Wir alle sind Rubikon!

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21-12-18 08:03:00,

Liebe Leserinnen und Leser des Rubikon,

von Alex Cary stammt folgende treffende Beobachtung:

„Das Zwanzigste Jahrhundert kann durch drei bedeutende politische Entwicklungen charakterisiert werden: durch die Zunahme von Demokratie, durch die Zunahme institutioneller Macht und durch die Zunahme von Propaganda, die dazu dient, jene institutionelle Macht vor der Demokratie zu schützen“.

Eine Demokratie gegen die Interessen der Bevölkerungsmehrheit zu organisieren, ist kein leichtes Unterfangen. Versuchen Sie es mal!

Sie wollen permanent von unten nach oben verteilen, Fleißige dazu zwingen, den Vermögenszuwachs einer Minderheit von Superreichen zu finanzieren. Sie wollen Arbeitnehmer zu unbezahlter Mehrarbeit antreiben, dadurch Arbeitslosigkeit inszenieren und die Arbeitslosen gnadenlos drangsalieren. Sie wollen die Steuergelder Ihrer Bürger in unnötige und gefährliche Kriege „investieren“, die überdies den Terror ins eigene Land holen. Sie wollen Demokratie mit einem Personal gestalten, das abwechselnd verschiedene Nuancen desselben demokratiefeindlichen Elitegeistes verkörpert.

Normalerweise – das liegt nahe – würden die Bürgerinnen und Bürger Sie mit einem solchen „Programm“ hochkant rauswerfen und gerechtere Verhältnisse schaffen. Wenn Sie die Plutokratie also gegen Angriffe verteidigen wollen, brauchen Sie zwei Brandmauern. Eine davon ist körperlicher Natur – Sie ersticken mögliche Proteste einfach durch Gewalt mittels eines immer perfekteren „Sicherheitsapparats“.

Die zweite Brandmauer – der ersten vorgelagert – bilden die Medien. Diese entlasten die Sicherheitskräfte im Vorfeld, indem Sie beharrlich die Köpfe der Menschen bearbeiten. Die Bürger werden so außerstande gesetzt, politische Veränderungen überhaupt zu wollen. Medien beschäftigen die Menschen täglich mit Nichtigkeiten und Schaukämpfen zwischen neoliberalen Glaubensbrüdern und -schwestern. Meinungen, die dem herrschenden „Wertekanon“ widersprechen, werden im Vorfeld in den Redaktionen aussortiert und überschreiten gar nicht erst die Wahrnehmungsschwelle der meisten Konsumenten.

Hier kommen alternative und unabhängige Medien ins Spiel. Die große Lücke im geistigen Sicherheitsnetz der Demokratieverächter stellt das freie Internet dar. Dessen Freiheit ist zwar auch bedroht, aber im Augenblick ist die Gründung unabhängiger Plattformen möglich, wenn viel Idealismus, Durchhaltevermögen, etwas Glück und eine starke Gemeinschaft vorhanden sind. Alternative Medien stellen schon durch ihr bloßes Vorhandensein einen großen Wert da, da sie den herrschenden Narrativen den Nimbus der Alternativlosigkeit rauben. Sie sind die „kleinen gallischen Dörfer“ der Medienlandschaft.

Die Zerstörung, die das neoliberale Projekt anrichtet – in den verarmten und von Krieg überzogenen Regionen, an unserer Umwelt, aber vor allem auch in den Seelen der Menschen – sind jedoch so schlimm geworden,

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Wir sind Rubikon!

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01-12-18 09:48:00,

Im sozialen Leben können sich ganz unterschiedliche Prozesse entwickeln, wenn eine kritische Masse erreicht wird. Man konnte das beispielsweise bei Wikipedia beobachten: Als eine bestimmte Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreicht war, begann die Zahl der Artikel immer schneller zu wachsen. Ähnlich verlief die Entwicklung bei openstreetmap.

Wenn in einem Land genügend Menschen für die Arbeit an der Karte zusammenkommen, gelingt es, Angebote wie Google Maps deutlich hinter sich zu lassen. Es gelingt interessanterweise auch, Vandalismus, also bewusst falsche Einträge in die Karte, effektiv zu verhindern. Hier ein weiteres Beispiel für kollektive Unvernunft: Pokemon Go.

