Die Stille in uns

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13-12-19 02:44:00,

Woran erkennen wir, dass ein Ereignis tatsächlich stattgefunden hat? Exakt! Wenn es von eben diesem Ereignis ein Selfie gibt. Und wenn es auch nur für 24 Stunden in einer Insta-, Facebook- oder WhatsApp-Story existiert. Wir – damit sind all jene gemeint, die mehr oder weniger an der schönen neuen durchdigitalisierten und smarten Welt teilnehmen können – sind heute alles andere als isoliert. Über unsere digitalen Endgeräte nehmen wir 24/7 am Leben der anderen teil. Nicht nur wir. Aber das ist ein anderes Thema.

Obgleich wir rund um die Uhr digital mit allen verknüpft sind, die Überwindung physischer Zwischenräume durch sinkende Flug-, Zug- und Buspreise immer leichter wird, lässt sich eine tiefe Verbundenheit selten finden. Das ist natürlich meine subjektive Wahrnehmung. Doch nichts anderes ist der nachfolgende Beitrag.

Wie erklärt sich also dieser Widerspruch aus Nicht-Isolation bei gleichzeitiger Unverbundenheit zwischen den Individuen? Durch die Digitalisierung? Die Flexibilisierung der Arbeitswelt und der damit verbundenen Aufweichung sämtlicher uns Halt gebender Konstanten? Der Hedonismus, der Narzissmus der Gesellschaft? Vermutlich alles zusammen? All dies böte Stoff für unzählig weitere Beiträge, und all dies in eine Nussschale zu quetschen, wäre für das Kernanliegen dieser Gedanken zu mühselig.

Fakt ist: Wir sind kollektiv vereinsamt!

Dies wäre nicht so schlimm, wüssten wir, mit dieser Einsamkeit richtig umzugehen. Stattdessen geben wir uns dem von vorneherein zum Scheitern verurteilten Unterfangen hin, dieses Loch in uns mit bröseligem, sprödem Material zu stopfen. Viele Beziehungen in unserem Alltag sind von einer Ödnis der Oberflächlichkeit geprägt und bestehen aus Surrogaten von Verbindungselementen, die das Gerüst echter, stabiler, tiefgehender und intimer Beziehungen darstellen. Wir können über die banalsten Themen, über alles und nichts, über die langweiligsten, unspektakulärsten Wetterlagen dieser Welt ellenlange Gespräche in dem Latein der Jetztzeit – Small Talk – führen. Emojis in Textmessengern mimen Gesichtsausdrücke, die wir Kraft echter Emotionen kaum noch zeigen. Sex wird versandkostenfrei über Tinder wie eine Pizza bestellt. Das kalte Licht der digitalen Endgeräte beleuchtet unser Gesicht, wenn wir Kopf und Kragen über deren Bildschirm beugen.

Wir wollen uns einfach nicht eingestehen, dass wir vereinsamt sind. Trauen uns nicht, dieser Tatsache ins Auge zu blicken. Der mittlerweile verstorbene Hollywood-Schauspieler Robin Williams sagte dazu einst:

„Ich dachte immer, dass das Schlimmste im Leben darin besteht, allein zu enden. Das ist es nicht. Das Schlimmste im Leben ist,

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STANDPUNKTE • Der stille Krieg um die weltweit größten Ölreserven | KenFM.de

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05-10-19 06:29:00,

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Ein Standpunkt von Karl Bernd Esser.

Der Drohnen- und Cruise Missiles Anschlag in Saudi-Arabien hat den weltweit größten Börsengang des saudischen Erdölriesen ARAMCO (der größten Erdölfördergesellschaft der Welt) vorläufig gestoppt. Das lässt Investoren und Börsengurus die Lage vor Ort genauer betrachten. Der Saudi-ARAMCO-Geschäftsführer Amin Nasser teilte mit, dass die nach den Angriffen eingebrochene Ölproduktion Ende des Monats wieder das frühere Niveau erreichen werde. Der Energieminister, Prinz Abdelaziz bin Salman, sagte, die Hälfte der eingebrochenen Ölproduktion sei bereits wieder hergestellt. ARAMCO erwirtschaftet derzeit einen Gewinn von täglich 500 Millionen Dollar. Öl und Gas gibt es, wie andere fossile Bodenschätze, nicht unbegrenzt.

