Rettet die Nacht!

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01-12-19 09:52:00,

Zürich West mit Prime Tower: Künstliche Beleuchtung macht die Nacht zum Tag
© stravag/CC BY-NC-SA 2.0

Zürich West mit Prime Tower: Künstliche Beleuchtung macht die Nacht zum Tag

Linda Stibler / 01. Dez 2019 –

Unnötige Lichtimmissionen sind schädlich für Menschen und Tiere. Griffige Gesetze könnten Abhilfe schaffen.

Lichtverschmutzung war in der Schweiz lange Zeit kein Thema, obwohl das Problem seit Jahren besteht. Und die Nächte werden immer heller – spätestens seit sich das Siedlungsgebiet in vormals ländliche Gebiete ausbreitet. Schon seit Jahren ist der Sternenhimmel für Städter selbst in klaren Nächten kaum mehr zu sehen. Auch in grossen Gebieten des Mittellandes ist der Himmel in einen diffusen Schimmer getaucht – die berüchtigte Lichtglocke, die die Sterne zum Verschwinden bringt.

Aufdringliche Leuchtreklamen beeinträchtigen die Lebensqualität vieler BewohnerInnen von Städten und Agglomerationen und stören deren Schlaf, weil sie oft die ganze Nacht hindurch eingeschaltet bleiben. Grossflächige Überbauungen und Baustellen werden mit viel Aufwand und ohne Grund nächtelang beleuchtet. Nicht zuletzt waren es die immer dichteren und helleren Strassenbeleuchtungen, die AnwohnerInnen Anlass zu Klagen gaben. In jüngster Zeit kamen Alarmrufe von Naturschützern hinzu. Sie weisen darauf hin, dass die anhaltende nächtliche Beleuchtung für viele Tierarten negative Folgen hat. Besonders gefährdet sind Insekten. Neuste Untersuchungen stellen fest, dass die Artenvielfalt und Zahl der Insekten in den letzten Jahren drastisch abgenommen haben, was ökologisch höchst bedenklich ist.

Grundsatzentscheid: Lichterlöschen!

Bereits im Jahr 2013 gab es ein Bundesgerichtsurteil, nachdem Bürger aus dem Kanton Aargau die nächtliche Beleuchtung an einer Hausfassade beanstandet und den Streit bis zur höchsten gerichtlichen Instanz weitergezogen hatten. Die Richter kamen zum Schluss, dass jede private oder geschäftliche Beleuchtung, die nicht aus Sicherheitsgründen erforderlich sei, um 22.00 Uhr abgeschaltet werden müsse. Einzige Ausnahme seien Weihnachtsbeleuchtungen, die jedoch um 01.00 Uhr gelöscht werden müssten.

Dieser Grundsatzentscheid ist allerdings noch lange nicht ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Vermehrt gibt es Klagen gegen solche nächtlichen Störungen. Als Reaktion auf die Beschwerden haben in den vergangenen zwei Jahren diverse Gemeinden die Strassenbeleuchtungen umgerüstet, die Leuchten besser abgeschirmt und die Lichtstärke nachts massiv gedämpft, wo es die Sicherheit erlaubte.

Steigende Zahl von Nachbarschaftsklagen

Von Lichtverschmutzung betroffen sind vor allem die grösseren Agglomerationen der Schweiz – die Nordwestschweiz, der Grossraum Zürich oder Bern. Hat auch hier ein Umdenken stattgefunden?

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Rettet die Bienen und die Demokratie!

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26-09-19 12:45:00,

Mein Vater und mein Großvater waren Imker. Schon in meiner frühesten Kindheit lernte ich den emsigen Fleiß der Bienen kennen, die unglaubliche Mühe, mit der sie die vielen Nektartropfen aus den Blütenkelchen in den brausenden Bienenstock tragen. Und wenn dann die Apfelbäume im Herbst reiche Ernte brachten, wusste ich, dass es den Bienen zu danken war, die im Frühling die Blüten bestäubt hatten.

Seltsam kam es mir allerdings vor, wenn mein Opa immer wieder das Bienenvolk als Gleichnis für den Staat heranzog. „Wir haben doch keine Königin!“, hab ich ihm entgegnet. Den Begriff der Demokratie kannte ich damals noch nicht. So reibungslos und wabenförmig das Gemeinwesen der Bienen auch aufgebaut sein mag, taugt es doch nicht als Modell für unseren Staat.

