Schmutziges Kobalt: Apple, Google und Tesla auf der Anklagebank

29-02-20 10:05:00,

Congo, Kongo, cobalt, mining, child labour
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Amnesty International

Kobalt- (li.) und Kupfererz (re.) wird im Süden der Demokratischen Republik Kongo gewonnen.

Daniela Gschweng / 29. Feb 2020 –

Gibt es so etwas wie «Beihilfe zur Menschenrechtsverletzung»? Ja, finden US-Anwälte und klagen für kongolesische Kinderarbeiter.

Kaum eine Arbeit ist für Kinder so gefährlich wie die Arbeit in den Minen der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Vor allem Kobalterz, das sie dort fördern, ist begehrt. Verarbeitet wird es unter anderem in Elektronikbauteilen und vor allem in Batterien. Ohne Kobalt würde der Motor der Digitalgesellschaft nicht mehr laufen – ganz wörtlich.

Wenn Sie uns gerade auf dem Handy lesen, tippen Sie sehr wahrscheinlich auf einem Produkt von Kinderarbeit herum, wenigstens zu einem kleinen Teil. Ohne Kobalt gäbe es keinen aufladbaren Akku. Es sei denn, Sie nutzen ein «Fairphone». Und nicht einmal dann können Sie sicher sein. «Fairphone» gibt sich nach eigenen Angaben zwar Mühe, Kinderarbeit beim Bezug von Materialien wie Gold, Kupfer und Kobalt auszuschliessen, räumt aber ein, dass das nicht immer möglich ist.

Die digitale Gesellschaft lebt zum Teil auf Kosten von Kindern

Geschieht ein Unfall, sind die Kinder und ihre Familien meist auf sich selbst gestellt. Im Dezember 2019 klagten Eltern und Kinder aus der Demokratischen Republik Kongo deshalb vor einem US-Gericht auf Schadenersatz. Die 14 Kläger haben Kinder durch Unfälle verloren oder sind nach Unfällen mit schweren Verletzungen dauerhaft eingeschränkt.

Mindestens drei Fünftel des weltweit verbrauchten Kobalts kommen aus der DRK, wo es sowohl im Kleinbergbau wie auch von grossen Unternehmen gefördert wird. Gemäss Prognosen wird der Kobaltbedarf weiter ansteigen und sich bis 2026 etwa verdoppeln. Ein Grund dafür: In den Akkus von E-Autos ist kiloweise Kobalt verbaut. Auf Kosten der Gesundheit von Kindern, die die gefährliche Dreckarbeit machen. Diejenigen, die an den Endprodukten verdienen, tragen zumindest einen Teil der Verantwortung, sagen Anwälte in den USA und klagen die grossen Tech-Unternehmen an.

Kobalt steckt in fast allem

Wenn Sie gelegentlich Berichte über Kinderarbeit verfolgen, müssen Sie wissen, dass auch Ihr Fernseher, Ihre Küchenmaschine und etliche andere Gebrauchsgegenstände Bausteine enthalten, in denen mit grosser Wahrscheinlichkeit Kinderarbeit steckt.

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Schmutziges Geheimnis

07-05-19 09:16:00,

Eigentlich dachte ich, durch die Bücher meines Freundes Manfred Paulus über die schändlichen Auswüchse von Menschenhandel und Sexsklaverei hinreichend informiert zu sein. Doch seine verdienstvollen lebenslangen Forschungen beziehen sich vor allem auf Deutschland und Europa. Ein Artikel des amerikanischen Staatsanwalts John W. Whitehead in „Global Research“ vom 24. April 2019 „The Essence of Evil: Sex with Children Has Become Big Bussiness in America” zeigt auf, dass der Sexhandel — insbesondere der Kauf und Verkauf junger Mädchen („junges Fleisch“) — in Amerika zum „Big Business“ geworden ist.

Dieser Kauf und Verkauf wurde zum am schnellsten wachsenden Geschäft der organisierten Kriminalität und zum zweitwichtigsten „Gut“, das nach Drogen und Waffen illegal gehandelt wird. Es ist Amerikas schmutziges kleines Geheimnis. Diese dekadente „westliche Wertegesellschaft“ wird eines Tages untergehen wie das dekadente Römische Reich.

Jedem Leser dieser Zeilen — insbesondere Eltern und Erziehenden — empfehle ich, den erschütternden Zustandsbericht der amerikanischen Gesellschaft zu lesen, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Im Folgenden zitiere ich aus dem Bericht. Whitehead porträtiert eine erschreckend dekadente Nation. Bereits im Jahr 2015 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel „Battlefield Amerika. The War on the American People“. Es wird geschätzt, dass es in den USA 100.000 bis 150.000 Kindersexarbeiterinnen gibt.

