Aber Russland ist aggressiv: Mehr als 50 Vorfälle mit US-Militärflugzeugen in 7 Tagen an Russlands Grenzen | Anti-Spiegel

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18-09-20 07:57:00,

Auch in dieser Woche haben Nato- und US-Flugzeuge wieder Manöver nahe der russischen Grenze abgehalten und den Beschuss Russlands trainiert. Zusätzlich haben in den letzten sieben Tagen 44 Aufklärungsflugzeuge und 10 Aufklärungsdrohnen entlang des russischen Luftraums spioniert.

Am 7. September habe ich über ein Interview mit dem russischen Verteidigungsminister berichtet, in dem er von einer starken Erhöhung der Aktivitäten der Nato und der USA entlang der russischen Grenze berichtet hat. Am 11. September bin ich darauf im Detail eingegangen und habe berichtet, wie US-Atombomber bei Kaliningrad und über dem Schwarzen Meer Raketenangriffe auf russisches Gebiet trainiert haben.

Da wir in den „Qualitätsmedien“ etwa monatlich Meldungen sehen, dass russische Flugzeuge entweder nahe des Nato-Luftraums aufgetaucht sind und abgefangen wurden, oder dass russische Piloten beim Abfangen von US-Flugzeugen gefährliche Manöver fliegen und das so klingt, als sei Russland ganz aggressiv und tue so etwas ganz oft, habe ich beschlossen, bis auf weiteres wöchentlich die russischen Meldungen zu dem Thema zusammenzufassen.

Der Grund für meine Entscheidung für diese „Sonderreihe“ ist, dass es in russischen Nachrichtenagenturen fast täglich Berichte darüber gibt, wie sich Nato- und US-Flugzeuge Russland nähern. Diese Berichte lese ich seit Jahren routinemäßig im Rahmen meiner täglichen Nachrichtenrecherche, aber ich fand die einzelnen Meldungen nie interessant genug, um darüber zu berichten. Da sich die Zahl der Berichte aber in letzter Zeit häuft und auch die Dreistigkeit der Manöver der US-Flugzeuge zunimmt, will ich sie zum Ende Woche nun regelmäßig zusammenstellen.

Man muss dazu wissen, dass auch russische Medien nicht über alle Vorfälle berichten, es sind schlicht zu viele, wie wir gleich sehen werden. In dieser Woche habe ich zwei Berichte über konkrete Ereignisse in russischen Medien gefunden. Der erste erschien in der Nacht vom 11. auf den 12 September bei der TASS und berichtete von einem Flug von US-Atombombern vom Typ B-1 Lancer zu Russlands Grenzen am Nordmeer im Osten des Landes. Dass das keine russische Propaganda ist, sieht man daran, dass das US-Europeam Command auf Twitter stolz über den Flug von Texas nach Russland berichtet hat.

#BomberTaskForceEurope News – Texas-based @usairforce Reserve B-1 Lancer bomber aircraft flew a USEUCOM planned and led BTF mission from Texas into the easternmost section of the USEUCOM area of responsibility: https://t.co/oxJds7XFcRpic.twitter.com/M18rRM09Jo