Wir Menschen sind politische Wesen und Wesen der Freiheit, geben uns eine Verfassung, Gesetze und Regierungen, diskutieren öffentlich über Fragen, die das Gemeinwesen betreffen. In der Demokratie gilt das Volk als Souverän. Allerdings ist diese Staatsform voraussetzungsreich und verletzlich. Nur wenn die Bürger über Gemeinsinn, demokratische Tugenden und politische Urteilsfähigkeit verfügen, kann ein demokratischer Staat florieren. Gewährleistet und verteidigt werden die Voraussetzungen durch ein gutes Bildungswesen. Ungebildete Staatsbürger sind eine leichte Beute von Propaganda und Ideologie.

Man könnte die aktuelle Situation in der Merkelrepublik durchaus auf den erbärmlichen Zustand unserer Schulen und Universitäten zurückführen. Diese sind in Folge der neoliberalen PISA- und Bologna-Reformen, welche ihnen durch Stiftungen und durch die OECD eingeflüstert wurden, kaum noch in der Lage ihren Verfassungsauftrag zu erfüllen. Die Autorin Sibylle Berg führt in ihrem düster-zynischen Roman „GRM — Brainfuck“ vor, dass die Eliten als letzten Coup gegen die Armen dem zerrütteten Gemeinwesen die direkte Demokratie verpassen, weil es wesentlich einfacher ist, die ungebildeten Massen zu steuern als deren gelegentlich eigenwillige „Repräsentanten“.

Ich teile diese düstere Position nicht, sondern möchte im Gegenteil dafür plädieren, dass Volksentscheide als Instrumente der direkten Demokratie herausragende Bildungsanlässe darstellen, wie sich aktuell am Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg zeigen lässt.

Als Imkersohn war ich sofort begeistert von diesem Vorstoß. Doch bald kamen mir auch Zweifel: Aus eigener Erfahrung habe ich schmerzlich lernen müssen, dass edle politische Ziele oft über Kleingedrucktes hinwegtäuschen, dass die gewählten Mittel nicht zum versprochenen Ziel führen, dass die Programme der politischen Akteure absehbare Nebenwirkungen haben oder häufig einer verborgenen Agenda folgen (Beispiele: Friedensmissionen,

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Rettet den Boden!

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22-08-19 01:21:00,

Die Böden unter unseren Füßen sind unsere Lebensgrundlage. Wir leben auf und von ihnen. Ein Millimeter fruchtbarer Boden kann dreihundert Jahre zum Aufbau benötigen. Waren die Landwirte vor der Industrialisierung noch darauf angewiesen, Humus aufzubauen, um die Böden lebendig zu erhalten, nutzt die moderne Landwirtschaftsindustrie den Boden nur noch als bloßes Substrat, in das die Überproduktion von Exkrementen der industriellen Fleischfabrikation als Dünger eingebracht wird. Die Gesundheit der Böden und der Menschen, die seine Früchte täglich essen, ist dabei vollkommen aus dem Blick geraten. Florian Schwinn fordert in seinem Buch „Rettet den Boden!“ dringend, eine Humuswende zur Rettung der Böden einzuleiten. Denn wenn die Böden erst einmal abgetötet sind, brauchen wir nicht mehr umzudenken – dann verliert auch die biologische Landwirtschaft der Zukunft den Boden unter den Füßen. Ein Auszug.

Unser derzeitiger Umgang mit dem fruchtbaren Boden der Erde ist ein Vernichtungsfeldzug. Wir betonieren, asphaltieren ihn zu, baggern ihn weg, planieren und versiegeln. Täglich gehen auch in Deutschland noch immer sechzig Hektar Land verloren. Um es anschaulich zu machen, der gängige Vergleich: Das sind knapp 150 Fußballfelder. Eigentlich wollte die Bundesregierung den Flächenfraß bis 2020 auf täglich dreißig Hektar begrenzen, was dann immer noch 74 Fußballfelder wären, die täglich draufgehen. Es bleiben aber mehr, denn diese selbstgesetzte Vorgabe ist eines der vielen nicht erreichten Umweltziele. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung geht davon aus, dass der Landverlust durch bauliche Versiegelung bis 2030 nur auf 45 Hektar pro Tag zurückgeht. Aber selbst wenn das ursprüngliche Ziel bis dahin erreicht würde, wären das immer noch dreißig Hektar zu viel. Denn, wenn uns schon die Welt groß genug erscheint, um sie immer weiter auszubeuten, das kleine Deutschland dürfte für jeden so überschaubar sein, dass leicht zu erkennen ist, dass die Ressource Land endlich ist und wir es uns nicht leisten können, jeden Tag dreißig Hektar zu verlieren.

