STANDPUNKTE • Das hat nichts mit unseren Medienmachern zu tun? | KenFM.de

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22-03-19 10:09:00,

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Von Khola Maryam Hübsch.

Nach islamistischen Terroranschlägen wird von Muslimen gefordert, selbstkritisch zu sein. Es ist nun an Zeit zu fragen, was Medienschaffende mit dem Massaker in Neuseeland zu tun haben.

Es ist eine kleine Geste und doch berührt sie dieser Tage auf besondere Weise. Vor der Ahmadiyya-Moschee in Frankfurt hat jemand einen Strauß Blumen abgelegt, daneben eine Kerze angezündet auf der steht: Wir stehen zusammen. Ein christliches Kreuz, ein Herz und ein Halbmond rahmen den Schriftzug. Auf einmal geht es. Muslime gehören dazu, sind im „Wir“ ausdrücklich mitgemeint. Wenn das grausame Massaker in Christchurch eines deutlich gemacht hat, dann dies: Dass die Trennlinie nicht zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen verläuft, sondern zwischen menschenverachtenden Ideologen auf der einen Seite und empathiefähigen Humanisten auf der anderen.

Es ist ein brüchiges „Wir-Gefühl“, das da beschworen wird. Denn über weiße Terroristen wird anders berichtet, als über muslimisch-stämmige. In England bemüht ein großes Boulevardblatt die Familiengeschichte der Massenmörder; menschelnd wird vom am Krebs verstorbenen Vater des blonden Täters erzählt. Solche Stories verbreiten Informationen, die für die Nachricht nicht relevant sind, sie sind damit nicht einfach neutral. Es sind indirekte Relativierungen, die einem barbarischen Akt ein menschliches Antlitz zu geben suchen. Obwohl keine tragische, noch so traumatisierende Biografie eine Erklärung sein kann für einen Terroranschlag, wird hier doch ein Frame gezeichnet, der suggeriert: Die Tat ist der individuellen, schweren Vorgeschichte einzelner Akteure geschuldet, die emotional vorbelastet in falsche Milieus geraten sind. Diese Art der Rahmung, das Narrativ des verblendeten, durchgeknallten, psychisch Kranken, der ein lone wolf, ein Einzeltäter ist, ist nicht neu.

Ob es um den Norweger Anders Breivik oder den Münchener Attentäter von 2016 ging: Sie galten zunächst als Amokläufer ohne politisches Motiv. Es gibt vielleicht keine einheitliche Organisation, der sie angehören, doch was sie sehr wohl vereint ist eine globale, neofaschistische Ideologie: Der Rassismus derjenigen, die den weißen Menschen für überlegen halten und sich im Krieg gegen die vermeintliche Unterwanderung durch den Islam wähnen.

Es ist ein Krieg, der von Extremisten auf beiden Seiten befeuert wird, indem dem jeweiligen Feind das Menschsein abgesprochen wird. 

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STANDPUNKTE • Wikideologie | KenFM.de

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18-03-19 07:38:00,

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Von Stephan Bartunek.

Als links Denkender und internetaffiner Mensch, schmerzt es mich diese Zeilen zu verfassen. 
Aber heißt „links“ nicht in erster Linie, sich der Aufklärung verpflichtet zu fühlen indem man die Machtfrage stellt? 
Und ist es dann nicht eher etwas „rechts“ gedacht, wenn man diese Fragen nicht zulassen möchte, indem man mit, welchen Methoden auch immer, sich gegen Aufklärung und Kritik und damit verbundener Veränderung stellt?

Zuerst mal, möchte ich festhalten, dass ich einen breiten Freundes- und Bekanntenkreis habe und da eben nicht nur „Linke“ darunter sind.

Mich stört das nicht, im Gegenteil, das empfinde ich als gelebte Vielfalt, als Diversität und gerade in Debatten und Gesprächen mit politisch Andersdenkenden kann man doch seine eigenen Positionen überdenken, nachjustieren oder schärfen und so auch auf einen Konsens hin arbeiten. Sei es nur am Küchen- oder Wohnzimmertisch. 
Gerade diese Freiheit des Wortes, des Geistes, ist für mich eine, wenn nicht die wichtigste Stütze der liberalen Demokratie.
Keiner aus meinem Freundes- oder Bekanntenkreis sieht das anders, egal ob sie sich selbst als „rechts“ oder „links“ wahrnehmen.

