Die Sicht der Anderen: Wie das russische Fernsehen über den Iran-Konflikt berichtet | Anti-Spiegel

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13-05-19 02:35:00,

Die russische Sendung „Nachrichten der Woche“ hat sich am Sonntag auch mit der Situation rund um den Iran beschäftigt. Da das Thema derzeit stark eskaliert wird, ist es besonders interessant zu sehen, wie Russland den Konflikt sieht. Ich habe den Beitrag übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Im Märchen „Tausend und eine Nacht“ konnte man an einer Wunderlampe reiben und schon erschien ein Geist, der Wünsche erfüllte. Es scheint, als fühle sich Präsident Trump wie in einem Märchen und der Staat Iran wäre seine Lampe, aus der er den Geist regelrecht herausschütteln möchte, damit der Iran Trumps Wünsche erfüllt. Amerika besteht darauf, dass der Iran seine Politik von Grund auf ändert und sich bedingungslos den USA unterordnet.

Der Iran ist ein mächtiger Staat mit 80 Millionen Einwohnern, der in internationalen Vereinbarungen und gegenüber dem Sicherheitsrat Verpflichtungen übernommen hat. Dieses Gleichgewicht gefällt allen Vertragsparteien, nur den USA nicht. Es scheint, dass Amerika einen Krieg mit dem Iran will und dabei ist, einen „atomaren Geist“ aus der Flasche zu lassen. Nur Wünsche wird er Trump sicher nicht erfüllen.

„Nachrichten der Woche“ hat bereits berichtet, dass Trump seit dem 2. Mai ausnahmslos allen Ländern der Welt verboten hat, iranisches Öl zu kaufen. Vor kurzem kündigte er neue Sanktionen gegen den Iran an und zwar Verbote für alle Länder und Unternehmen der Welt, vom Iran Metalle zu kaufen: Es geht um Stahl, Aluminium und Kupfer, das sind etwa zehn Prozent der iranischen Exporte.

Parallel dazu wird gemeldet, dass der Flugzeugträger „Abraham Lincoln“ und Bomber für einen möglichen Einsatz von Gewalt an die Küste des Iran geschickt wurden. Der Flugzeugträger hat bereits den Suezkanal passiert und fährt durch das Rote Meer zum Persischen Golf. So untermauern die Vereinigten Staaten ihr Ultimatum an den Iran mit der Forderung, das Atomkraftwerk in Bushehr nicht zu erweitern und im Gegenzug für Uranerz kein Uran anzureichern. Und sogar von der Anreicherung radioaktiver Stoffe generell und der Verarbeitung von Plutonium Abstand zu nehmen. Allerdings haben die USA eine 90 tägige Ausnahme von den Sanktionen für die Projekte in Arake, Fordo und dem russisch-iranischen Atomkraftwerk „Bushehr“ erklärt.

Als Ablenkung spricht Washington von der Bereitschaft, Verhandlungen über ein neues Atomabkommen mit dem Iran zu führen. Aber das hat nichts zu sagen.

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Eine andere Sicht auf die alliierte Luftbrücke. Zur 70 Jahr Feier.

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12-05-19 10:15:00,

Vermutlich haben die meisten NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser wie bisher auch ich eine andere Sicht von der Alliierten Luftbrücke und ihren Hintergründen als der Autor des folgenden Stücks, der Journalist Klaus-Detlef Haas. Was er schreibt macht nachdenklich. So zum Beispiel die zitierte Aussage des damaligen US-Außenminister Dulles. Interessant ist auch, dass der Autor von „Die Kehrseite der USA“, L.L. Matthias die Sicht unseres Autors bestätigt. Nebenbei: falls Sie dieses Buch nicht kennen unbedingt nachholen. Albrecht Müller.

Hier der Text zur Beendigung Luftbrücke und zu den heutigen Feierlichkeiten:

Ich bin am 22. Januar 1949 geboren worden. Unter der Luftbrücke. Das Krankenhaus, in dem ich das Licht dieser aerodynamischen Welt erblickte, lag unter der Einflugschneise der „Rosinenbomber“ auf deren Weg zum Flughafen Berlin-Tempelhof.

Auf dem Gelände des legendären Aerodroms findet am 12. Mai 2019 eine große Feier statt – aus Anlaß des 70. Jahrestages der Beendigung der Luftbrücke. So lauten etliche Mitteilungen (unter anderem in der online-Ausgabe der Berliner Zeitung vom 5. Mai 2019). Die Hauptstadt (jedenfalls aber eine große Zahl von Politikern, Medienvertretern und VIPs) erwarten ein großes Fest. Luftbrückendenkmäler würden nachempfunden; eine Allee der Alliierten repräsentiere die westlichen Schutzmächte – von USA, Großbritannien und Frankreich über Kanada, Südafrika bis Australien und Neuseeland. Helden der Luftbrücke wie Gail Halverson mit seinen 98 Jahren und Künstler wie Andrej Hermlin mit seinem Swing Dance Orchestra seien aufgeboten. 50.000 Gäste seien zu erwarten. Die Kosten des Festes bezifferte Senatssprecher Julian Mieth auf eine Million Euro.