Aber selbst da, wo kein Quadratmeter Fläche überbaut wird, geht Boden verloren. Denn die sogenannte moderne Landwirtschaft ist in ihrer industrialisierten Form an dem Vernichtungsfeldzug gegen das Leben beteiligt; auch sie sorgt dafür, die fragile Schicht fruchtbaren Bodens abzutöten und abzutragen, von der die Pflanzen und alle Landtiere leben – und also auch wir.

Noch nie in der Geschichte der Menschheit sind wir derart flächendeckend weltweit gegen unsere eigenen Lebensgrundlagen – im Wortsinn – »zu Felde« gezogen.

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Rettet das Völkerrecht! – Initiative will multilaterales Weltsystem verteidigen

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09-08-19 02:15:00,

Am Mittwoch wurde ein Aufruf veröffentlicht, der die Regierungen sämtlicher Länder dazu auffordert, die Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen zu befolgen. In einem Formular auf der englischsprachigen Website können Einzelpersonen und auch Organisationen den Appell unterschreiben.

„Eine globale Aufforderung, die Charta der Vereinten Nationen zu respektieren und zu befolgen“ ging am Mittwoch in deutscher Sprache online an den Start. Die Aufforderung beinhaltet, dass die Grundprinzipien dieses fundamentalen Vertrags der Vereinten Nationen (United Nations – UN) eingehalten werden sollen. Die UN stellt das größte multilaterale System der Welt dar, mit mittlerweile 192 Mitgliedstaaten. Gegründet wurden die Vereinten Nationen nach dem Ende des zweiten Weltkriegs 1945.

Grund für diesen Aufruf sei die Ignoranz gegenüber den wichtigsten Punkten der Charta. Vor allem die Grundprinzipien der Nichteinmischung und Nichtaggression würden seit Anfang des 21. Jahrhunderts oft hintergangen. Schon am 14. Februar 2019 hatten sich einige Vertreter von Mitgliedsstaaten zu einer UN-Pressekonferenz zusammengefunden. Der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza übernahm die Tagungsleitung. Ziel der Pressekonferenz war es nach eigener Aussage „den Frieden und die Souveränität der Nationen und die Charta der Vereinten Nationen zu verteidigen.“

In Venezuela fand vom 20. bis 21. Juli 2019 ein Ministertreffen der Bewegung der Blockfreien Staaten statt. Diese Bewegung – die NAM (Non-Aligned Movement) – ist das zweitgrößte multilaterale Gremium weltweit. Bei der Gelegenheit verabschiedete die NAM eine Erklärung, welche die Grundsätze der UN-Pressekonferenz bestätigte. Inhalt der Erklärung sei zum einen die Achtung des Grundrechts und der Grundfreiheiten für alle. Zum anderen aber auch die Unterstützung aller Nationen, die von Bedrohungen, illegalen Sanktionen oder Destabilisierung betroffen seien.

Mitglieder des UN-Sicherheitsrates in Fußball-Trikots

©
REUTERS / Eduardo Munoz

Die Initiative legt ihren Schwerpunkt auf De-eskalation von Spannungen, Bedrohungen, Handelskriegen und Sanktionen gegen Russland, China und Iran. Auch bekannten sich die Initiatoren zum Bemühen des multilateralen Systems eine katastrophale Klimakrise zu verhindern.

Die Initiatoren hoffen darauf, ein weltweites Netzwerk von Menschen und Organisationen zu gründen. Gemeinsam sollen sie gegen gesetzlose Aktionen von Ländern, wie beispielsweise den Vereinigten Staaten von Amerika, zusammenstehen und dem entgegenwirken. Dabei steht die Erklärung der NAM als ein Beispiel dafür, mit welcher Entschlossenheit die Inhalte vertreten werden. Der Aufruf ziele auf nichts Geringeres als den Aufbau einer Volksbewegung, informieren die Initiatoren auf ihrer Seite.