Und wenn die genauen Daten über den (irgendwann) bevorstehenden Saudi-Arabischen Peak-Oil (d.h. den Punkt der Ölförderung, ab dem es mit der Fördermenge nur noch abwärts gehen kann) verständlicherweise zu den heißesten Geheimnissen von ARAMCO gehören, so sagt auch einem Laien doch schon der gesunde Menschenverstand, dass eine vorausschauende Regierung gut daran tun dürfte, für die bevorstehende Auslaufphase der eigenen Öl- und Gas-Produktion rechtzeitig vorzusorgen. Auch das saudische Ölministerium verschweigt der Welt das Überschreiten des Zenits ihrer landesweiten Öl- und Gasförderung und versucht ihre Erdölfirma ARAMCO zeitnah an der Börse zu platzieren. Neue Ölquellen erfreuen da die klammen saudischen Kassen und die ARAMCO. Doch diese Quellen liegen 1.800m unter dem Jemen und nicht im eigenen Königreich, das ist das Dilemma.

Da kam der iranische Angriff auf die Ölanlagen in Khurais und Abqaiq gerade sehr ungünstig. Er machte künftigen Investoren deutlich, dass Saudi-Arabien seine wichtigsten Ölfelder nicht vor einfachen Luftangriffen schützen kann. Die saudischen Flugabwehrsysteme stammen aus der Zeit des Golfkrieges 1991, und weder in der Luft noch am Boden kommen die Saudis ohne Unterstützung aus. Militärexperten verweisen zudem darauf, dass Saudi-Arabien über zu schwache Bodentruppen verfügt, um etwa in Jemen die Rebellen zu besiegen: Ohne amerikanische oder auch israelische Hilfe wird Saudi-Arabien also wenig gegen den Erzfeind Iran unternehmen können. Saudi-Arabien ist militärisch nicht vorbereitet für einen neuen Golfkrieg.

Eingeplante Milliardeneinnahmen aus dem Börsengang fehlen nun dem saudischen Staatshaushalt und der teure Luftkrieg gegen den Jemen muss weiter finanziert werden.

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Tosende Stille am Persischen Golf

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09-08-19 07:15:00,

US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Hassan Rohani.
© RI

US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Hassan Rohani.

Erich Gysling / 09. Aug 2019 –

Der Konflikt zwischen USA und Iran eskaliert schrittweise. Der neusten Entwicklung schenken grosse Medien zu wenig Aufmerksamkeit.

Es ist keine internationale Verschwörung, welche die Hochspannung zwischen den USA und Iran, die explosive Lage am Persischen Golf insgesamt, medial in den Hintergrund verdrängte. Trumps Währungskrieg gegen China, Johnsons No-Deal-Brexit-Wahn oder der vom indischen Hindu-Nationalisten Narendra Modi willkürlich angeheizte Kashmir-Konflikt: Das alles steht bei den Medien dieser Tage offenkundig mehr im Fokus als der Mittlere Osten. Dies obwohl dort die Lage täglich um ein oder zwei oder drei Grad (auf der, wie man früher sagte, nach oben offenen Richter-Skala…) eskaliert.

Ebenso wenig informierten westliche Medien über das intensivierte militärische Engagement Israels „im Vorhof“ Irans, also in Irak. Mit US-amerikanischen F-35-Jets attackierten die israelischen Streitkräfte innerhalb von zehn Tagen zwei Basen iranischer Milizen auf dem Territorium Iraks. Das Ziel der zweiten Attacke lag in gefährlicher Nähe zur iranischen Grenze. Bemerkenswert: die Regierung Iraks, die sich bisher als „neutral“ zwischen den USA und Iran profilierte, liess die Israeli gewähren. Verfolgt sie diese Linie weiterhin, wird sie zur Parteigängerin Jener, die von einem Krieg gegen Iran „den“ Befreiungsschlag erwarten.

Verhandlungen werden immer unwahrscheinlicher

Wenig journalistisch recherchiert wurde auch das Tauziehen um den iranischen Aussenminister Mohammed Jawad Zarif. Bis vor wenigen Wochen schien sogar die generell klobige Aussenpolitik der USA darauf zu setzen, dass, wenn überhaupt, Zarif DER Mann sei, mit dem man allenfalls verhandeln könne. Worüber, das blieb allerdings immer offen. Als Zarif als Vertreter seines Landes im Juli bei der UNO in New York war, ergriff der US- Senator Rand Paul die Gelegenheit zu einem Gespräch. Er lud, offenkundig im Auftrag des Weissen Hauses, Zarif zu einem Besuch in Washington ein. Wow, hätte das tolle Fotos ergeben: der „kleine“ Zarif beim „grossen“ Trump. Der US-Präsident hätte sich damit schmücken können, die Iraner zur Raison zu bringen. Klare Resultate hätte Trump gar nicht gebraucht – Fotos, Videos hätten genügt, um ihn vor seiner getreuen Anhängerschaft als Giganten der Diplomatie zu bestätigen. Hatte das nicht schon einmal funktioniert, bei Kim Jong-Un? Warum sollte es nicht wieder funktionieren?

