Tagesdosis 11.2.2020 – 100 Sekunden bis zum Jüngsten Gericht | KenFM.de

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11-02-20 10:08:00,

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Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Seit dem 23. Januar 2020 steht die Weltuntergangsuhr des Berichtsblattes der Atomwissenschaftler auf 100 Sekunden vor Mitternacht. Es ist der schlechteste Wert, auf den die Wissenschaftler die Uhr seit 1947 gestellt haben, dem Jahr, in dem die Doomsday Clock zum ersten mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. 

Das war kurz nach dem ersten Einsatz von Atombomben gegen die Zivilbevölkerung in Hiroshima und Nagasaki. Etwas hatte sich fundamental verändert. Bisher konnten sich Menschen umbringen, immer effektiver in immer größerer Zahl. Aber mit den Atomwaffen war die Führungsschicht der Spezies Mensch zum ersten mal in der Lage, die gesamte  Zivilisation zu vernichten, sowohl die Bevölkerung und den Lebensraum des Feindes als auch ihre Bevölkerung für ihren Machtpoker zu opfern. 

Die Wissenschaftler, die die Bombe möglich gemacht hatten, litten unter ihrem Sündenfall. Die wissenschaftliche Elite der Welt hatte sich der Prostitutionskarriere ihres Ahnherren Galileo Galilei angeschlossen, der sein neues Weltbild dadurch korrumpierte, dass er sofort die militärischen Möglichkeiten von Fernrohren und der neuen Wissenschaft anpries – beim nächstbesten Fürsten. Galileo war sozusagen der erste NATO-Stricher. Er würde viele Nachahmer finden. 

Die allermeisten Atomwissenschaftler versuchten damals den Geist in die Flasche zurückzustopfen, der Vernunft eine Stimme zu geben. Hans Bethe, einer der Los Alamos Wissenschaftler, forderte später seine Kollegen in aller Welt auf, nicht mehr für Politik und Militär Atomwaffen zu bauen. Albert Einstein schlug vor, alle Nuklearwaffen in die Obhut der UNO zu geben. Das waren ehrenwerte Vorschläge, die auf die tauben Ohren der nicht so ehrenwerten Mächtigen trafen.

Die Weltuntergangsuhr, die Doomsday Clock war ein Ergebnis des schlechten Gewissens der Nuklearwissenschaftler.

Damals, 1947 stellten sie die Weltuntergangsuhr auf  7 Minuten vor Mitternacht.

Der Stand der Uhr wird jedes Jahr neu festgelegt. Es gibt keine exakten Kriterien, nach denen sie gestellt wird. Die Uhr verdeutlicht die Einschätzung, die der Aufsichtsrat des „Bulletin of the Atomic Scientists“ gemeinsam mit einem Expertengremium festlegt, in dem 17 Nobelpreisträger sitzen.

1953, als die USA und die UdSSR in einem Zeitraum von 9 Monaten die ersten Wasserstoffbomben getestet hatten,

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100 Sekunden vor Mitternacht | KenFM.de

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04-02-20 03:18:00,

Wladimir Putins Vorschläge in seiner Rede in der Gedenkstädte Yad Vashem und die möglicherweise brandgefährliche Reaktion aus Ignoranz und Arroganz im Westen.

Von Bernhard Trautvetter.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat im Rahmen der Gedenkveranstaltung 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in der israelischen Gedenkstätte ‚Yad Vashem‘ am 23. Januar (2020) in Jerusalem einen wichtigen Vorschlag zur weltweiten Verständigung der ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates eingebracht, der im Westen sofort auf Ablehnung oder einfach Nichtbeachtung und Häme stieß.

Diese Reaktion erfolgte in einer Zeit, in der der Menschheit die Zeit davonzulaufen droht, die ihr vielleicht noch bleibt, den Planeten Erde in einem Zustand zu erhalten, der sich mit menschlichem Leben in Einklang befindet.

Die ökologischen Zukunftsgefährdungen haben inzwischen und erstmals in der für uns erfassbaren Geschichte ein Ausmaß erreicht, in dem sie sich nicht mehr auf einzelne Regionen, sondern auf den gesamten Planeten ausgedehnt haben. Eine Studie der Universität Bern beweist diese Aussage, die höchste Verantwortung an alle kritischen und verantwortlichen Kräfte unserer Zeit stellt. Zitat: „Im Unterschied zu vorindustriellen Klimaschwankungen erfolgt die gegenwärtige, vom Menschen verursachte Klimaerwärmung auf der ganzen Welt gleichzeitig. Zudem ist die Geschwindigkeit der globalen Erwärmung so gross wie nie seit mindestens 2000 Jahren.“ (1)

