Irakischer Präsident deutet Umorientierung des Irak in Richtung Russland an | Anti-Spiegel

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29-10-19 08:10:00,

Der irakische Präsident hat in einem Interview angedeutet, dass sich der Irak von den USA ab- und Russland und dem Iran zuwenden könnte.

Ich habe schon einiges über die Tatsache geschrieben, dass sich derzeit die geopolitischen Gewichte, auch und gerade im Nahen Osten, verschieben. Russland hat mit seiner jahrelangen, geduldigen Politik der ruhigen Hand Vertrauen und Ansehen gesammelt, während die USA gleichzeitig Ansehen verloren haben. Auch über den Irak und die Tatsache, dass man dort mit der US-Besatzung nicht glücklich ist, habe ich schon berichtet.

In einem Interview hat sich nun der irakische Präsident dazu geäußert, wie der Irak die Situation einschätzt. Ich habe die Meldung in der russischen Nachrichtenagentur TASS gefunden, die auch die Originalquelle verlinkt hat. Ich werde die Meldung der TASS hier übersetzen, den Link zur Originalquelle lasse ich im Text, und danach werde ich noch etwas hinzufügen, was auch in der Originalquelle zu lesen war, in der kurzen Meldung der TASS aber nicht erwähnt wurde.

Beginn der Übersetzung:

In einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenportal Axios beschrieb der irakische Präsident Barham Saleh die Unsicherheit der Vereinigten Staaten als Verbündeten und schloss eine mögliche Bereitschaft zur „Neukonfiguration“ der Beziehungen Bagdads zu anderen Ländern, einschließlich Russland und Iran, nicht aus.

„Die Verbündeten der USA sind besorgt über die Zuverlässigkeit der Vereinigten Staaten“ zitierte Axios den Präsidenten.

Wie das Portal mitteilte, benutzte Saleh während des Interviews mehrmals die Worte „umorientieren“ und „umdenken“, als er über die Beziehungen zu Washington gesprochen hat, ohne auszuschließen, dass ein Rückzug der amerikanischen Streitkräfte aus dem Nahen Osten zu einer solchen Umorientierung in Richtung Russland und Iran führen kann. „Natürlich gibt es viele Akteure in der Region. Ich bin keiner von denen, der zu den Amerikanern oder Russen geht und sagt: „Wenn Ihr nicht das und das für mich tut, laufe ich zur anderen Seite über.“ Allerdings müssen wir über unsere Prioritäten nachdenken, das habe ich sehr deutlich gemacht“ sagte er.

Saleh, der zuvor Ministerpräsident von Irakisch-Kurdistan war, ist besorgt über die Absicht der USA, Syrien zu verlassen, die Kurden fallen zu lassen und über das potenzielle Risiko eines Wiederauflebens der Terrorgruppe Islamischer Staat. „Ich mache mir Sorgen um ethnische Säuberungen. So ist die Geschichte,

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Tschechiens Präsident ruft Geheimdienst zu Stopp von fiktiver Suche nach Spionen auf

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25-10-19 08:57:00,

Politik

10:24 25.10.2019(aktualisiert 11:08 25.10.2019)

Zum Kurzlink

Tschechiens Präsident Milos Zeman hat dem Chef des tschechischen Inlandsnachrichtendienstes (BIS), Michal Koudelka, empfohlen, wirtschaftliche Verbrechen zu ermitteln und gegen die Korruption zu kämpfen, anstatt nach fiktiven ausländischen Spionen zu suchen. Dies sagte der Staatschef gegenüber dem Sender „TV Barrandov“.

„Ich habe dem Premierminister gesagt, dass sich Herr Koudelka statt fiktiver Verfolgung von russischen und chinesischen Spionen auf die wirtschaftlichen Verbrechen in der Tschechischen Republik konzentrieren sollte“, sagte Zeman.

90 Prozent der Tätigkeit des tschechischen Inlandsnachrichtendienstes (Bezpečnostní informační služba (BIS)) ist ihm zufolge den russischen und chinesischen Spionen gewidmet. Man solle mehr Aufmerksamkeit auf den Anti-Korruption-Kampf lenken.

Hintergrund

Tschechiens Premier Andrej Babiš (Archivbild)

©
Sputnik / Alexey Witwizkij

Am Montag hatte der BIS-Chef Koudelka bei einer internationalen Sicherheitskonferenz in Prag erklärt, dass seine Behörde zusammen mit der Nationalen Zentrale für Bekämpfung der organisierten Kriminalität ein Spionen-Netz entdeckt und zerstört hätten. Dieses Netz soll angeblich vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB geschaffen und aus Russland und der russischen Botschaft in Tschechien finanziert worden sein. Es habe mutmaßlich Cyber-Attacken auf Ziele in Tschechien und dessen Auslandspartner geplant.

Russische Botschaft reagiert

„Die von Ihnen erwähnte Erklärung hat nichts Gemeinsames mit der Wahrheit“, hieß es von den russischen Diplomaten.

Zeman verwies unter anderem am Donnerstag darauf, dass die russische Botschaft die Vorwürfe von Koudelka lächelnd zurückgewiesen habe. Wenn es wahr so wäre, dann wieso hätte man niemanden ausgewiesen?, so Zeman.

ak/ap

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Der „feuerfeste Präsident“ Evo Morales und die Bedeutung seiner Wiederwahl für den Bestand der sozialen Rechte in Lateinamerika

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17-10-19 11:43:00,

Am kommenden 20. Oktober finden in Bolivien allgemeine Wahlen statt. Gewählt werden für die Regierungsperiode 2020-2025 der Präsident, der Vizepräsident sowie 130 Abgeordnete und 36 Senatoren. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

An der Präsidentschaftskampagne beteiligen sich 9 Kandidaten, davon 3 Hauptakteure – der amtierende Präsident Evo Morales, sein Vorgänger Carlos Mesa und Oscar Ortiz – und 6 aussichtslose Bewerber, darunter der aus Korea stammende, rechtsradikale Pastor und Gründer von 70 presbyterianischen Kirchen, Chi Hyun Chung.

Wegen seiner umstrittenen Rolle bei den jüngsten Amazonas-Bränden hat der zur dritten Wiederwahl angetretene bolivianische Präsident einiges von seiner Popularität eingebüßt. Mit 40 Prozent der Wählerintentionen gilt Morales dennoch als klarer Favorit, der die Wahl bereits in der ersten Runde entscheiden könnte und nach Schätzungen selbst konservativer Meinungsforschungsinstitute seinen Herausforderer Carlos Mesa in einer eventuellen Stichwahl am 15. Dezember 2019 mit deutlichem Vorsprung besiegen würde.

