Mit Sicherheit unsicher. Der Biologe Clemens Arvay betreibt Aufklärung in puncto Corona-Impfungen.

05-03-21 11:38:00,

Die Massenimpfung gegen SARS-Cov-2 ist ohne Alternative, rettet Millionen Leben und macht der Pandemie den Garaus. So geht das herrschende Narrativ und die „Qualitätsmedien“ bedienen es ohne Unterlass. Warnungen vor Gefahren und möglichen Folgeschäden des großflächigen Einsatzes der nur unzureichend erprobten und im Eilverfahren zugelassenen Vakzine bleiben weitgehend ungehört. Der Biologe und Sachbuchautor Clemens Arvay mahnt mit seinem Buch „Rettung oder Risiko?“ zu Skepsis und Vorsicht gegenüber den Verheißungen der Biotech-Avantgarde. Mit ihm meldet sich eine Stimme der Vernunft zu Wort, meint Ralf Wurzbacher.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Um es vorwegzuschicken: Clemens Arvay gibt in seinem Buch keine Empfehlung für oder gegen einen bestimmten Impfstoff. Ebenso wenig will er dem Leser die Entscheidung abnehmen, ob er sich zum Schutz vor dem SARS-Cov-2-Virus und der Krankheit Covid-19 impfen lassen sollte oder nicht. Allein damit hebt er sich dankenswert ab von der durch Politik und Medien evozierten Druck- und Drohkulisse, wonach die Pandemie einzig und allein mit dem Mittel der Massenvakzinierung zu überwinden und es deshalb oberste Bürgerpflicht sei, seine Ärmel für die Nadel hochzukrempeln. Diesem Quasi-Impfzwang, den man dem Publikum mit der Moralkeule und der Warnung vor sozialen und rechtlichen Sanktionen beibringen will, setzt der Biologe aus Österreich Aufklärung im besten Sinne entgegen. Sein Angebot verstehe sich „ausschließlich als Informationsmedium“ und richte sich an „differenziert denkende Menschen, die ihre persönliche Entscheidung auf umfassende Informationen aufbauen möchten“, schreibt er. Damit sei es „auch ein Plädoyer gegen jede Art von Druck und indirektem Impfzwang“.

Gleichwohl sei auch klargestellt: Wer sich von der Impfung die „Rettung“ vor Erkrankung und Tod verspricht, wird nach Lektüre der 143 Seiten in seiner Hoffnung kaum bestärkt sein. Ein ausgewogenes Pro und Contra liefern Arvays Ausführungen nicht. Das mit den Corona-Vakzinen von Herstellern wie BioNTech & Pfizer, Moderna, Curevac oder AstraZeneca & Vaccitech verbundene „Risiko“ spielt bei ihm eindeutig die Hauptrolle. Das soll ihm nicht vorgeworfen werden. Solange nicht einmal bewiesen ist und eher mehr dagegen als dafür spricht, dass die neuen Impfstoffe eine sterile Immunität erzeugen und eine Weitergabe des Erregers verhindern, erscheint ihr Nutzen mindestens eingeschränkt. Einen raschen Stopp der Krise durch flächendeckende Unterbrechung der Infektionsketten, wie von der Bundesregierung und ihren Beratern verheißen, garantiert der Stoff so jedenfalls mitnichten.

 » Lees verder

Sicherheit durch Sich-vertragen? Oder: Sicherheit durch Sich-bewaffnen?

20-11-20 03:29:00,

Die Bundesverteidigungsministerin hat am 17. November an der Bundeswehr-Hochschule in Hamburg eine Grundsatzrede gehalten, mit der sie den totalen Bruch mit der erfolgreichen Außen-und Sicherheitspolitik der Regierungen Brandt, Schmidt und Kohl propagiert und dokumentiert: der Mitte der Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts begonnene und 1990 endgültig erfolgreiche Versuch, Frieden und Sicherheit durch Verständigung, durch Verträge, durch Sich-vertragen zu gewinnen, ist jetzt aufgegeben und wird ersetzt durch Aufrüstung, durch Militär. Darum kreißt das Denken unserer Verteidigungsministerin. Wir müssen davon ausgehen, dass die Bundeskanzlerin genauso denkt. Und der Bundespräsident und der Bundesaußenminister auch. Das ist ein wirklicher und gefährlicher Bruch. Die Betroffenen, wir alle, wir Erwachsenen und unsere Kinder und Enkel, sind uns offensichtlich dieser gravierenden Veränderung und der damit verbundenen Gefahr nicht bewusst. Deshalb dokumentieren und kommentieren die NachDenkSeiten diese Rede. Auf einige der besonders bemerkenswerten, ideologisch verhärtete nund gefährlichen Stellen mache ich aufmerksam. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Bitte lesen Sie die unten wiedergegebene Rede. Es ist ein zeitgeschichtlich relevantes Dokument. Es dokumentiert die Rückkehr zum totalen Kalten Krieg.