Für mich sind das Anzeichen, dass es um mich als Demokraten nicht allzu schlecht bestellt ist. 
Auch, wenn es in den Untiefen des Netzes, anonyme Hysteriker gibt, die das anders sehen. Und, dass ich hier explizit von Hysterikern und nicht auch von Hysterikerinnen schreibe, ist gewollt und begründet.
Seit einiger Zeit beschleicht mich ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn ich an unsere liberale Demokratie, an unsere freie und offene Gesellschaft denke. 
Nicht nur, aber gerade auch, durch unsere Arbeit, die man auf YouTube unter „Geschichten aus Wikihausen“ auf dem Kanal der „Gruppe42“ findet, verstärkt sich dieses mulmige Etwas in meiner Magengrube und lässt mich Gedanken fassen, die ich so vor einiger Zeit noch nicht hatte. 
Vermutlich wissen Sie es, vor drei Wochen gab es am Hamburger Landesgericht ein richtungsweisendes Gerichtsurteil. Es stand in Zusammenhang mit „Geschichten aus Wikihausen“.

Die investigativen Journalisten Markus Fiedler und Dirk Pohlmann hatten bei dem Rechercheprojekt tief in die Wikipedia hinein gesucht und so allerhand gefunden. Eine besondere Entdeckung war ein „Autor“ der Online Enzyklopädie,

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STANDPUNKTE • Die multinationale Historie Englands und der Brexit | KenFM.de

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17-03-19 06:30:00,

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Von Michael Griesemer.

Der Historiker verzweifelt schnell bei der Suche nach der Fundierung eines „englischen“ Nationalgefühls – wenn es sich nicht im Kern nur mit kolonialer Großmachts-Nostalgie nach Übersee übersetzen lässt (statt mit einem über Jahrhunderte gereiften „Nationalbewusstsein“ im eigentlichen Sinn): Ein guter Indikator für Nationalgefühl ist eine gemeinsame Sprache. Das „Englische“ ist aber eine multi“nationale“ Mixtur: Aus mit keltischen Klängen der bald erschlagenen Ureinwohner verfremdeten lateinischen, norddeutschen, gälischen, französischen und skandinavischen Worten.

Es sei ihnen gelassen: Immerhin wird Englisch als offizielle Sprache auf der Insel „schon“ seit Heinrichs IV. erster Thronrede auf Englisch im Jahr 1399 gesprochen. Während „England“ bis dahin zu 50 % das heutige Frankreich war (oder umgekehrt – je nachdem, auf welcher Seite des Kanals man stand): Sprach, was auf der Insel lesen oder schreiben konnte, seit 1066 offiziell Französisch. Selbst König Richard Löwenherz war eines „Englischen“ nicht mächtig. Was ein Nationalgefühl, andererseits, was die  Kriterien gemeinsamer Stammesgeschichte oder Herkunft anbetrifft: So haben sich – als Anfang „Englands“ – aus allen 4 Himmelsrichtungen keltische Gälen, keltische Briten, Römer, Picten, Skoten, Schleswig-Holsteiner, Niedersachsen, Dänen und Norweger auf der Insel zusammengefunden, um sich als Gründungsbaggage dieser seltsamen „Nation“ gegenseitig die Köpfe einzuschlagen.

Nicht, dass das mit Deutschlands oder Frankreichs “Nationsbildung” – im Prinzip – so sehr anders wäre: Wir alle sind multi „völkische“ Konglomerate in den Anfängen. Nirgendwo in Westeuropa als auf dieser Insel aber scheint sich ein derartiger “National”stolz gehalten zu haben, bei dem an “National-” gar nichts richtiges zu fassen ist – egal, auf was dabei eigentlich: Hauptsache “-stolz”. Es bleibt nur Stolz auf Großmachtsvergangenheit zur Erklärung – oder der Wunsch, selbst bei mäßigen und schlechten oder mörderischen Kulturleistungen sich für die Welt noch einfach als „ganz besonders“ vorauszusetzen.

Und in diesen beiden Belangen fällt einem in Europa außer England derzeit eigentlich nur der so geartete „Osmanenstolz“ der Erdogan-Türkei ein, am gegenüber liegenden anderen Ende Europas. Alles, was Kulturen wie bspw. die letztere kennzeichnet, ist: Dass sie zu einer gegebenen Zeit 1) Rüstungserlegenheit für Eroberungen entwickeln, darum 2) bald alles mit Goldprunk kunsthandwerkeln, tapezieren und schreiben,

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STANDPUNKTE • „Teile und herrsche“, das bewährte Herrschaftsinstrument | KenFM.de

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14-03-19 08:12:00,

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Seit Jahrtausenden bekannt, und doch immer wieder effektiv.