Im neuen bolivianischen Wahlregister sind 7,3 Millionen Wahlberechtigte, 12,5 Prozent mehr als 2016, erfasst. Der Anteil der Unentschlossenen, beziehungsweise der Wähler mit voraussichtlicher Abgabe von ungültigen Wahlzetteln, lag eine Woche vor der Wahl bei rund 20 Prozent, womit ihre Umstimmung eine Voraussetzung für Morales‘ Wahlsieg wäre.

Referendum, Verleumdungen und Popularitätsverlust

Evo Morales wurde am 22. Januar 2006 zum ersten Mal als Regierungschef vereidigt und verkörpert seitdem die längste Präsidentschaft in der politischen Geschichte Boliviens. Nach seinem ersten Mandat, das er mit 54 Prozent der Stimmen erkämpft hatte, siegte er 2009 mit 64 Prozent und zu seiner zweiten Wiederwahl, im Jahr 2014, mit 61 Prozent der Stimmen.

Morales strebte jedoch schon 2016 eine vierte Amtszeit bis 2025 an, wenn das Land seine 200-jährige Unabhängigkeitsfeier begehen wird. Zur Begründung der Ambition des Präsidenten erklärte sein langjähriger Weggefährte, Regierungs-Chefstratege und Vize, Álvaro García Linera, damals mit zugleich dramatischer und poetisch anmutender Warnung, „wenn er nicht unterstützt wird, kehren die Gringos, die Landesverräter und Mörder zurück, und dann ist Schluss mit unserem Traum. Tränen werden fließen, die Sonne wird sich verstecken, der Mond wird sich verdunkeln und alles unter uns wird von Traurigkeit geschluckt werden”.

Die Opposition hatte zunächst zum Wahlboykott mit massiver Stimmen-Annullierung aufgerufen, änderte jedoch ihre Taktik und klagte ein Referendum ein. Davor hatte Linera in einer ländlichen Gemeinde gewarnt. Unter Berufung auf die Verfassung des Plurinationalen Staates Bolivien aus dem Jahr 2009 beantragte die konservative Opposition – aber auch namhafte,

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Warum Präsident Assad in Syrien eine Amnestie verkündet hat und wem sie nutzt

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19-09-19 07:25:00,

Ist die Amnestie in Syrien nur eine traditionelle Maßnahme oder handelt es sich um ein Zeichen für die Opposition? Die Nahost-Berichterstatterin Karin Leukefeld hält sich derzeit in Syrien auf. Sie berichtet über die Hintergründe der Amnestie und hat mit Syrern darüber gesprochen, was das für sie bedeutet.

Der syrische Präsident Bashar al Assad hat am 14. September 2019 eine weitreichende Amnestie verkündet. Die Gesetzesverordnung Nr. 20/2019 erlässt oder verringert Strafen, die für Gesetzesverstöße oder Verbrechen verschiedener Art erlassen wurden. Das gilt für Vergehen, die vor dem 14. September 2019 begangen wurden. Ausgeschlossen von dem Straferlass sind die Beteiligung am bewaffneten Kampf gegen den syrischen Staat, der Handel mit Drogen, Steuerhinterziehung oder -schulden und Morde. Bei Mord kann eine Strafe nach syrischem Recht ohnehin nur dann verringert werden, wenn die Familie des Opfers zustimmt.

Ein Mann hebt den Schützengraben aus, Syrien (Archiv)

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REUTERS / Khalil Ashawi

Vor dem Krieg seien allgemeine Amnestien des Präsidenten einmal im Jahr üblich gewesen, erinnert sich  Nabil M., ein pensionierter Agraringenieur. Seit einigen Jahren habe es lediglich Amnestien für Armeedeserteure gegeben, um sie zur Rückkehr zu bewegen. Im Rahmen der Versöhnungsinitiativen mit den bewaffneten Gruppen seien zudem Männer straffrei geblieben, wenn sie ihre Waffen niederlegten und schriftlich erklärten, nie wieder die Waffen gegen den syrischen Staat und seine Institutionen zu erheben. Die Strafen für die Gefangenen beispielsweise würden jetzt halbiert, damit könnten etliche Gefangene entlassen werden. Lebenslange Strafen würden auf 20 Jahre reduziert.

Auch sein Sohn Rami werde von der Amnestie profitieren, so der Pensionär. Er hätte sich im April beim Militär melden müssen, sei damals aber intensiv damit beschäftigt gewesen, seine Masterarbeit in einem internationalen Fachmagazin zu veröffentlichen, um sein Doktorstudium an der Universität fortsetzen zu können. Erst im Juni habe er dann den Militärdienst angetreten und prompt eine Strafe erhalten. „Drei Monate sollte er länger dienen, doch durch die Amnestie wird ihm diese Strafe jetzt erlassen.“

Kriegsfolgen und Hoffnungen

Der Apotheker Ammar S., ist sich nicht sicher, ob die Strafe, die kürzlich gegen ihn verhängt wurde, durch die Amnestie reduziert wird. Er hatte seine Apotheke in Douma schließen müssen, als die „Armee des Islam“ 2013 die Satellitenstadt in der östlichen Ghouta unsicher machte und schließlich dort die Kontrolle übernahm. Inzwischen leitet er als Angestellter eine Apotheke in Mezzeh, einem westlichen Stadtteil von Damaskus.

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IFJ-Präsident nimmt zum Zwischenfall mit Sputnik-Reporterin in Paris Stellung

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03-05-19 04:31:00,

Der Präsident der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ), Philippe Leruth, hat den Gewaltakt der französischen Polizei gegen die Sputnik-Berichterstatterin Viktoria Iwanowa während einer Manifestation in Paris kritisiert.

„Ich verurteile die gewalttätige Abrechnung mit der Sputnik-Reporterin in Paris, die gerade dabei war, die Unruhen bei der 1.-Mai-Demonstration zu filmen“, zitiert Sputnik den IJF-Präsidenten.

Viktoria Iwanowa „hat sich als Journalistin klar identifiziert und könnte gerade aus diesem Grund zur Zielscheibe (der Gewalt) geworden sein“, so Leruth.

