Schon klar, AKK! Jetzt markiert die Bundeswehr auch noch den Weltraumsheriff.

16-07-21 10:41:00,

Alle mal weinen: Als richtete die deutsche Truppe nicht schon heute mehr als genug Chaos und Leid in aller Welt und den eigenen Reihen an, will sie ihr Einsatzgebiet nun auch noch in den Orbit ausdehnen. Ein hierfür neu geschaffenes Kommando soll Satelliten beschützen, umherschwirrenden Schrott beobachten und cyberkriminelle Bösewichte auskundschaften. Wie immer steht auf den Missionen Frieden, Freiheit und Wohlstand drauf und wie immer ist dabei nur der Westen gemeint. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nennt das alles „Defensivoperationen“, die sich absehbar gegen die üblichen Verdächtigen Russland und China richten werden. Ob unsere Pannenstreitmacht das wohl gewuppt kriegt, fragt sich Ralf Wurzbacher.

Vorsicht, Realsatire! Wer kennt es nicht, das Bonmot von Peter Struck. „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“ Dass hatte er als damals wirkender Bundesverteidigungsminister 2002 zum Besten gegeben – im Nachgang von Osama Bin Ladens unglaublichem Superterrorcoup im Herzen der US-Supermacht. Was dem zehn Jahre später verblichenen SPD-Veteranen entgehen musste: Heute gilt sein Gesagtes nicht mehr. Die Bundeswehr hat gerade ihre letzten Soldaten aus Afghanistan abgezogen und überlässt die Geschicke des Landes wieder den Taliban, genau den Bösewichten, die man da eigentlich weghaben wollte. Mission erfüllt!

Zum Glück dreht sich die Welt (noch) weiter und mit der Zeit kommen immer wieder neue Aufgaben, auch für die deutsche Truppe. Und wenn sich auf dem irdischen Zankapfel gerade mal nichts oder zu wenig befrieden lässt, sucht man sich eben ein Schlachtfeld abseits des Planeten, noch dazu eines, das so richtig viel Krach, Bumm, Bäng verspricht. Aber bitte keine vorschnellen Schlüsse ziehen. Der Begriff Weltraumkommando wecke abenteuerliche Assoziationen von Jules Verne bis zum Raumschiff Enterprise, beschied Strucks Amtserbin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dieser Tage vor Pressevertretern und beruhigte: „Die Realität ist längst nicht so reißerisch.“ Womit sie recht hat: Wenn ein Multimilliardär aus Jux und Dollerei mal kurz einen Abstecher in den Orbit unternimmt oder 42.000 Satelliten ans Himmelszelt verpflanzt, dann reißt das heute doch auch keinen vom Hocker.

Friede, Freude, Eierkuchen

Wozu also überschnappen, nur weil es Deutschlands Armee ins Überirdische zieht. Hört sich ja auch alles sehr vernünftig und bodenständig an, was das am Dienstag im niederrheinischen Uedem (NRW) frisch in Dienst gestellte „Weltraumkommando der Bundeswehr“ künftig so zu erledigen hat. Zum Beispiel soll es den Schutz und die Überwachung von Satelliten übernehmen,

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Schämst du dich schon oder bist du noch ein böser Mensch?

13-05-21 11:23:00,

Die Journalistin Judith Sevinç Basad hat ein Buch über Identitätspolitik geschrieben, das es in sich hat. Man spürt bei der Lektüre: Die Autorin ist echt sauer und schreibt sich etwas von der Seele. Und das vollkommen zu recht. Sie bietet ihren Lesern eine wahre Fundgrube an Absurditäten der Identitätspolitik. Nach der Lektüre weiß man: Identitätspolitik ist nicht einfach nur eine Spinnerei von verwöhnten Wohlstandskindern, sondern eine gefährliche Ideologie, die eine Gefahr für die Demokratie ist. Udo Brandes hat das Buch für die NachDenkSeiten gelesen.

Sahra Wagenknecht verwendet in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Die Selbstgerechten“ (siehe dazu auch unsere Rezension) den Begriff der „Lifestyle-Linken“ für das akademisch gebildete, urbane linksliberale Milieu. Basad spricht in ihrem Buch noch zugespitzter von „Social-Justice-Warriors“ (= Kriegern für soziale Gerechtigkeit). Dieser Begriff sei in den 2010er Jahren entstanden, weil Aktivisten an den amerikanischen Unis immer aggressivere Methoden anwandten, um ihre Theorien in die Praxis umzusetzen. Veranstaltungen mit unerwünschten Rednern wurden gesprengt, Kritiker niedergebrüllt, Events organisiert, bei denen Menschen nach Hautfarbe sortiert wurden, oder Professoren wurden als Menschenfeinde diffamiert und ihre Entlassung gefordert, wenn diese sich gegen die Theorien der Social-Justice-Warriors aussprachen. Also das ganze Programm, was wir inzwischen auch in Deutschland von A bis Z kennen.