Von Jochen Mitschka.

„Divide et impera“ wird allgemein auf die römische Außenpolitik zurückgeführt, auch wenn das Prinzip wesentlich älter sein dürfte. Das Prinzip erklärt, wie man als einzelner oder kleine Gruppe eine viel größere Gruppe beherrschen kann. Man muss lediglich die „zu besiegende oder zu beherrschende Gruppe (wie z.B. ein Volk) in Untergruppen mit einander widerstrebenden Interessen aufspalten“ (Wikipedia). Dadurch wird erreicht, dass die Teilgruppen gegeneinander kämpfen, statt sich zu vereinen und gegen den gemeinsamen Feind zu marschieren. Man konnte und kann das Prinzip in der globalen Politik, aber auch in der deutschen Innenpolitik bis zur Perfektion weiterentwickelt, beobachten. Inzwischen wurde es sogar zu einer Marketingstrategie zum Verkauf von Medien. Aber das Prinzip trifft in letzter Zeit auch auf Widerstand.

Ein Musterbeispiel für erfolgreiche Politik des teile und herrsche stellt wohl die Politik der USA gegenüber dem Irak und dem Iran zwischen den Jahren 1979 bis zum zweiten Krieg der USA gegen den Irak dar. In dieser Periode nutzten die USA den Irak zur Eindämmung der Entwicklung des revolutionären Iran. Während des Krieges des Irak, kurz nach der Revolution gegen eine stark geschwächte iranische Armee und Luftwaffe, dienten US-Kriegsschiffe als vorgeschobene Fluglotsen, um den irakischen Piloten in die zu bombardierenden Ziele einzuweisen. Andererseits lieferte man aber dann doch Waffen und Ersatzteile im Rahmen des Iran/Contra-Skandals an den Iran, damit der Irak nicht zu stark werden konnte. Denn das Ziel der US-Politik war, beide Länder durch den Krieg so zu schwächen, dass keines zu einer wichtigen Regionalmacht heranwachsen konnte.

Schauen wir uns an, wie Rom die Vasallenmächte unter Kontrolle hielt:

Praktiziert wurde diese Maxime bereits in der rechtlichen Organisation des Römischen Reichs. Die einzelnen Mitgliedstaaten hatten nur Verträge mit der Zentralmacht Rom. Verträge untereinander abzuschließen war ihnen verboten. Außerdem sorgte Rom für eine deutliche Unterschiedlichkeit der einzelnen Bündnispartner. Hierbei reichte das Spektrum der Wertigkeit von den Unterworfenen, den subiecti, über Verbündete (foederati) und Bundesgenossen (socii) bis zu rechtlich gleichgestellten Freunden des römischen Volks (amici populi Romani), die mit der Zuerkennung der civitas Romana,

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STANDPUNKTE • Rechts, Radikal, Bundeswehr | KenFM.de

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11-03-19 08:28:00,

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Der Militärische Abschirmdienst schirmt nichts ab.

Von Uli Gellermann

Als sei die rechte Gesinnung vom Himmel gefallen: Deutsche Medien berichten von rechtsradikalen Soldaten. Es seien mehr als bisher bekannt. Der MAD, der Militärische Abschirmdienst, habe seine Statistik nach oben korrigieren müssen. Und wie üblich zählen die üblichen Medien die Vorkommnisse: Mal werden 450 Verdachtsfälle notiert, dann wieder wird von 64 Verdachtsfällen berichtet. Die Frage nach dem WOHER oder dem WARUM stellt der deutsche Mehrheitsjournalismus nicht.

Was rechtsradikal nach dem Gesetz ist, das ist seit dem Verbotsurteil des Bundesverfassungsgerichtes gegen die „Sozialistische Reichspartei (SRP)“ aus dem Jahr 1952 ziemlich bekannt: Das Gericht begriff die Missachtung des Grundgesetzes als wesentliches Merkmal für die Einstufung der Partei als verfassungsfeindlich. Diese Missachtung kann, sollte, müsste ein Gericht feststellen. Aber im Vorfeld der Gerichtsbarkeit wird die Polizei, werden die „Dienste“ tätig.

