So dreist lügt selbst der Spiegel selten: Was wir über die inhaftierten ukrainischen Seeleute nicht erfahren sollen | Anti-Spiegel

so-dreist-lugt-selbst-der-spiegel-selten:-was-wir-uber-die-inhaftierten-ukrainischen-seeleute-nicht-erfahren-sollen-|-anti-spiegel

30-06-19 07:19:00,

Im Spiegel konnte man diese Tage einen Artikel über die 24 ukrainischen Seeleute lesen, die seit dem Vorfall von Kertsch in Russland im Gefängnis sitzen. Ich bin vom Spiegel einiges gewöhnt, aber so dreiste Lügen, wie in dem Artikel, sind selbst beim Spiegel selten.

Die Vorgeschichte ist bekannt: Ende November verletzten ukrainische Kriegsschiffe die russische Grenze und fuhren stundenlang in russischen Gewässern umher, ohne auf die vielen Funksprüche der russischen Küstenwache zu reagieren. Am Ende brachten die Russen die ukrainischen Schiffe auf. Die 24 ukrainischen Soldaten sitzen seit dem wegen illegalem Grenzübertritt im Gefängnis, die Schiffe sind beschlagnahmt worden und es wurden Befehle sichergestellt, die belegen, dass die Soldaten auf Befehl handelten, sie sollten Russland provozieren. Auch Geheimagenten des ukrainischen Geheimdienstes SBU waren an Bord.

All dies ist unbestritten, Kiew hat die Echtheit der Befehle nie bestritten und der ukrainische Geheimdienst hat auf seiner Seite eingeräumt, dass seine Agenten an Bord waren.

Seit dem wird vom Westen und von Kiew die Geschichte aber als „russische Aggression“ verkauft und die Freilassung der Soldaten verlangt. Russland ist dazu bereit und hat die Entlassung aus der Untersuchungshaft nun angeboten, nur steht davon nichts in den westlichen Medien. Der Grund ist, dass Kiew das Angebot abgelehnt hat. Für Kiew sind die Soldaten in Russlands Gefängnis wertvolle Munition im Propaganda-Krieg. Und auf diese Munition will Kiew nicht verzichten, anders lässt sich das Verhalten Kiews nicht erklären.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums ist derzeit im Urlaub, aber sie hat auf Facebook trotzdem eine Reaktion darüber geschrieben, von der ich die entscheidenden Passagen übersetzen werde. Danach schauen wir uns an, wie der Spiegel über diese Dinge berichtet.

Frau Sacharova geht in ihrem Post auf Facebook auf die diplomatische Note ein, in der Russland seinen Vorschlag an Kiew übermittelt hat. Dann schreibt sie dazu und zu Kiews Reaktion folgendes.

Правочеловеческая проблематикаИстория, леденящая кровь. Поверить в это невозможно. Поэтому я и не поверила. А потом…

Gepostet von Maria Zakharova am Donnerstag, 27. Juni 2019

Beginn der Übersetzung:

In der diplomatischen Note vom 25. Juni wurde der ukrainischen Seite angeboten, das die Matrosen SOFORT nach dem Erhalt schriftlicher Garantien darüber, dass jeder von ihnen an den Gerichtsverhandlungen teilnimmt,

 » Lees verder

Das empathische Selbst

das-empathische-selbst

12-06-19 08:28:00,

Der Beitrag orientiert sich an einem Kapitel aus dem gerade erschienenen Buch zu diesem Thema (1). Darin werden insbesondere gesellschaftliche Experimente des kommunitären Zusammenlebens und gemeinwohlorientierten Arbeitens betrachtet, in denen im lebensweltlichen Alltag bereits eine Veränderung des Individuellen angelegt ist. Ausgespart bleiben hierbei allerdings auch nicht kritische Überlegungen zu kommunitären Irrwegen. In einem ersten Schritt wird das gemeinte Verständnis von Persönlichkeitsbildung im Sinne innerer Erfahrung offen gelegt. Im nächsten Schritt wird dann der Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsbildung und Gemeinschaftsform betrachtet.

“Alle wollen die Welt verändern,

aber keiner sich selbst.“ Lew Tolstoi.

Die Theorie der Kommunikation von Habermas (2) und die damit verbundene Diskursethik stellen die Grundlage von kommunikativen Gemeinschaftserfahrungen dar, die als friedfertig zu bezeichnen sind und auch als Grundlage gelungener internationaler Kommunikation gelten können. Einerseits setzen Kommunikationsprozesse, die auf gleichen Sprechchancen und auf einer diskursiven Beratungs- und Entscheidungskultur beruhen, einen gewissen Bildungsstand der einbezogenen Akteure voraus, andererseits stellen sie auch kommunikative Erfahrungssituationen dar, die aus sich heraus bilden und zur Weiterentwicklung der Kommunikationspartner beitragen können.