Ausschreitungen am 1. Mai in Paris

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Sputnik / Julien Matia

Wie zuvor berichtet wurde, war Viktoria Iwanowa während der 1.-Mai-Demonstration in Paris zu Schaden gekommen. Obwohl sie gut sichtbare „Presse“-Aufschriften getragen habe, habe sie Schläge auf den Kopf und auf den linken Arm abbekommen, so die Journalistin.

Wie in einer Klinik der französischen Hauptstadt festgestellt wurde, hat die Reporterin eine Gehirnerschütterung und Prellungen am linken Arm davongetragen. Nach der Untersuchung wurde Iwanowa aus der Klinik entlassen.

Das russische Außenministerium forderte eine Aufklärung des Geschehenen.

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Der ecuadorianische Präsident Lenin Moreno rächt sich für die Veröffentlichung der

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19-04-19 06:48:00,

Die schweren Anschuldigungen gegen Julian Assange durch Ecuador sind nicht überprüfbar. Aber die Enthüllungen von Julian Assange über die Korruption des ecuadorianischen Präsidenten Lenin Moreno sind es wohl. Alfredo Jalife kommt auf das System der lateinamerikanischen persönlichen Bereicherung zurück.

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Der Präsident Lenin Moreno

Einen Flüchtling dem Land ausliefern, dass Ihre Botschaft beherbergt, ist Missachtung der tausendjährigen Tradition der Zivilisation, ist Beeinträchtigung der Ehre von Lateinamerika.

Bereits im Jahr 2017 war die Entscheidung getroffen, Julian Assange den Vereinigten Staaten auszuliefern: Donald Trump hatte seinen Sonderbeauftragten Paul Manafort, heute im Gefängnis, gesandt, um mit Lenin Moreno die Auslieferung von Assange im Austausch für Handelsvorteile und Geldleistungen auszuhandeln. [1].

Es fehlte nur mehr, dass ein von den “Ina-Papers” gelieferter Katalysator, den ecuadorianischen Präsidenten, seinen Bruder Edwin und seine Töchter in einer Geldwäsche- Operation in Höhe von $ 18 Millionen, in der Steueroase Belize (Zentralamerika) kompromittiert.

Das schmähliche Fallenlassen von Assange, Wikileaks‘s legendärem Gründer, bringt die freie Meinungsäußerung im Zeitalter des orwellschen Kybernetik-Totalitarismus in Todesgefahr und stellt das erste Amendement zur Verfassung der Vereinigten Staaten in Frage [2].

Edwin Moreno, der Bruder von Lenin Moreno, hatte $ 18 Millionen als Schirmherr der Ina Investments Corp. erhalten; Dieser Betrag wurde durch eine Reihe von elf Unternehmen reingewaschen: Espíritu Santo Holdings, Fundación Amore, Fundación Esmalau, Fundación Pacha Mama, Inversiones Larena, Inversiones Maspal, Manela Investment Corp., Probata Investments, San Antonio Business Corp., Turquoise Holdings Ltd, Valley View Business Corp. [3].

Der Name Ina war aus den Vornamen der drei Töchter von Lenin Moreno gebastelt worden: Ir (Ina), Crist (Ina) und Kar (Ina). Was man Assange nicht vergibt, ist, die Machenschaften, vor zwei Jahren, des ecuadorianischen Präsidenten mit Trump via Manafort, am 26. März veröffentlicht zu haben.

Lenin Moreno hat seither Assange beschuldigt, seine elektronische Post und sein Telefon gehackt zu haben, obwohl er keine Internet-Verbindung mehr hatte, und auch keinen Kontakt mit der Außenwelt.

Maria Paula Romero ging selbst soweit mit der Behauptung, Assange und Wikileaks wären an einer “Verschwörung” zur Destabilisierung der Regierung von Lenin Moreno mit Hilfe von “zwei russischen Hackern“ beteiligt gewesen. Die Hand von Moskau überall zu entdecken, ist jetzt Gang und Gebe… aber faul und geschmacklos.

Schon zuvor war die Popularitätsrate von Lenin Moreno auf 17 % gefallen.

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Präsident Bouteflika eine Geisel, das algerische Volk hinter Gittern, von Khalida Bouredji

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09-03-19 10:13:00,

Weder die algerische Presse, noch selbst die internationalen Medien berichten, was in Algerien wirklich passiert. Aber ein fast völlig gelähmter Präsident soll ein Land von 42 Millionen Einwohnern leiten. Eine undurchsichtige Macht führt dort in seinem Namen einen grotesken Wahlkampf unter Verstoß gegen die Gesetze und die Verfassung. Währenddessen geht ein Volk gegen diese Farce massiv auf die Straße.

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Saïd Bouteflika (Foto) hat die Krankheit seines Bruders benutzt, um die Macht zu ergreifen. Er übt die Präsidentschaft an Stelle des gewählten, fast vollständig gelähmten Präsidenten aus.

Algerien ist heute mit einer tragikomischen politischen Szene konfrontiert: auf der einen Seite: Massendemonstrationen gegen die illegale Kandidatur eines halbtoten, auf alle Fälle gelähmten Präsidenten, auf der anderen Seite, ein System, das populäre Forderungen ignoriert und darauf besteht, Präsident Bouteflika aufzudrängen, auch wenn es verfassungs- und gesetzeswidrig ist.

Zum dritten Mal hat das algerische System die Kandidatur des Präsidenten Bouteflika, für eine fünfte Amtszeit, angekündigt. Allerdings erlaubt die Verfassung nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten. Die Algerier protestieren seit zwei Wochen, mit Massendemonstrationen im ganzen Land zum ersten Mal in der Geschichte des Landes.

Die algerischen Bürger stellen sich viele Fragen:
- Wird Algerien ein neues Libyen werden?
- Beabsichtigt die Macht wirklich, Gewalt anzuwenden, um Präsident Bouteflika aufzudrängen, obwohl er gelähmt ist und es verfassungswidrig ist und trotz der Ablehnung des Volkes?
- Warum ist es Frankreich und den Vereinigten Staaten gleichgültig, was in Algerien geschieht, obwohl sie dort bevorzugt sind?
- Warum ignorieren die internationalen Medien die Volksbewegung in Algerien?
- Wird das Land ein dem Bahrain am Anfang des “arabischen Frühlings” ähnliches Schicksal erleben?
- Warum demonstrieren die Leute in diesem Moment?
- Sind diese Demonstrationen spontan?
- Warum unterstützen die Eliten beide Parteien zur gleichen Zeit?
- Warum stellt sich die Presse hinter die Macht und verzerrt die Realität der Ereignisse?
- Warum hat einer der Führer der islamistischen Partei plötzlich verboten zu sprechen und sein Image zu übertünchen?
- Warum ist die Armee neutral, obwohl alle Indikatoren vor einer Sicherheitskrise warnen?
- Warum ziehen sich alle Oppositionsparteien wie in 1999 zugunsten der Macht vom Wahlkampf zurück?

