«Amazon»: Steuergutschrift trotz Milliardengewinn

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20-02-19 11:17:00,

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Trotz eines Milliardengewinns muss «Amazon» in den USA keine Bundessteuern bezahlen

Tobias Tscherrig / 20. Feb 2019 –

Dank amerikanischer Steuerreform und Schlupflöcher im Gesetz erhält Amazon 2018 trotz Milliardengewinn eine Steuergutschrift.

Ausgerechnet die «Washington Post», die 2013 von «Amazon»-Präsident Jeff Bezos gekauft wurde, berichtete am 16. Februar unter dem Titel «Amazon bezahlte im vergangenen Jahr keine Bundessteuern auf Gewinne von 11,2 Milliarden Dollar» als Erste über den Steuercoup ihres Eigentümers. Im Artikel beruft sich die Zeitung auf Berechnungen des «Instituts für Steuern und Wirtschaftspolitik» (ITEP), welches die Steuererklärung von «Amazon» analysiert hatte.

Demnach wies der Online-Riese «Amazon» im Jahr 2018 Gewinne in der Höhe von 11,2 Milliarden Dollar aus – was im Vergleich zum Vorjahr einer Verdoppelung entspricht. Trotz dem hohen Gewinn habe «Amazon» 2018 eine Steuergutschrift von 129 Millionen Dollar erhalten, so die «Washington Post». Dies sei unter anderem auf zahlreiche Steuerschlupflöcher wie etwa gesetzlich zulässige Steuergutschriften und Steuerbefreiungen beim Handel mit Aktien zurückzuführen.

Gemäss der Analyse von ITEP liegt der effektive Steuersatz des Online-Riesen, der an der Börse zwischenzeitlich mehr als eine Billion Dollar wert war, zeitweise als wertvollstes Unternehmen der Welt galt und seinen Gründer Bezos zum reichsten Mensch der Welt gemacht hat, bei Minus einem Prozent. Damit zahle das Unternehmen keinen Cent der US-Bundessteuern.

Steuerreform von Trump ist mitschuldig

Verantwortlich für den mickrigen Steuersatz ist auch die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump. Ende 2017 hatte er die radikale Reform auf den Weg gebracht, ab Anfang 2018 wurde der Steuersatz für Unternehmen auf Bundesebene dann von maximal 35 Prozent auf einen einheitlichen Steuersatz von 21 Prozent gesenkt. Gemäss «Handelsblatt» können Bundesstaaten und Gemeinden ausserdem eigene Körperschaftssteuern erheben, was die gesamte Steuerbelastung von durchschnittlich 38,9 Prozent auf 25,75 Prozent reduziere.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Seit Inkrafttreten der unternehmensfreundlichen Steuerreform bezieht sich die Steuerpflicht von US-Unternehmen nicht länger auf alle Einkommen, welche sie weltweit erwirtschaften. Vielmehr werden bestimmte Einkommen wie Dividenden nur noch besteuert, wenn sie aus US-Quellen stammen.

«Amazon» nimmt das Geschenk gerne an

Im Artikel der «Washington Post» über die Steuerrückzahlung nimmt eine «Amazon»-Sprecherin Stellung: «Amazon zahlt alle Steuern,

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