Zentral für die Art kommunikativer Erfahrungen und innerer Reifungsprozesse, die hier gemeint sind, ist der Begriff der Empathie. Das Einfühlungsvermögen in emotionaler und kognitiver Hinsicht gegenüber einem Kommunikationspartner ist die Voraussetzung für Gemeinschaftserfahrungen, die bilden können. Jeremy Rifkin setzt den Empathiebegriff als so bedeutend an, dass er von der „empathic civilization‘ als der notwendigen gesellschaftlichen Zukunftsform spricht, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sich ein Mensch in einen anderen Menschen hineinversetzt, ihn zu verstehen sucht und anhand dieses Eindrucks sein eigenes Denken, Fühlen und Handeln überprüft.

Rifkin ist davon überzeugt — und führt dies an zahlreichen menschheitsgeschichtlichen Beispielen aus — dass der Mensch nicht nur egozentrisch, aggressiv und machtbetont ist, also — in Anlehnung an Hobbes — dem Menschen ein Wolf ist, sondern auch von seiner Natur her eine prioritäre Fähigkeit zur Empathie besitzt:

„What does this tell us about human nature? It is possible that human beings are not inherently evil or intrinsically self-interested and materialistic, but are of a very different nature — an empathic one — and that all over the other drives that we have considered to be primary — aggression, violence, selfish behavior, acquisitiveness — are in fact secondary drives that flow from repression or denial of our most basic instinct?“ (3).

 » Lees verder

Imperiale Selbstüberschätzung

imperiale-selbstuberschatzung

04-04-19 09:12:00,

Im Sommer 2002 traf sich der Journalist Ron Suskind mit einem hohen Mitarbeiter des damaligen US-Präsidenten George W. Bush zu einem Hintergrundgespräch. Da Suskind gerade das Weiße Haus durch einen kritischen Artikel verärgert hatte, ging der Bush-Mann ihn frontal an. Er warf dem Reporter vor, im Gestern zu leben. Denn er glaube offenbar immer noch, politische Problemlösungen resultierten aus einer gewissenhaften Analyse der wahrnehmbaren Realität. Doch so funktioniere die Welt heute nicht mehr.

„Wir sind jetzt ein Empire“, sagte der Bush-Mann, „ein Imperium. Wenn wir handeln, schaffen wir unsere eigene Realität. Und während ihr diese Realität noch studiert (…), handeln wir schon wieder und schaffen andere neue Realitäten, die ihr dann ebenfalls studieren könnt. Und so läuft das heute: Wir sind die Akteure der Geschichte, und euch, euch allen, bleibt nichts weiter übrig als das zu studieren, was wir tun.“

Im Oktober 2004 veröffentlichte Suskind diese bemerkenswerte Aussage in der New York Times, verriet aber den Namen ihres Urhebers nicht (1). Allgemein nimmt man an, dass es sich um Karl Rove handelte, bis 2007 stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses und einer der einflussreichsten strategischen Köpfe der US-Republikaner.

Roves offenherzige Charakterisierung des Empire wurde schon häufig zitiert, aber nur selten in ihrer ganzen Abgründigkeit analysiert. Lässt sich eigentlich eine größere Verachtung für die Demokratie und für offene, rationale Diskurse vorstellen, als sie hier zum Vorschein kommt? Kann man noch abschätziger über politische Prozesse sprechen? Machtbewusstsein noch arroganter und zynischer zelebrieren? Noch mehr Hybris an den Tag legen?

In Roves Statement dekuvriert sich das Empire und gibt sich als das zu erkennen, was es sein möchte. Es sagt: Wir sind die neuen Herren der Welt. Wir manipulieren euch alle. Wir führen euch am Nasenring durch die Manege.

Ihr springt durch jeden Reifen, den wir euch hinhalten. Wir entmündigen euch. Und ihr merkt es nicht einmal.

Roves Äußerung liegt inzwischen fast zwei Jahrzehnte zurück. Aus heutiger Sicht mutet dieser Größenwahn bizarr an. Damals jedoch, im Jahr 2002, war das anders. Da schien es tatsächlich so, als stehe ein amerikanisches Jahrhundert bevor. Die USA fühlten und feierten sich als Sieger des Kalten Krieges.