Viele Fragen bleiben unbeantwortet. Was passiert jetzt?

Seit fast zwei Wochen gehen die Algerier aller Provinzen auf die Straße um zu verhindern,

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Der Schlägerpräsident

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15-02-19 08:45:00,

Für ihren gewaltsamen Tod wurde niemand bestraft: Zineb Romdhane, eine in Marseille lebende Achtzigjährige, starb an den Folgen der Verletzungen, die sie durch eine Granate erlitten hatte (1). Macrons Truppen schleuderten die mit einem Sprengsatz sowie Tränengas bestückte Granate Anfang Dezember 2018 in ihre Wohnung im vierten Stock, als sie das Fenster schließen wollte, um sich vor den Ausschreitungen auf der Straße zu schützen. Offenbar schafften die Polizeitruppen es „gerade noch rechtzeitig“, die alte Dame vor dem Schließen des Fensters am Kopf zu treffen.

Macron „bedauerte“ am 28. Januar 2019 in Kairo bei seinem Staatsbesuch in Ägypten, dass „11 Personen ihr Leben während der sozialen Krise der ‚Gelbwesten‘ in Frankreich verloren haben“, zitiert FranceInfo den französischen Präsidenten (2). Diese Personen waren keine Polizisten oder sonstige Macron-Kämpfer, sondern Gelbwesten – Gilets Jaunes – oder von den Macron-Truppen bearbeitete Passanten.

Wie es in dem FranceInfo-Bericht weiter heißt, behauptete Emmanuel Macron, dass keine einzige dieser Personen Opfer seiner Ordnungskräfte wurde und zollte seinen Truppen ausdrücklich Tribut. Dies alles ausgerechnet bei einer Pressekonferenz mit dem ägyptischen Präsidenten Al-Sissi, der für sein brutales Regime bekannt ist.

Wie einfach Macron und die Medien die Toten wegdefinieren, wenn sie nicht mehr geleugnet werden können, zeigt das Beispiel der getöteten alten Frau aus Marseille. Die Frau sei nicht von den Polizisten getötet worden, sie sei doch bei der Operation im Krankenhaus gestorben, heißt es in den Verlautbarungen der Regierung und der Presse (3). Deutlicher kann man seine Bevölkerung wohl kaum für dumm verkaufen.

Elf Tote bei den Gelbwesten-Protesten, aber niemand wird dafür verurteilt. Auch für die vielen Schwerverletzten scheint es keinen Schuldigen zu geben.

Die Botschaft an die Gelbwesten ist klar: Wenn ihr demonstriert, seid ihr vogelfrei und müsst damit rechnen, eine Hand, ein Auge oder euer Leben zu verlieren und natürlich werfen wir euch sofort in den Knast, wenn ihr euch dagegen wehrt (4, 5).

Emmanuel Macron ging in der Vergangenheit brutal gegen die Gelbwesten-Demonstranten, ihre Sympathisanten sowie Passanten vor. Zahlreiche Videos und Fotos von den Demonstrationen belegen die massive und gezielte Brutalität der Polizei sowie die gezielte Demütigung von Demonstranten – darunter ganze Schulklassen – durch die Sicherheitskräfte (6, 7, 8, 9, 10).

Unter den Kämpfern auf Macron-Seite befinden sich dabei nicht nur reguläre Polizisten, sondern auch ungekennzeichnete Personen in Zivilkleidung mit roten Armbinden sowie teilweise auch Personen ohne Armbinden,

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Präsident Bolsonaro in der Schweiz, Sohn in Brasilien in den Schlagzeilen

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23-01-19 11:38:00,

Brasília/Davos. Während Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro seine erste Auslandsreise zum Weltwirtschaftsforum im Schweizerischen Davos angetreten hat, wird in Brasilien gegen den ältesten Sohn Flávio wegen des Verdachts der Korruption ermittelt. Noch nicht einmal drei Wochen im Amt, haben die Regierung Bolsonaro und die Präsidentenfamilie damit ihren ersten Skandal.

Am 7. Januar vergangenen Jahres berichtete die Tageszeitung Folha de São Paulo schon über erste Verdachtsmomente gegen Flávio Bolsonaro. Das Blatt identifizierte 19 fragwürdige Immobiliengeschäfte im Süden von Rio de Janeiro und in dem beliebten Stadtteil Barra da Tijuca.

Nun wurde aufgedeckt, dass im Zeitraum vom Juni bis Juli 2017 insgesamt 48 Bareinzahlungen von jeweils 2.000 Reais (umgerechnet rund 22.500 Euro) auf das Konto von Flávio Bolsonaro, dem damaligen Abgeordneten des Bundesstaates Rio de Janeiro, überwiesen wurden. Die Korruptionskontrollbehörde und der Kontrollrat für Finanzaktivitäten (Conselho de Controle de Atividades Financeiras, Coaf), konnten den Ursprung dieser Einlagen nicht nachweisen. Aber die Tatsache, dass in fünf Tagen die jeweils höchste zulässige Geldmenge überwiesen wurde, lässt den Verdacht aufkommen, dass etwas verborgen werden sollte.

Flávio Bolsonaro erklärte daraufhin in einem Fernsehinterview, dass er keine Gesetzesverstöße begangen habe. Er gab jedoch auch keine Erklärungen über die Herkunft des Geldes.

Die Familie Bolsonaro, die sich in der Vergangenheit in den sozialen Netzwerken schnell und kämpferisch geäußert hat, vermeidet es nun, über das Thema zu reden.

