Schluss mit Glücksstress!

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13-04-19 04:05:00,

Ein leichter Würgereiz ist keine seltene Reaktion auf das Wort „Glück“. Viele können es einfach nicht mehr hören. Während die „Glücksindustrie“ boomt und sich „Glückscoaches“ mit blinkenden Eurozeichen in den Augen die Hände reiben, nehmen Millionen Menschen Antidepressiva, wodurch auch die Pharmaindustrie ihr Stückchen vom Glückskuchen abbekommt.

Auf der einen Seite werden wir mit Nachrichten über die nahende Apokalypse — wahlweise durch einen Atomkrieg oder durch Naturkatastrophen — bombardiert, auf der anderen verzerren wir unsere Gesichter auf Selfies für Facebook und Instagram als Beweis, dass „es uns gut geht“, zu einem künstlichen Lächeln.

Manche fotografieren dann lieber gleich nur noch ihr tolles Essen, die tolle Landschaft, das tolle Auto, das tolle neue Kleid … Die Langeweile, innere Leere oder gar Verzweiflung, Wut oder Traurigkeit tauchen nirgends auf. Eine tiefgründige, differenzierte und ebenso wichtige öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Glück ebenso wenig.

Viele Menschen scheinen zu glauben, man müsste sich entscheiden zwischen glücklich oder realistisch sein. Was bedeuten würde, die Glücklichen sind Egoisten, die sich von der Wahrheit abschotten, und den anderen — den sich aufopfernden Realisten — die Drecksarbeit überlassen, sich mit den real existierenden Problemen und Gefahren der Welt auseinanderzusetzen.

Trotz — oder gerade wegen — all der Vorurteile, Missverständnisse und der Abnutzung des Wortes widmet sich die neue Folge der „Guten Nachrichten“ dem Glück. Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke untersuchte das Thema gründlich und baut in seinem Artikel „Der Glücks-Faktor“ die dringend benötigte Brücke zwischen Politik, Gesellschaft, sozialem Status, Persönlichkeit und der Frage nach dem Glück.

Menschen, die sich viel mit den politischen und gesellschaftlichen Problemen — wie Kriegslügen, tiefem Staat und Machtgier von skrupellosen Eliten — auseinandersetzen oder in ihrem Alltag mit den schlimmsten Situationen des Menschseins — wie Verbrechen, Unfällen, Krankheiten und Tod — konfrontiert sind, wirken auf mich oft, als seien sie allergisch auf das Glück. Eine Mutmach-Redaktion löst bei einigen erst einmal Empörung aus. Und die Tatsache, dass ich den Job dieser Menschen nicht aushalten könnte, bei mir ein schlechtes Gewissen.

Zunächst verdrängte ich mein schlechtes Gewissen und verstand die Empörung nicht. Nun beginne ich, verschiedene mögliche Gründe zu ahnen:

  • der permanente Glücksstress, den die oberflächliche Glücksindustrie mit ihren „Über-Nacht“-Versprechen auslöst
  • das Spaß-Entertainment als Ablenkung der Massen von den Unmenschlichkeiten der Eliten oder
  • die Uminterpretation des von uns Aufwind-Autoren viel zitierten Satzes „Jeder Einzelne von uns hat die Macht,

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Schluss mit Gehirnwäsche!

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28-02-19 10:06:00,

Irgendwann kommt jeder an einen Punkt, an dem er aufgeben will, wenn er gegen die Verdrehungen, Propaganda und Falschmeldungen, die geistige Vergewaltigung einer Gesellschaft, ankämpft. Hat man mühsam eine Meldung entlarvt, wuchsen längst zwei neue an ihrer Stelle wie die Köpfe der antiken Hydra. Manchmal wirkt es auch wie ein Kampf gegen Windmühlenflügel, denn was wie Nachrichten oder Dokumentation daher kommt, ist in Wirklichkeit viel zu oft platte Demagogie.

