Angriff auf saudische Raffinerie – Die Widersprüche der US-Anschuldigungen gegen Iran | Anti-Spiegel

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19-09-19 07:56:00,

Noch immer beherrscht der Angriff auf die saudische Raffinerie die Schlagzeilen. Die wichtigste Frage ist, warum die Luftabwehr versagt hat. Die Antwort von US-Außenminister Pompeo in Riad lautete sinngemäß: „Shit happens“.

So hat er es natürlich nicht gesagt, zum wörtlichen Zitat kommen wir gleich noch. Ich habe schon am Dienstag dazu geschrieben, dass die Kernfrage tatsächlich die Frage nach der Luftabwehr ist. Die Jemeniter behaupten, sie wären verantwortlich für den Angriff. Aber er kann kaum aus dem Jemen erfolgt sein, denn dazu hätten die Drohnen und Raketen ca. 1.000 Kilometer über saudisches Gebiet zurücklegen müssen, ohne bemerkt zu werden.

Und die US-Version, der Iran sei Schuld, hat das gleiche Problem: Die Raketen und Drohnen hätten mindestens 300 Kilometer über den Persischen Golf fliegen müssen, ohne von US-Kriegsschiffen oder der Luftabwehr bemerkt zu werden. Das ist ausgesprochen unwahrscheinlich. Allerdings hat das Pentagon gemeldet, derzeit zu untersuchen, wie das passieren konnte. Nur widersprechen sich damit die USA selbst: Wenn sie einerseits behaupten, aus Radardaten beweisen zu können, der Angriff sei aus dem Iran gekommen, warum haben sie die Drohnen und Raketen dann nicht abgeschossen, wenn sie sie auf dem Radar hatten?

Meiner Meinung nach ist die wahrscheinlichste Lösung, das der Angriff aus unmittelbarer Nähe erfolgt ist. Dass einige Kämpfer aus dem Jemen, bzw. ihre Sympathisanten, auch in Saudi-Arabien sind, ist nicht abwegig.

Aber die USA wollen unbedingt dem Iran die Schuld geben und so hat US-Außenminister Pompeo in Saudi-Arabien verkündet, dass es eben keine perfekte Luftabwehr gibt. Das ruft natürlich Häme in Russland hervor, das sowieso derzeit seine modernere und bessere Luftabwehr vom Typ S-300 und S-400 weltweit verkauft und damit die USA zur Weißglut treibt.

Auch Putin hat das bereits für Seitenhiebe in Richtung USA genutzt, wie wir gleich sehen werden.

Das russische Fernsehen hat über die Geschichte in einem durchaus hämischen Beitrag berichtet, den ich übersetzt habe, weil er die Entwicklungen der letzten Tage gut zusammenfasst.

Beginn der Übersetzung:

US-Außenminister Mike Pompeo hat am Donnerstag, dem 19. September, auf die Frage, warum die US-Patriot-Systeme in Saudi-Arabien die Drohnen nicht abgeschossen haben, hilflos geantwortet: so was kann vorkommen. Und das trotz der Tatsache, dass Riad 88 amerikanische Patriot-Systeme im Einsatz hat, wodurch eine solide Luftüberwachung geschaffen wird.

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Angriff auf saudische Raffinerie – Was sind die bekannten Fakten? | Anti-Spiegel

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17-09-19 07:02:00,

Am Wochenende wurde die größte Ölraffinerie Saudi-Arabiens angegriffen. Bekannte Fakten gibt es kaum, nur Anschuldigungen der USA gegen den Iran und ein Bekenntnis der Huthi-Rebellen im Jemen. Was sind die bekannten Fakten und wer profitiert von dem Angriff?

Bei den bekannten Fakten ist es einfach. Es gab mehrere Explosionen in der Raffinerie und offensichtlich wurde sie von irgendetwas getroffen, seien es Drohnen oder Raketen. Mehr ist nicht bekannt.

Die Huthi-Rebellen haben sich zu dem Anschlag bekannt. Saudi-Arabien führt seit Jahren einen blutigen Krieg gegen den Jemen, bei dem die Saudis immer wieder Zivilisten bombardieren, ohne dafür vom Westen kritisiert zu werden, im Gegenteil: Die USA unterstützen Saudi-Arabien. Der Krieg ist auch eine Machtprobe zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, die in der Region Konkurrenten um die regionale Vorherrschaft sind. Mit dem offenen Krieg im Jemen wollten die Saudis den Einfluss des Iran zurückdrängen, der Iran wiederum unterstützt die sogenannten Huthi-Rebellen.

Die erste wichtige Frage ist also, ob die Huthis die Raffinerie überhaupt angegriffen haben und wenn ja, wie das geschehen ist. Immerhin liegt die Raffinerie gut 1.000 Kilometer vom Jemen entfernt, nahe der Grenze zu Bahrain. Man kann also bezweifeln, dass die Huthis vom Jemen aus den Angriff durchgeführt haben. Das liegt zum Einen daran, dass es technisch eine Herausforderung ist, mit selbst gebastelten Drohnen diese Entfernung zurückzulegen und ein Ziel zu treffen. Noch wichtiger aber ist etwas anderes: Dort ist ein Kriegsgebiet und ganz sicher wird es sehr eng mit dem Radar überwacht. Solche Flugkörper wären der saudischen Flugabwehr sicherlich aufgefallen und man hätte genug Zeit gehabt, sie abzuschießen.

Die USA haben sofort den Iran beschuldigt. Interessant ist die Begründung: Außenminister Pompeo teilte mit, dass es der Iran gewesen sein müsse, weil es keine Beweise dafür gibt, dass die Angriffe aus dem Jemen kamen. Das ist die übliche US-Logik am persischen Golf: „Wir wissen nicht, wer es war, also war es der Iran“.

Tehran is behind nearly 100 attacks on Saudi Arabia while Rouhani and Zarif pretend to engage in diplomacy. Amid all the calls for de-escalation, Iran has now launched an unprecedented attack on the world’s energy supply. There is no evidence the attacks came from Yemen.

— Secretary Pompeo (@SecPompeo) September 14, 2019

Daher kamen Meldungen auf,

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