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Rettet uns vor den Guten!

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14-03-19 08:41:00,

Immer wenn der „Westen“ in anderen Ländern mordet und plündert, behauptet er, er kämpfe für das Gute. Seit Jahrhunderten. Er tötete im Namen der Christianisierung, der Zivilisierung, im Namen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, von Demokratie und Menschenrechten. Neuerdings in Wahrnehmung seiner angeblichen „Responsibility to Protect“, seiner angeblichen „Schutzverantwortung“ für die Welt. Inzwischen kürzen westliche Politiker ihre Begründungen für Mord und Totschlag mit den Worten ab, sie kämpften „für unsere Werte“. Warum die Werte auch einzeln aufzählen, wenn man sich ohnehin nicht an sie hält?

In der Unabhängigkeitserklärung der USA aus dem Jahr 1776 heißt es feierlich:

„Wir halten für selbstverständlich, dass alle Menschen gleich erschaffen sind. Dass sie von ihrem Schöpfer mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet wurden. Darunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glück“ (1).

Doch diese großartigen Worte galten nur für weiße, wohlhabende und männliche Amerikaner. Frauen, Indianer, schwarze Sklaven und weiße Bedienstete waren ausgeschlossen. Thomas Jefferson, Vater der Unabhängigkeitserklärung und späterer US-Präsident, lehnte Sklaverei öffentlich ab. Privat besaß er bis zu seinem Lebensende Hunderte Sklaven. Zum Thema Frauen sagte Jefferson, Frauen seien viel zu schlau, um sich durch Politik Falten auf die Stirn zu holen.

Heuchelei war schon bei der Gründung der USA eine beliebte Strategie. Vielleicht war die Unabhängigkeitserklärung der USA mitsamt der Erklärung der Menschenrechte sogar die Urmutter der modernen westlichen Heuchelei. Noch heute hängt die Unabhängigkeitserklärung in den Schulen der USA aus. Doch in Wahrheit folgt die US-Außenpolitik Machiavelli und Clausewitz. Amerikanische Interessen, nicht Werte, waren und sind oberstes Gebot der USA. Wir kämen der Wahrheit amerikanischer und westlicher Außenpolitik ganz nahe, wenn wir das Wort „Werte“ einfach durch das Wort „Interessen“ ersetzen würden.

Ähnlich menschenfreundlich klang 1789 die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte der Französischen Revolution, auf die sich die heutige europäische Zivilisation so gern beruft. Doch im Namen von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ begann erst einmal ein gnadenloses Morden. „La terreur“, der Terror der Guillotine, wurde spätestens unter Robespierre zum wahren Symbol der Französischen Revolution. Selbst moderne Terroristen nehmen sich heute die Kopf abschneidende französische Guillotine zum Vorbild.

Auch die deutsche Verfassung liebt große Worte. In Artikel 1 des Grundgesetzes heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ (2). Alte, vereinsamte und verarmte Menschen,

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Rettet die Artenvielfalt!

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30-01-19 08:51:00,

Die Natur ist eine Wunderkammer vielgestaltigen Lebens. Es zeigt sich in Form Abertausender von Arten: Pilzen, Mikroben, Pflanzen, Würmern, Schnecken, Insekten, Vögeln, Säugetieren — und dem Menschen. Doch während die Spezies Mensch sich immer breiter macht, zieht sich die Vielfalt des restlichen Lebens zurück, weltweit. Und das Tempo, in dem sich dieses Sterben vollzieht, ist beängstigend. Erschreckend stark ist der Artenschwund in den Ländern mit einer intensiven Landwirtschaft und hohem Flächenverbrauch, Ländern wie Deutschland also. Hier hat sich die Menge an Fluginsekten um rund 75 Prozent reduziert im Laufe der vergangenen 30 Jahre — und zwar in Schutzgebieten.

