Militärische Konfrontation statt friedlichen Zusammenlebens, Abschreckung statt Abrüstung

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09-11-20 04:42:00,

Ist Ihnen aufgefallen, wie gleichlautend und offensichtlich systematisch geplant und gesteuert die Berichterstattung zur US-Präsidentenwahl genutzt worden ist, um uns auf vielen Kanälen eine Botschaft „einzutrichtern“, die mit der Wahl und dem Wahlergebnis nicht unmittelbar etwas zu tun hat: Deutschland und Europa müsse sich um seine eigene Sicherheit kümmern, deshalb aufrüsten, um die „Abschreckung“ sicherstellen. Das Wort Abschreckung, dieses Unwort des Kalten Krieges aus den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, wird neu belebt. Die Bedeutung der Vertrags- und Friedenspolitik – 1960-1990 – wird damit aus der Geschichte entsorgt. Die Berichterstattung zur US-Wahl wird genutzt, um diese völlig veränderte Politik in die Hirne und Herzen der Mehrheit zu trimmen. Nur wenige Menschen scheinen zu begreifen, welche fundamentale und gefährliche Veränderung der Politik hier betrieben wird. Albrecht Müller.

Hier sind die Belege

  1. Beleg für die Sprachregelung: Auszug aus dem neuen „Spiegel“ Seite 13:

    Der „Spiegel“ zitiert wohlwollend die verteidigungspolitische Beraterin von Biden, Michele Flournoy, und meint, sie würde darauf drängen, dass „Washington wieder entschlossener gegenüber Russland und China auftritt und mehr Geld in Abschreckung steckt“. Der „Spiegel“ weist auch darauf hin, diese möglicherweise kommende Verteidigungsministerin im Kabinett Biden habe ungehalten auf den Vorstoß des SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich reagiert, als dieser die Beteiligung Deutschlands an der sogenannten nuklearen Teilhabe infrage stellte. – Hier wird also auf voller Breite schon Stimmung gemacht gegen die wenigen Versuche deutscher Politiker, die erfolgreiche Entspannungs- und Friedenspolitik wiederzubeleben. – Man muss es ihnen lassen: Die Agitatoren der Aufrüstung, die Einflusspersonen der Rüstungswirtschaft arbeiten umfassend und konsequent.

  2. Beleg: Der Kommentar von Peter Frey in der Heute-Sendung vom 7.11.2020 um 19:00 Uhr.

    Der Kommentar, in dem der Chefredakteur des ZDF den Begriff Abschreckung und den gleichen Gedanken wie seine Kollegen vom „Spiegel“ formulierte, war mir aufgefallen und Lesern der NachDenkSeiten erfreulicherweise auch. Ich zitiere die Lesermail von Rolf Erdmann aus Frankfurt:

    Liebe NDS,

    hier der Kommentar des Herrn Frey in “heute” am 07.11.20, nach dem verkündeten Wahlsieg von Biden ab Minute 12.07.: Wir müssen uns den Wahlsieg etwas kosten lassen; wir dürfen den USA nicht die Kosten des “Abschreckungsbeitrags” überlassen.
    Hier der Link auf die Sendung.

     
    Insgesamt ein unglaublich devoter Kommentar inklusive der Aussage, wir müssten uns auch die Stabilisierung der Präsidentschaft Biden etwas kosten lassen.

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Brücken statt Mauern

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25-09-20 04:11:00,

Vierzig Jahre gab es Deutschland praktisch zwei Mal. 28 Jahre lang standen sich die beiden Staaten schwer bewaffnet gegenüber. Die innerdeutsche Grenze trennte nicht nur Ost und West, sondern auch viele Familien. Sie prägte Schicksale.

Dann kam — vor 30 Jahren — die Wiedervereinigung. Seitdem wurde viel Geld investiert in den „Aufbau Ost“, seitdem reisen alle Bürger im vereinigten Deutschland ungehindert nach hüben und drüben und wählen Volksvertreter aus einer langen Liste von Parteien in die Parlamente.