Eine Ideologie aus den USA

Die Ideologie dazu ist an den amerikanischen Unis in den 90er Jahren entstanden. Ganze Forschungszweige, die sich der Durchsetzung der „Social Justice“ – der sozialen Gerechtigkeit – verpflichtet haben, wurden neu gegründet. Dazu zählen unter anderem „Gender Studies“, „Postcolonial Studies“, „Cultural Studies“, „Queer Studies“ und andere mehr. Also alles Disziplinen, die inzwischen auch an europäischen Universitäten gang und gäbe sind. Das Problem dabei, so Basad:

„Im Zentrum dieser neuen Disziplinen steht nicht mehr der Anspruch, aufzuzeigen, wie die Welt ist, sondern wie die Welt zu sein hat. Diese ‚Social-Justice-Disziplinen‘ haben nichts mehr mit klassischer Wissenschaft zu tun. Vielmehr wurde hier aus einzelnen Bausteinen der Postmoderne eine neue Theorie gebastelt, die dann in Politik und Gesellschaft als absolute Wahrheit gelten soll“ (S. 28).

Und trotzdem

„klammern sich immer mehr staatliche Institutionen, Politiker, Mitarbeiter in Ministerien und Landesregierungen, Universitäten und Schulen, aber auch anerkannte Zeitungen und Medien an diesen Social-Justice-Ansätzen fest“ (S. 29).

Stimmt. Kleine Anekdote dazu: Als ich mal mit einem Vertreter der Stadt Oldenburg ein Interview führte und den Text zur Autorisierung an die Pressestelle der Stadt gab,

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Wenn schon nicht reisen – wenigstens dran denken. Ein Politischer Blick auf die Ruinen

11-04-21 10:03:00, Religion und Macht

Um auf die vielen offenen Fragen plausible Antworten zu finden, soll im Folgenden der Versuch gemacht werden, die bisher am ehesten überzeugende Theorie (Observatorium) zu ergänzen mit Überlegungen über die politische Rolle der systematischen Naturbeobachtung und über die Bedeutung der Geheimhaltung für die Gewinnung und Erhaltung der Macht im Inkareich.

Dessen Herrschaftssystem war eine religiös überhöhte absolute Macht über eine Bevölkerung, deren wichtigste Rolle darin bestand, sich beherrschen zu lassen. Wie so oft in der Geschichte der Menschheit spiegelte die Architektur von Palästen und Tempeln, von Häusern und Städten genau diese Machtverhältnisse. Das galt für die Hauptstadt Cusco und das gilt, dies soll hier gezeigt werden, auch für ein Observatorium für eine langfristige Erforschung der Himmelskörper in Machu Picchu.

Zunächst zu Cusco: Der dem Sonnengott gewidmete Tempel Coricancha in Cusco war die heiligste Stätte des Inkareichs. Er wurde von den Spaniern weitgehend zerstört und durch das Kloster Santo Domingo überbaut. Inzwischen sind aus den Tempelruinen einige Mauerreste wieder freigelegt und vermitteln einen Eindruck von Räumlichkeiten und Größenverhältnissen.

Was es in Cusco n i c h t gibt, sind riesige Tempelhallen, die der Ausdehnung des Inkareichs, der Macht und dem Reichtum seiner Könige entsprochen hätten. Die massiven (und trotz des harten Steins geradezu fein ziselierten) Mauern lassen eher die Vermutung aufkommen, dass hier das Volk draußen gehalten werden sollte. Die Untertanen mussten ihre Opfergaben vor den Toren des Tempels ablegen. Was im Inneren vorging, blieb dem einfachen Volk verborgen. Die Kenntnis der Rituale war Herrschaftswissen. Nur so konnten gezielt Informationen nach draußen transportiert werden, mit denen die Ehrfurcht, wohl auch die Angst der Menschen wachgehalten werden sollten.

Ein Blick in andere Kulturen

Ihr spezifisches Herrschaftssystem mögen die Inkas selbst geschaffen haben, vielleicht auch, ohne viel ältere, ähnliche Muster gekannt zu haben. Wahrscheinlich ist aber die Überhöhung irdischer Macht in die Transzendenz mehrfach in verschiedenen Kulturen „erfunden“ worden.

Die Pharaonen in Ägypten haben so geherrscht. Der Pharao war heilig und musste nach dem Tod einbalsamiert werden, damit er in menschlicher Gestalt auch für sein Volk den Weg ins Jenseits bereiten konnte.

Im Judentum ist die Absonderung des „Heiligsten“, der Bundeslade, durch einen Vorhang im Tempel augenfällig beschrieben worden. Verborgen wurde ein Ort, den auch der oberste Priester nur einmal im Jahr betreten durfte, weil Gott dort „sichtbar“ wurde.