Um notwendige, positive Veränderungen herbeiführen zu können, fehlt die kritische Masse gegenwärtig an vielen Stellen: Die Friedensbewegung dümpelt trotz der dramatischen Gefahr eines dritten Weltkriegs vor sich hin, ein wirksamer Kampf gegen Hartz IV findet nicht wirklich statt, Stuttgart 21 konnte trotz des hartnäckigen, bewundernswerten Einsatzes engagierter Menschen bisher nicht gestoppt werden, ob die Rodungen im Hambacher Forst verhindert werden können, ist fraglich, die Explosion der Mieten für Wohnungen läuft fast ungehindert weiter. Überall fehlt es an der kritischen Masse, die Wirksamkeit entfalten könnte.

Hier wollen wir eingreifen. Bisher ist der Rubikon ein Magazin für kritisch denkende Menschen. Durch seine Artikel will er erreichen, dass die Anzahl der mündigen Bürger in möglichst vielen Bereichen zur kritischen Masse wird, die Veränderung bewirken kann. Damit das gelingt, muss in möglichst viele Bereiche hineingewirkt werden. Daher decken die Artikel im Rubikon ein breites Spektrum an Themen ab. Da ist auch manchmal die Toleranz der Leser gefordert.

Einer der Bereiche, die noch zu wenig thematisiert werden, ist der Überwachungskapitalismus. Die tiefe Durchdringung des Staates mithilfe der digitalen Werkzeuge ist auch kritischen Menschen selten bewusst; und wenn sie ihnen bewusst ist, ändert das nur selten etwas an ihrem Umgang mit diesen Werkzeugen, die, wie beispielsweise das Betriebssystem Windows 10 oder das Microsoft-Office-Paket, die Gesellschaft aushorchen, mit immer umfassenderen Möglichkeiten der Überwachung und Verfolgung der Bürger.

Immer wieder wird an der Oberfläche sichtbar, wie Google (Suche, YouTube), Facebook, Instagram, WhatsApp oder Twitter Zensur und politische Einflussname ausüben. Die Empörung ist dann groß, gehandelt wird aber (fast) nicht; unter anderem weil die Handlungsmöglichkeiten auch kritischen Menschen weitgehend unbekannt sind. Offensichtlich erzeugt das Wissen um die gefährlichen Möglichkeiten der Internetkonzerne kaum Handlungsdruck.

Selbst der Wechsel von der Überwachungs-Suchmaschine-Google zu einer der reichlich vorhandenen Alternativen ist wohl zu mühselig,

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Springer über den Rubikon

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10-11-18 02:29:00,

Psiram wie auch die Ruhrbarone – darum wird es im Folgenden nämlich gehen – fühlen sich ganz offenbar in dieser Rolle als Assistenten der Wahrheit und des reinen Denkens sehr wohl. Damit sind sie in ihrem Selbstverständnis berufen, Andersdenkende an den Pranger zu stellen und das angesprochene Klientel, hier Studenten, zu disziplinieren. Beide Plattformen spielen sich gegenseitig die Bälle zu. Sie vergiften mit den verbreiteten Inhalten systematisch die Diskussionskultur und suchen schwerpunktmäßig und manisch nach antisemitischen Strömungen. Das nun ist gar nicht fein.

Interessant ist, dass die beiden Blogs (nicht das Psiram-Wiki), mit der unauffälligen Reichweite von ein paar hundert Zugriffen täglich, so relevant für die deutsche Wikipedia sind (a1). Wie auch Stefan Laurin und Sebastian Bartuschek, die sowohl für Psiram als auch für die Ruhrbarone tätig sind. Das gilt zudem für die freimütig zugelassenen Einzelnachweise und Querverweise für Psiram und die Ruhrbarone in der Wikipedia (1,2,3,4). Etwas, bei dem die Löschkommandos der deutschen Wiki-Admins anderswo rigoros zur Sache gehen. Im Falle der Ruhrbarone und Psirams ist man nicht so verbissen (5,a2).