Eine immense Gefahr, denn Insekten bilden das Fundament unseres Ökosystems. Insektenfressende Vögel wie Schwalben und Goldammern, aber auch andere „Allerweltsarten“ wie Spatzen und Feldhasen werden selten, Ackerblumen und Feldhamster sowieso. Wann haben Sie zuletzt Glühwürmchen gesehen oder einen großen Schmetterling?

In Bayern kämpfen aktuell die Organisatoren des Volksbegehrens „Rettet die Artenvielfalt!“ für ein neues Naturschutzgesetz. Der von der Bayern-ÖDP auf den Weg gebrachte Gesetzesentwurf will an den Ursachen des Artensterbens ansetzen. Professor Michael Schrödl, Artenforscher und Leiter der Weichtierabteilung an der renommierten Zoologischen Staatssammlung München unterstützt die direktdemokratische Initiative.

Gespräch mit einem passionierten Artenschützer, den bisweilen ein heiliger Zorn ergreift.

Margerete Moulin: Sie stehen hinter dem Volksbegehren in Bayern, was will es erreichen?

Michael Schrödl: Als Artenforscher und Mensch befürworte ich das Volksbegehren, ja! Ziel ist, ins Parlament ein wirksameres Naturschutzgesetz einzubringen, das an den Ursachen des Artensterbens ansetzt, und die liegen vor allem in der industriellen Landwirtschaft. So soll der Ökolandbau auf 30 Prozent deutlich ausgebaut werden, dafür der Einsatz von Pestiziden massiv zurückgedrängt und mehr Blühwiesen geschaffen.

Verinselte Lebensräume sollen durch grüne Korridore zu einem bayernweiten Biotopverbund vernetzt und Uferstreifen an Gewässern zu Schutzzonen erklärt werden, in denen weder Gülle noch Dünger noch Pestizide ausgebracht werden, damit dies nicht alles im Wasser landet. Aber auch die Staatsforste sollen in naturnahe, artenreiche Wälder umgewandelt werden. Die Umsetzung der Maßnahmen wird überwacht und transparent gemacht. Und, ganz wichtig, Naturschutz wird als Bildungs- und Erziehungsziel festgeschrieben. Das ist dringend nötig, wie ich als Ausbilder von jährlich Hunderten von Studierenden der Biologie berichten kann.

Was bedeutet Artenschwund oder Artensterben genau?

Artensterben funktioniert so: Lebewesen wandern aus oder sterben, wenn die Lebensräume verschwinden und die Umweltbedingungen nicht mehr passen.

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Tagesdosis 19.12.2018 – Rettet den homo sapiens | KenFM.de

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19-12-18 05:34:00,

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Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Das Interview mit Birgit Assel, das ich für KenFM machen konnte, hat teils löbliche Worte gefunden, teils Unverständnis bei vielen hervorgebracht. Sicher, das Thema Trauma ganz allgemein lebt ein Zwergendasein im Vergleich zu den geopolitischen oder finanzwirtschaftlichen Themen. Die Mehrheit der homo sapiens kann sich nicht irren, denn sie ist der Auffassung, dass ihm nur eine politische Lösung helfen kann. Nur meine Partei kann da helfen, alles andere ist Geschwurbel.

Wenn man aber einmal verstanden hat, dass unsere geopolitischen und auch finanzwirtschaftlichen Probleme einzig dadurch zustande gekommen sind, weil in uns selbst (nicht bei allen!) etwas ganz Grundsätzliches aus dem Ruder gelaufen ist und dieses Etwas mit unseren inneren Zuständen und inneren Weltbildern zu tun hat, dann versteht man dieses Thema auf eine andere Weise.

Ein Trauma ist das Erlebnis, und die Verdrängung der Gefühle, die mit dem Trauma verbunden sind, sind sein Ergebnis. Was bleibt, sind die ablehnenden Verhaltensweisen des traumatisierten Menschen, die irrationale Züge zeigen können. Doch was ist, wenn das irrationale Verhalten zur Norm gerät? Wenn Unsinn den Sinn des Lebens darstellt? Sind wir denn nicht von großem Unsinn umgeben? Ist es heute denn nicht schon so dermaßen irrational um den homo sapiens bestellt, dass er den Sinn seines Unsinnes nicht mehr versteht, verstehen will? Sicher trifft das nicht auf alle Menschen zu, doch auf die meisten leider schon. Und wenn die meisten Menschen ihr Leben für einen riesenhaften Unsinn hergeben, dann werden diese auch die mit ins Verderben reißen, die sich von diesem Unsinn nicht leiten lassen. Die Titanic ging unter, nicht die Menschen. Aber da die Menschen nirgends hinkonnten, gingen sie mit der Titanic unter. So verhält es sich auch mit unserem System. Es wird auch die mit sich reißen, die schon längst den ganzen Unsinn nicht mehr mitmachen.

