Peter Rothenbühler verbreitet Fake News über Greta Thunberg

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12-08-19 07:16:00,

Urs P. Gasche

Urs P. Gasche / 12. Aug 2019 –

Der Kolumnist der Schweizer Illustrierten verbreitet unbewiesene Vorwürfe ohne Überprüfung salopp als Tatsachen.

Ein Anfang Juni über Whatsapp und Facebook verbreiteter Text behauptet, die schwedische Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg sei eine «Marionette für rein finanzielle Interessen» ihrer Eltern und des Unternehmers Ingmar Rentzhog. Thunberg verdanke ihre Bekanntheit weniger ihrem Klimastreik und anderen Aktivitäten, sondern sei Teil einer «PR-Kampagne für die linksgrün indoktrinierten, naiven jungen Menschen rund um die Welt». Diese Behauptungen wurden ohne Quellenangabe und ohne jegliche Belege verbreitet.

Offensichtlich genügten diese Diffamierungen dem langjährigen Kolumnisten der Schweizer Illustrierten (Verlag Ringier-Springer), um eine süffige Kolumne zu schreiben. Rothenbühler tat dies In Form eines offenen Briefes mit der Anrede «Liebe Greta Thunberg» und schrieb:

    «… Auch bezweifeln viele, dass Sie … Ihre Reden selbst schreiben. Warum nicht zugeben, dass Sie von PR-Profis wie Ingmar Rentzhog gecoacht werden, dem Präsidenten eines Thinktanks mit direktem Draht zum Davoser WEF …»

Sich beraten lassen, wie das die meisten vernünftigen Leute es tun, die sich in der Öffentlichkeit exponieren, oder sich von einem PR-Manager instrumentalisieren lassen, sind zwei verschiedene Paar Handschuhe.

Rothenbühler übernahm unbelegte Einträge in Social Media wie Facebook und stellte sie ungeprüft als Tatsachen dar: Thunberg sei eine «gecoachte» Marionette des PR-Managers Ingmar Rentzhog und sie verdanke ihre Berühmtheit einer PR-Kampagne. Dies jedenfalls der klare Eindruck, den seine Kolumne hinterlässt.Rothenbühler bestreitet dies. Wer möchte, kann die ganze Original-Kolumne lesen und sich selber ein Urteil bilden.

Eine solche Beschuldigung gegen eine Person, die von ihrer Glaubwürdigkeit lebt, ist zweifellos ein schwerwiegender Vorwurf. Wer einen solchen öffentlich verbreitet, muss gemäss Pflichten der Journalisten der betroffenen Person Gelegenheit zu einer Stellungnahme geben. Doch dies hielten offensichtlich weder Peter Rothenbühler noch die Co-Chefredaktoren der Schweizer Illustrierten Stefan Regez und Werner De Schepper für nötig. Schliesslich lebt Thunberg weit weg, sodass man es mit der Fairness nicht so genau nehmen muss. Und eine Gegendarstellung oder eine Klage wegen Diffamierung müssen Ringier/Springer ohnehin nicht befürchten.

Dazu Peter Rothenbühler: «Es unmöglich, von Greta oder ihrem Umfeld eine Frage beantwortet zu bekommen. Das Mädchen gibt nur Statements ab, die schriftlich vorliegen.»

«Keine Belege für eine systematische PR-Kampagne»

Was noch schwerer wiegt: Rothenbühler verbreitete nicht nur unbewiesene Vorwürfe,

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