Der Spiegel machte Erstere und das dahinter stehende Magazin kurz nach Einführung wohlwollend bekannt (6). Ganz so unabhängig sind sie ja vielleicht doch nicht. Ein wenig muss ich schon schmunzeln bei der Vorstellung, Medien wie Die Welt, Correctiv, Jungle World, Jüdische Allgemeine, Funke Mediengruppe, Cicero oder Welt am Sonntag würden meine schreibenden Dienste anfordern. Für sie schreibt dafür Stefan Laurin, Betreiber der Ruhrbarone (7,8). Massenblätter wie die TAZ stilisierten die Ruhrbarone später gar zu einem „investigativen Blog“. Der Mainstream huldigt also den Wahrheitswächtern – eine ganz bemerkenswerte Sympathie (9). Woher rührt diese Aufmerksamkeit, diese Werbung? Weil man – und zwar sichtbar – vernetzt ist, in Strukturen und im Denken.

Was mir die Ruhrbarone etwas sympathischer im Vergleich zu Psiram macht, ist die Hinterlegung eines Impressums auf deren Webseite. Was diesen Bonus wieder einreißt, ist die Tatsache, dass brisante Artikel als „Meldung“ getagt werden und damit, obwohl eindeutig konnotierend und manipulierend, auf die Angabe eines Autors verzichten. Nun gut, als verantwortlicher Betreiber der Ruhrbarone ist also Stefan Laurin für den im Folgenden untersuchten Text verantwortlich (10). Oder versteckt er sich hinter der Riege seines Autorenkollektivs? Was ich nicht weiß, kann ich erraten und ich rate, dass Beides zutrifft.

Wie absurd die Klassifizierung des Textes als Nachricht ist,

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Der Adel liebt den Rubikon

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07-11-18 03:50:00,

Am 29. Oktober veröffentlichte ein anonymer „Ruhrbaron“ – Psiram lässt grüßen – beim gleichnamigen Blog die „Meldung“ „München: Querfront gegen Israel“.

Grund ist die Veranstaltung „Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“ am 7. November an der LMU in München. Veranstalter ist Kommunikationswissenschaftler Professor Dr. Michael Meyen, beziehungsweise dessen Lehrbereich. Meyen beging vor kurzem den Fauxpas, Ken Jebsen ein Interview zu geben. Entsprechend enthält der Artikel den üblichen mit Halbwahrheiten getränkten „Copy-Paste“-Absatz über Jebsen.

Doch darum soll es hier nicht gehen. Diesmal haben wir vom Rubikon ebenfalls Liebesgrüße aus dem Ruhrgebiet bekommen. Uns wurde ein gesamter Absatz gewidmet, da unsere Autoren Rolf Verleger und Nirit Sommerfeld Mitinitiatoren des „Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung“ sind. So heißt es bei den Ruhrbaronen:

„Gegründet wurde das ‚Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung‘ (…) u. a. von der Münchner Aktivistin Nirit Sommerfeld (…) und dem Autoren Rolf Verleger, der wie Sommerfeld für das verschwörungstheoretisch aufgeladene Anti-Establishment-Portal ‚Rubikon‘ schreibt. (…) Für das Portal ‚Rubikon‘ schreibt auch regelmäßig Professor Michael Meyen (…). Bei ‚Rubikon‘ handelt es sich um ein Online-Magazin, in dessen Redaktionsbeirat u. a. Daniele Ganser sitzt. Ganser ist in der Vergangenheit durch ein Gespräch mit dem Rechtsextremisten Karl-Heinz Hoffmann über das Oktoberfestattentat, einem Interview für die Blaue Narzisse, einem Magazin der Neuen Rechten, oder Verschwörungstheorien hinsichtlich des Anschlags auf Charlie Hebdo und der angeblichen Besetzung Deutschlands durch die USA aufgefallen. Auf ‚Rubikon‘ werden darüber hinaus Artikel veröffentlicht, die die Existenz von AIDS leugnen oder die aufgeschlossene Lektüre von ‚Mein Kampf‘ empfehlen. Es werden von Autoren Verschwörungstheorien zu 9/11 breitgetreten, die an anderer Stelle die Linke zur Zusammenarbeit mit der radikalen Rechten aufrufen.“

Decodieren wir diese Liebeserklärung, fällt zunächst die Anzahl der Begriffe auf, die sich aus dem Wortstamm „Verschwörungstheorie“ ableiten. Sechs mal werden Kampfbegriffe wie Verschwörungsdenken, verschwörungstheoretisch etc. verwendet. Rainer Mausfeld, Professor für Kognitionswissenschaft und allgemeine Psychologie, definiert diesen Begriff wie folgt:

„Der politische Kampfbegriff der Verschwörungstheorie lässt sich kurz abhandeln. Er ist ohne jede ernsthafte intellektuelle Substanz und erschöpft sich weitgehend in seiner ideologischen Verwendung als Diffamierungsbegriff.“

Stichhaltig definiert! Die Verwendung dieses Wortes, um andere zu diskreditieren, ist somit jedes Mal ein intellektuelles Eigentor. In diesem Falle steht der Punktestand der Ruhrbarone bei sechs solcher Tore.

