Die Salisbury Tales und viele offene Fragen

Die Salisbury Tales und viele offene Fragen

25-05-18 07:28:00,

Opfer eines mysteriösen Giftanschlags in Salisbury: Ex-Agent Sergei Skripal und seine Tochter Julia

Helmut Scheben / 23. Mai 2018 –

Sergei Skripal und seine Tochter sind wieder auf den Beinen, aber niemand darf mit ihnen reden. Der Fall wird immer dubioser.

Das Motto des britischen Inlandgeheimdienstes MI5 ist lateinisch und heisst: Regnum defende – Verteidige das Königreich. Gegen was man sich zu verteidigen habe, sagte MI5-Chef Andrew Parker letzte Woche in Berlin seinen europäischen Kollegen: gegen Anschläge aus Russland und gegen Anschläge des Islamischen Staates. Die russische Regierung verbreite «freche Lügen», wenn sie behaupte, sie sei nicht schuld am Anschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergei Skripal.

Die Affäre Skripal wird von der Regierung in London weiter am Kochen gehalten. In kleinen Dosen sickern stetig «neue Erkenntnisse» in die Medien. Doch je mehr diese gefüttert werden, umso mehr Widersprüche treten zutage und umso mehr Fragen ergeben sich. Allerdings stellen die grossen westlichen Medien die entscheidenden Fragen nicht. Und sie recherchieren nicht. Und wenn sie recherchieren, dann nur in eine Richtung. Und zwar nach dem Prinzip «im Zweifel gegen Russland».

Das deutsche Wochenblatt «Die Zeit» bringt in seiner Ausgabe vom 18. Mai eine ganze Seite zur Geschichte des Nervengiftes Nowitschok. Dabei wird fokussiert auf die Umstände, wie der Kampfstoff in in den neunziger Jahren in den Besitz des deutschen Bundesnachrichtendienstes gelangte. Die Autoren des Artikels berufen sich auf undurchsichtige anonyme Quellen: «Gespräche mit damals und heute Beteiligten».

Grosses Fazit des Artikels: Russland hat damals die Welt betrogen, weil es behauptete, alle C-Waffen zu vernichten, in Wirklichkeit aber ein geheimes Programm unterhielt, um Nowitschok zu entwickeln, eine Chemikalie, die um ein Vielfaches wirksamer sein soll als das berüchtigte Nervengift VX.

Das mag alles zutreffen oder nicht. Es ist aber unerheblich zur Klärung des Falles. Die einfache Frage, die angestrengt vermieden wird, lautet: Warum sollte der Kreml eine solche Mega-Waffe einsetzen, um einen ehemaligen Doppelagenten zu beseitigen? Sergei Wiktorowitsch Skripal hätte in Salisbury an jeder Strassenecke bei einem einfachen Autounfall ums Leben kommen können. Oder mit der Diagnose Suizid in seiner Wohnung gefunden werden können. Einen Kampfstoff russischer Fabrikation am Tatort zu hinterlassen bedeutet: Die Spur führt nach Moskau. Eine Parole, die langsam zum Running Gag verkommt.

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The Salisbury Poisonings. What Was the Agent Used? Who Could Have Produced It? When and Where were the Skripals Exposed? | Global Research – Centre for Research on Globalization

The Salisbury Poisonings. What Was the Agent Used? Who Could Have Produced It? When and Where were the Skripals Exposed? | Global Research – Centre for Research on Globalization

14-05-18 02:31:00,

The following briefing note is developed by academics researching the use of chemical and biological weapons during the 2011-present war in Syria. The note reflects work in progress. However, the substantive questions raised need answering, especially given the seriousness of the political situation in the Middle East and UK-Russian relations. The authors welcome comments and corrections.

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What was the agent used?

An early report that the hospital was dealing with poisoning caused by an opiate such as fentanyl was most likely based on the initial working diagnosis. Signs of organophosphate poisoning – constricted pupils, vomiting, reduced consciousness and reduced breathing – could easily be mistaken for opiate overdose, usually a more likely diagnosis.   OPCW has stated that the BZ detected by the Swiss Federal Institute for Nuclear, Biological and Chemical Protection in one of the samples sent by OPCW was not from Salisbury but was in a control sample.