Deshalb sollte der Fokus von Menschen, die aufklären wollen, nicht mehr auf dem Widerlegen von falschen Behauptungen und Thesen liegen, sondern darauf, der Allgemeinheit Werkzeuge zu geben, damit sie sich selbst ein Urteil bilden kann. Das ist umso wichtiger, seit wir wissen, dass das „Framing“, also das Benutzen von auf das Unbewusstsein wirkenden Aussagen, eine der wichtigsten Manipulationsmethoden wurde, zum Beispiel der öffentlich-rechtlichen Medien. „Selbstermächtigung“ muss das Ziel sein, die persönliche Unabhängigkeit von einem „Erklärbär“ zu erreichen.

Durch dieses Vorgehen macht sich der Aufklärer auch gleichzeitig entbehrlich. Es ist anschließend viel weniger wichtig, ob er gesperrt, gelöscht, verleumdet wird. Wenn die Menschen selbst in die Lage versetzt werden, Nachrichten richtig einzuordnen, zu analysieren und auf ihre Zielrichtung hin zu prüfen, wird Aufklärung zu einem Selbstläufer und damit unaufhaltsam. Hätte Herakles nicht Iolaos zur Hilfe gerufen, und der den Wald angezündet, wäre Herakles mit seinen Bemühungen, die Köpfe der Hydra abzuhacken, bis heute beschäftigt.

Ein erstes Beispiel findet sich in meinem Essay über die „Chemiewaffen“ Syriens (1), das auch als Artikelserie bei KenFM erschien. In dem Text versuche ich, dem Leser klar zu machen, wie er selbst herausfinden kann, ob eine Meldung über einen Chemiewaffeneinsatz in Syrien wieder einmal eine Propagandameldung von einer der Kriegsparteien ist oder auf Tatsachen beruht, und wie die beschriebenen „Fakten“ einzuordnen sind.

Schauen wir uns eine der Meldungen der letzten Tage an: Der US-Präsident Trump erkläre, er hätte circa 800 ausländische ISIS-Kämpfer inhaftiert und wünschte, dass die Herkunftsländer diese übernähmen und aburteilten, ansonsten würde er sie freilassen. Nun sollte man sich folgende Fragen stellen:

Cui bono, wer profitiert davon?

Die USA intervenieren nicht nur laut eines Gutachtens des Wissenschaftlichen Dienstes des deutschen Bundestages völkerrechtswidrig in Syrien und haben dort ein völkerrechtswidriges Besatzungsregime eingerichtet. Dieses geht erbarmungslos gegen die legitimen Kräfte des Landes vor, sobald diese versuchen, selbst gegen den Terrorismus in dieser besetzten Region vorzugehen.

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Schluss mit Schulpflicht!

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01-12-18 09:48:00,

Wir leben in Zeiten, in denen Filme wie „Elternschule“ gelobt werden und der MDR seine Hörer fragt, ob Schulschwänzer weiterhin mit Jugendarrest bestraft werden sollen. Gewalt an jungen Menschen ist so normal geworden, dass kaum jemand sie mehr wahrnimmt. Dass auch die aktuell geltende Schulpflicht eine Form von Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist, mögen viele erst einmal für absurd halten.

Es lohnt daher ein Blick in die Geschichte: Bevor 1919 die allgemeine Schulpflicht in Deutschland eingeführt wurde, hatte der „Hausherr“ einer Familie dafür zu sorgen, dass seine Kinder unterrichtet werden. Das kontrollierte allerdings niemand. Kinder aus besser gestellten Familien hatten eigene Hauslehrer oder wurden auf Privatschulen geschickt, Kinder vom Land gingen oft leer aus. Mit der Einführung der Schulpflicht beschnitt der Staat diese elterliche Bestimmungshoheit.

Der Gedanke dahinter war jedoch weit davon entfernt, Kinder in ihren Belangen ernst zu nehmen, er lautete schlichtweg: Der eigene Wille des Kindes, wenn es denn „bestimmungsfähig“ wäre, könne überhaupt kein anderer sein, als in die Schule gehen zu wollen (1).