Der in diesem Fall zuständige Dienst ist der MAD. Und natürlich hat auch der eine juristische Grundlage: Das Gesetz über den militärischen Abschirmdienst (MAD-Gesetz – MADG). Wer das Gesetz lesen mag, der wird schnell auf eine interessante Aufgabe des Dienstes stossen: Er soll „insbesondere sach- und personenbezogene Auskünfte, Nachrichten und Unterlagen, über Bestrebungen“ sammeln, „die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind.“

Nun untersteht die Bundeswehr der Bundesverteidigungsministerin. Die wiederum wird von der Kanzlerin kommandiert. Jüngst erst haben sich die beiden Damen zur Stationierung der Bundeswehr in Afghanistan geäußert. Frau Merkel war sich sicher, „dass unsere Präsenz und auch die Präsenz der anderen Nationen . . . auch abhängig sind von dem amerikanischen Engagement“.

Auch Frau von der Leyen wußte: „Verlassen die Amerikaner Afghanistan, zieht auch die Bundeswehr ab – Gemeinsam rein – gemeinsam raus“. So sehr man sich als Vernunft und Frieden liebender Mensch über einen möglichen Abzug deutscher und US-amerikanischer Truppen aus dem geplagten Afghanistan freuen mag: Beide Kommandeusen haben ihre verfassungswidrige Haltung erneut bestätigt. Ohne dass der MAD auch nur eine Akte über sie angelegt und sie dem Verfassungsgericht als Feinde der Verfassung gemeldet hat.

Offenkundig und beweisbar haben die beiden Herrinnen über das militärische Verfahren in Afghanistan ihr Kommando einer fremden Macht unterworfen.

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STANDPUNKTE • Fake News – Detox durch gezielte Fragen | KenFM.de

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10-03-19 03:03:00,

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Von Dr. Christoph Quarch.

Eine Demokratie lebt vom öffentlichen Diskurs. Der öffentliche Diskurs aber speist sich aus Nachrichten und Informationen. Dass darin für die politische Kultur eines Gemeinwesens eine latente Gefahr liegt, sah schon Platon, der den öffentlichen Raum einer Gesellschaft mit einem Schattenspiel-Theater verglich: Die Bürger werden fortwährend mit Informationen versehen, die sie für die Wirklichkeit halten bzw. mit der Wirklichkeit verwechseln, über die sie informieren oder wenigstens zu informieren vorgeben.

Nicht das Sein der Wirklichkeit, so Platons Einsicht, zählt im öffentlichen und politischen Raum, sondern der Schein, der von dieser Wirklichkeit erzeugt wird: die Bilder, die im öffentlichen Raum von ihr kursieren oder in Geltung stehen. Politik läuft daher stets Gefahr, zu einer Kunst der Scheinerzeugung zu geraten und zu einer Technik der Manipulation und reinen Meinungsmache zu degenerieren. Denn Meinung generiert Macht – und Macht ist die Währung, in der Politik ihren Erfolg misst.

Auch wenn Platons Bild mehr als 2400 Jahre alt ist: Der moderne Medienkonsument gleicht noch immer einem platonischen Höhlenbewohner. Das ist keine triviale Einsicht. Denn sie ruft zwei wichtige Sachverhalte in Erinnerung: zum einen, dass wir als Medienkonsumenten unabdingbar Bürger einer „erscheinenden Welt“ (Hannah Arendt) sind und zum andern, dass es deshalb grundsätzlich keine objektiv wahren Nachrichten geben kann. Im öffentlichen Erscheinungsraum ist jede Nachricht subjektiv. In ihrem Hintergrund stehen unausweichlich unausgesprochene Interessen und Kriterien, nach denen sie ausgewählt und gewichtet wurde.

Die unhintergehbare Subjektivität einer Nachricht macht sie freilich noch nicht zu Fake News. Fake News gibt es erst da, wo der Inhalt einer Nachricht bewusst gefälscht wurde, um eine erhoffte Wirkung zu erreichen. Die Macher von Fake News bedienen sich mithin der im politischen Raum herrschenden Logik des Scheins, nach der sich der Wert einer Nachricht nicht in ihrer objektiven Wahrheit quantifizieren lässt, sondern vornehmlich nach der Wirkung, die man mit ihr erreichen kann.

Wirkung erreicht eine Nachricht dann, wenn sie erstens emotional aufgeladen ist und sich zweitens politisch kontextualisieren lässt. Das war schon immer so und wurde immer schon von Propagandisten und Populisten genutzt, um Meinungsmache zu betreiben und Massen zu manipulieren bzw.