Die Enthüllung kommt fast genau einen Monat, nachdem der Coaf bei dem ehemaligen Offizier Fabricio Queiroz, einem den Bolsonaros nahestehenden Militär, ebenfalls verdächtige Finanztransaktionen ausgemacht hatte. Bei ihm wurden zwischen Januar 2016 und Januar 2017 Überweisungen von 1,2 Millionen Reais (knapp 281.000 Euro) festgestellt, die weder sein Gehalt noch das Privatermögen erklären konnten. Dabei ging eine Überweisung von 24.000 Reais auf das Konto von Michelle Bolsonaro, der derzeitigen First Lady. Jair Bolsonaro gab damals an, es habe sich um die Rückgabe eines Privatkredites gehandelt.

Obwohl Queiroz vom Staatsministerium von Rio de Janeiro mehrmals zur Aussage aufgefordert wurde, behauptete er, dass er aufgrund gesundheitlicher Probleme dazu nicht fähig sei. Er verstieß zudem gegen die gerichtlichen Auflagen. Inzwischen befindet sich Queiroz in einem der teuersten Krankenhäuser des Landes.

Die Unstimmigkeiten wurde jetzt noch größer, als Luiz Fux, ein Richter des Obersten Bundesgerichtes (STF), am Donnerstag einen Antrag von Flávio Bolsonaro akzeptierte,

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Der Präsident der Reichen

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21-11-18 10:34:00,

Für die Geringverdiener:

– Senkung der Renten über die Sozialabgaben,

– Senkung des Wohngeldes für Mieter,

– Aufhebung von geförderten Verträgen,

– weniger Abfindung für entlassene Arbeitnehmer.

Umgekehrt, Abschaffung der Vermögenssteuer für Aktionäre!

Das ist die „Modernität“ des französischen Präsidenten …

„Steuersenkungen für die Reichen.“ So fasst Edouard Philippe, der französische Premierminister, seine Steuerpolitik zusammen. Aber nicht vor den Franzosen: Sondern in England, indem er sich der Financial Times anvertraut. Und die Zeitung der City fährt fort:

„Wenn wir ihm andeuten, dass das Projekt der Regierung für einen flexibleren Arbeitsmarkt, seine Steuersenkungen für Unternehmen, sein Beharren auf dem Defizitabbau jeweils rechts sind, lacht Herr Philippe: ‚Ja, was hatten Sie erwartet?‘“

Alles für die „Erfolgreichen“ und nichts für die „Niemande“. Das ist die Macron-Linie. Sein ehemaliger Kollege im Elysée-Palast, Aquilino Morelle, erinnert sich an ihn zu Zeiten von Hollande:

„Er sprach dauernd von der ‚notwendigen Reform der Arbeitnehmerrechte im Fall von Entlassungen‘. Er machte sich zum treuen Sprecher der Unternehmenschefs, zu jeder Gelegenheit schlug er diese Maßnahme vor. Ich machte mich über ihn lustig und sagte ‚Du wirst uns dein Zeug noch andrehen …‘“

Dies ist die langjährige Besessenheit von Macron: „die Starrheit der Arbeit“, flexibler machen, modernisieren, beständig anpassen. Aber es gibt noch eine weitere „Starrheit“, die er nie erwähnt: Die der Finanzwelt.

Seit den 1980ern hat sich der Anteil der Ertragsausschüttung in Frankreich verdreifacht. Von dieser Anhäufung von Reichtum sagt er nichts. Diese Situation ist ihm sehr genehm (siehe weiter unten im Artikel).

Der einst reichste Mann der Welt, Warren Buffet, sagte:

„Der Klassenkampf existiert, das ist eine Tatsache, aber es ist meine Klasse, die der Reichen, die diesen Krieg führt und wir sind dabei, ihn zu gewinnen.“

Emmanuel Macron geht nicht mit solcher Offenheit vor. Im Gegenteil, er hat den Mund voller „Wohlwollen“, voller „Flexibilität“, voller „Dialog“. Aber mit der „Freigabe“ der Sonntags- und Nachtarbeit, Projektverträgen, dem Ende der Gesundheitsräte für die Angestellten und Senkungen von Unternehmenssteuern, Steigerung der Steuerfreibeträge für die Wettbewerbsfähigkeit von Arbeitsplätzen für die Aktionäre führt der französische Präsident sehr wohl einen Klassenkampf.

Seit seinem Abschluss an der Elitehochschule ENA (2) ist die Laufbahn von Emmanuel Macron mit den CEOs des CAC 40 verknüpft (3) — der vierzig größten Aktienunternehmen Frankreichs.

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Der Präsident – ein Fall für den Verfassungsschutz?

Der Präsident – ein Fall für den Verfassungsschutz?

13-09-18 09:11:00,

Der Mann soll die Verfassung schützen – und arbeitet mit Verschwörungstheorien und Fake-News. Wird der oberste deutsche Verfassungsschützer selbst zum Fall für den Verfassungsschutz? Ein Kommentar

Seine Behörde hat ein Jahrzehnt lang beim Beobachten der rechtsradikalen und kriminellen NSU verheerende Fehler gemacht. Nur deshalb konnten diese Neonazis in Deutschland zehn Morde verüben. Der Verfassungsschutz hat die Aufgabe, die Demokratie vor Links- und Rechtsradikalismus zu schützen. Jetzt aber hat sein Präsident öffentlich bezweifelt, dass es in Chemnitz Hetzjagden gegen Ausländer gab. Dabei konnte jeder Fernsehzuschauer sehen, dass viele Menschen durch Chemnitz zogen und manche dabei den verbotenen Hitlergruß zeigten und auch Nazi-Parolen grölten.

Beweise? Keine.

Doch für den Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, war das alles nicht so schlimm. Im Land des Holocaust ist – 73 Jahre nach der Nazi-Herrschaft – eine solch offensichtliche Ausländerhetze schlimm genug. Für das Ansehen Deutschlands in der Welt ist es verheerend. Maaßen verbreitete nach Chemnitz ungeprüft Unsinn, indem er öffentlich Zweifel an der Echtheit der Video-Aufnahmen äußerte. Als aber Beweise für seine zweifelhaften Äußerungen gefordert wurden, gab er sich überrascht, suchte Ausreden und beschuldigte vor Bundestagsabgeordneten weiterhin die Medien, gefälschte Bilder und Filme verbreitet zu haben. Beweise? Keine.

