Das Sterben (in) der Supermacht

23-02-21 08:09:00,

Corona-Pandemie 2020: Lebenserwartung für schwarze Männer in den USA um drei Jahre verkürzt. Die Lebenserwartung afroamerikanischer Männer in den USA wird durch die Pandemie und die ungenügenden wie klassenmäßig unterschiedlichen Maßnahmen um drei Jahre verkürzt. Auch junge Afroamerikaner leiden wegen der mangelnden oder nicht vorhandenen Gesundheitsversorgung teilweise an mehreren chronischen Krankheiten. Von Werner Rügemer.

Zudem gehören sie mehr als andere zur untersten Klasse der abhängig Beschäftigten mit niedrigsten Löhnen und gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen, etwa als Bauarbeiter, als ausgelagerte Teil- und Leiharbeiter in nichtmedizinischen Krankenhausdiensten, bei der Arbeit in Amazon-Logistikzentren, als Paketauslieferer und etwa als Akkord-Fleischzerleger in den großen US-Schweineschlachthöfen der Fleischkonzerne Tyson und Smithfields (Werner Rügemer: Hoch-Risikogruppe Fleischarbeiter, nachdenkseiten.de 13.5.2020)

Ähnlich ergeht es afroamerikanischen Frauen, die ebenso im Niedriglohnsektor beschäftigt sind: Ihre Lebenserwartung verkürzt sich um 2,3 Jahre. Und ähnlich ergeht es der neueren, durch Armutsflucht aus dem US-Hinterhof sich ständig erweiternden Multi-Millionengruppe der Latinos: Bei den Männern wird die Lebenserwartung um 2,4, bei den Frauen um 1,1 Jahre verkürzt. Zum Vergleich: Bei den Weißen sind es „nur“ 0,8 (Männer) und 0,7 Jahre (Frauen). Das National Center for Health Statistics (NCHS) gab diese Zahlen jetzt bekannt. (Covid-19 Caused U.S. Life Expectancy to Drop by 1 Full Year, consumer.healthcare.com 18.2.2021).

Dabei verbergen sich hinter diesen Durchschnittszahlen selbst noch heftige Unterschiede: So dürften sich zum Beispiel in den weißen Unterklassen die Zahlen denen der Afroamerikaner und Latinos angleichen – die weiße upper class New Yorks etwa flüchtete während der Hochzeit der Pandemie aus dem Corona-Hotspot in ihre geschützten Zweit- und Drittresidenzen auf Long Island oder in Florida.

Noch unklar: Langfristige Nebenfolgen

Jesse Schold vom Center for Populations Health Research des Cleveland Lerner Research Institute legte dar: Im Lockdown konnten sich viele Arbeitslose nur schlechtes und zu wenig Essen leisten, Alkohol- und Drogenkonsum nahmen zu, begleitet von der Einnahme krankmachender bis tödlicher Überdosen. Verzweiflung, Resignation, Aggression breiteten und breiten sich weiter aus.

Deshalb können, so fügte Robert Glatter, Notfallarzt am Lenox Hill Hospital in New York City hinzu, verschiedene zukünftige Folgen das Leben der Betroffenen noch weiter verkürzen: In den nächsten Jahrzehnten werden wohl weitere Langzeitfolgen deutlich werden. Sie müssten ermittelt und behandelt werden.

Präsident Biden: „Mehr Tote als im 1. und 2. Weltkrieg und Vietnamkrieg zusammen“

Georges Benjamin vom American Public Health Association (APHA) verglich die Folgen des Pandemie-Managements mit dem 2.

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USA: Covid-Infizierte sterben in Krankenhäusern und Pflegeheimen allein

11-08-20 07:49:00,

Bild: Ferdinand Hodler: Valentine Godé-Darel im Krankenbett. Kunstmuseum Solothurn, gemeinfrei.

Die Schutzmaßnahmen haben den Trend umgekehrt, dass immer mehr Menschen Zuhause sterben. In Krisenzeiten fehlt kulturell und individuell eine Kultur des Todes

Man lebt nicht nur in der Regel anders in den Zeiten der Coronavirus-Pandemie, indem sich das Zentrum des sozialen Lebens nach außen verschoben hat, man stirbt auch anders. Auch hier herrscht soziale Distanzierung, was bei Kranken oft heißt, dass sie in Isolation leben und auch starben. Nach einer Untersuchung von Wissenschaftlern der Northwestern University erleben die mit Covid-19 Infizierten, die Krankenhäusern sterben, das Schicksal von Aussätzigen. Sie sterben oft alleine – mit einer 12 Mal größeren Wahrscheinlichkeit als Patienten mit irgendeiner Erkrankung 2018.

