Die Seele sprechen lassen

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29-01-20 12:32:00,

Vor 25 Jahren traf Carsten K. die Entscheidung, die Welt zu retten oder bei dem Versuch zu sterben. Damals wäre er fast dem Alkohol und der Drogensucht verfallen und hätte beinahe seinen Verstand verloren. Das war ein Teil seines Selbstzerstörungsprozesses.

„Mein Vater wollte mich nicht als Sohn haben. Seit meinem achten Lebensjahr wollte er nichts mehr von mir wissen. (…) Kurz zuvor hatte mir noch jemand eingeredet, dass ich ein potthässlicher, wehrloser, kleiner Scheißhaufen bin. (…) Das war schon ziemlich krass für mich alles. (…) Das hat mein ganzes Wesen destabilisiert.“

Carstens Worte erinnern mich an eine Stelle aus dem Buch von Bärbel Wardetzki über weiblichen Narzissmus, die mich auf eine gewisse Weise wachrüttelte. Sie behandelt in diesem Buch unter anderem das Gefühl der Minderwertigkeit durch Verletzungen in der Kindheit, das wohl viel mehr Menschen kennen, als wir glauben, weil nur wenige so offen darüber sprechen wie Carsten oder sich dessen noch nicht einmal bewusst sind. Das Zitat aus Wardetzkis Buch lautet:

„Unsere Gefühle können uns nicht umbringen, höchstens das, was wir gegen sie unternehmen“ (2).

Carsten beschreibt, wie er irgendwann die Worte „Es tut weh, abgelehnt tu werden“ hörte.

„Damals habe ich verstanden, dass ich etwas unterdrückt habe, das ich niemals hätte unterdrücken dürfen, nämlich meinen Schmerz. Ich habe auch mich selbst gehasst, weil ich ja der wehrlose Scheißhaufen war. Ich habe daran geglaubt. Das hat dazu geführt, dass mein Verstand daran zerbrochen ist, regelrecht, weil ich auch nicht mehr in diesem Körper sein wollte.“

So fasst Carsten zusammen:

„Man muss seine Seele einfach mal kennenlernen. Das ist ganz wichtig.“

Auch ich kenne dieses schmerzhafte, schwere Gefühl, mich wie ein kleines Häufchen Elend zu fühlen, das niemanden interessiert und das nicht wichtig ist, obwohl kein Mensch je so harte Worte mir gegenüber geäußert hatte, wie es bei Carsten der Fall ist. Auch aus mir bricht nach und nach immer wieder alter Schmerz hervor, so dass ich fürchte, innerlich daran zu zerbrechen. Auch ohne Familiendrama, einfach durch überforderte Eltern — die in unserer Leistungsgesellschaft keine Seltenheit sind —, können tiefe seelische Wunden entstehen, die unser Lebensgefühl, unsere Verbindung zu anderen Menschen und vor allem unser Verhalten als Teile dieser Gesellschaft beeinträchtigen, solange wir uns ihrer nicht bewusst werden und ihnen Ausdruck verleihen.

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Ukraine-Update: USA sprechen von UNO-Friedenstruppen und Nato-Mitgliedschaft | Anti-Spiegel

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15-08-19 09:07:00,

Nachdem die Ukraine in der ersten Jahreshälfte fast täglich für kuriose Meldungen gut war, ist nun auch dort das Sommerloch eingekehrt. Trotzdem gab es in den letzten zwei Wochen einige Neuigkeiten, die ich hier zusammenfassen möchte.

Nach der vorgezogenen Parlamentswahl in der Ukraine, bei der erstmals in der Geschichte eine Partei die absolute Mehrheit geholt hat, sitzen nun im ukrainischen Parlament mehrheitlich Politikneulinge ohne jede Erfahrung. Daher haben die USA großzügig Hilfe angeboten und ein zweitägiges Training für die Abgeordneten organisiert, offiziell, um ihnen die Grundlagen der parlamentarischen Arbeit näher zu bringen. Durchgeführt wurde es von USAID.