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Schon gesehen? Zwischenzeitlich mehr als 2 Millionen Aufrufe: Paul Schreyer: Pandemie-Planspiele – Vorbereitung einer neuen Ära? | uncut-news.ch

21-03-21 05:22:00,

Die Politik in der Corona-Krise kam nicht aus heiterem Himmel. Der „Kampf gegen die Viren“ begann schon in den 1990er Jahren als „Kampf gegen den Bioterror“. Eine Recherche zeigt: Über zwanzig Jahre lang wurden seither in Planspielen immer wieder Pandemie-Szenarien geprobt, erst in den USA, später international abgestimmt, auch mit deutscher Beteiligung. Die Titel dieser Übungen erinnern an Hollywood-Produktionen: „Dark Winter“ (2001), „Global Mercury“ (2003), „Atlantic Storm“ (2005) oder „Clade X“ (2018). Beteiligt waren hochrangige Behörden- und Regierungsvertreter sowie bekannte Journalisten, zuletzt, bei „Event 201“ im Oktober 2019, auch Vorstandsmitglieder großer Weltkonzerne. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO 2020 eine Coronavirus-Pandemie ausgerufen hatte, wurden viele der jahrelang geprobten und diskutierten Maßnahmen global umgesetzt.

In den Drehbüchern tauchten schon vor 20 Jahren Passagen wie diese auf: „Der Anblick von bewaffneter Militärpräsenz in amerikanischen Städten provoziert Proteste gegen die Beschneidung der bürgerlichen Freiheiten (…) Die Frage ist, wie und in welchem Maße wir diese Dinge durchsetzen. Wie viel Gewalt wendet man an, um die Menschen in ihren Häusern zu halten?“ Im Falle einer Pandemie könnten „grundlegende Bürgerrechte wie das Versammlungsrecht oder die Reisefreiheit nicht länger für selbstverständlich“ genommen werden. Freiheitsbeschränkungen, aber auch Massenimpfungen, waren regelmäßiger Bestandteil der Planspiele.

In diesem Vortrag wird chronologisch nachgezeichnet, wie es zu diesen Übungen kam, wer sie organisierte und welche Parallelen der Drehbücher zur aktuellen Situation bestehen. Ist das Virus nur ein Vorwand für eine länger geplante weltweite Umgestaltung? Und war ein schweres Börsenbeben im September 2019 vielleicht der eigentliche Auslöser für den globalen Lockdown?

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Wenn schon die Fakten nicht stimmen

20-10-20 10:51:00,

Screenshot aus einem Tagesspiegel-Video

Teil 2 der Kritik zum Corona-Journalismus

Jeder kann und darf Journalismus machen, wie er mag. Es kann dafür keine allgemeingültigen Richtlinien geben, schließlich ist Journalismus in den meisten Fällen ein kommerzielles Geschäft; ob ein Medium seinen Erfolg mit neutralen Informationen, Meinungskampf oder Kaffeefahrten machen möchte, ist ihm selbst überlassen. “Guter Journalismus”, wie immer man ihn definieren mag, ist daher immer nur eine von vielen Möglichkeiten, mit nicht-fiktionalen Publikationen Geld zu verdienen. Verbindliche Vorgaben gibt es nur für den Rundfunk.

Es gibt allerdings sehr eindeutige Qualitätskriterien für Journalismus, der Orientierung geben will. Der sich von seinen Ursprüngen in der Parteipresse gelöst hat und Kampagnen für und gegen was auch immer der PR überlässt.

Im Folgenden werden Qualitätsmängel der “Corona-Berichterstattung” nur beispielhaft an einzelnen journalistischen Artikeln und Details daraus aufgezeigt, es ist keine quantitative Untersuchung. Der Fokus liegt dabei im Interesse einer möglichst guten Nachvollziehbarkeit bewusst auf einigen wenigen, wiederkehrenden Themen und Ereignissen. Sofern einzelne Medien, denen hier Fehlleistungen attestiert werden, für sich gar nicht in Anspruch nehmen wollen, eine der Aufklärung verpflichteten Journalismus zu produzieren, können sie gleichwohl als Beispiele dienen, wie das nicht gelingen kann, wenn man es doch will.

Wenn nachfolgend nur kurz von “Journalismus” die Rede sein wird, ist stets jener gemeint, der mit Recherche und Aufbereitung aktueller und relevanter Tatsachen und Meinungen ein Angebot für die gesellschaftliche Kommunikation machen möchte. Jede generalisierende Aussage ist im Zweifelsfall nur auf die hier genannten Beispiele zu beziehen, auch wenn dies nicht in jedem Satz mantraartig erwähnt wird.

Basiskategorie Richtigkeit

Das grundlegende Qualitätskriterium im Journalismus ist die Richtigkeit. Für die Orientierungsleistung der Medien sind zwar weitere Kriterien unabdingbar und viele deutlich spannender, doch ohne das strikte Bemühen um Faktizität haben wir es erst gar nicht mit Journalismus zu tun.

Umso erstaunlicher ist, wie viele Fehler sich im Journalismus finden. Neben Fragen zur Ethik fokussieren daher Medienwatchblogs vor allem auf Patzer bei der Richtigkeit, von denen es keineswegs nur bei der Bild-Zeitung reichlich gibt. Über die Tragweite einzelner Fehler in der Berichterstattung mag man streiten, letztlich kann aber jede Unrichtigkeit zu Fehlorientierungen führen, also genau zum Gegenteil dessen, was Journalismus für sich beansprucht. Zudem beeinträchtigt jede Unrichtigkeit das Vertrauen in Medien und kann damit die öffentliche Aufgabe des Journalismus insgesamt beschädigen.

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