— U.S.  » Lees verder

Alle Brücken zu Russland sollen abgerissen werden: Auch der kulturelle Austausch

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17-09-20 01:10:00,

Das ZDF fragt, ob man „wegen Nawalny“ den Kulturaustausch mit Russland beenden solle. Derweil boykottiert Außenminister Maas ein deutsch-russisches Wissenschaftsprojekt. Nach dem Sport („Staatsdoping“) sollen nun weitere Bereiche der deutsch-russischen Verständigung „politisiert“ und ein Dialog unmöglich gemacht werden. Von Tobias Riegel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Gerade hat in Berlin der Abschluss des „Deutsch-Russischen Jahres der Hochschulkooperation und Wissenschaft“ stattgefunden. Eigentlich war lange geplant, dass der russische Außenminister Sergej Lawrow hier mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas zusammenkommt: Zum einen, um das vielversprechende und völkerverbindende deutsch-russische Wissenschaftsprojekt zu würdigen. Zum anderen aber, um zu nutzen, was internationale kulturelle, sportliche und wissenschaftliche Projekte „nebenbei“ möglich machen: Einen politischen Austausch auch in von giftiger Propaganda geprägten Zeiten. Ein Treffen von Maas und Lawrow beim Abschluss des „Deutsch-Russischen Jahres der Hochschulkooperation und Wissenschaft“ am gestrigen 15. September hätte also eine wichtige Gelegenheit sein können: dafür, im deutsch-russischen Verhältnis wieder ein Maß an Austausch und Vernunft walten zu lassen, inmitten der scharfen und irrationalen antirussischen Medienkampagne zum Fall Nawalny.

Kultur, Wissenschaft und Sport sollen „politisiert“ werden

Kultur und Wissenschaft sollen offensichtlich ebenso politisiert werden wie der Sport, der etwa durch die Kampagnen zur WM 2018 oder zum „russischen Staatsdoping“ bereits propagandistisch aufgeladen wurde – auch um die durch die „unverfänglichen“ Veranstaltungen möglich werdenden Dialoge zu unterbinden. Hier soll übrigens Doping durch russische Sportler nicht prinzipiell bestritten werden, aber die Instrumentalisierung dieses Sport-Themas für Geopolitik ist verwerflich. Neben der politischen Ebene soll zudem die friedliche und „unpolitische“ Begegnung der Bevölkerungen bei Sport oder Kultur torpediert werden – ein verwerflicher Angriff auf die Völkerverständigung. Ein weiteres aktuelles Beispiel für diese Tendenzen sind Angriffe auf den deutsch-russischen Kulturaustausch, über die etwa die ZDF-Sendung „Aspekte“ berichtet – dazu folgt weiter unten im Text mehr.

Das aktuelle Verhalten vor allem großer deutscher Medien, aber auch von großen Teilen der Politik gegenüber Russland ist heuchlerisch, destruktiv und langfristig riskant: Wie viele harsche und arrogante Zurückweisungen werden die Russen wohl noch hinnehmen? Wie wird sich das auf ein vielleicht einst als möglich oder nötig zu betrachtendes Bündnis zwischen Deutschland und Russland auswirken? Man sollte die anscheinende Geduld der Russen mit den Marotten einer radikalen deutschen Medienlandschaft jedenfalls besser nicht als Schwäche missverstehen.

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„Mord in Russland“ – Eine Replik auf Jürgen Trittin

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10-09-20 12:00:00,

Jürgen Trittin, der einmal zum linken Flügel der Grünen gehörte, erklärte in einer Talkshow bei Anne Will zum Fall Alexej Navalny, wer in Russland „ernsthaft Opposition betreibt, muss um sein Leben fürchten.“ Das sei „im Interesse des Systems“. Was ist da dran? Aus Moskau berichtet Ulrich Heyden.

„Wir haben es zu tun mit einem System in dem der politische Mord an Oppositionellen Tradition hat und da hilft der Verweis auf das Cui bono nicht weiter. Sondern es passiert immer wieder (…) Und dieses System lautet, ich muss, wenn ich ernsthaft Opposition betreibe, um mein Leben fürchten. Das ist die Botschaft, die davon ausgeht. Und das ist im Interesse übrigens des Systems.“

Dies ist ein Zitat von Jürgen Trittin aus der Talk-Show von Anne Will vom 6. September, bei der es um die angebliche Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Aleksej Navalny ging.

Hat Putin Angst vor der Opposition?

Mit seinen Äußerungen unterstellt Trittin, das politische System in Russland könne sich nur mit Hilfe von Morden und Vergiftungen halten. Ohne derartige Methoden der Machtsicherung bekomme die Opposition und unzufriedene Massen in Russland Oberwasser und würden versuchen – wie in der Ukraine – das System Putin zu stürzen.