„USAID“ klingt nach „Hilfe“, denn es ist das englische Wort „Aid“ enthalten. USAID ist aber keine Hilfsorganisation, sondern eine US-Behörde, die sich ausgeschrieben „United States Agency for International Development“ nennt. Die Aufgabe dieser US-Behörde ist es, in aller Welt die Märkte für US-Konzerne zu öffnen und sie hat gerade erst ein zusätzliches Budget für Propaganda in Höhe von fast 600 Mio. US-Dollar allein für den Informationskrieg gegen Russland bekommen. Wozu das Geld genutzt werden soll und wie die Leitung von USAID tickt, konnte man ebenfalls vor kurzem beobachten, als der Chef von USAID sich zu dem Thema bei einem Auftritt geäußert hat.

Die USA gehen in Sachen Ukraine auch weiterhin stur ihren Weg. Nachdem USAID die neuen Abgeordneten auf Linie gebracht hat, hat der derzeitige amtierende US-Botschafter in Kiew, William Taylor, heute mitgeteilt, die USA seien der Meinung, die Ukraine könne die Nato-Mitgliedschaft beantragen und die USA würden „den Antrag begrüßen“.

Dass ein solcher Antrag den Nato-Statuten widersprechen würde, scheint die USA nicht zu stören. Die Nato darf eigentlich kein Land aufnehmen, das Grenzstreitigkeiten mit jemand anderem hat, da sich die Nato-Staaten nicht über so eine Hintertür in einen Konflikt hineinziehen lassen wollen. Aber seit wann interessieren sich die USA für Regeln oder Verträge?

Dennoch dürfte das Echo der anderen Nato-Staaten verhalten ausfallen und für die Aufnahme eines neuen Mitglieds ist Einstimmigkeit notwendig.

Taylor hat heute auch mitgeteilt, dass er sich eine Erweiterung des Normandie-Formates vorstellen kann. Im Normandie-Format versuchen Russland, die Ukraine Deutschland und Frankreich seit Jahren den Konflikt zu entschärfen. Das ist eine verspätete Reaktion auf eine von Selensky auf Facebook verbreitete Nachricht von Anfange Juli.

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John Bolton: USA sprechen sich für einen “No Deal”-Brexit aus | www.konjunktion.info

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13-08-19 10:27:00,

John Bolton - Bildquelle: Wikipedia / Gage Skidmore; Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 generischJohn Bolton - Bildquelle: Wikipedia / Gage Skidmore; Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 generisch

John Bolton – Bildquelle: Wikipedia / Gage Skidmore; Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 generisch

Man kann wohl kaum von einer Überraschung sprechen, dass sich der Kriegshetzer und Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, für einen “No Deal”-Brexit ausspricht.

Bereits im März diesen Jahres warnte ich davor, dass ein “No Deal”-Brexit die wahrscheinlichste Option ist und dass der Aufstieg des “Populismus” in den USA, Großbritannien und in Resteuropa von den Medien zu einem gemeinsamen Narrativ verwoben wird. Dass diese Verbindung “No Deal”-Brexit und “Populismus” medial in unsere Köpfe gepflanzt wurde, ist kein Zufall, sondern Absicht.

Der sich beschleunigende Einbruch wird die Beziehungen zwischen den beiden Ländern USA und Großbritannien wieder extrem festigen, während sich der Rest der Welt vom US-Dollar, den USA und den europäischen Vasallen lösen wird. Diese Abfolge war vorhersehbar, da es das praktischste und am einfachsten umzusetzende Vorgehen darstellt(e). Es erlaubt den Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE) die Illusion aufzubauen, dass die “Populisten” den “politischen Fuß” in der Tür haben, während die IGE gleichzeitig das System zum Einsturz bringen und am Ende können die IGE den “Populisten” die Schuld dafür geben…

Die Vereinigten Staaten würden einen Brexit ohne Abkommen mit Begeisterung unterstützen, wenn die britische Regierung dies beschließen würde, sagte der nationale US-Sicherheitsberater John Bolton am Montag gegenüber Reportern.

Der britische Premierminister Boris Johnson will, dass die Europäische Union die Bedingungen für den Austritt Großbritanniens vor dem Austrittstermin am 31. Oktober neu verhandelt, aber die EU sagt, dass sie den Teil des Abkommens nicht ändern wird, von dem Johnson sagt, dass er geändert werden muss.

Die Sackgasse führt dazu, dass Großbritannien ohne formelle Übergangsfrist oder rechtliche Vereinbarung zu Fragen wie Handel, Daten und Grenzpolitik aus der Union ausscheidet.