Diese Überzeugung hat sich bis heute gehalten: Noch immer glaubt der Staat, als Vormund auftreten zu müssen für Kinder und Jugendliche, und rechtfertigt damit den Schulzwang. Formulieren kleine Menschen jedoch ihren eigenen Willen, der da lautet, nicht in die Schule gehen zu wollen, kommt der Staat in die Bredouille und verhängt Strafen.

Dabei deutet vieles darauf hin, dass Kinder und Jugendliche mit der Bevormundung in Form der Schulpflicht eben nicht (mehr) einverstanden sind. Mittlerweile trauen sich sogar immer mehr, Schule zu „schwänzen“. Die alte Gehorsamskultur wie zu Zeiten der Weltkriege bröckelt — und heute, drei Generationen später, lassen sich junge Menschen zum Glück nicht mehr so einfach gefügig machen wie damals. Sie zeigen, was sie (nicht) wollen. Und ihr Wille kann durchaus ein anderer sein als der des Staates.

Das heißt jedoch nicht zugleich, dass junge Menschen, die nicht so viel Lust auf Schule haben, nicht lernen wollen. Ich bin davon überzeugt und erlebe es jeden Tag, dass Kinder etwas lernen wollen über die Welt und über sich. Auch die, welche die Schule verweigern. Warum nicht jeder junge Mensch an fünf Tagen die Woche in der Schule sein möchte, dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Einer mag sein, sich gegen das schlechte Gefühl zu wehren, das Zwang und Anpassungsdruck in den meisten Menschen auslösen.

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Tagesdosis 16.8.2018 – Schluss. Aus. Stecker raus! | KenFM.de

Tagesdosis 16.8.2018 – Schluss. Aus. Stecker raus! | KenFM.de

16-08-18 08:27:00,

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Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Berlin, August 2018. Unfreiwillig wurde mehreren tausend Berlinern der Stecker gezogen. Sinnbildlich. Seit mehr als 48 Stunden sind in Berlin-Mitte komplette Straßenzüge ohne Internet und Telefon.

Bis dato sah sich die Telekom nicht in der Lage auf ihrer Störungs-Infoseite Gründe zu benennen. Noch besser, die Antworten auf Kundenbeschwerden sind verschwunden. Der Erklärungsversuch lautete: Ihr seid sicher irritiert, da unsere Kommentare auf die Useranliegen hier nicht mehr ersichtlich sind. Uns ist es wichtig, dass ihr wisst, dass dies nicht durch unsere Initiative erfolgt ist. Wir möchten nach wie vor überall dort helfen, wo User Anliegen formulieren, bei denen wir helfen können. Aktuell klären wir, wie es zu der Löschung unserer Beiträge kommen konnte. Professionalität und Vertrauensbildung sehen anders aus.

Nun informiert die Lokalpresse über die Gründe. Menschliches Versagen: In Berlin-Mitte sind seit Dienstag mindestens tausend Internet- und Telefonanschlüsse gestört. Bei Bauarbeiten an der Torstraße sei eine Kabelkanalanlage stark beschädigt worden, teilte eine Sprecherin der Deutschen Telekom am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Ende der Störung sei bislang nicht absehbar(1).

Trivial und uninteressant? Nicht unbedingt. Nehmen wir den beliebten Abschnitt, unweit der Torstraße, die Kastanienallee. Sinnbild für die Veränderung der Stadt, der Gesellschaft in den letzten 15 Jahren. Ehemals die Anlaufstelle für individuelle Berliner Lebensweisen, in einem alten in sich gesunden Stadtbezirk, ist auch diese Straße inzwischen Spiegelbild aktueller innerstädtischer honoriger Langeweile.