Einen nochmaligen Schub erhielt das US-amerikanische Selbst- und Sendungsbewusstsein nach 9/11. Der 11. September 2001 hat die ohnehin schon dominanten Tendenzen im internationalen Verhalten des Landes verschärft.

 » Lees verder

Wie die neue Bundeswehr sich selbst sieht – www.NachDenkSeiten.de

Wie die neue Bundeswehr sich selbst sieht – www.NachDenkSeiten.de

04-09-18 11:03:00,

4. September 2018 um 12:00 Uhr | Verantwortlich:

Wie die neue Bundeswehr sich selbst sieht

Veröffentlicht in: Aufrüstung, Berufliche Bildung, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, PR

Tobias Riegel hatte für die NachDenkSeiten bereits in der letzten Woche die Plakatkampagne der Bundeswehr kritisiert. Nun hat die Bundeswehr auch ihr Anwerbungsportal bundeswehrkarriere.de mit neuen Motiven gestaltet, die zuallererst die Frage aufwerfen, ob die Bundeswehr-Webpräsenz vielleicht von Spaßvögeln gehackt wurde. Hinter Tags wie #Kämpfen oder #Führen sucht die Bundeswehr nun online und offline Nachwuchs … oder sollte man besser sagen Kanonenfutter? Die NachDenkSeiten dokumentieren die neuen Plakate ohne weitere große Worte … denn sie sprechen im schlimmsten Sinne des Wortes für sich. Mit der Parlamentsarmee mit ihren Staatsbürgern in Uniform hat diese neue Bundeswehr nicht mehr viel zu tun. Von Jens Berger.





Die Motive werden offenbar auch offline plakatiert:


Und hier noch einmal die Motive, mit denen die Bundeswehr während der Spielemesse Gamescon für Fassungslosigkeit sorge:


nach oben

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele – aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.

Herzlichen Dank!

Online spenden

Fördermitglied werden  » Lees verder

Ich selbst könnte Nowitschok herstellen – www.NachDenkSeiten.de

Ich selbst könnte Nowitschok herstellen – www.NachDenkSeiten.de

17-05-18 07:50:00,

17. Mai 2018 um 8:47 Uhr | Verantwortlich:

Ich selbst könnte Nowitschok herstellen

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Erosion der Demokratie, Innere Sicherheit, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech

Am Montag wurde der Leiter des tschechischen militärischen Forschungsinstituts in Brno gefeuert – auf Anweisung der Verteidigungsministerin Karla Šlechtová höchstpersönlich. Der entlassene Bohuslav Šafář hatte zuvor ausgesagt, dass das tschechische Militär in geringen Mengen Nowitschok herstellte und damit die Erklärung des tschechischen Präsidenten Milos Zeman bestätigt. Gestern meldete dann auch noch das Investigativteam der Süddeutschen, dass auch der BND in den 90-ern im Besitz von Nowitschok war. Diese jüngsten Entwicklungen im Fall Skripal – der zum folgenreichsten Zerwürfnis zwischen dem Westen und Russland seit den Ereignissen auf der Krim 2014 eskalierte – illustrieren exemplarisch, dass die zentrale Frage nach der Herkunft des Nowitschok bis heute ungeklärt ist. Von Jakob Reimann[*].

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Der OPCW-Bericht

Im April veröffentlichte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) – die von UN-Generalsekretär António Guterres beauftragt wurde, den Salisbury-Giftanschlag zu untersuchen – die Zusammenfassung ihrer Untersuchungen. Der OPCW-Bericht legt zunächst einige technische Einzelheiten der Untersuchungen dar und „bestätigt“ unter Punkt 10. schließlich „die Ergebnisse des Vereinigten Königreichs bezüglich der Identität der giftigen Chemikalie, die in Salisbury verwendet wurde und drei Menschen schwer verletzte.“ Die britische Regierung identifizierte im Vorfeld Nowitschok als eingesetztes Nervengift, was damit von der OPCW bestätigt wurde – ohne jedoch explizit den Namen der Substanz zu nennen.

Lesen Sie dazu auch: Nowitschok, Skripal und eine britische Regierung, die sich immer mehr in Widersprüche verstrickt.

Die deutsche Medienlandschaft – von Spiegel über FAZ, Süddeutsche bis BILD und Welt – kolportierte daraufhin mit nur wenigen Ausnahmen die Fake News, die Herkunft des Nowitschok, nämlich Russland, sei durch den OPCW-Bericht nun bestätigt, obwohl dieser kein einziges Wort über die Herkunft des Nervengifts verliert, wie die NachDenkSeiten hier und hier akribisch dokumentierten. Dann wurde es ruhig um Nowitschok und die Skripals.

 » Lees verder