Echter Sozialismus statt Einheitsbrei!

echter-sozialismus-statt-einheitsbrei!

09-11-19 09:59:00,

Am 19. Januar 1989 konstatierte Erich Honecker, SED-Generalsekretär und Vorsitzender des Staatsrates:

„Die Mauer wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt werden.“

Dass diese Einschätzung im Westen ebenfalls nicht nennenswert infrage gestellt wurde, belegte im selben Monat eine Entscheidung der Axel-Springer-Presse: Jahrzehntelang hatte man dort DDR in Gänsefüßchen gesetzt, um deren Existenzrecht zu bestreiten. Damit sollte nun Schluss sein.

Ein Dreivierteljahr später war die Situation grundlegend verwandelt. Im Sommer hatten Zehntausende DDR-Bürgerinnen und -Bürger ihr Land — vor allem über die sich öffnende ungarische Grenze — in Richtung Westen verlassen. Oppositionsgruppen wie das „Neue Forum“ gewannen enorm an Zulauf, in Leipzig und anderen Städten forderten immer mehr Menschen auf „Montagsdemonstrationen“ Reformen ein. Am 7. Oktober versuchte die SED-Führung, den 40. Jahrestag der DDR zu begehen als sei alles beim Besten. Polizei und Staatssicherheit schlugen noch einmal zu — im wörtlichen wie übertragenen Sinne — als sich auch dagegen Protest erhob. Am 18. Oktober wurde Erich Honecker vom SED-Politbüro in den erzwungenen Ruhestand geschickt und durch Egon Krenz als SED-Generalsekretär abgelöst. Die DDR-weiten Demonstrationen schwollen weiter an. Am 9. November öffnete sich die Berliner Mauer …

Offiziell übliche Sichtweisen werten dieses Geschehen heute meist so: Die DDR-Bürgerinnen und -Bürger hatten von ihrem Staat schon lange die Nase voll und gingen dafür auf die Straße, um endlich auch so leben zu können wie im Westen; die „friedliche Revolution“ erzwang zu diesem Zwecke die Grenzöffnung, dann kamen die Wiedervereinigung und mit ihr die langersehnte Freiheit. Im Grunde, so der falsche Tenor, erhielt die DDR-„Wende“ ihre Krönung durch den von Beginn an intendierten Mauerfall.

Doch in Wirklichkeit läutete der 9. November das Ende der Versuche ein, innerhalb der DDR eine politische „Wende“ herbeizuführen. Was es an revolutionärer Energie gegeben hatte, verpuffte nun, diffundierte durch die aufgerissene Grenze in den kapitalistischen Nachbarstaat.

Statt das in vieler Hinsicht marode DDR-System weiter umzukrempeln, forderte bald darauf eine Mehrheit, möglichst reibungslos in einem anderen — keinesfalls veränderungswilligen — System aufgehen zu dürfen. Aus dem antiautoritären Ruf „Wir sind das Volk!“ der Montagsdemonstranten wurde die Vereinnahmungsbitte „Wir sind ein Volk!“.

Das Tempo dieses Umschwungs bewies: Das Interesse der Massen an einer DDR-Erneuerung kann nicht so tiefgründig gewesen sein,

 » Lees verder

Sozialismus: Trumps Rede an die Nation – Der Abgleich mt der Realität | www.konjunktion.info

sozialismus-trumps-rede-an-die-nation-8211-der-abgleich-mt-der-realitat-wwwkonjunktion.info

11-02-19 08:07:00,

Donald Trump - Wikipedia / Michael VadonDonald Trump - Wikipedia / Michael Vadon

Donald Trump – Wikipedia / Michael Vadon

Donald Trumps Rede an die Nation (State of the Union speech) hat bei seinen Anhängern für Verzückung gesorgt. Warum? Hmm, schwer zu sagen…

Vielleicht lag es an diesem Satz:

Meine Regierung hat entschlossen gehandelt, um den weltweit führenden staatlichen Terrorsponsor zu bekämpfen: das radikale Regime im Iran. Es ist ein radikales Regime. Sie machen schlechte, wirklich schlechte Dinge.

(My administration has acted decisively to confront the world’s leading state sponsor of terror: the radical regime in Iran. It is a radical regime. They do bad, bad things.)

Oder daran (übrigens unter großen Applaus der Anwesenden):

Vor zwei Wochen haben die Vereinigten Staaten die legitime Regierung Venezuelas und ihren neuen Präsidenten, Juan Guaidó, offiziell anerkannt.

(Two weeks ago, the United States officially recognized the legitimate government of Venezuela and its new President, Juan Guaidó.)

Möglicherweise. Aber die Aussage, die den Trump-Fans am meisten Gefallen haben dürfte, war zweifelsfrei diese:

Heute Abend erneuern wir unsere Entschlossenheit, dass Amerika niemals ein sozialistisches Land sein wird.

(Tonight, we renew our resolve that America will never be a socialist country.)

Musik in den Ohren der freiheitsliebenden, libertären Anhänger einer technokratisch kontrollierten und geführten US-Regierung. Zumindest reichte die letzte Aussage, dass sich die wenigen Trump unterstützenden Medien regelrecht überschlugen.

Aber warum genau? Blicken wir einfach auf ein paar Details dazu, die dem einem oder anderen Boyfan Trumps nicht gefallen werden:

Beginnen wir damit, dass wir noch einmal Donald Trump bemühen, der im Kontext seiner “Entschlossenheit” zum Thema Sozialismus etwas weiter ausholte und sagte:

Hier in den Vereinigten Staaten sind wir alarmiert über die neuen Forderungen, den Sozialismus in unserem Land zu wählen. Amerika war auf Freiheit und Unabhängigkeit gegründet und nicht auf Regierungszwang, Herrschaft und Kontrolle. Wir sind frei geboren und bleiben frei. Heute Abend erneuern wir unsere Entschlossenheit, dass Amerika niemals ein sozialistisches Land sein wird.

(Here in the United States, we are alarmed by the new calls to adopt socialism in our country. America was founded on liberty and independence and not government coercion, domination and control. We are born free and we will stay free.

 » Lees verder