Von Entschuldigung oder Reue keine Spur

Der Mann, der aufzuklären hat, vernebelt weiter. Er wollte und will so seine Karriere retten- um jeden Preis. Und sein Vorgesetzter, Bundesinnenminister Seehofer, stellt sich hinter seinen Spitzenbeamten. Der CSU-Chef selbst fischt im bayerischen Wahlkampf am rechten Rand, wenn er die Migration als die “Mutter aller Probleme” bezeichnet. Die AfD spendet natürlich Beifall, wenn Seehofer Maaßen sein “uneingeschränktes Vertrauen” ausspricht.

Rechtsextreme Gruppen betätigen sich als Brandstifter und der oberste Hüter der Verfassung gibt sich allenfalls “überrascht”. So verhielt er sich gegenüber den Morden der NSU, bei Chemnitz und jetzt auch bei Köthen. Es reicht allmählich, Herr Maaßen. Sie selbst sind ein Fall für den Verfassungsschutz.

Wo bleibt die Richtlinien-Kompetenz der Kanzlerin?

Wenn ein Innenminister nicht mehr in der Lage oder willens ist, den ersten Verfassungsschützer als Freund der AfD zu entlassen, dann sollte es die Kanzlerin tun und endlich einmal wirklich von ihrer Richtlinien-Kompetenz Gebrauch machen.

Dieser Bundesregierung fehlt es hauptsächlich an klarer Führung in einer Zeit, in der der Verfassungsschutz selbst den inneren Frieden des Landes gefährdet.

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Venezuelas Präsident Nicolás Maduro entgeht Anschlag und beschuldigt Kolumbien

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro entgeht Anschlag und beschuldigt Kolumbien

05-08-18 06:46:00,

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro entgeht Anschlag und beschuldigt Kolumbien

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro ist am Samstagabend einem Anschlag entgangen und hat umgehend seinen kolumbianischen Kollegen Juan Manuel Santos der Urheberschaft bezichtigt. Im Staatsfernsehen war eine Explosion zu hören, während Nicolás Maduro während einer Militärparade in Caracas vor tausenden Soldaten eine Rede hielt. Der Staatschef blieb dabei unverletzt. Nach Angaben des Regierungssprechers Jorge Rodríguez erlitten sieben Menschen Verletzungen.

“Ein Teil der Verantwortlichen dieses Attentats ist bereits gefasst worden”, sagte der venezolanische Staatschef kurz nach dem Zwischenfall. Er sei sich sicher, dass man ihn habe ermorden wollen. “Ich hege keine Zweifel, dass dahinter die extreme Rechte und Juan Manuel Santos stecken”, fügte Nicolás Maduro hinzu.

#EnDirecto 🔴 | Vicepresidente Sectorial Jorge Rodríguez: Cuando estaba culminando el acto de la GNB se escucharon unas detonaciones que correspondían a artefactos voladores de tipo dron que contenían una carga explosiva que detonó en las cercanías de la tarima presidencial pic.twitter.com/MO7eWQcYrl

— VTV CANAL 8 (@VTVcanal8) 4. August 2018

Befreundete sozialistische Staaten wie Bolivien, Kuba und Nicaragua solidarisierten sich mit dem Politiker. Kolumbiens Regierung wies die Vorwürfe kategorisch zurück. “Das entbehrt jeder Grundlage”, sagte ein Sprecher in Bogotá. (dpa)

Mehr zum Thema – IWF: Inflation in Venezuela erreicht bald eine Million Prozent

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Ecuadors Präsident drängt darauf, dass Assange die Botschaft verlässt

Ecuadors Präsident drängt darauf, dass Assange die Botschaft verlässt

27-07-18 06:19:00,

Julian Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft (2012). Bild: wl dreamer/CC BY-SA-3.0

Er sei darüber permanent im Gespräch mit der britischen Regierung und fordert letztlich nur die Garantie, dass das Leben von Assange gesichert ist

Ecuadors Regierung drängt darauf, den WikiLeaks-Mitgründer Julian Assange möglichst schnell aus der Botschaft herauszubekommen und den Fall so zu beenden, der nach Präsident Lenin Moreno für das Land “ein Stein im Schuh” ist. Am Freitag sagte Moreno Journalisten in Madrid, Assange müsse die Botschaft verlassen, das aber soll irgendwie “Im Dialog” geschehen. Es grenze an eine Verletzung der Menschenrechte, wenn “eine Person zu lange Zeit permanent asyliert” ist.

Seit 2012 lebt Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London, wo ihm der damalige ecuadorianische Präsident Correa Asyl gewährt hatte, nachdem sich der WikiLeaks-Gründer, der von Schweden wegen des Vorwurfs sexueller Nötigung vernommen werden sollte, nicht den britischen Behörden stellte, nachdem seine Anfechtungen des Abschiebebefehls abgewiesen wurden. Ende 2017 gewährte Ecuador Assange die Staatsbürgerschaft, auch das erwies sich als kein Ausweg. Der seit Mai 2017 im Amt befindliche Präsident Moreno hatte nie ein Hehl daraus gemacht, dass der den Fall Assange bald beenden will.

Moreno war vor Madrid zunächst nach London gereist, will aber dort mit Regierungsvertretern nicht über Assange gesprochen haben. In Madrid erklärte er jedoch, man spreche “permanent” mit der britischen Regierung darüber, wie man die Situation lösen könne. Auch wenn er auf Dialog setzt, räumte er ein, mit Assange selbst nie gesprochen zu haben, sondern nur mit seinen Anwälten.

Im März hatte die ecuadorianische Regierung schon einmal die Daumenschrauben gegen Assange angezogen und ihm den Internetzugang seitdem gesperrt, weil er sich mit Tweets in die Angelegenheiten anderer Staaten eingemischt habe. Vermutlich ging es dabei um die scharfe Kritik an der spanischen Politik gegenüber den katalanischen Unabhängigkeitsbefürwortern. Mit dem neuen spanischen Regierungschef könnte der Druck wegen Assange auf Ecuador nicht mehr so groß sein. Auch die Vorkehrungen zum Schutz von Assange wurden zurückgefahren, auch wenn von Seiten Großbritanniens davon gesprochen wurde, dass man sehr besorgt über die Gesundheit von Assange sei, was mitunter so ausgelegt wird, dass die Polizei damit eine Intervention rechtfertigen oder er auf dem Weg in ein Krankenhaus festgehalten werden könnte.