Alteingesessenes, Kantiges und Charakteristisches wurde kaputt gemacht, entsorgt, zerstört. Man sieht mehr junge Menschen, Neuberliner. Altbewohner und Rentner wurden erfolgreich verdrängt. Geschichtshistorischer rauer Putz wurde den Bedürfnissen der westdeutschen und inzwischen weltweiten Investoren aalglatt saniert. Bezahlbare Altbauten mit Seele verschwanden zu Gunsten von ausdruckslosen, überteuerten Neubauten.

Wählen wir also ein beliebiges Haus dieser Straße und seine Bewohner. Ebenerdig finden wir ein Brillengeschäft mit hochwertigen Produkten. Nur so sind noch die anmaßenden Mieten zu bewältigen. Das Problem des Händlers stellt sich auf zwei Ebenen dar. Durch das fehlende Internet kann er keine Bestellungen tätigen, den Webstore nicht betreuen, Kundenanfragen nicht beantworten. Das schwerwiegendere Problem: acht von zehn Kunden bezahlen mit Kreditkarte.

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Schluss mit Aufrüstung!

Schluss mit Aufrüstung!

02-04-18 07:03:00,

Der Militäretat im Bundeshaushalt 2017 betrug 37 Milliarden Euro. Auch dieses ist ein Maßstab. Weitere 30 Milliarden Euro kämen hinzu, wenn eine Aufstockung gemäß den NATO-Kriterien von 1,2 Prozent auf 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erfolgen würde. Der 2-Prozent-Wert selbst ist relativ abstrakt und schwer einzuordnen, zumal es auch mehrere Länder gibt, die einen höheren Anteil des BIP für das Militär ausgeben. Entscheidend ist jedoch: Deutschland ist nach den USA das wirtschaftlich stärkste Land in der NATO und mit dieser Aufstockung würde Deutschland auch zur stärksten Militärmacht in Europa. Doch der Wahnsinn einer Aufstockung der Militärausgaben um 30 Milliarden Euro erschließt sich erst im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Problemen, die – im Gegensatz zu den Rüstungsausgaben – auch von der Mehrheit der Bevölkerung als solche tatsächlich wahrgenommen werden. Dazu kommt, dass die astronomischen Rüstungsausgaben im politischen Diskurs immer noch weitestgehend ausgeblendet werden.

Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte zum Neujahrstag 2018 in einer kurzen und knappen Ansprache:

„Ich warne – Alarmstufe rot für unsere Welt. Konflikte haben sich vertieft und neue Gefahren sind aufgetreten. Globale Ängste vor Atomwaffen sind am stärksten seit dem Kalten Krieg. Der Klimawandel bewegt sich schneller als wir. Ungleichheiten wachsen” (2).

Ein Kontrast dazu war die Neujahrsansprache 2018 von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Globale Konflikte und das Wort „Frieden“ kamen in ihrer Rede überhaupt nicht vor. Sie bedankte sich jedoch bei den „Soldatinnen und Soldaten, die hierzulande oder in den Auslandseinsätzen ihren Dienst für unser Land tun“, ohne aber auf Hintergründe einzugehen.

Dass die weitere Aufrüstung und die damit verbundenen globalen Probleme völlig ausgeblendet werden können, zeigt auch der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD (3). Wenn man von der Quantität der begrifflichen Nennungen auf die Qualität schließt, scheinen nach Anzahl der begrifflichen Nennung „Digitalisierung“, „Sicherheit“ und „Europa“ die großen Projekte zu sein.

Nennung von Begrifflichkeiten im Koalitionsvertrag CDU/CSU/SPD:

  • digital: 290
  • Sicherheit: 171
  • Europa: 111
  • Frieden: 43
  • Wohlstand: 22
  • Armut: 11 (Reichtum: 0)
  • Sozialstaat: 5
  • Klima: 73 (Klimawandel: 5)

Natürlich muss auch hinterfragt werden, wie konkret diese Begrifflichkeiten verwendet werden, wie am Beispiel Klimaschutz zu sehen ist. In dem 177 Seiten umfassenden Papier taucht zum Beispiel der Begriff Klima zwar häufiger auf,

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