Steuert die Welt auf den großen Crash zu? Russische Überlegungen zur Krise des Multilateralismus

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24-05-19 06:47:00,

Zum sechsten Mal lud der Valdai-Diskussionsklub, der seit 15 Jahren regelmäßig die Größen nicht nur der russischen Politik und Diplomatie in Kasan, Rostow, Sankt Petersburg und zuletzt in Sotchi versammelt, zu einer europäischen Konferenz. Sie fand am 21. Mai 2019 in Wien statt. Es begann mehr als holprig. Von Hannes Hofbauer.

“Abgesagt”, vermerkt der diensthabende Wachposten der Österreichischen Landesverteidigungsakademie trocken und schickt den Teilnehmer der Valdai-Konferenz wieder auf die Straße hinaus. Die Türen zum angekündigten Konferenzort in der Wiener Stiftskaserne bleiben verschlossen. Nur wenige Stunden zuvor hatte das österreichische Verteidigungsministerium seine Zusammenarbeit mit den Organisatoren des russischen Diskussionsklubs aufgekündigt. “So etwas ist uns noch nie passiert”, meint Andrej Bistritskij vom Valdai-Klub später im Ausweichquartier des “Grand Hotel” am Wiener Ring und schüttelt verständnislos den Kopf. Der Hinauswurf der hochrangig besetzten Runde, zu der unter anderem auch der russische Vizeaußenminister Alexander Gruschko gehört, mag etwas mit den innenpolitischen Turbulenzen in Österreich zu tun haben, die in diesen Tagen schnurstracks in eine Staatskrise führen, von russischer Seite wird er allerdings als internationaler Affront interpretiert, den es so nicht bedurft hätte.

Fjodor Lukjanow, langjähriger Journalist und einer der besten Kenner der russischen Außenpolitik, erinnert in seiner Anmoderation daran, dass sich ziemlich genau vor 100 Jahren hier in Wien ein Mann auf die Revolution in Russland vorbereitet hat, es war “der Herr Bronstein aus dem Café Central”, besser bekannt als Leo Trotzki. Auch heute wieder, so Lukjanow, leben wir in turbulenten Zeiten und die Welt steht am Scheideweg. “Gemeinsam oder Me first” lautet dementsprechend das Motto der Valdai-Konferenz, die darüber diskutiert, wie es in Zukunft mit der multilateralen Diplomatie aussehen und ob es eine solche noch geben wird.

Den Anfang macht Thomas Greminger, seines Zeichens Generalsekretär der OSZE und Schweizer Diplomat. Optimismus kann und will er nicht verstreuen. “Wir beobachten ein starkes Ansteigen des Misstrauens”, meint er, “gegenüber Regierungen, multilateralen Institutionen und auch gegenüber Medien”. Die Ursache dafür sieht Greminger in ungelösten Problemen wie der Migration, steigernder internationaler Gewaltbereitschaft und einer “Me first”-Haltung, die in die obersten politischen Ränge Einzug gehalten habe. Die Hauptverursacher der weltpolitischen Schieflage nennt er, ganz Diplomat, nicht beim Namen.

Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko ist da schon wesentlich direkter. Sein Referat gerät zur großen Anklage gegen Washington und insbesondere das Pentagon. Kriege und Sanktionen sind keine Mittel,

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Greenpeace steuert Drohne gegen AKW-Gebäude, um seine “extreme Verwundbarkeit zu zeigen”

Greenpeace steuert Drohne gegen AKW-Gebäude, um seine “extreme Verwundbarkeit zu zeigen”

04-07-18 06:17:00,

Newsticker

3.07.2018 • 14:59 Uhr

Greenpeace steuert Drohne gegen AKW-Gebäude, um seine “extreme Verwundbarkeit zu zeigen”

Greenpeace-Aktivisten haben eine Drohne in der Form des Comic-Helden Superman über das Gelände eines französischen Atomkraftwerks gesteuert. Diese sei gegen das Gebäude eines Abklingbeckens für abgebrannte Brennelemente in der Nähe von Lyon geflogen, teilte die Anti-Atomkraft-Organisation am Dienstag mit. Die symbolische Aktion am Kernkraftwerk Bugey zeige einmal mehr die “extreme Verwundbarkeit von Gebäuden, die mit viel Radioaktivität gefüllt sind”.

Der Stromkonzern EDF bestätigte auf Anfrage, dass die Sicherheitsteams am Morgen zwei Drohnen über dem Gelände geortet hatten. Eine davon habe die Gendarmerie abgefangen. Die Aktion habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage gehabt. Der Betreiber kündigte eine Anzeige an – der Überflug von Atomkraftwerken ist in Frankreich untersagt. Die Mitteilung ging nicht darauf ein, ob die Drohne gegen das Gebäude des Abklingbeckens flog. EDF erklärte aber, das Brennelemente-Gebäude sei gegen Aggressionen ausgelegt.

[ALERTE] Superman survole la centrale nucléaire du Bugey, à une trentaine de km de Lyon, et s’écrase volontairement contre un bâtiment lourdement chargé de radioactivité #SuperRadioactifpic.twitter.com/hOpQtLOdg8

— Greenpeace France (@greenpeacefr) 3. Juli 2018

Greenpeace kritisiert schon länger die Sicherheitsvorkehrungen bei Abklingbecken für Brennelemente in Frankreich. Im vergangenen Jahr waren Aktivisten bei Protestaktionen auf die Gelände zweier Kernkraftwerke eingedrungen – sie kamen deshalb vor Gericht. (dpa)

Mehr zum Thema – Greenpeace Aktivisten springen in die Spree, um gegen Kohleabbau zu protestieren

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