Moreno erklärte den Journalisten,

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Präsidententreff in Helsinki: Präsident Putin, Russische Föderation und Präsident Trump, Geteilte Staaten von Nordamerika – www.NachDenkSeiten.de

Präsidententreff in Helsinki: Präsident Putin, Russische Föderation und Präsident Trump, Geteilte Staaten von Nordamerika – www.NachDenkSeiten.de

16-07-18 07:18:00,

Präsidententreff in Helsinki: Präsident Putin, Russische Föderation und Präsident Trump, Geteilte Staaten von Nordamerika

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Strategien der Meinungsmache

Dr. Willy Wimmer, zu Kanzler Kohls Zeiten Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, aktiv in der OSZE und einer der ersten aufmerksamen Beobachter der Bewegung des Westens weg von der Entspannungspolitik und hin zur militärischen Intervention als Ersatz für gute Politik kommentiert das heutige Treffen. – Das wird der erste NachDenkSeiten-Beitrag in dieser Woche zum Thema West-Ost, Trump und Russland sein. Es werden weitere folgen. Das ist angesichts der Brisanz der Themen nicht vermeidbar. Albrecht Müller.

Willy Wimmer:

Wenn sich beide Präsidenten am 16. Juli 2018 in der finnischen Hauptstadt Helsinki treffen, schießen jedem aufmerksamen Betrachter zahlreiche Gedanken durch den Kopf. Das betrifft zunächst die beiden Präsidenten, die sich da zum ersten Mal zusammensetzen können bei einem Treffen, das ausschließlich ihnen beiden gilt. Man muß sich dabei als Betrachter wundern, welche Symbolik damit verbunden ist. Dies betrifft zunächst den russischen Präsidenten Putin, der als Senior der beiden Gesprächspartner zu werten ist. Gipfeltreffen dieser Dimension sind noch mit den Bildern des ersten Kalten Krieges behaftet. Damals trafen sich beiden Staatsspitzen als Vertreter antagonistischer Blöcke, die sich bis an die Zähne bewaffnet gegenüberstanden. Heute ist alles anders. Seit Jahren geht der russische Präsident Putin im Kern auf die Staaten der NATO mit ausgestreckter und offener Hand zu. Sein Problem besteht eigentlich nur in dem Umstand, dass Präsident Jelzin den gesamten Westen gleichsam verwöhnt hatte. Man musste Russland nicht mehr zum Nennwert nehmen und daran hatte sich der Westen gewöhnt. Unter Präsident Putin hat sich das grundlegend geändert und der Westen geriet Russland gegenüber aus der Spur.

Auch Präsident Trump hat Probleme damit, mit ausgestreckter Hand auf den Vertreter Russlands zugehen zu können. Sein Credo war es seit seiner Nominierung, mit Präsident Putin den Versuch einer Verständigung zwischen beiden Kernstaaten der nördlichen Hemisphäre herbeiführen zu wollen. Das war weder für die von Demokraten noch Republikanern in Washington gestellte Kriegsallianz noch europäische Verbündete akzeptabel. In Washington selbst wurde jeder nur greifbare Kübel von politischem Unrat über Präsident Trump ausgeschüttet, um ihn von jedwedem Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin abzuhalten. Man muss sich geradezu wundern,

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Haft von Ex-Präsident Lula da Silva spaltet Justiz in Brasilien

Haft von Ex-Präsident Lula da Silva spaltet Justiz in Brasilien

10-07-18 06:29:00,

Bild: Paulo Pinto/Agência PT/CC BY-2.0

Richter ordnete Freilassung des ehemaligen Staatschefs an, Kollegen setzen Entscheidung aus. Linkspolitiker führt Wahlumfragen an

In Brasilien und Lateinamerika ist die Entscheidung des Präsidenten eines Berufungsgerichtes auf heftige Kritik gestoßen, den ehemaligen Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2011) trotz der gegenteiligen Entscheidung eines untergeordneten Richters in Haft zu behalten.

Der Vorsitzende des Berufungsgerichtes in Porto Alegre, Carlos Eduardo Thompson, revidierte damit am Sonntag eine Order des Berufungsrichters Rogerio Favreto. Der Jurist hatte überraschend einem Antrag zweier Abgeordneter der Arbeiterpartei (Partido dos Trabalhadores, PT) Lula da Silvas auf Haftentlassung stattgegeben.

Mit dem Justizstreit spitzt sich drei Monate vor der Präsidentschaftswahl in dem südamerikanischen Land der Disput um den Prozess und die Verurteilung des ehemaligen Präsidenten massiv zu. Lula da Silva führt trotz seiner Inhaftierung die Umfragen um das höchste Staatsamt deutlich an. Seine Anhänger haben die Losung “Wahlen ohne Lula sind Betrug” ausgegeben.

Während sich tausende Anhänger Lula da Silvas vor dem Gefängnis in Curitiba versammelten, um seine sofortige Freilassung zu fordern, kritisierten politische Persönlichkeiten aus dem lateinamerikanischen Ausland die Entscheidung des Gerichtspräsidenten in Porto Alegre. Die Anweisung, Lula da Silva in Haft zu behalten, “verlängere das Unrecht”, schrieb Boliviens Präsident Evo Morales im Kurznachrichtendienst Twitter: “Lula steht weder politisch noch juristisch alleine.” Das einzige Delikt des Inhaftierten sei es, der aussichtsreichste Kandidat zu sein, fügte Morales an. Die in Argentinien inhaftierte Aktivistin Milagro Sala beklagte eine “Politisierung der Justiz” in ihrem Land wie in Brasilien. Die Vorsitzende der Arbeiterpartei, Gleisi Hoffmann, unterstellte Teilen der Justiz, aus “Angst” vor einem künftigen Präsidenten Lula da Silva zu handeln: “Es ist klar, dass sie alles tun, um die Entlassung zu verhindern.”

Favreto hatte zunächst trotz des Widerspruchs seiner Kollegen auf seiner Anordnung zur Freilassung beharrt und dafür eine Frist von einer Stunde gesetzt. Die Bundespolizei reagierte auf dieses Ultimatum nicht. Brasilianische Medien hinterfragten die Order von Favreto derweil mit der Behauptung, der Jurist sei bis zu seiner Berufung ins Richteramt 2010 Mitglied der Arbeiterpartei von Lula da Silva gewesen.

Richter Sergio Moro, der die Verurteilung des Ex-Präsidenten in einem mehrfach kritisierten und von Verfahrensverstößen geprägten Prozess vorangetrieben hatte,

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Ist Nationalbankpräsident Thomas Jordan politisch noch tragbar?