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STANDPUNKTE • Venezuela – das aktuelle Opfer eines Angriffskrieges | KenFM.de

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08-03-19 12:51:00,

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Kriege werden heute nicht mehr nur mit Bomben und Raketen geführt.

Von Jochen Mitschka.

Das Handbuch für „unkonventionelle Kriegsführung“ der US-Armee (Army Special Operations Forces Unconventional Warfare (1)) gibt einen Eindruck davon, wie Kriegsführung im 21. Jahrhundert von mächtigen Staaten realisiert wird. Da spielen Kriegserklärung und Invasionsarmeen längst nicht mehr die Hauptrolle. Neben verdeckten Operationen von Spezialeinheiten sind es psychologische Operationen, Nutzung der Zivilgesellschaft und die Unterstützung von „Elementen und Aktivitäten“, Diplomatie, so genannte Informationsverbreitung, Geheimdienstaktivitäten, wirtschaftliche Instrumente, und das Finanzwesen, die eine immer größere Rolle spielen. Und die Opferzahlen dieser „unkonventionellen Kriegsführung“ übersteigt nicht selten die eines Bombenkrieges. Allerdings ohne in das Bewusstsein der Gesellschaften zu gelangen, die dafür verantwortlich sind.

Und selbst als die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright in einem TV-Interview im Jahr 1996 auf die Frage, ob die US-amerikanischen Sanktionen gegen den Irak, die eine halbe Million irakische Kinder das Leben gekostet hatten, diesen Preis Wert waren, mit „Es ist diesen Preis wert“ geantwortet hatte, gab es keinen Sturm der Entrüstung. (2):

Journalistin fragt: Wir haben gehört, dass mehr als eine halbe Million Kinder starben. Das sind mehr Kinder die starben als in Hiroshima. War es den Preis wert? Antwort Albright: ‚Ich denke, das ist eine schwere Entscheidung. Aber der Preis, wir glauben, der Preis ist es wert‘. (2)

Und Mark Weisbrot, Co-Direktor des Center for Economic and Policy Research in Washington, D.C, erklärte in einem Interview, dass die Maßnahmen der US-Regierung gegen Venezuela noch dramatischer wären, als diejenigen, die vor dem Krieg gegen den Irak verhängt worden waren, Sanktionen die wie gesagt unter anderem den Tod von mind. 500.000 Kindern verursacht hatten. So blockieren die USA Importe von Arzneimitteln, die Venezuela bereits bezahlte, darunter 300.000 Dosen Insulin, Dialysezubehör zur Behandlung von 15.000 Patienten, Krebsmedikamente, Malariaimpfstoffe (18), behaupten aber, das Land würde keine „humanitäre Hilfe“ ins Land lassen. Und um weitere Käufe von Arzneimitteln zu verhindern, blockiert die Zentralbank von Großbritannien die Rücklieferung von Gold an Venezuela, das dort zur Sicherheit für ein Darlehn hinterlegt worden war, nach Rückzahlung aber für den Kauf von „humanitären Gütern“ genutzt werden sollte.

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STANDPUNKTE • Einer muss der Blödmann sein | KenFM.de

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04-03-19 07:12:00,

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Von Uli Gellermann

Es war ein guter Moment für deutsche Linke. Damals. Als die PDS auf den bundesrepublikanischen Plan trat. Als sie anfänglich die Reste der DDR aufsammelte und bescheidene sozialistische Hoffnungen hegte. Und schieres Entsetzen bei der West-Bourgeoisie auslöste. War die doch gerade dabei, die Funken auszutreten, die nach dem kommunistischen Steppenbrand die halbe Welt zu entzünden drohten. Schnell wurden die schweren Stasi-Geschütze in Stellung gebracht. Doch während der Generalverdacht nicht wenige Menschen der gewesenen DDR einschüchterte, erhoben die Leute rund um Gregor Gysi und Lothar Bisky ihre Häupter und wagten sogar auf manches Erbe der DDR stolz zu sein. Und während die westdeutsche SPD mit der asozialen Agenda 20/10 ihren Niedergang organisierte, und die andere linke Partei, die GRÜNEN, ihr pazifistisches Erbe in die Tonne trat, dehnte sich die PDS, durch die Vereinigung mit der WASG nach Westen aus: Die Chance auf ein Anknüpfen an linke, an revolutionäre Traditionen gar schien gegeben.