“Wenn das die Entscheidung der britischen Regierung ist, würden wir sie enthusiastisch unterstützen”, sagte er.

Bolton sagte auch, dass Großbritannien und die Vereinigten Staaten Handelsabkommen Stück für Stück vereinbaren könnten, wobei schwierigere Bereiche in den Handelsbeziehungen erst später geregelt würden.

(The United States would enthusiastically support a no-deal Brexit if that is what the British government decided to do,

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Neue Anzeichen sprechen für Inszenierung des Chemiewaffenangriffs auf das syrische Duma in 2018 | KenFM.de

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09-07-19 01:03:00,

Ein Beitrag von acTVism Munich.

In diesem von The Real News Network produzierten und von acTVism Munich ins Deutsche übersetzten Video spricht MIT-Professor Theodore Postol über den Chemiewaffenangriff von 2018 auf Duma, Syrien, und seine Zweifel am offiziellen UN-Bericht.

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Dieser Beitrag erschien am 05.07.2019 bei acTVism Munich.

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Veröffentlicht am: 9. Juli 2019

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“Nur über das zu sprechen, worüber Spanien sprechen will, ist kein Dialog”

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21-12-18 08:49:00,

Blanca Bragulat. Foto: Ralf Streck

Inhaftierter katalanischer Regierungssprecher Turull: “Entschlossener als je zuvor”. Interview mit Blanca Bragulat

20 Tage haben sich der ehemalige katalanische Regierungssprecher Jordi Turull und der Aktivist Jordi Sànchez im Hungerstreik befunden. Kurz darauf schlossen sich auch der ehemalige Innenminister Quim Forn und der frühere Infrastrukturminister Josep Rull an. Über die Hintergründe und Forderungen sprach Telepolis mit der Frau des ehemaligen Regierungssprechers, der zuletzt wegen der Verschlimmerung seines Gesundheitszustands in ein Gefängnishospital verlegt werden musste.

Wie man hört, gab es gute Nachrichten, die Gefangenen haben am Donnerstag beschlossen, den Hungerstreik abzubrechen?

Blanca Bragulat: Ja. Das ist eine Erleichterung und ich hatte ja darauf gehofft, dass dies vor den Massenprotesten am Freitag geschieht, damit es zu keiner Zuspitzung kommt. Wir als Angehörige sind natürlich alle erleichtert und inzwischen ist die zentrale Forderung erfüllt, dass sich das spanische Verfassungsgericht endlich mit den Fällen beschäftigt.

Viel mehr Informationen habe ich allerdings noch nicht, da ich mit meinem Mann noch nicht sprechen konnte. Besonders wichtig war aber, dass die ehemaligen katalanischen Präsidenten, des Parlamentspräsidenten und anderen gestern in einer gemeinsamen Erklärung die Gefangenen gebeten haben, den Hungerstreik abzubrechen. Und zwei dieser Präsidenten sind Sozialdemokraten und das geschah, bevor der sozialdemokratische Präsident Sánchez nun nach Katalonien kommt.

Wie war die Situation ihres Mannes zuvor?

Blanca Bragulat: Sein körperlicher Zustand hatte sich nach drei Wochen ohne Nahrungsaufnahme zuletzt verschlechtert. Nach diversen Analysen war er auf die Krankenstation verlegt worden und ihm wurde empfohlen, sich auszuruhen. Deshalb hat er sich auch nicht mehr an der Arbeit beteiligt und auch die Besuche waren etwas reduziert worden. Sein Geisteszustand ist aber sehr gut und er ist entschlossener als je zuvor.

Hatten Sie einen solchen drastischen Schritt wie den Hungerstreik erwartet?

Blanca Bragulat: Er, wie die übrigen politischen Gefangenen, hatten versprochen, keine Verrücktheiten zu begehen. Bei einem der Besuche erklärte er mir dann, dass er mir etwas mitzuteilen habe. Er sagte: “Wir haben beschlossen, in den Hungerstreik zu treten.”

Man schluckt erstmals, aber nach einigen Sekunden ist alles klar. Die Gefangenen entscheiden, welche Schritte sie drinnen gehen. Uns bleibt nur, sie darin zu unterstützen. Klar, mir gefiel der Hungerstreik nicht. Ich war besorgt, dass ihm oder den anderen etwas passieren könnte,

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