Und doch bestehen noch immer gravierende Unterschiede zwischen Ost und West, mitunter vertiefen sie sich auf neue Weise.

Zahlreiche Statistiken belegen das: Die Arbeitslosenrate ist in Ost deutlich höher als in West (1). Umgekehrt verhält es sich mit der Vermögensverteilung: Das private Pro-Kopf-Vermögen ist im Westen mehr als doppelt so hoch wie im Osten.

Nur 2,8 Prozent aller heutigen hohen Entscheidungsträger wuchsen im Osten auf (2). Dass die Kanzlerin aus Ostdeutschland kommt, wirkt da schon fast wie ein Ausrutscher in der jüngeren Geschichte. Tatsache ist, dass Ostdeutsche auch in den neuen Bundesländern nur selten viel zu sagen haben.

Auch menschlich blieb man sich bisweilen fremd. Die vielen Jahre der Zweistaatlichkeit, die unterschiedlichen Erfahrungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft prägten die Bürger in Ost und West, und diese Prägungen sind es, die gegenseitiges Verstehen noch immer erschweren, ja manchmal sogar verhindern.

Auf beiden Seiten gibt es Vorurteile. Und Medien, die ebenfalls weitgehend von westdeutsch sozialisierten Akteuren besetzt sind, pflegen und fördern diese häufig. Die emotionale Spaltung des Landes scheint ihnen geradezu am Herzen zu liegen, vielleicht ja auch, weil sich damit Schlagzeilen und „Klicks“ generieren lassen. „Ossi“-Schelte, manchmal gar -Häme kann verspüren, wer medial immer wieder über die „Rückständigkeit der Ostdeutschen“ belehrt wird. Dies bleibt nicht ohne Folgen: Auch im Osten existieren entsprechende Pauschalurteile den Westdeutschen gegenüber. Selten fallen sie positiv aus.

Warum also dieses Buch? Genau darum: Weil Politik und Wirtschaft den einst zwangsweise angestoßenen Prozess der deutschen Wiedervereinigung und des Zusammenwachsens nicht weiterbringen können.

Einander näherbringen kann uns nur die Kultur, die Literatur, die Tradition des Erzählens, des Zuhörens und des sich Erklärens. Hier ist jeder und jede Einzelne gefordert.

Wir — die Herausgeber dieses Buches — machen gerade im jetzigen Jubiläumsjahr die Erfahrung: Wo Menschen sich füreinander öffnen, Neugier zeigen, zuhören,

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Weltanschauung statt Journalismus

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31-08-20 10:27:00,

Was läuft im Journalismus unserer Zeit falsch? Das zeigt der Spiegel-Autor Markus Feldenkirchen (im Bild links) in einer aktuellen Einlassung zu den „Corona-Demonstrationen“ auf – unfreiwillig. Unter der Überschrift: „Lage am Morgen – Frohes Infizieren allerseits!“ hat der Spiegel einen Beitrag veröffentlicht, der wie unter einem Brennglas zum Vorschein bringt, wie es aussieht, wenn Journalismus durch Weltanschauung ersetzt wird. Ein Kommentar.

MARCUS KLÖCKNER, 31. August 2020, 1 Kommentar

Erkenntnisinteresse – das ist es, was Journalisten antreiben sollte. Wer sagt was und warum? Was sind die Motive? Was sind die Antriebe, die dazu führen, dass sich Bürger zu einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen versammeln? Welche gesellschaftlichen Bedingungen flankieren die aktuelle Bewegung?

