im Ergebnis dem res-nullium-Argument recht nahe:

“There is no such thing as a Palestinian people… It is not as if we came and threw them out and took their country. They didn’t exist.”
(Golda Meir, The Sunday Times, 15 June, 1969)

Mit solchen Zitaten soll nicht gesagt werden, hier stehe heute ein christlich akzentuiertes Völkerrecht einem jüdisch geprägten Völkerrecht gegenüber.

Bei uns hat sich das Völkerrecht zunehmend säkularisiert. In Israel nimmt die Bereitschaft ab, Völkerrecht überhaupt gelten zu lassen. Das gilt vor allem in Fragen der äußeren Sicherheit:

Die Selbstverständlichkeit,

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