Ist Nationalbankpräsident Thomas Jordan politisch noch tragbar?

07-06-18 06:47:00,

Thomas Jordan vertritt politisch die Interessen der privatwirtschaftlichen Geschäftsbanken

Christian Müller / 07. Jun 2018 –

Dass SNB-Präsident Thomas Jordan für die Interessen der Geschäftsbanken kämpft, ist vor allem aus ethischer Sicht problematisch.

Die Schweiz, mit der Finanzindustrie in Zürich und Genf einer der grössten Finanzplätze der Welt, leistet sich einen Präsidenten des Direktoriums der eigenen Nationalbank, der nicht die Interessen eben dieser Nationalbank und nicht die Interessen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und ihrer Kantone und Gemeinden vertritt, sondern die Interessen der privatwirtschaftlichen Geschäftsbanken, ihrer Manager und ihrer Aktionäre. Prof. Dr. Mark Joób, spezialisiert auf Fragen der Wirtschaftsethik und tätig an verschiedenen Hochschulen, darunter auch an der Universität St. Gallen, selber Mitinitiant der Vollgeld-Initiative, schreibt dazu:

«Die Vollgeld-Initiative hat in der letzten Zeit an Zustimmung eingebüsst und scheint keine Chance mehr zu haben. Das ist zu einem grossen Teil dem Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, zu verdanken. Er ist nämlich zur Speerspitze der politischen Offensive gegen die Vollgeld-Initiative geworden und hat diese in unzähligen Interviews mit dramatischen Worten als Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft dargestellt. Damit hat Jordan den Abstimmungskampf im Wesentlichen entschieden. Denn wie sollte das Stimmvolk die Geld-Erzeugung der Nationalbank anvertrauen, wenn sich die Nationalbank dagegen wehrt?

Jordan hat zur Vollgeld-Initiative nicht als unabhängiger Experte Stellung bezogen. Er hat klar Partei dagegen ergriffen. Und was ebenso schwer wiegt: Seine Kritik am Vollgeld deckt sich vollkommen mit der Kritik, welche die Bankiervereinigung im Vorfeld schon formuliert hat. Das ist wohl kein Zufall. Offenbar hat sich die Nationalbank als Bundesinstanz mit der privaten Lobbyorganisation der Banken abgesprochen. Das lässt Zweifel an der Unabhängigkeit der Nationalbank aufkommen, zu der sie gesetzlich verpflichtet wäre.

Jordans Kritik am Vollgeld ist mit etlichen Widersprüchen verbunden. So wirft er den Initianten wiederholt vor, die Nachteile von Vollgeld zu verschweigen, während er selbst die Vorteile von Vollgeld beharrlich verschweigt. Er gibt an, die Öffentlichkeit vor einem riskanten Systemwechsel schützen zu wollen, während er das Geldsystem gar nicht als öffentliches Gut versteht, sondern weiterhin dem Profitstreben privater Banken aussetzen will. Er behauptet, Banken könnten keine Kredite mit selbst geschaffenem Geld finanzieren, während die Nationalbank bereits klargestellt hat, dass Banken bei der Kreditvergabe neue Kundeneinlagen erzeugen.

Jordan hat sich als Präsident der Nationalbank in hohem Mass politisch exponiert.

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Ein Regierungspräsident i. R. versucht den Ruf unseres Landes zu heilen – mit einem sehr guten Brief nach Wolgograd – www.NachDenkSeiten.de

Ein Regierungspräsident i. R. versucht den Ruf unseres Landes zu heilen – mit einem sehr guten Brief nach Wolgograd – www.NachDenkSeiten.de

07-02-18 05:07:00,

7. Februar 2018 um 8:00 Uhr | Verantwortlich:

Ein Regierungspräsident i. R. versucht den Ruf unseres Landes zu heilen – mit einem sehr guten Brief nach Wolgograd

Veröffentlicht in: Aktuelles, Audio-Podcast, Friedenspolitik, Gedenktage/Jahrestage

Die meisten NachDenkSeiten-Leserinnen und Leser werden davon unterrichtet sein, dass unsere amtierende Regierung und der Bundespräsident ausgesprochen schäbig mit dem Gedenken an das Ende der Schlacht um Stalingrad und die vielen Opfern, Russen wie Deutsche und Menschen aus anderen Völkern umgegangen sind. Zum 75. Jahrestag am 2. Februar ist kein offizieller deutscher Vertreter in Wolgograd erschienen. Erstaunlich viele deutsche Medien haben sich über die Gedenkfeiern in Russland eher mit Spott als mit Sympathie und Trauer hergemacht. Der frühere Regierungspräsident von Braunschweig Karl-Wilhelm Lange, lange auch Präsident des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge, hat an die ihm aus der Zusammenarbeit bekannte Museumsdirektorin Valentina Sorokoletova einen Brief geschrieben, den zu lesen und zu verbreiten wirklich lohnt. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Karl-Wilhelm Lange – Beethovenstraße 25 – 34346 Hann. Münden – 3. Februar 2018

Regierungspräsident i.R.

Wolga-Don-Kanal-Museum

Frau Museumsdirektorin

Valentina Sorokoletova

Volgograd. Russia 400082

Liebe Valentina,

heute vor 75 Jahren kapitulierten die Reste der 6.Armee unter General Paulus in Stalingrad nach monatelangen schweren Kämpfen, bei denen auf beiden Seiten fast 500.000 Soldaten, Zivilisten – auch viele Kinder unter ihnen – ihr Leben verloren. Ich wäre heute gern bei Euch, unter den Zehntausenden gewesen, die sich zum Trauern und Gedenken in Wolgograd versammelt haben. Denn ich weiß um die Gefühle der Veteranen und Veteraninnen, die an diesem Tage nicht nur einen Sieg über die deutschen Aggressoren feiern, sondern sich auch an das Leiden, an das Sterben und den Tod erinnern, der keinen Unterschied machte zwischen Soldaten und Zivilisten, zwischen Frauen und Kindern und auch nicht zwischen Russen und Deutschen.

Du hast zahlreiche Briefe der jungen deutschen Soldaten aus dem Wolgograder Militärmuseum veröffentlicht, die ihren sicheren Tod vor Augen einen letzten Gruß an ihre Mutter richteten, Briefe die die Heimat nicht mehr erreichten.

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