In der Studie, die Anfang Juli im Journal of the American Geriatrics Society erschienen ist, haben die Wissenschaftler erstmals untersucht, wo die mit Covid-19-Infizierten in den USA sterben. Das sei ein wichtiges Indiz für die Qualität der Pflege und der Erfahrung des Patienten und seiner Familie.

Wegen der Beschränkungen im Zuge der Pandemie-Bekämpfungsmaßnahmen durften viele Angehörige auch nicht Sterbende in Krankenhäuser besuchen und von ihnen Abschied nehmen. Das betraf einen großen Teil der Todesfälle, allerdings mit großen Unterschieden zwischen den Bundesstaaten.

Zwischen 1. Februar und 23. Mai starben nach den CDC an oder mit Covid-19 81.372 Menschen (81 Prozent im Alter über 65 Jahren). Davon in Krankenhäusern fast 69 Prozent und in Pflegeheimen fast 23 Prozent. Zuhause nur 5,2 Prozent. Im Vergleich starben an allen Krankheiten im selben Zeitraum 2018 fast 36 Prozent in Krankenhäusern, 19 Prozent in Pflegeheimen und 31 Prozent Zuhause.

Der Unterschied ist immens. Und er betrifft nicht nur die Menschen, die in Krankenhäusern isoliert alleine sterben, sondern auch die Angehörigen, die sich nicht vom Sterbenden verabschieden können, wenn sie dies wollen. Mit Covid-19 ist der bisher vorherrschende Trend, dass mehr Menschen Zuhause sterben können, in sein Gegenteil umgekippt.

Nun könnte man meinen, dass die Wissenschaftler vor allem empfehlen würden, wie in Krankenhäusern und Pflegeheimen Angehörige ihre Sterbenden begleiten oder zumindest noch einmal sehen können. Gefordert wird zwar, dass Krankenhäuser und Pflegeheime entsprechende Schutzkleidung für das Personal und Testkapazitten für die Besucher vorhalten sollten, wenn sie wieder öffnen, um die Patienten zu schützen.

Aber man ist ja modern,

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Das Sterben der Alten

11-06-20 08:39:00,

Tausenden von alten Menschen war Schutz durch Lockdown und Isolation versprochen worden. Dieser Schutz ist bei vielen Bewohnern von Pflegeheimen nicht eingetreten, und das weltweit (1). In Kanada etwa waren 82 Prozent aller mit oder an COVID-19 Verstorbenen in Pflegeheimen. In Belgien und Frankreich waren es 51 Prozent, in den USA 41 Prozent und für Deutschland werden 37 Prozent angegeben.

Warum haben die hocheffizienten Schutz-Maßnahmen, wie vielfach unterstellt, ausgerechnet bei vielfach bettlägerigen alten Menschen, die in den medizinisch eingerichteten Pflegeheimen gut zu schützen gewesen wären, nicht funktioniert?

Wie kann man trotzdem annehmen, dass die Isolationsmaßnahmen erfolgreich gewesen wären und die breite Masse der Menschen durch Prävention gerettet worden sei? Indem man ad-hoc ein Präventionsparadoxon unterstellt, wie Herr Dr. Drosten dies tut, und die Maßnahmen als so erfolgreich erklärt, dass man die Folgen von COVID-19 gar nicht mehr gemerkt hätte (2)?

Wenn es sich so verhielte, wie Herr Dr. Drosten ohne Beweis unterstellt, warum hat das dann nicht auch in Pflegeheimen funktioniert?

Vielleicht sollte man in Deutschland endlich damit aufhören sich COVID-19 weiterhin von derselben Handvoll sogenannter Experten erklären zu lassen. Zu den vielen Toten in Pflegeheimen, wie grundsätzlich zu dem sehr hohen Altersmedian von 82 Jahren und den Vorerkrankungen der mit oder an COVID-19 Verstorbenen in Deutschland, ist es erstaunlich still in der deutschen Medienlandschaft. Wo bleibt der Aufschrei zu der Wirkungslosigkeit der Isolation in Pflegeheimen? Nur vereinzelt finden sich Hinweise, und das in der lokalen Presse (3).