Einige, nur wenige der besonders bemerkenswerten Stellen habe ich gefettet. Die Ziffern in Klammern beziehen sich auf die folgenden kommentierenden Anmerkungen, die mit der gleichen Ziffer gekennzeichnet sind.:

Die 1969 von Bundeskanzler Willy Brandt formulierte Zielsetzung „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“ gilt nicht mehr. Die Bundesverteidigungsministerin erweist sich in mehreren Bemerkungen als besonders feindselige Nachbarin. Auch die 1989 und 1990 vereinbarte enge Zusammenarbeit ist aufgegeben; die von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zusammen mit Michael Gorbatschow praktizierte Verständigung mit Russland und die damals entwickelte Konzeption der Gemeinsamen Sicherheit gilt auch nicht mehr. Dass man die Sicherheit zum Beispiel des russischen Volkes und die Sicherheit des deutschen Volkes gemeinsam und eben nicht durch gegeneinander gerichtete Bewaffnung bis unter die Zähne und mit Atombomben und Atomraketen sicherzustellen kann und sollte, gilt auch nicht mehr. Das ist ein wirklicher Bruch.

Das Wort Frieden kommt in der Rede der Bundesverteidigungsministerin nur beiläufig vor. Entspannung und Entspannungspolitik – Fehlanzeige. Vertragspolitik, Sich-vertragen – Fehlanzeige. Vertrauensbildung, eine in der Praxis der Entspannungspolitik zwischen 1966 und 1990 wichtige Verhaltensregel – Fehlanzeige. Der Gedanke, sich in die Lage des Anderen zu versetzen – Fehlanzeige.

 » Lees verder

Die Sicherheit des Vaterlandes gegen die Antifas

07-08-20 08:03:00,

Die Ankündigung von Präsident Donald Trump vom 27. Juli 2020, dass er die Antifas demnächst als terroristische Organisation anerkennen wird, basiert auf einem Bericht des Ministeriums für Sicherheit des Vaterlandes (Homeland Security) vom 24. Juni.

Dieser mit dem Titel “The Syrian Conflict and Its Nexus to U.S.-based Antifascist Movements” [Der syrische Konflikt und seine Verbindung zu antifaschistischen Bewegungen aus den USA] (downloadbar hier unten) beschreibt das Engagement der US-Antifas an der Seite der kurdischen Streitkräfte. Er basiert auf unserem Artikel „Die Anarchisten-Brigaden der NATO“, von Thierry Meyssan, Voltaire Netzwerk, 12. September 2017.

Die Antifas sind eine Bewegung, die vom Spekulanten George Soros subventioniert wird und in den Dienst der NATO gestellt ist. In den USA haben sie die antirassistischen Proteste seit dem Tod von George Floyd am 25. Mai koordiniert. Gerade in Portland stellen sie sich den Bundespolizisten des Heimatschutzministeriums entgegen und verbrennen vor dem Bundesgericht US-Flaggen und Bibeln.

Das Ministerium für Sicherheit des Vaterlandes wurde von Präsident George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gegründet. Paradoxerweise hatte er damit begonnen, Thierry Meyssan anzuprangern. Das war vor der Wahl von Donald Trump…

Übersetzung
Horst Frohlich

beigefügte Dokumente

The Syrian Conflict and Its Nexus to U.S.-based Antifascist Movements

US Department of Homeland Security, June 24, 2020

(PDF – 1021.3 kB)

 » Lees verder

Die wahre Sicherheit

07-07-20 08:12:00,

Annahmen wie die Folgenden finden sich nicht nur in Netzdebatten auf der Seite des Bundesamtes für politische Bildung. Die Annahme, „die Freiheit kann nicht ohne die Sicherheit“ (1), und Freiheit wäre lediglich die „Abwesenheit von physischem und psychischem Zwang“ (2) sind weit verbreitet. Allerdings handelt es sich dabei nur um die negative Form der Freiheit, also der Freiheit „von etwas“. Ebenso weit verbreitet ist der Gedanken, dass „Sicherheit als die Abwesenheit sowohl von Gefahr als auch von Risiko definiert werden“ (3) kann. Dabei stellt eine so verstandene Sicherheit lediglich ein Mittel dar, um vor der Angst zu flüchten, die von einer positiven Freiheit ausgelöst werden kann. Die Gleichgültigkeit, die die Frage nach der Freiheit derzeit erfährt, könnte durch die aktuellen Entwicklungen böse Folgen haben.

Die These, dass Freiheit Angst auslöst, wird unter anderem von dem Philosophen Søren Aabye Kierkegaard und ebenso von dem Psychoanalytiker Erich Fromm vertreten. Beide verstehen unter dem Begriff Freiheit nicht nur die Abwesenheit von Restriktionen, sondern das wirkliche Vorhandensein von Möglichkeiten.

