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27-02-21 02:22:00,

Binnen 17 Jahren und 3 Monaten wurde auf den NachDenkSeiten ein unglaublich reicher Fundus an Informationen und Daten angesammelt. Gestern habe ich für Recherchen zum Thema Altersvorsorge nach Artikeln zum „Spiegel“ gesucht und bin auf diesen Beitrag vom 4. Januar 2007 gestoßen: „60 Jahre „Spiegel“: Vom Aufklärungsauftrag zum ideologischen Kampforgan.“ Vor 14 Jahren, 60 Jahre nach dem Start des Spiegel, stand es offensichtlich nicht besser als heute. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als dieses erstaunlicherweise immer noch oft gelesene Organ der Meinungsbildung in Deutschland weiter kritisch zu begleiten. Vielleicht haben Sie Lust, diesen Artikel an Freunde und Bekannte weiterzuleiten, die den Spiegel abonniert haben. Albrecht Müller.

60 Jahre „Spiegel“: Vom Aufklärungsauftrag zum ideologischen Kampforgan.

Tun Sie etwas für ihre kritische Meinungsbildung. Verzichten Sie so lange auf den Spiegel, bis er wieder der Spiegel ist. In einem Monat NachDenkSeiten finden Sie mehr aufklärende Impulse als in 10 Spiegel-Ausgaben.

„Der Spiegel“ wurde vor 60 Jahren auf der Basis einer Lizenz der Briten gegründet. Das Blatt sollte und wollte ein Stück demokratische Aufklärungsarbeit im Nachkriegsdeutschland leisten. Trotz berechtigter (späterer) Kritik an der Rolle ehemaliger Nazis unter den damaligen journalistischen Machern bleibt zu würdigen, dass der „Spiegel“ vor allem in der restaurativen Adenauer-Strauß-Ära immer wieder mit investigativen Beiträge Skandale aufgedeckt hat. Heute allerdings fällt er (und sein elektronisches Organ SpiegelOnline) als kritisches Organ in der Innen-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik weitgehend aus, im Gegenteil: „Der Spiegel“ ist neben Bild-Zeitung und FAZ, Focus und inzwischen auch dem Stern und einer Vielzahl anderer Medien zu einem konsequenten Kampfblatt der neoliberalen und von der Wirtschaft geprägten Ideologie geworden – ausgestattet mit allen Finessen der subtilen Manipulation und raffinierten Indoktrination. Dass so viele Menschen dennoch und immer noch glauben, der „Spiegel“ sei ein kritisches oder gar linkes Medium, ist erstaunlich.

„Der Spiegel“ war nie ein wirklich linkes Blatt. Aber er war in früheren Zeiten eine Institution, die keinen Respekt vor Autoritäten kannte, den Mief der 60er und 70er Jahre auslüftete und sich mit konservativen oder revanchistischen Politikern anlegte. Zum Beispiel: Der Spiegel hat mitgeholfen, die Doktrinen aus den Zeiten des kalten Krieges aufzubrechen und damit der Entspannungs- und Ostpolitik der Regierung Brandt den Weg erleichtert; der Spiegel hat mit seinen Recherchen etwa über die dunklen Machenschaften des Franz Joseph Strauß oder die Flick-Affäre Beachtliches zur Aufdeckung von Korruption beigetragen.

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