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RUBIKON: Im Gespräch: „Der allgegenwärtige Antisemit“ (Moshe Zuckermann) | KenFM.de

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03-11-18 07:14:00,

Mit Demagogie und Stigmatisisierungen wollen die Eliten den Diskurs beherrschen und die öffentliche Meinung kontrollieren. Jens Lehrich und Florian Ernst Kirner im Gespräch mit Moshe Zuckermann.

Von Florian Ernst Kirner.

Moshe Zuckermann ist einer der Großen unserer Zeit. Als Historiker, zweifellos. Als mutiger Bürger Israels, selbstverständlich. Als Kämpfer für die Menschenrechte der Palästinenser, klar.

Vor allen Dingen aber, das durften Jens Lehrich und ich in Frankfurt am Main erleben, ist Moshe Zuckermann eine große, große Persönlichkeit unserer an Persönlichkeiten nun nicht gerade reichen Zeit.

Dieser Mann hat eine geistige Tiefe erreicht, die sich nicht allein durch Jahrzehnte des Forschens und Denkens erklärt. Sie ist auch aus den fruchtbarsten Traditionen des Geistes- und Kulturlebens erwachsen. Und sie ist das Ergebnis eines Lebens, das Anteil nimmt, das eingegriffen hat, das nicht nur irgendwo dabei gewesen ist, sondern mittendrin stand, im Fluss der Geschichte.

Dieses Leben begann als bewusstes Wirken in Frankfurt am Main. Die Erzählungen Moshe Zuckermanns über seine Erfahrungen als jüdischer Schüler in einem Westdeutschland kurz nach der Nazizeit sind so überraschend wie berührend. Seine Mitschüler, so berichtete er uns, seien durch die Bank feine Kerle gewesen.

Die große Perspektive

Die anhebende Studentenbewegung erreichte auch den Gymnasiasten Zuckermann.

Der wurde Marxist, aber auch, und mit einer gewissen Selbstverständlichkeit, in dieser Zeit kurz nach dem Holocaust, zu einem jungen Zionisten. Der Traum vom neuen Judenstaat in der Ferne begann hell zu leuchten in ihm.

1970 zog er dann tatsächlich in diese vermeintlich sichere, neue Heimstatt des geschundenen Judentums – aber die Realität, die er dort vorfand, stürzte ihn in erste Zweifel. Am Ende stand der Bruch mit einem expansiven und militaristischen Zionismus, der die Rechte der Palästinenser mit Füßen tritt.

Unser Gespräch nahm viele Wendungen und Zuckermann beschrieb die ganz große Perspektive: die Situation der Juden am Ausgang des 19. Jahrhunderts, die Entstehung des Zionismus in Wien, die Gegnerschaft von Karl Kraus und Theodor Herzl, die innenpolitische Lage Israels heute, die relative Isolation der Friedensbewegung und der winzigen israelischen Linken.

Und natürlich ging es auch um den Diskurs über die Juden, den Holocaust und den Staat Israel im heutigen Deutschland.

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Springer über den Rubikon

Springer über den Rubikon

17-08-18 07:33:00,

„Alles begann auf der Autorenkonferenz“, erklärt Felix Feistel, der namentlich eigentlich nicht genannt werden will. „Wir ahnten nichts Böses, doch als unser Chefredakteur Jens W. (intern bekannt als Rubikon-Diktator, Anm. d. Red.) anfing, öffentlich über die Verschwörung der Reptiloiden zu sinnieren und eine engagierte Diskussion entbrannte, ob die Erde nun hohl oder flach sei (oder gar beides?), wurde mir etwas mulmig zumute. Als der größte Teil des Rubikon-Teams am abendlichen Lagerfeuer dem ausgiebigen Drogenkonsum frönte, vertraute ich mich meiner Mitjugendredakteurin Madita Hampe an. Da sie erst 16 ist, hatte ich die Hoffnung, dass die politische Indoktrination des Rubikon bei ihr noch nicht so weit fortgeschritten ist und sie sich einen kritischeren Blick bewahrt hat.“