Wenn Journalisten diese Fragen mit echten Erkenntnisinteresse stellen würden, könnten sie Erhellendes ans Licht bringen. Doch machen wir uns nichts vor: Seit langem ist zu beobachten, dass gerade führende Medienvertreter „Journalismus“ als Vehikel zur Durchsetzung ihrer Weltanschauung benutzen. Bei Lichte betrachtet gehören so manche Alphajournalisten nicht in die Medien, sondern in die Politik. Was sich in den vergangenen Jahren (z.B. Russland-, Syrienberichterstattung) verschärft hat, kann aktuell anhand der Medienbeiträge zum Corona-Virus nochmal deutlicher beobachtet werden: Journalistische Distanz, Objektivität, die Bereitschaft, unvoreingenommen ein Thema zu betrachten, ist in weiten Teilen der Medien faktisch nicht mehr vorhanden – das gilt zumindest, je politischer ein Thema ist.

Gewiss: Wenn Spiegel-Autoren unter der Überschrift „Die Lage am Morgen“ die Leserschaft des Magazins auf den (Nachrichten-) Tag einstimmen, geht es oft subjektiv zu. Ein Autor, mit Foto und Namen angeführt, verweist aus seiner Perspektive auf Ereignisse, die er für zentral hält. So weit, so gut. Aber: Beim Spiegel handelt es sich – zumindest, wenn man die Selbstbeschreibung des Magazins ernst nimmt – um ein Nachrichtenmagazin. Wenn ein Redakteur des Spiegel-Hauptstadtbüros den Nachrichtentag anleuchtet, darf man als Leser auch bei einem subjektiven Einschlag erwarten, dass die Ausführungen sich an der Realität orientieren. Es sei denn, unter der „Lage am Morgen“ veröffentlicht das Hamburger Nachrichtenmagazin neuerdings Fantasiegeschichten.

„In Berlin“, so schreibt Feldenkirchen, „wollen heute tausende Menschen …“ – Moment: „tausende Menschen“? Der Veranstalter hat 22.000 Teilnehmer für die Demonstration angemeldet. Die Berliner Polizei hat mittlerweile die Teilnehmerzahl der letzten Demonstration von 17.000 auf 30.000 nach oben korrigiert. Wäre es aus journalistischer Sicht bei dieser Sachlage nicht angemessen, von „Zehntausenden“ zu sprechen?

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Begegnung statt Spaltung

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18-08-20 01:16:00,

Was mich derzeit viel mehr als irgendwelche Viren oder Maßnahmen beunruhigt, ist der tiefe Graben, der sich gerade durch unsere Bevölkerung zieht — der Graben zwischen jenen Menschen, die die Corona-Maßnahmen befürworten und befolgen, und jenen, die diese Maßnahmen ablehnen beziehungsweise infrage stellen. In dieser Spaltung zwischen Maßnahmenbefürwortern und -gegnern sehe ich eine große Gefahr für unsere Gesellschaft. Spaltung führt zu Schwächung und Machtlosigkeit — genau das, was wir in einer Zeit zunehmender Existenzvernichtungen, Arbeitslosigkeit und Armut ganz und gar nicht brauchen.

Genauso wenig brauchen wir gegenseitige Beschimpfungen — weder sind Maßnahmenbefürworter Schlafschafe oder dergleichen, noch sollten Maßnahmenskeptiker als Verschwörungsmystiker, Antisemiten oder Rassisten bezeichnet werden.

Was wir als Gesellschaft brauchen, ist Verbindung statt Trennung, Miteinander statt Gegeneinander, Gemeinschaft statt Kampf.

Wie kommen wir zu Verbindung, zu Miteinander und Gemeinschaft? Welche Voraussetzungen sind dafür notwendig? Wie können wir den tiefen Graben zwischen Maßnahmen-Befürwortern und -Gegnern überwinden? Hier hilft uns vielleicht die Gewaltfreie Kommunikation nach Marschall B. Rosenberg weiter.

In meiner Ausbildung in Gewaltfreier Kommunikation habe ich gelernt, dass es in Konflikten stets um Bedürfnisse geht — nicht erfüllte Bedürfnisse, denn sonst gäbe es ja keinen Konflikt.

Ziel der Gewaltfreien Kommunikation ist es nun, die Bedürfnisse beider Konfliktparteien zu eruieren, um schließlich zu einem für beide Seiten akzeptablen … nein, ein Kompromiss ist es eigentlich nicht: es soll im Idealfall zu einer Lösung kommen, bei der die Bedürfnisse aller „Streitenden“ respektiert und erfüllt werden.