Robert Werner (3) weist auf die fehlende Auseinandersetzung mit dem Thema Pflegeheime hin:

„Dies liegt offenkundig daran, dass es in Deutschland, anders als etwa in Schweden, keine Debatte gibt um die vielen Alten und Pflegebedürftigen, die an und mit einer COVID-19-Infektion gestorben sind. Stattdessen wird weitestgehend hingenommen oder ignoriert, dass in Heimen wohnende und betreute Menschen auch nach den leichten Lockerungen im Besuchsverbot bis heute in ihren Einrichtungen weitestgehend isoliert verwahrt werden und diese, wie in einem Regensburger Heim, nicht einmal zum Spaziergang nach draußen dürfen.“

Die alten Menschen werden „isoliert verwahrt“ und dürfen nicht einmal „zum Spaziergang nach draußen“? Wie sollte es noch mehr Sicherheit geben? Abgesehen von der Frage welche Folgen der Bewegungsmangel bei den alten Menschen haben wird.

Und weiter heißt es bei Robert Werner:

„Der SZ-Kommentar ‚Sinn und Seuche‘ zum Pfingstwochenende,

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Sterben im Korridor: Das russische Fernsehen zeigt drastische Bilder aus italienischen Krankenhäusern | Anti-Spiegel

23-03-20 11:33:00,

Ein Korrespondentenbericht des russischen Fernsehens aus italienischen Krankenhäusern hat bestürzende Bilder von auf den Krankenhausfluren sterbenden Menschen gezeigt.

Da viele immer noch glauben, dass das Coronavirus kaum schlimmer, als eine Erkältung sei, haben italienische Ärzte Kamerateams in ihre Krankenhäuser gelassen, damit die schockierenden Bilder den Menschen den Ernst der Lage zeigen. Sicher, die meisten werden das Virus wie eine Erkältung überstehen, aber die große Zahl derer, die Beatmungsgeräte benötigen, sprengt die Möglichkeiten eines jeden Gesundheitssystems. Bei einer ungebremsten Ausbreitung der Krankheit hat kein Gesundheitssystem der Welt genug Plätze auf den Intensivstationen. Worin die Gefahr besteht, habe ich hier erklärt.

Der Bericht des russischen Fernsehens ist mit meiner Übersetzung sicher auch ohne Russischkenntnisse verständlich. Aber er ist nichts für schwache Nerven und ich bitte Sie, sich zweimal zu überlegen, ob Sie sich die verstörenden Bilder wirklich anschauen wollen.

Beginn der Übersetzung:

Vom Schiff geht´s nach der Landung in Moskau in die Quarantäne. Sie verstehen das, aber wenn die russische Botschaft in Italien nicht gewesen wäre, hätten sie das Schiff, den Liner Costa Pacific, nicht verlassen können. Marseille, wo die 33 russischen Touristen ihren Urlaub beenden sollten, ließ das Schiff nicht in den Hafen.

Es ist fast eine Evakuierung, Italien lässt niemanden herein oder heraus, und dass es das Anlegen im Hafen genehmigt, den Bus zur Verfügung gestellt hat und unsere, wahrscheinlich letzten, Touristen ausfliegen durften, ist fast ein Wunder. Am Morgen des 21. März trafen russische Diplomaten bei dem Kreuzfahrtschiff in Genua ein, am Abend waren sie am Flughafen Fumically, in der Nacht zum 22. bestiegen die Russen das Flugzeug nach Moskau.

Es ist wirklich besser, Italien möglichst schnell zu verlassen. Italien geht es schlecht. Italien kommt nicht zurecht.

Das hier ist nicht einmal eine Intensivstation. Das sind die Gänge der Notaufnahme. Die Patienten bekommen schwer Luft, die Ärzte sind am Limit. „Filmen Sie das, zeigen Sie es und behaupten Sie im Fernsehen nicht, dass das Coronavirus nicht schlimmer ist, als eine Erkältung!“, bittet der Oberarzt.

Man kann sich nicht auf alles vorbereiten. In den Fiera-Pavillons konnte man in einer Woche ein Krankenhaus mit 300 Plätzen bauen. Für 5 Tage wurden Zelte vor dem Krankenhaus San Rafael aufgestellt, das Geld wurde von Stars und Unternehmern gesammelt.

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Das Sterben der internationalen Banker geht weiter

25-01-20 10:49:00,

Lesezeit: 8 min

25.01.2020 11:00

In den vergangenen Jahren sind mindestens 85 international hochrangige Banker unter seltsamen Umständen ums Leben gekommen.

Das Sterben der internationalen Banker geht weiter

Zahlreiche internationale Banker sind in den vergangenen Jahren verstorben. (Foto: dpa)

Foto: Oliver Berg

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