„Auch ich kam ins Grübeln“, vertraut uns Madita, die wir in einem Café in der Axel-Springer-Straße in Berlin treffen, an. „Besonders bitter stieß mir auf, dass uns bei unserem Zusammentreffen in Weitersroda Formen der Mangelernährung aufgezwungen wurden. Nicht nur auf Glutamat mussten wir verzichten, das Essen war sogar vegan! Das ist doch typisch Verschwörungsideologie: Böse Lebensmittelindustrie!“ Doch erst wenige Tage später, als die beiden auf ein Aufklärungsprojekt der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) namens „Wahre Welle tv“ stießen, begannen sie die Perversionen der neurechten Friedensbewegung zu durchschauen.

„Das war erst einmal wie ein schwarzes Loch für uns“, sagten die beiden. „Wir hatten so viel ideologische Energie in den Rubikon investiert.“ Schließlich entschieden sie sich, ihre Kreativität in den Dienst des wahren Friedens zu stellen. Aufmerksam geworden durch eine Videoserie auf der Internetplattform YouTube, entschieden sie sich für ein unbezahltes Praktikum bei der Bundeswehr.

„Wir waren direkt begeistert von der Wichtigkeit der Aufgabe, die uns hier vertrauensvoll übertragen wurde. Da die Bundeswehr personell suboptimal aufgestellt ist, durften wir die Konzeption der vierten Webserie ‚Die Springer‘ übernehmen.“ Diese zeigt junge, motivierte Soldaten auf ihrem entbehrungsreichen Weg zum Berufstraum des adrenalinhungrigen Fallschirmspringers. Ausgiebig wird jeder Ausbildungsschritt mit der Kamera begleitet, flankiert von Homestories, welche die persönliche Geschichte der Hauptfiguren vertiefen.

„Erst da wurde mir klar, wie sehr der Konsum von alternativen Medien in den letzten Jahren mein Gehirn hat verkümmern lassen“, erklärt Madita. „Der einzige Fallschirmspringer, den ich zuvor kannte, war Ken J. (der Redaktion bekannt als „Moustafa Kashefi“, Anm. d. Red.). Das ist einer der Opinionleader der Verschwörungsszene. Was der sagt, quatschen alle nach.

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Rubikon macht Ferien

Rubikon macht Ferien

19-05-18 08:06:00,

Aber was für Zeiten sind das?

Die Antwort auf diese Frage ist ziemlich komplex. Die Menschheitsfamilie ist in einem umstürzenden Prozess der Transformation dabei, das 20. Jahrhundert endgültig hinter sich zu lassen. Und während es nach dem 11. September 2001 lange so aussah, als folge nun ein neuerlicher Sturz ins Mittelalter, drückt immer wuchtiger eine faszinierende, aber auch beängstigende Zukunft nach vorn.

Konstruktive und destruktive Entwicklungen verstärken sich. Der Status Quo gerät immer mehr unter Druck. Wie dieses Ringen ausgehen wird, ist völlig offen.

Wir bemühen uns im Rubikon redlich, mehr Gewicht auf die konstruktive, positive Seite der Waage zu verlagern. Das ist nicht einfach, bei dem Dauertsunami hauptmedialer FakeNews, der schieren Masse bedrohlicher Faktoren und dem Schlachtenlärm der Kriegsschauplätze. Da kann man nicht einfach die Augen zumachen und fröhliche Lieder trällern.

Es geht aber auch nicht ohne fröhliche Lieder, mutmachende Beispiele und auch nicht ohne heilsame Einwirkungen auf unsere aller malträtiertes Herz.

Es ist deshalb kein Zufall, dass mit Franz Ruppert, Gerald Hüther und Hans-Joachim Maaz die drei profiliertesten Vertreter einer traumabearbeitenden Psychologie und Bildung ihren Weg in den Rubikon-Beirat gefunden haben. Gleichzeitig gibt es im Rubikon auch Raum für Träumer und Utopisten – und etablieren wir nach unserer Sommerpause sogar ein regelmäßiges Videoformat: die Rubikon-Good News. Wir wollen neben unseren sonstigen Aufgaben durchaus auch eine Traumwerkstatt sein für die bessere Welt.