The Russian ambassador reported that on 12 March the Foreign Secretary had told him that the nerve agent used against Mr and Ms Skripal had been identified as A-234.   The OPCW report issued on 12 April did not identify the agent but stated that they had confirmed the identification made by the UK and that this identification had been included in the confidential report provided to “States parties”. On 14 April the Russian Foreign Minister stated that A-234 had been reported by the Swiss Federal Institute for Nuclear, Biological and Chemical Protection that was one of the four accredited labs used by OPCW to analyse the Salisbury samples.

Based on public reports, a ChemSpider record for A-234 has been created which assigns it the IUPAC name ethyl [(1E)-1-(diethylamino)ethylidene] phosphoramidofluoridate. Its predicted vapour pressure is very low indicating that it is predicted to be non-volatile. No information on its stability is available.   The OPCW director Uzumcu stated in a newspaper interview that the agent “seems to be very persistent,” and “not affected by weather conditions”. This was confirmed the next day by an OPCW press statement that: “the chemical substance found was of high purity, persistent and resistant to weather conditions”. Ian Boyd, the chief scientific adviser at the Department for Environment,

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Die Salisbury Tales – was verschweigen Medien und Politik im Falle des vergifteten russischen Doppelagenten? – www.NachDenkSeiten.de

Die Salisbury Tales – was verschweigen Medien und Politik im Falle des vergifteten russischen Doppelagenten? – www.NachDenkSeiten.de

14-03-18 02:18:00,

14. März 2018 um 12:45 Uhr | Verantwortlich:

Die Salisbury Tales – was verschweigen Medien und Politik im Falle des vergifteten russischen Doppelagenten?

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Innere Sicherheit, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik

Vor nun auch schon zehn Tagen brachen im englischen Städtchen Salisbury der russische Doppelagent Sergej Skripal und seine aus Moskau angereiste Tochter Julia auf einer Bank in der Nähe eines Einkaufszentrums zusammen und befinden sich seitdem in einem „kritischen, aber stabilen“ Koma. Stunden später stand der Hauptverdächtige bereits fest – „Russland“. Ohne Beweise, ja sogar ohne ein einziges Indiz, wird seitdem scharf in Richtung Moskau geschossen. Die NATO ist mit dabei, die Teilnahme Englands an der Fußball-WM in Russland wird bereits offen in Frage gestellt. Lauter kann man kaum poltern und solches Gepolter lenkt natürlich auch von berechtigten Fragen ab. Und davon gibt es einige. Der Fall Skripal ist keinesfalls so eindeutig, wie er in den westlichen Medien dargestellt wird. Es gibt sogar deutliche Spuren in Richtung einer obskuren privaten Sicherheitsfirma, die aktiv an der antirussischen Propaganda-Kampagne mitarbeitet. Von Jens Berger.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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„Nowitschok“

Am Dienstag äußerte sich die britische Premierministerin Theresa May erstmalig im Parlament zum Fall Skripal. Ihre Rede war zwar angriffslustig, aber auch bis in die feinsten Nuancen vorformuliert und vom Blatt abgelesen. Daher sollte man auch sehr genau auf die exakte Formulierung achten. An keiner Stelle sagte May, dass das Nervengift, mit dem Skripal nach Ansicht der britischen Behörden umgebracht werden sollte, ein Kampfstoff war, der in Russland hergestellt wurde oder den nur Russland besitzt. Sie sagt vielmehr, es handele sich um „ein Nervengift von einem Typ, der in Russland entwickelt wurde“. „Wir wissen, dass Russland dieses Gift früher produziert hat und noch immer in der Lage ist, dies zu tun“. Das träfe auch auf das Begriffspaar Sarin und Deutschland zu und dennoch kommt niemand auf die Idee, Angela Merkel sei nun für jeden Sarin-Anschlag verantwortlich.

Auch als Indiz in einem Kriminalfall ist diese sehr vage Formulierung schon extrem schwach.

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