In dieser Lage haben wir kein Recht dazu, Zeit zu verlieren, die wir vielleicht noch haben, die aber bald schon nicht mehr gegeben sein kann, und dann kann es für die Kindeskinder unserer zu spät sein, sie werden im schlimmsten Fall nicht sein können. Das durch eine fixe Meinung, die diese Gefahr in Abrede stellt, zu riskieren, kann auf Seiten der Akteure wie Bolsonaro und Trump, (…) zu einer Verantwortung führen, die katastrophaler ausfällt, als die bisherigen Kriegsverbrechen in der Geschichte, denn es geht um die Gefahr des Endes der Geschichte. Die Gefahr, die vom Inferno eines möglichen Nuklearkrieges ausgeht, liegt ebenso schwer auf der Agenda unserer Tage. Das Bulletin der Nuklearwissenschaften berichtet, dass die Wissenschaftler, darunter Nobelpreisträger/innen, die sogenannte Weltuntergangsuhr vor wenigen Wochen – Ende Januar – auf 100 Sekunden vor Mitternacht vorgestellt haben. (2)

Da die internationalen Spannungen immer zugespitzter werden und da die Hochrüstung – auch im nuklearen Bereich einen Atomkrieg immer wahrscheinlicher machen, ist diese Entscheidung absolut wichtig und richtig.

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10 Sekunden für eine Entscheidung im Kriegslärm

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11-01-20 09:06:00,

Bild: Hossein Mersadi/Fars News/CC BY-SA-4.0

Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden gibt Einzelheiten und Umstände des Abschusses der ukrainischen Passagiermaschine bekannt. Es zeigt sich, wie berechtigt Warnungen vor einer Eskalation im Konflikt zwischen den USA und Iran sind

Zehn Sekunden Zeit hatte der Mann am iranischen Tor-M-1-Luftabwehrsystem, um zu entscheiden, ob er den Knopf drückt, erklärte der für die Luftabwehr zuständige Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Amirali Hadschisadeh (auch: Amir-Ali Hajizadeh) in einer Pressekonferenz zum Hergang des Abschusses (Video hier) der ukrainischen Passagiermaschine am vergangenen Mittwoch.

Der operator machte einen katastrophalen Fehler. Er entschied sich dafür, die Boeing für eine feindliche Rakete zu halten. Die von ihm abgeschossene Tor-Rakete traf nach bisherigem Informationsstand das Cockpit der Boeing, was zum Absturz der Passagiermaschine führte – und zum Tod von 176 Menschen, die nichts mit den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Iran und den USA zu tun hatten.

Er traf die schlechte Entscheidung

Der Mann hatte keine Kommunikationsverbindung zu Vorgesetzten im Kommando, so Hadschisadeh: “Sein Kommunikationssystem war offensichtlich gestört, entweder weil es gejammt worden war oder wegen des hohen Verkehrs.” Die genaue Ursache der Störung muss noch geklärt werden, viele weitere Fragen sind noch offen. Feststeht laut dem iranischen Kommandeur, dass der Verantwortliche am Luftabwehrsystem 10 Sekunden hatte, um zu entscheiden, ob er das Ziel treffen will oder nicht.

Er traf die schlechte Entscheidung, sagt Hadschisadeh – “unter diesen Umständen”. Die Luftabwehr war in höchste Alarmbereitschaft versetzt, erklärt er die Umstände. Es habe Anzeichen gegeben, die für einen Angriff von feindlichen Missiles sprachen.

Mehrfach wurde die Abwehrsysteme, eingeschlossen dasjenige, das in den Vorfall involviert ist, vom Abwehrnetzwerk in Kenntnis gesetzt, dass Cruise Missiles auf das Land abgefeuert wurden. Eine Male haben sie Berichte bekommen, dass “die Cruise Missiles kommen, seid vorbereitet”.

Amirali Hadschisadeh

Eskalationspotential realisiert

Dass diese Nachrichten sehr ernst genommen wurden, hing, wie der Kommandeur erklärte, mit der Drohung des US-Präsidenten Trump zusammen, wonach die USA 52 iranische Ziele im Visier hätten. Trump hatte dies am vergangenen Samstag über Twitter verkündet, zusammen mit der Warnung in Großbuchstaben, dass die USA sehr schnell und sehr hart zuschlagen könnten.

Die Twitter-Botschaft erfolgte im Zusammenhang mit etwaigen iranischen Vergeltungsschlägen aufgrund der Ermordung des iranischen Generals Soleimani Tage zuvor durch US-Drohnen.

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