Dabei ist es wichtig, dass es keine Hierarchie gibt — kein „ich weiß das besser als du“, kein „meine Bedürfnisse sind wichtiger als deine“ und schon gar kein „ich sitze am längeren Hebel, also wird letztendlich doch gemacht, was ich will“.

Ich würde die Voraussetzungen für eine gesunde, gelungene Kommunikation noch um einen Punkt ergänzen: Beide Konfliktparteien müssen über dasselbe Wissen zum strittigen Thema verfügen. Das ist bei der Frage, ob die Zahnpastatube offen herumliegen darf oder nicht, eher irrelevant — bei politischen oder gesellschaftlichen Fragen und Konflikten jedoch wesentlich und unverzichtbar. Geht es zum Beispiel um ein Tempolimit auf der Autobahn, sind neben den Bedürfnissen der Konfliktparteien — Freiheit und Selbstbestimmung auf der einen, Rücksichtnahme gegenüber dem Mitmenschen und der Umwelt auf der anderen Seite — auch Fakten wie Unfallstatistiken, CO2-Ausstoß und so weiter wichtig.

Wir sollten also unsere eigenen Bedürfnisse,

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Notwehr statt Notstand | Von Jens Wernicke | KenFM.de

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27-07-20 05:37:00,

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Wenn die Eliten obsiegen, erhalten wir nicht nur unsere Grundrechte nicht mehr zurück, sondern droht auch das Aus für die Pressefreiheit — Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke bittet um Unterstützung für einen entsprechenden Notfall-Plan.

Ein Standpunkt von Jens Wernicke.

Der Rubikon vereint mit seiner Klarheit, seiner Unbestechlichkeit und seinem Mut immer weitere Leser auf sich — nur wie lange wird es ihn noch geben? Die Frage scheint absurd, leben wir offiziell doch in einer Demokratie und gilt die Pressefreiheit. Dennoch wird es immer wahrscheinlicher, dass systemkritische Journalisten und Medien von den Kritisierten eines Tages einfach zum Schweigen gebracht werden können. „Verschwundene“ YouTube-Videos, abgeschaltete Webseiten und eingefrorene Konten von Aktivisten sprechen für sich. Hätten Sie sich vor einem halben Jahr vorstellen können, dass Menschen, die zu dritt spazieren gehen, vom Staat drangsaliert und regierungskritische Positionen zu Straftaten erklärt werden könnten? Dass Vorbereitungen getroffen werden, um Gehorsamsverweigerer zu verhaften und in Psychiatrien wegzusperren? Der Rubikon hat seit den ersten Anzeichen der „Corona-Krise“ nicht einfach nur Dinge behauptet, sondern sorgfältig recherchiert und ausgewiesene juristische und medizinische Experten zu Wort kommen lassen. Das Ergebnis mehrerer Monate Corona-Opposition sowie hunderter Artikel lautet: Die aktuelle Bedrohung für Demokratie sowie Meinungs- und Pressefreiheit ist so ernst, dass sie nicht unterschätzt werden darf. Wir vom Rubikon wollen daher nicht mehr zusehen und abwarten, bis wir diesen Entwicklungen womöglich selbst zum Opfer fallen und oppositionelles Verhalten gar nicht mehr möglich ist. Stattdessen werden wir alle nötigen Vorkehrungen treffen, damit unser Magazin unabhängig bleibt und nicht mehr angreifbar ist. Damit Sie, wohin auch immer die Reise geht, auch in Zukunft noch ein absolut zensurfreies Medium in Händen halten können, dem Sie vertrauen. Hierfür bittet Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke um Ihre Unterstützung.

Liebe Leserinnen und Leser,

vermutlich teilen Sie meine Einschätzung der Lage: Sie könnte ernster kaum sein. Die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate belegen es:

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