Um was zu feiern? Das Ende der Luftbrücke? Das bei Amerikanern und Briten „Airlift“ genannte politische Transportunternehmen dauerte vom 25. Juni 1948 bis 6. Oktober (!) 1949. Was tatsächlich am 12. Mai 1949 beendet wurde ist die Blockade der Westsektoren von Berlin, begonnen durch die sowjetische Besatzungsmacht am 24. Juni 1948. Dieses Gleichsetzen oder Verwechseln von Blockade und Luftbrücke ist nur der kleinere Teil dessen, was von Medien und Politikern über die damaligen Ereignisse in die Welt gesetzt, aufgebauscht oder verschwiegen wurde beziehungsweise bis heute wird. Die historischen, politischen und finanziellen Umstände der Jahre 1945 bis 1949, die in wesentlichen Fragen bis heute nachwirken, werden fast gänzlich unerörtert gelassen beziehungsweise einseitig dargelegt; zugunsten der Westallierten, zum Nachteil der Russsen – aus aktueller offizieller Sicht von hoher politischer wie propagandistischer Bedeutung.

Gemeinhin wurde und wird der Eindruck erweckt,

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Eine andere Sicht von der Digitalisierung und ein Musterbeispiel für Verlautbarungsjournalismus – www.NachDenkSeiten.de

Eine andere Sicht von der Digitalisierung und ein Musterbeispiel für Verlautbarungsjournalismus – www.NachDenkSeiten.de

23-08-18 08:55:00,

23. August 2018 um 9:15 Uhr | Verantwortlich:

Eine andere Sicht von der Digitalisierung und ein Musterbeispiel für Verlautbarungsjournalismus

Veröffentlicht in: Innen- und Gesellschaftspolitik, Medienkritik, Strategien der Meinungsmache

Die NachDenkSeiten haben am 21. August einen Text veröffentlicht, dessen Autorin sich mit den möglichen Folgen der digitalen Revolution für Kinder und Jugendliche beschäftigt. Sie mahnt zur Vorsicht. Unsere Regierenden sehen das anders. Sie werden unterstützt von Medienvertretern, deren Verlautbarungen eine breite Schleimspur hinterlässt. Ich beziehe mich auf einen Beitrag der Süddeutschen Zeitung. Schon die Überschrift klingt wie eine Regierungsverlautbarung: „Die Kanzlerin betritt das Neuland“. Neuland? Die Digitalisierung ist doch kein Neuland. So betrachtet ist dieser Artikel nicht nur ein Hinweis auf eine ziemlich undifferenzierte Betrachtung der Digitalisierung durch die Bundesregierung, er ist auch ein Beleg für den Niedergang von Medien als kritischer Begleiter des politischen Geschehens. Albrecht Müller.

Zum Beleg dieser Feststellung folgen zunächst Auszüge aus dem Artikel der Süddeutschen Zeitung:

21. August 2018, 20:56 Digitalisierung
Die Kanzlerin betritt das Neuland

  • Vor ihren Sommerferien ließ sich Kanzlerin Merkel an mehreren Sonntagen von einem Internetexperten die digitale Welt erklären.
  • Deutschland droht bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich den Anschluss zu verlieren.
  • Merkels Schulstunden zeigen, wie ernst und eilig das Thema nun für sie ist.
  • Ein Gremium, geleitet von der früheren Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Katrin Suder, soll das Kabinett beraten und “unbequem sein”.

Von Stefan Braun

Dass eine Kanzlerin viel reist, viele Leute trifft und dabei im besten Fall auch viele Informationen verarbeitet, gehört für Angela Merkel seit Langem zu ihrem Alltag. Dass sie darüber hinaus wie zuletzt die Schulbank drücken muss, hätte sie dagegen selbst kaum für möglich gehalten. Doch genau das ist vor den Sommerferien wochenlang geschehen. Immer wieder sonntags saß die Regierungschefin im Kanzleramt und ließ sich von einem Internetexperten die digitale Welt erklären. Tempo, Technik, Folgen für die Menschen, neue Mächte in der Welt – alles sollte der Mann ihr erläutern.

Wissenschaftler aber, die sich mit der Großbaustelle Digitalisierung auskennen, lächeln ganz und gar nicht. Sie sind froh, dass das Thema in der Regierungsspitze endlich die Aufmerksamkeit bekommt,

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