Das Durchschnittsalter dieser Kinder liegt bei 13 Jahren. Doch Durchschnitt bedeutet, dass auch Kinder unter 13 Jahren, 8-, 9-, 10-Jährige dazu zählen! Jedes Jahr würden die Mädchen, die gekauft und verkauft werden, immer jünger. Alle zwei Minuten werde ein Kind in der Sexindustrie ausgebeutet. Laut „US Today“ kaufen Erwachsene in den Vereinigten Staaten mindestens 2,5 Millionen Mal im Jahr Kinder für Sex. Es seien gewöhnliche Menschen aus allen Lebensbereichen, auch Männer in gesellschaftlich angesehenen Berufen wie Ärzte und Pastoren. Im Durchschnitt werde ein Mädchen während einer fünfjährigen „Dienstzeit“ von 6.000 Männern vergewaltigt. Es geschehe überall, direkt vor der eigenen Nase, in Vororten, Städten und Gemeinden, im ganzen Land.

Diese kleinen Mädchen melden sich nicht freiwillig als Sexsklavinnen. Sie werden mit Gewalt entführt oder angelockt. Viele seien Ausreißer, andere würden von Verwandten und Bekannten an das System verkauft. In den meisten Fällen hätten sie keine andere Wahl. Durch die sozialen Medien sei es einfach für Zuhälter, Mädchen zu finden. Sie schauten auf MySpace, Facebook und andere soziale Netzwerke. Sie und ihre Assistenten fahren in Einkaufszentren,

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“Schmutziges Gas statt schmutziger Kohle”

30-04-19 06:29:00,

Screenshot aus dem Werbevideo der EU für amerikanisches Fracking-Gas

Aktivisten protestieren gegen die gemeinsame Energiepolitik der EU-Kommission und der Trump-Regierung. Sie fordern einen sofortigen Stopp der Importe von Fracking-Gas aus den USA

Hunderte Aktivisten und Bürgerinitiativen auf beiden Seiten des Atlantiks richten sich gegen weitere Importe von Fracking-Gas aus den USA in die EU. In einer Erklärung fordern die 200 Erstunterzeichner, “den transatlantischen Handel von durch Fracking gewonnenen Kohlenwasserstoffen umgehend zu stoppen”.

Anlass der Initiative ist ein für Donnerstag geplantes Treffen des gemeinsamen Energierates der US-Regierung und der EU-Kommission. Auf dem “EU-US Energy Council” sollen Preismechanismen, Investitionen in Infrastruktur und technische Voraussetzungen für den Import von Fracking-Gas aus den USA diskutiert werden. Das in Nordamerika geförderte Erdgas kommt in Form von Flüssiggas (LNG) nach Europa (“Erdgas wird die neue Kohle”).

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), eine der beteiligten Organisationen, kritisiert, dass die ökologischen Folgen von Fracking sowie die Auswirkungen auf die Klimaziele in Europa bei den Überlegungen keine Rolle spielen. Gemeinsam mit den anderen Unterzeichnern lehnt die Organisation es ab, den Import von Fracking-Gas in die EU weiter zu erhöhen. Für Sascha Müller-Kraenner ist es offensichtlich, dass die Europäische Union mit ihrer Klimastrategie nicht vorankommt. Stattdessen verhandle man “im Hinterzimmer mit Lobbyisten über neue fossile Importe”, so der Bundesgeschäftsführer der DUH:

Dieses Pläneschmieden für bald nicht mehr brauchbare Infrastruktur, noch dazu für umweltschädliches Fracking-Gas, ist nicht mit den Klimaschutzzielen der EU vereinbar und muss aufhören. Wir fordern einen sofortigen Bau- und Planungsstopp für Infrastruktur, die dem Import von Fracking-Gas dienen soll.

Sascha Müller-Kraenner

Den Handel von Fracking-Gas voranzutreiben, bedeutet nach Ansicht der Unterzeichner einen großen Rückschritt für den notwendigen Wechsel zu Erneuerbaren Energien. Constantin Zerger verweist darauf, dass die Klimabilanz von Fracking-Gas keinesfalls besser sei als die von Kohle. “Schmutziges Gas statt schmutziger Kohle kann keine Formel für den Klimaschutz sein”, so der Bereichsleiter Energie und Klimaschutz der DUH.

Obama erklärte die Energieversorgung der EU-Staaten zu einer Frage der “Nationalen Sicherheit” der USA

Für ihre Erklärung haben sich die Klimaaktivisten einen symbolischen Termin ausgesucht: Am heutigen Dienstag bricht der amerikanische Energieminister Rick Perry nach Europa auf. In Brüssel will er sich, begleitet von hochrangigen Beamten seines Ministeriums,

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