Die Sanktionierten schlagen zurück | Von Rüdiger Rauls | KenFM.de

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17-08-20 07:47:00,

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Seit Jahrzehnten werden Staaten, die sich nicht den Interessen der USA und des Wertewesten unterwerfen, mit Sanktionen drangsaliert. Deuten sich nun Entwicklungen an, die das Ende dieses Wirtschaftsterrors einleiten könnten? Haben die USA und der Wertewesten sich totsanktioniert?

Ein Standpunkt von Rüdiger Rauls.

Verteilungskämpfe

Noch sind die USA die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt, aber die Chinesen sind ihnen dicht auf den Fersen. Im Gegensatz zu den Amerikanern haben diese einen Plan: Bis zum Jahre 2025 wollen sie in zehn Industriebereichen die Technologieführerschaft übernehmen. Dem haben die USA und der Westen insgesamt nichts entgegen zu setzen außer Behinderungen.

Nicht dass es ihnen an wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Kompetenz fehlte. Aber im Gegensatz zu China fehlt es im Westen an gesellschaftlicher Geschlossenheit. Dass die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung an einem gemeinsamen Strang ziehen, kann man sich hierzulande offenbar schon gar nicht mehr vorstellen. Das kann nach westlicher Vorstellung nur Ausdruck eines autoritären Systems sein.

Dagegen sind die westlichen Gesellschaften zerfressen vom Kampf der Interessen und der sozialen Gruppen um Vorteile im Verteilungskampf des gesellschaftlichen Reichtums. Diesem Gezerre innerhalb der Gesellschaften entsprechen auf der politischen Ebene die Streitigkeiten der westlichen Staaten untereinander um die Aufteilung der Märkte.

Trotz der vordergründigen Verbundenheit durch die sogenannten westlichen Werte sind sie sich untereinander spinnefeind. Diese Feindseligkeit und Konkurrenz offenbart sich am deutlichsten an der Wirtschaftspolitik der USA. Immer häufiger drangsaliert der große Bruder seine kleineren mit Zöllen, Sanktionen und wirtschaftlichen Drohungen, wenn sie nicht nach seiner Pfeife tanzen.

Neuestes und entlarvendes Beispiel amerikanischer Rücksichtslosigkeit ist die Drohung der USA gegenüber dem Hafen Sassnitz, ihn finanziell vernichten zu wollen, wenn er weiterhin den Bau der Nord-Stream-2-Pipeline unterstützt. Sind das die westlichen Werte, mit denen man sich von anderen Gesellschaften abzuheben vorgibt? Dagegen sind ja Raubrittertum und die Hackordnung des Hühnerhofes schon fast zivilisiert, zumindest aber besser kalkulierbar.

Unter Druck

Es stellt sich die Frage: Warum machen die Amerikaner das? Schließlich traten sie doch über Jahrzehnte für den Freihandel ein. Sie waren die Vertreter und Garanten der internationalen Handelsordnung,

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Corona-Cluster im sanktionierten Iran – der perfekte Sturm

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27-02-20 02:35:00,

In Iran hat sich hinter China, Südkorea und Italien der viertgrößte Ausbreitungsherd für die vom neuen Coronavirus ausgelöste Covid-19-Erkrankung gebildet. Doch dies ist nur eine Schätzung, die auf den leider nicht gerade glaubhaften iranischen Angaben beruht. Die Dunkelziffer der iranischen Infizierten dürfte weitaus höher sein und es besteht begründete Sorge, dass das durch die US-Sanktionen bereits massiv geschwächte iranische Gesundheitssystem mit der Situation hoffnungslos überfordert sein wird. Die Uhr tickt. Wenn die USA ihre Sanktionen nun nicht zumindest aus humanitären Gründen aussetzen, könnten die Folgen für die gesamte Region und letztlich sogar global verheerend sein. Von Jens Berger.

Die offizielle Informationspolitik Irans zu den Covid-19-Fällen im eigenen Lande ist nur als eine einzige Katastrophe zu bezeichnen. Noch vor zwei Wochen bestritten offizielle Stellen kategorisch, dass es überhaupt Verdachtsfälle im eigenen Lande gibt. Doch diese Dementi waren nicht lange aufrecht zu erhalten. Am 19. Februar vermeldete Iran offiziell die ersten beiden Infektionen, die dann auch gleich Todesfälle waren. Bis zum 24. Februar erhöhte sich die offizielle Zahl der Infizierten auf 61 und die Zahl der Todesopfer auf 19. Inoffizielle Meldungen der offiziellen Stellen gingen jedoch bereits damals von mindestens 900 Infizierten aus und auch diese Zahlen wirken vergleichsweise konservativ.

Besonders betroffen ist offenbar die Heilige Stadt Ghom, was die Lage noch brisanter macht, ist der dortige Schrein der Fatima Masuma doch das Ziel von Millionen Pilgern pro Jahr. Das veranlasste den Abgeordneten Ahmad Amirabadi, der für die Stadt Ghom im Parlament sitzt und der als ehemaliger Offizier der Revolutionsgarden den konservativen Kräften zuzurechnen ist, zu einem Protest– nach seinen Aussagen seien zu diesem Zeitpunkt alleine in Ghom bereits mindestens 50 Todesopfer zu verzeichnen. Um Amirabadis Äußerungen anzugreifen, veranstaltete der stellvertretende iranische Gesundheitsminister und kurz zuvor ernannte „Corona-Beauftrage“ Iraj Harirchi wenige Stunden später eine Pressekonferenz, die auf groteske Art und Weise nach hinten losging. Während Harirchi die öffentlichen Zahlen verteidigte, bekam er einen Schweißausbruch und einen Hustenanfall. Tags drauf meldete er sich via Twitter aus der Isolation – ja, bei ihm sei nun auch Covid-19 diagnostiziert worden.

Quelle: Al Arabiya via Twitter

Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren die offiziellen Angaben vollends unglaubwürdig. Mit dem Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Mojtaba Dhul Nur,

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