„Einer muss der Bluthund sein“, sagte der sozialdemokratische Reichswehr-Minister Gustav Noske, als er 1919 den sozialistischen Aufstand niederschlagen und Luxemburg sowie Liebknecht ermorden ließ. Von Aufständen aller Art ist die Bundesrepublik weit entfernt. Auch Bluthunde sind kaum zu sehen. Aber der jüngste Parteitag der LINKEN hat die alten Hoffnungen auf grundlegende Veränderungen des Landes ziemlich gründlich beerdigt. Er sollte so etwas wie ein Auftakt zum EU-Wahlkampf sein. Doch schon in seinem Umfeld machte der rechte Flügel der PdL deutlich, dass er keine grundstürzende Änderung des undemokratischen und militaristischen Gebildes wünschte. Der Strippenzieher Gregor Gysi manifestierte, dass es keine Skepsis gegenüber Europa oder der EU gäbe, und auch die Parteichefin Katja Kipping verwechselte absichtsvoll die EU mit „Europa“, als sie dem Kontinent ihre Liebe erklärte. Nur nicht daran erinnern, dass zu Europa auch Russland gehört und dass die militarisierte EU natürlich gegen Russland gegründet wurde und bis heute als Sprungbrett der NATO in den Osten genutzt wird.

Wer dann trotzdem das Dokument des jüngsten Bonner Parteitages liest, der findet eine Fülle kluger und wichtiger Forderungen zur Veränderung der Europäischen Union. Aber keine Fundamental-Opposition. Weder wird an den Abstimmungsbetrug zur EU-Verfassung erinnert,

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STANDPUNKTE • Ein Tag bei Scientology | KenFM.de

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02-03-19 04:21:00,

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Von Nadim Ganai.

Ich bekunde einem Mitarbeiter der Organisation per E-Mail mein Interesse an der Lehre von Scientology. Daraufhin antworten mir nacheinander drei (!) Personen. Sie machen eigenartigerweise unterschiedliche Terminvorschläge und einer fragt: „Wo wohnen Sie denn?“ und ein anderer: „Sind Sie telefonisch erreichbar?“. Beide Informationen gebe ich auf keinen Fall weiter. Eine Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsabteilung schickt mir dann einen provisorischen Infozettel, der auf einen „Tag der Offenen Tür“ am kommenden Sonntag hinweist. Es ist eine ausgedruckte DIN-A4-Seite, die abfotografiert wurde und als Anhang einer Mail zugesandt wird. Vermutlich ist das eine ganz exklusive Einladung, denn weder auf der Website noch auf einem anderen öffentlichen Kommunikationskanal findet sich dieselbe Ankündigung.

Am Sonntag begebe ich mich dann zu einem unscheinbaren Wohngebäude zwischen Cafés und Wirtshäusern. Über der Eingangstür steht geschrieben: „Dianetik-Zentrum“. Auf der Website von Scientology las ich, dass Dianetik „eine einfache, praktische, leicht vermittelbare Methode“ sei, mit der man den reaktiven Verstand „überwinden und den Zustand Clear erreichen“ könne. An diesem Tag strömen dutzende Menschen in dieses Zentrum, das von ihren Mitarbeitern als „Kirche“ bezeichnet wird. Doch diese Kirche ist nicht irgendein Gotteshaus von nebenan. Ihre Mitglieder sind nicht Christen, sondern Scientologen. Man wird das Gefühl nicht los, dass sie sich in einer christlich-geprägten Gesellschaft vertraut geben wollen.

Glauben Scientologen an Gott? Auf ihrer Website heißt es: „Ganz bestimmt“, aber sie drücken es lieber als „Streben zum Dasein als Unendlichkeit“ aus. Wenn es keine Christen sind, warum nutzen sie ein Kreuz als ihr Logo? Auf ihrer Website stellen sie dieses Symbol als vorchristliches Kreuz mit acht Spitzen vor, das „die acht Teilbereiche oder Dynamiken des Lebens darstellen“ soll, durch die „jeder Mensch zu überleben“ versuche.“ Gleichzeitig nutzt die Organisation den Begriff der „Kirche“, obwohl – oder gerade weil – sie in Deutschland nicht als Religionsgemeinschaft anerkannt wird. Weil sie es jedoch in einigen Ländern ist, wird in diversen Videos und Schriften andauernd das ermüdende Mantra angestimmt, dass Scientology eine anerkannte Religion sei.

An den Fenstern wird ein Buch beworben: ein Lava speiender Vulkan ziert das Cover des Grundlagenwerks von Scientology.