Ich will nicht bestreiten, dass es bei Wahlen in Russland gelegentlich zu Unregelmäßigkeiten kommt. Auch in den USA gibt es Unregelmäßigkeiten. Aber es gibt keine Beweise dafür, dass Putin und die Regierungspartei Einiges Russland Wahlen nur auf Grund von Fälschungen gewinnen.

Erstaunlich ist, dass Trittin, der sich als „Russland-Experte“ bezeichnet, immer nur über Putin und die liberale Opposition mit ihrem „Führer“ Navalny spricht. Die viel breiter aufgestellte Zivilgesellschaft in Russland – von Ökologen, über Anwohnerinitiativen bis hin zu Linken und Liberalen – hat Trittin nicht im Blick. In Talkshows zitiert der ehemalige Bundesumweltminister immer nur seine liberalen Freunde in Moskau, deren Hauptthemen das Andenken an die Opfer des Stalinismus und der möglichst baldige Sturz von Wladimir Putin ist.

Ein Blick in den russischsprachigen Bereich von youtube genügt, um sich ein Bild zu machen von der enormen Breite und Lebendigkeit der russischen Zivilgesellschaft. Dort posten russische Journalisten, Blogger und Oppositionelle täglich neue Videos, in denen sie kritisch Stellung nehmen zur Müll-Politik, zur Kommerzialisierung des Bildungs- und Gesundheitsbereich oder zu den Einsätzen der russischen Sicherheitsfirma „Wagner“ in internationalen Krisenherden.

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Fall Navalny: Weißrussland veröffentlicht abgehörtes Telefonat zwischen Berlin und Warschau | Anti-Spiegel

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06-09-20 06:40:00,

Der weißrussische Präsident Lukaschenko hat mitgeteilt, sein Geheimdienst habe ein Telefonat zwischen Berlin und Warschau abgehört, das bestätigen soll, dass Navalny nicht vergiftet wurde. Nun wurde das Gespräch veröffentlicht, aber wirklich viel Licht bringt es nicht in die Geschichte.

Ich habe schon über die Mitteilung Lukaschenkos berichtet, sein Geheimdienst habe ein Gespräch zwischen Berlin und Warschau zum Thema Navalny abgehört, aus dem hervorgehen soll, dass die angebliche Vergiftung Navalnys eine Fälschung ist. Nun wurde das Gespräch veröffentlicht, in dem ein „Nick“ aus Berlin mit einem „Mike“ aus Warschau spricht. Da sich jedoch nicht feststellen lässt, wer diese beiden Herren sind, lässt sich auch nicht sagen, ob das Gespräch authentisch ist und ob es sich tatsächlich um ein Gespräch zwischen offiziellen Vertretern der deutschen und polnischen Regierung handelt. Vielleicht werden später noch weitere Informationen veröffentlicht, aber das, was jetzt veröffentlicht wurde, bringt keine gesicherten neuen Erkenntnisse.

Trotzdem habe ich das kurze Gespräch, über das die russischen und weißrussischen Medien berichtet haben, der Vollständigkeit halber übersetzt. Das Gespräch wurde auf Englisch geführt, bisher ist aber nur diese russische Übersetzung veröffentlicht worden, bei der das englische Original kaum zu hören ist.

Beginn der Übersetzung:

Mike (Warschau): Hallo, guten Tag, Nick. Wie geht´s?

Nick (Berlin): Alles scheint nach Plan zu verlaufen. Die Materialien zu Nawalny sind fertig. Sie werden dem Kanzleramt übergeben. Wir warten auf ihre (Merkels) Erklärung.

Mike: Ist die Vergiftung sicher bestätigt?

Nick: Hör mal, Mike, das ist in diesem Fall nicht so wichtig. Es ist Krieg. Und in Kriegszeiten ist jedes Mittel recht.

