Satire? Serious? Sunday Times prints column asking to ‘give war a chance’ & attack CHINA

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13-08-19 10:43:00,

Life in Britain has become far too easy and it’s high time for another war, an eye-catching column in the Sunday Times argues, prompting both outrage and confusion about whether it was meant to be satire or the new normal.

“I was wondering, idly, recently if maybe it was time for us to have another war with someone,” journalist Rod Liddle’s provocative column begins, giving readers a disturbing taste of what’s to come. No, he doesn’t want a “hi-tech war” like the invasion of Iraq but instead is hoping for an even bigger event which “impinges on us all.” 

It gets worse. Dismissing France as an “obvious candidate” for British aggression, as that war would be over “too quickly” – a none too subtle dig at the French collapse of 1940 – he muses that the best bet is to attack… China. 

War “reduces personal dissatisfaction” and “increases social cohesion and integration,” booms Liddle.

His record shows him no stranger to feeding on controversy and outrageous, click-baity opinion pieces, who clearly doesn’t care that his supposed humor doesn’t translate well into Chinese – or any other language, really. For some, this was already too much to take. 

“Even as satire, this is offensive and extremely not funny to those who have experienced war. Sorry that my sense of humour cannot be stretched to encompass the death toll in Iraq,”tweeted historian Moudhy Al-Rashid at the end of a series of scathing (and not-safe-for-work) comments.

Others were also incensed by the newspaper’s decision to publish the piece, with one writer Musa Okwonga suggesting it was time people began to “interrogate the editorial policy of the Sunday Times.”

The irony or sarcasm, if intended, went right over the head of people who were dumbfounded by the “stomach churning” article.

You’ll observe Rod Liddle would be too old to serve in such a war. He would just like to watch it on television

— r@mone 🏳️‍🌈 (@ramone_tweets) August 12, 2019

I’m saying notions like this raised more more often by morons with no understanding of how the horror could actually happen to them,

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Satire vor Gericht

Satire vor Gericht

20-06-18 07:20:00,

Ulrich Gellermann ist Herausgeber und Redakteur des Online-Magazins Rationalgalerie, das sich kritisch mit der deutschen Gesellschaft auseinandersetzt. 1968 gehörte Gellermann zu den Mitgründern des Düsseldorfer „Republikanischen Centrum“. Als Herausgeber verantwortete er das Buch „Armut in der Bundesrepublik“ im Verlag Pahl-Rugenstein. Seit 1990 drehte er gemeinsam mit Angelika Kettelhack Portrait- und Dokumentar-Filme für TV-Sender.

Die Süddeutsche Zeitung geht gegen Ulrich Gellermann nun juristisch vor, weil er in der von ihm herausgegebenen Website Rationalgalerie am 12. Januar 2017 einen Kommentar veröffentlicht hatte, in dem ein Artikel derselben kritisch beleuchtet wird: Am 15. Juni 2018 sollte er, auf Antrag der Süddeutschen, wegen „Beleidigung“ vor ein Münchner Gericht. Vor dem Münchner Amtsgericht ist sie damit in erster Instanz erstmal erfolgreich gewesen: Das Gericht verurteilte den Beklagten Uli Gellermann zu 30 Tagessätzen á 30 Euro.

Man sollte meinen, die Zeiten seien längst vorbei, dass die Autoren satirischer Beiträge mit einer Klage rechnen müssen.

Aber nein! Ganz offensichtlich nicht, wenn Journalisten auf einen satirischen Beitrag mit einer Anklage wegen „Beleidigung“ reagieren. Aber das ist tatsächlich so geschehen mit Ulrich Gellermanns Kommentar zu dem Artikel von Hubert Wetzel „Hätte Putin Trump in der Hand – wegen eines heiklen Videos?“ in der Süddeutschen Zeitung vom 12. Januar 2017.

„Satire darf alles!“, hatte Kurt Tucholsky behauptet – vor inzwischen knapp 100 Jahren! Tucholsky wurde besonders eifrig zitiert, als es darum gegangen war, „Charlie Hebdo“ gegen die Mörder seiner Karikaturisten und Satiriker zu verteidigen – als ob es einer solchen Verteidigung bedurft hätte, denn Mord ist in keinem Fall zu rechtfertigen.

Wenn also heute Tucholsky doch wieder gilt, und Satire alles dürfe, könnte die Süddeutsche einwenden, dass deshalb noch lange nicht „alles“ Satire sei, was den Redakteuren und Herausgebern der Süddeutsche nicht gefällt.

Fraglos klingen Begriffe wie „postfaktisches Arschloch“ oder „Schmierblatt-Sau“ „beleidigend“, erkennt der Autor des satirischen Beitrags an. Aber dennoch sei dies keine Beleidigung. Vielmehr handle es sich um Satire, denn: „gemeint ist nicht der Redakteur, gemeint ist eine Methode, die den Leser und dessen Intelligenz beleidigt.“

Also ist zu vermuten, dass diese Unterscheidung für die Zeitung, für die der Journalist geschrieben hat, zu hoch ist.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Chefredakteure der Süddeutschen wissen sehr wohl, dass der vor den Kadi gezerrte Text die Methode auseinander nimmt,

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