Denn die alte Welt ist längst aus den Fugen und große, welthistorische Veränderungen kündigen sich an. Asien steigt unter der Führung Chinas auf. Russland findet zu neuer Stärke. Das US-Imperium gerät zunehmend unter Druck. Europa steht ziemlich zerstritten dazwischen.

Aber wankende Riesen vom Ausmaß des US-Imperiums können unermesslichen Schaden anrichten und viele, viele mit ins Verderben reißen. Wir erleben täglich, wie die Kriegstreiber des NATO-Westens die Trommeln rühren für den großen Showdown.

Nehmen wir den „Fall Skripal“, der quer durch Europa zur Ausweisung von russischen Diplomaten, neuen Sanktionen und allerhand säbelrasselnder Rhetorik führte.

Während die Beweislage für eine russische Urheberschaft dieses doppelten Mordanschlags nicht nur dünn, sondern nicht vorhanden war, blamierte sich der neue Außenminister Heiko Maas gleich einmal unsterblich, indem er sich der britischen Version voll und ganz anschloss. Gleichzeitig schien in den guten, alten,

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Ein Jahr Rubikon

Ein Jahr Rubikon

24-03-18 02:15:00,

Nur: Hingekriegt hat es lange keiner, dieses Magazin zu gründen. Mit dem Rubikon ist das gelungen und schon die Zusammenstellung des Beirats drückte aus, welche Brücke der Rubikon schlagen wollte. Daniela Dahn und Daniele Ganser, Konstantin Wecker und Rainer Mausfeld — es war ein ziemliches Dreamteam, das sich da zusammengefunden hatte.

Ein Jahr später ziehen wir Bilanz – und es ist die Bilanz eines unerhörten Erfolges. Das betrifft einmal die Reichweiten. Rubikon hat pro Monat bis zu 150.000 originäre Leserinnen und Leser. Nicht 150.000 „Klicks“ — sondern in der Tat 150.000 echte Menschen.

Diese Leserschaft entspringt nicht einer klar definierten Filterblase. Sie ist in ihren Interessen und ihrem Sozialisierungshintergrund ausgesprochen divers. Die Brücke über den Rubikon überspannt alle Generationen und gesellschaftlichen Schichten.

Und während wir wachsende Anhaltspunkte dafür haben, dass Facebook die Verbreitung unserer Inhalte gelinde gesagt nicht immer befördert, haben wir dort dennoch bereits 22.000 Likes.

Nun ist Facebook berühmt für seine oftmals unterirdische „Kultur“ der Auseinandersetzung, was natürlich sehr viel mit der Struktur der dortigen Kommentarfunktion zu tun hat. Die Diskussionskultur der Rubikon-User auf Facebook hebt sich da in aller Regel sehr positiv ab.

Dies ist auch das Ergebnis der Blattlinie, keine enge Blattlinie zu haben. Natürlich gibt es Positionen, die wir nicht im Magazin dulden. Wir sind ein Magazin der Friedensbewegung, wir stehen für Umweltschutz, für Solidarität, für ein besseres Leben und Zusammenleben, für solide Medienkritik, für die Vision einer Welt ohne Rassismus und Krieg.

Aber wenn es Konflikte gibt, tragen wir sie offen vor der Leserschaft aus. So begonnen mit der Debatte über die Schulpflicht. So weitergeführt mit der Debatte über die medizinischen Ursachen von AIDS.

Artikel, die sich kritisch aufeinander beziehen, sind bei uns erlaubt.

Der Rubikon zeigt damit, was es überhaupt bedeutet, zu debattieren, während der Mainstream glaubt, eine „Debatte“ zu führen, wenn sich etwa wochenlang über eine gezielte Provokation Horst Seehofers ausgelassen wird.

Rubikon ist nicht angetreten, um eine klar umrissene Agenda von Positionen mit allen miesen Tricks in die Gehirne zu pushen. Unser Ziel ist die Belebung eines massenhaften demokratischen Diskurses.

Folglich war uns der Blick über den eigenen Tellerrand von Anfang an wichtig. Das führte zu unserem großartigen Übersetzerteam. Der Rubikon ist damit ein Transmissionsriemen wichtiger Autoren aus anderen Sprachräumen in den deutschen Diskurs.

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