Mike: Einverstanden. Man muss Putin die Lust nehmen, seine Nase in die weißrussischen Angelegenheiten zu stecken. Der effektivste Weg ist, ihn mit Problemen in Russland zu überhäufen, und davon gibt es nicht wenige. Erst recht, weil sie demnächst Wahlen haben, den Wahltag in Russlands Regionen.

Nick: Genau darum kümmern wir uns. Wie läuft es in Weißrussland?

Mike: Um ehrlich zu sein, nicht so gut. Präsident Lukaschenko erweist sich als harte Nuss. Das sind Profis und sie sind gut organisiert. Es ist klar, dass Russland ihn unterstützt. Die Beamten und Militärs sind dem Präsidenten gegenüber loyal. Wir arbeiten daran. Den Rest besprechen wir, wenn wir uns treffen, nicht am Telefon.

Nick: Ja, ja, ich verstehe. Dann bis bald, tschüs.

Ende der Übersetzung

Den aktuellen Stand der bekannten Fakten zum Fall Navalny finden Sie hier.

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Leserfragen: Wie wird in Russland über die Berliner Corona-Demo vom Samstag berichtet? | Anti-Spiegel

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31-08-20 10:15:00,

Ich bekomme derzeit viele Mails mit der Frage, wie in Russland über die Corona-Demo in Berlin vom Samstag berichtet wird. Daher will ich das hier beantworten.

Die Antwort dürfte viele enntäuschen, denn die Antwort ist, dass das Thema in den russischen Medien praktisch nicht vorkommt. Warum das so ist, will ich hier erklären.

Corona ist in Russland (fast) kein Thema mehr

Medien setzen eine Agenda und/oder berichten über das, was ihre Leser und Zuschauer interessiert. In Russland ist das derzeit die Lage in Weißrussland, denn es gibt Hunderttausende, wenn nicht Millionen grenzübergreifender Familien. Die Grenze zwischen den Ländern ist nicht existent, man kommt ohne Grenzkontrolle hinüber. Die Verbindungen sind wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich so eng, wie zwischen kaum zwei anderen Ländern auf der Welt.

Das abschreckende Beispiel der Ukraine und ihrer „Revolution“ von 2014 macht den einen Menschen Sorgen, während andere – vor allem junge Leute – Sympathie für die Protestler in Weißrussland zeigen. Das ist es, was die Russen derzeit wohl am meisten bewegt.

Corona ist in Russland hingegen kaum noch ein Thema. Die Medien melden pflichtschuldig jeden Tag die Zahl der Neuinfizierten und das war´s in den Medien weitgehend zu Corona. Eine Maskenpflicht gibt es in Russland meines Wissens nur noch in der U-Bahn oder in Ämtern, wobei ich bei einem Behördengang vor einer Woche festgestellt habe, dass die Aufforderung zum Anlegen der Maske zwar am Eingang gegeben wird, die Mitarbeiter drinnen dann aber mehrheitlich ohne Maske arbeiten.

Auch in der U-Bahn tragen nur 20 bis 30 Prozent Maske, obwohl offiziell Maskenpflicht herrscht. Ich mache mir bei jeder U-Bahnfahrt den Spaß und zähle die Menschen mit und ohne Maske, die Zahl von 20 bis 30 Prozent ist mein Erfahrungswert, der sich allerdings seit Wochen bei jeder Fahrt bestätigt.

Auf den Straßen sieht man praktisch keine Maske. Als ich vor einiger Zeit mit deutschen Freunden auf der Terrasse eines Pubs in Petersburg Skat gespielt habe, haben wir auch die Passanten mit Maske gezählt. Es waren neun, die wir in drei Stunden gesehen haben und an dem Pub im Zentrum der Stadt gehen viele Menschen vorbei.

Daher haben die Russen gar kein Verständnis oder Gefühl dafür, was in Deutschland in Sachen Corona vor sich geht. Deshalb sind solche Demos auch für die russischen Medien kein Thema,

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