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STANDPUNKTE • Von Jugoslawien bis Venezuela (Teil 2) | KenFM.de

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28-02-19 04:32:00,

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Die Geschichte der Verleugnung des deutschen Grundgesetzes und der Geschichte

Von Jochen Mitschka.

Fortsetzung zu Teil 1 „Von Jugoslawien bis Venezuela“:

Die Zerstörung Libyens

(29) EuroNews berichtet am 20. März 2011: „Die Luftstreitkräfte der Alliierten haben die Offensive von Gaddafis Truppen gegen die Rebellen in Bengasi erfolgreich gestoppt. Seit Beginn der Operation am Samstag habe es keine Angriffe auf die Stadt gegeben, das berichten Augenzeugen“.

Natürlich war Gaddafi ein Diktator, denn die Menschen hatten nicht den Luxus der Wahl wie in einer „repräsentativen Demokratie“ im Westen. Aber das Land bot den Menschen einen der höchsten Lebensstandards in Afrika, leistete umfangreiche Hilfe für viele ärmere Länder, bot Arbeitsplätze für Migranten, und stellte sicher, dass die Menschenrechte auf Unterkunft, Krankenversorgung, Nahrung und Sicherheit gewährleistet waren.

Unter Gaddafi war auch Bildung kostenlos. Und er realisierte das größte Wasserkontrollprojekt in der Geschichte der Menschheit, um sauberes Trinkwasser für das ganze Land zur Verfügung zu stellen. Libyen hatte keine Auslandsschulden und 150 Milliarden Vermögen im Ausland, das dann von seinen Feinden eingefroren worden war.

Die Gleichheit der Geschlechter war gesetzlich festgelegt und niemand musste hungern. Die Verstaatlichung der Ölindustrie kam allen Menschen Libyens zugute. Und mit riesigen Goldvorräten plante Gaddafi, Afrika mit einer goldgedeckten Währung zu einigen, und damit die Reste kolonialer Herrschaft abzuschütteln.

Wie im Fall vom Irakkrieg, nahm Deutschland nicht offiziell am Krieg gegen Libyen teil. Cicero beschrieb die offiziell verkündete deutsche Haltung:

„Eine Entscheidung im UN-Sicherheitsrat stand an, dem Deutschland zu jener Zeit turnusmäßig angehörte. Und der deutsche Außenminister wies den deutschen Botschafter in einer spektakulären Aktion zu einer Enthaltung an.

Was war die Empörung groß! Joschka Fischer, ewiger Antipode Westerwelles, dessen Vorgänger als Außenminister und selbsternannter Weltgeist, erkannte in der Aktion „das vielleicht größte Debakel seit Gründung der Bundesrepublik“. Das gesamte außenpolitische Kommentariat Deutschlands und der Welt fiel über den damaligen FDP-Chef her. Die Causa war der letzte Tropfen, den es noch brauchte, um ihn jenen Parteivorsitz zu kosten.“  (23)

An vorderster Front für die Unterstützung des Krieges gegen Libyen war die einstige Anti-Kriegs-Partei „Bündnis90/Die Grünen“.

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STANDPUNKTE • Von Jugoslawien bis Venezuela (Teil 1) | KenFM.de

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27-02-19 09:50:00,

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Die Geschichte der Verleugnung des deutschen Grundgesetzes und der Geschichte

Von Jochen Mitschka.

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, heute Abend hat die NATO mit Luftschlägen gegen Jugoslawien begonnen“ (1)

Mit diesen Worten beginnt eine Dokumentation der ARD aus dem Jahr 2001 über den Angriffskrieg der NATO im Jahr 1999 gegen Jugoslawien. Der Titel der der Sendung lautet „Es begann mit einer Lüge“. Der Titel sollte in der Folge für alle weiteren militärischen Interventionen, an denen Deutschland direkt oder indirekt beteiligt war, berechtigt anzuwenden sein. Und wenn es bei der neuesten Regime-Wechsel Kabale der NATO-Länder gegen Venezuela, wie vorher in anderen Ländern, zu Terrorismus, Bombardierungen, bewussten Erzeugungen von Hungerkatastrophen und Seuchen kommen wird, dann wird dies nur der neueste Fall in einer Kette von Verbrechen sein, an denen Deutschland sich seit dem Sündenfall im Krieg gegen Jugoslawien beteiligte.