Birgit Assel, Gast der Sendung M-Pathie auf KenFM, ist Traumaexpertin und sie arbeitet bis heute sehr intensiv mit Professor Dr. Franz Ruppert zusammen. Ruppert gilt als einer der wichtigsten Traumaexperten Deutschlands und sein Blick auf die Strukturen des Traumas kann man ohne Weiteres als Pionierarbeit verstehen.

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Rettet Julian Assange!

Rettet Julian Assange!

07-07-18 06:34:00,

Die Verfolgung von Julian Assange muss ein Ende haben. Sonst endet sie in einer Tragödie.

Die australische Regierung und Premierminister Malcom Turnbull haben die historische Chance zu entscheiden, welchen Ausgang die Geschichte nehmen wird.

Schweigen sie weiterhin, wird die Geschichte das nicht verzeihen. Oder aber sie handeln im Interesse von Gerechtigkeit und Menschlichkeit und holen diesen bemerkenswerten australischen Staatsbürger nach Hause.

Assange verlangt keine Sonderbehandlung. Die Regierung hat die klare diplomatische und moralische Verpflichtung, australische Bürger vor schwerem Unrecht zu schützen: In Julians Fall vor einem krassen Justizirrtum und der außerordentlichen Gefahr, die ihn erwartet, sollte er die ecuadorianische Botschaft in London ohne Schutz verlassen.

Wir wissen vom Fall Chelsea Manning, was er zu erwarten hat, wenn der US-Auslieferungsbefehl Erfolg hat – ein UN-Sonderberichterstatter nannte es Folter.

Ich kenne Julian Assange gut; ich betrachte ihn als einen engen Freund, einen Menschen von außerordentlicher Belastbarkeit und Mut. Ich habe mitbekommen, wie ihn ein Tsunami von Lügen und Verleumdungen überflutet hat, unaufhörlich, rachsüchtig, hintertrieben; und ich weiß, weshalb sie ihn verleumden.

2008 wurde in einem streng geheimen Dokument, datiert vom 8. März 2008, ein Plan entworfen, sowohl WikiLeaks als auch Assange zu zerstören. Verfasst hat ihn die Cyber-Spionageabwehr, eine Abteilung des US-Verteidigungsministeriums. Die Autoren beschrieben detailliert, wie wichtig es sei, das „Gefühl des Vertrauens“ zu zerstören, das den „Schwerpunkt“ von WikiLeaks ausmacht. Dies, schrieben sie, würde man mit der Androhung von „Entblößung“, „Strafverfolgung“ und einem unerbittlichen Angriff auf den guten Ruf erreichen. Ziel war es, WikiLeaks und seinen Herausgeber zum Schweigen zu bringen und zu kriminalisieren. Es war, als ob sie einen Krieg gegen einen einzelnen Menschen und das Prinzip der Redefreiheit planten.
Ihre Hauptwaffe sollte die persönliche Verleumdung werden. Ihre Schocktruppen sollten in den Medien eingesetzt werden – diejenigen, die eigentlich die Dinge richtig darstellen und uns die Wahrheit sagen sollen.

Ironischerweise hat diesen Journalisten niemand gesagt, was sie tun sollen. Ich nenne sie Vichy-Journalisten – nach der Vichy-Regierung, die der deutschen Besatzung Frankreichs im Krieg diente und sie ermöglichte.

Im letzten Oktober interviewte die Journalistin Sarah Ferguson von der Australian Broadcasting Corporation Hillary Clinton, die sie als „die Ikone Ihrer Generation“ bauchpinselte.

Es handelte sich wohlgemerkt um dieselbe Clinton, die damit drohte, den Iran „vollkommen auszulöschen“ und die als US-Außenministerin 2011 zur Invasion und Zerstörung des modernen Staates Libyen aufstachelte,

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