Wirklich vorhandene Möglichkeiten — also die Freiheit sich so oder so zu entscheiden, aber auch dieses oder jenes zu denken — kann für den Menschen beängstigend sein, da er in dem Moment, in dem er sich mit diesen konfrontiert sieht, sich selbst und der Welt orientierungslos gegenübersteht.

Diese Konfrontation führt zur Eigenverantwortung jedes Einzelnen im Bezug auf seine Handlungen und seine Gedanken; er muss selbst entscheiden, wofür er sich entscheidet. Somit ist jede Handlung und jeder Gedanke, der der Freiheit entspringt, unvorhersehbar und birgt damit automatisch ein gewisses Maß an Risiko.

Diese Vorstellung von Freiheit scheint eine so große Angst hervorzurufen, dass der Mensch ein Verlangen nach Orientierung und Vorhersagbarkeit entwickelt hat, das sich in der heutigen Gesellschaft zu einem wahnhaften Bedürfnis nach Sicherheit steigert: Sicherheit gestützt durch datenbasierte Analysen; Analysen über mögliche Folgen einer Handlung; Analysen über das Risiko von Investitionen; Analysen über die Produktivität von Mitarbeitern.

Die Liste wäre noch lange fortzuführen, aber der offensichtliche Unwille, sich der Freiheit und der aus ihr resultierenden Angst zu stellen, wird auch durch wenige Beispiele deutlich. Dieser Unwille hat zu einem Wissenschaftsfanatismus geführt.

Ein Glaubenseifer, der die Wissenschaft als unhinterfragten Wegweiser und anonyme Autorität anerkennt. Einem Großteil der Menschen gilt derzeit jeder wissenschaftliche Beweis oder jede veröffentlichte Studie als Appell an die eigene Verhaltensweise und fungiert als Orientierungspunkt mit normativem Charakter.

 » Lees verder

Gemeinsame Sicherheit oder gemeinsamer Tod. Programmserie II.

27-11-19 05:26:00,

Auf diese Formel kann man die Alternative bringen, vor der wir heute stehen. Alle Anzeichen deuten zurzeit darauf hin, dass sich die Waage zugunsten der zweiten Alternative neigt. Aufrüstung steht auf der Tagesordnung, genauso Militäreinsätze an vielen Orten der Welt und auch zur militärischen Absicherung von Handelswegen. Jedenfalls ist es an der Zeit, sich über die beiden Alternativen klar zu werden. Deshalb die Fortsetzung der am 21. November begonnenen Serie zur Programmatik mit der Außen- und Sicherheitspolitik. Albrecht Müller.

Zu Beginn eine kleine, harmlose, aber relevante Geschichte: Gestern besuchte ich einen guten Bekannten. Er ist zugleich Winzer und Unternehmer eines kleinen, aber technisch versierten Unternehmens. Wir sprachen über die Weltlage, über Europa und China. Er erzählte, gerade habe er einen chinesischen Kunden seines Unternehmens zu Gast gehabt. Dessen Kommentar zu der laufenden Kampagne zu China wegen seiner Politik in Hongkong und der Behandlung der Uiguren: Die chinesischen Militärs werden darauf bestehen, dass Formosa/Taiwan zur Volksrepublik gehört und sie würden sich auch sonst nichts gefallen lassen.

Das sind Töne eines Kalten Kriegers und ein Anzeichen dafür, dass die zur Zeit laufende Konfrontation im Innern des möglichen Partners oder Feindes zu einem negativen Wandel führen kann. Die hier sichtbare Reaktion müsste uns eigentlich mit großer Sorge erfüllen. Wir müssten bemerken, dass die in Deutschland geprägte Formel vom positiven Wandel durch Annäherung, die in den siebziger bis neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts reale Früchte trug, jetzt gegenläufig wirkt: Eine Misstrauenserklärung folgt der anderen, ein militärischer Aufrüstungsbeschluss jagt den anderen, eine Propagandaschlacht über reale oder vermeintliche Menschenrechtsverletzungen fordert die nächste heraus. Wir leben in Zeiten der Eskalation. Oder konkreter und praktikabler formuliert: Meinungsführend und die Politik bestimmend sind zurzeit jene Kräfte, die offensichtlich gar nichts anderes als Gewalt und Gegengewalt kennen.

In dieser Situation ist es sinnvoll, sich daran zu erinnern, dass es die Gegenposition, dass es eine Alternative zur Konfrontation gibt und dass diese Alternative in Europa schon einmal zum Tragen kam. Mehrmals sogar. Die Alternative ist gekennzeichnet durch die Klammer: “Gemeinsame Sicherheit”. Das meint, Verträge zu schließen – zum Beispiel über atomare Abrüstung und konventionelle Rüstungsbegrenzung. Das meint zum Beispiel auch, auf große Manöver an der Grenze zum Nachbarn und überhaupt darauf zu verzichten. Konkret heißt das, das für April und Mai 2020 vorgesehene große NATO-Manöver Defender 2020 zu streichen bzw.

 » Lees verder