„Damit will das Bündnis weitere schwere und systematische Verletzungen der Menschenrechte unterbinden, und eine humanitäre Katastrophe im Kosovo verhindern. Der jugoslawische Präsident Milosevic führt dort einen erbarmungslosen Krieg.“ (2)  

Jahre später sollte das internationale Gericht, das die Sieger des Krieges über das besiegte Jugoslawien gebracht hatten feststellen „Es gab keine ausreichenden in dem Fall vorgelegten Beweise, die nachweisen, dass Slobodan Milosevic mit dem allgemeinen Plan [ethnisch von nicht Serben bereinigte Territorien zu schaffen] einverstanden war“. Allerdings verstarb er am 11. März 2006 im Gefängnis von Den Haag. Eine von den Siegermächten durchgeführte Autopsie ergab, dass er an einem Herzleiden verstorben war. Sein Tod war kurz nach der Ablehnung einer medizinischen Behandlung in einer kardiologischen Klinik in Russland eingetreten.

Der ehemalige Oberstleutnant der NATO-Luftwaffe, Jochen Scholz, erklärt in einer Dokumentation zu Beginn des Angriffskrieges der NATO gegen Jugoslawien:

„.. und habe dann eben feststellen müssen, dass die tatsächliche Lage im Kosovo nicht mit dem übereingestimmt hat, was die Politik nach außen verkündet hat. Sie kennen alle die Begrifflichkeiten, die damals prägend waren in der öffentlichen Debatte, ethnische Säuberung, Völkermord, Vertreibung, das waren so die Stichworte … humanitäre Katastrophe.

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STANDPUNKTE • ARD regelt mehr als Sprache | KenFM.de

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25-02-19 09:49:00,

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Die dicksten Lügen haben die größten Quoten

Von Uli Gellermann

Von BILD bis „Junge Welt“: Das 120.000-Euro-Gutachten der ARD zum „Framing“ wird zwischen Hochstapelei und Manipulations- Handbuch eingeordnet. Und, selten genug, beide haben Recht. Und beide greifen zu kurz: Das „Framing Manual“ ist ein ideologisches Manifest der ARD, das alle vorhandenen gesetzlichen Regularien und Grundlagen der ARD durch Ignorieren außer Kraft setzt und die Machtergreifung einer hauseigenen, hausgemachten Glaubensgemeinschaft predigt. So organisiert man Gefolgschaft. Erst nach innen, bei den aktiven Trägern der Ideologie, den Redakteuren, dann bei den Zuschauern, die letztes Ziel der Ideologisierung sind. Fraglos ist Elisabeth Wehling, die Autorin des Manuals, keine simple Propaganda-Röhre. Aber ihre ARD-Glaubenspredigt hat alle Züge der klassischen, sektiererischen Formierung einer Kampfgemeinschaft. Was zu beweisen ist.

JEDE SEKTE BRAUCHT DEN GEGNER

Wer eine Glaubensgemeinschaft konstituieren will, braucht immer einen äußeren Feind. Der wird im Manifest der Wehling „Gegner“ genannt. Es versteht sich, dass in diesem primitiven Schema die ARD immer als gut begriffen wird und der „Gegner“ böse ist – so schreibt Frau Wehling zum Beispiel: „Der Grund, dass sich die ARD für das jeweilige Anliegen einsetzt, während ihre Gegner – ob etwa in Form politischer Kräfte oder Kommerzmedien – sich gegen das Anliegen stark machen, liegt darin, dass beide ‚Lager’ ein und dieselbe Faktenlage unterschiedlich bewerten.“ Der Trick kommt auf Socken daher: Die politischen Kräfte werden nicht benannt oder gar analysiert. Und die „Kommerz-Medien“ als Gegner behauptet, obwohl die ARD genau denen seit Jahr und Tag immer ähnlicher wird, mit ihnen das Personal austauscht und vor allem mit ihren Talkshow-Formaten selbst neue kommerzielle Zentren außerhalb der öffentlichen Kontrolle etabliert hat, in denen Millionen verdient werden und Talk-Zucht-Meisterinnen wie Anne Will eine völlig ungezügelte Manipulations-Macht ausleben.

Natürlich sind die privaten, kommerziellen Sendeanstalten durchweg noch schlimmer. Aber da sie, immer die Einschaltquote im Auge als Beispiel und Zielmarke im Kampf um bezahlte Werbung, längst die Veränderung der ursprünglichen ARD-Struktur bewirkt haben, ist ihre Positionierung im Wehling-Text als Gegner nur ein Trick zur Herstellung einer feindlichen Umwelt,

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