Nun ist Iran eben nicht Nordkorea.

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Hoe de Belgen met stille staatssteun de Nederlandse kranten in handen kregen

08-06-19 08:19:00,

Twee freelancers eisen voor de rechter een ‘billijke vergoeding’ van de Persgroep, de grootste krantenuitgever van Nederland. Onderbetaling van freelancers is een gevolg van het duopolie in Vlaamse en Nederlandse dagbladen van de Persgroep en Mediahuis. De twee uitgevers konden dit duopolie deels opbouwen dankzij een jaarlijkse subsidiestroom van de Belgische staat van tientallen miljoenen euro’s.

Over dit onderzoek

Wat hebben we ontdekt?

  • De Persgroep en Mediahuis bezitten samen ruim 85 procent van de Nederlandse dagbladen, regionaal en landelijk. In meerdere provincies ontstaat zo een monopoliepositie.

  • De Vlaamse uitgevers konden deze positie bereiken mede dankzij staatssteun. De Belgische overheid subsidieert dagbladbezorging door Bpost, de Belgische tegenhanger van PostNL.

  • Door deze subsidie kunnen de Persgroep en Mediahuis ieder jaarlijks rekenen op een voordeel van 32 miljoen euro. Dat is meer dan de Persgroep aan zijn 4500 Nederlandse freelancers uitgeeft.

Hoe hebben we dat onderzocht?

  • Dit verhaal is begonnen in de zomer van 2018 met een onderzoek door Follow the Money-stagiair Michelle de Clercq. Zij las jaarverslagen en andere documenten en voerde een aantal gesprekken, onder meer met Miriam van der Burg, een Nederlandse wetenschapper die in 2017 promoveerde op de machtsconcentratie in de Vlaamse en Nederlandse dagbladwereld.

  • Vanaf oktober 2018 zette ik het onderzoek voort. Voor dit verhaal voerde ik meer dan twintig gesprekken, merendeels met (oud-) bestuurders en -werknemers van dagbladbedrijven, maar ook met wetenschappers, consultants en journalisten. Belangrijke andere bronnen zijn de Belgische en Nederlandse jaarverslagen van de dagbladuitgevers, hun persberichten en de mediapublicaties over hen van de afgelopen tien jaar.

Waarom moet ik dit lezen?

  • Britt van Uem en Ruud Rogier slepen de Persgroep voor de rechter wegens structurele onderbetaling. De freelancers zijn daarmee de enigen die zich weren tegen de gevolgen van een stille overname door twee Vlaamse uitgevers van bijna alle Nederlandse kranten.

  • De Belgische miljoenensubsidies verdienen nader onderzoek, ook al is de Vlaamse verovering van de Nederlandse dagbladmarkt een voldongen feit. Want ondanks het verlies aan adverteerders en betalende lezers blijft de papieren krant een machtig medium en daardoor ook een belangrijk podium voor onafhankelijke journalistiek. Alleen de Persgroep al claimt met zijn Nederlandse kranten dagelijks miljoenen lezers te bereiken.

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Mut zur Stille

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08-05-19 08:21:00,

Wir kommunizieren, was das Zeug hält. Emojis, Fotos, Bildchen und GIFs umkreisen in Sekundenschnelle den Planeten und teilen der Welt mit, was wir gerade erleben, denken, fühlen, glauben. Raus damit! Ob in virtuellen oder in privaten Gesprächsrunden: Vor allem zählt, wie ich die Dinge sehe. Wie ist meine Meinung zu den Geschehnissen? Wie würde ich mich in dieser oder jener Situation verhalten? Wo sehe ich Recht und Unrecht?

Mein Gegenüber bietet mir die Grundlage für meine Argumente. Wenn jemand spricht, lege ich mir im Geiste zurecht, was ich auf das Gesagte erwidern kann — und vergesse darüber das Zuhören. Denn beides zusammen funktioniert nicht. Ungeduldig trippele ich in Diskussionen vor mich hin und kann es kaum erwarten, dass der andere ausredet.

Bei Brennpunktthemen laufe ich zu sportlichen Höchstleistungen auf: Ich fange das Stichwort auf, das der andere mir zuwirft und schlage den Ball zurück, indem ich seine Darstellung als Trampolin für meine eigenen Ausführungen benutze. Ich bekomme Herzklopfen, rote Wangen und heiße Ohren, schnappe nach Luft und schlage gelegentlich mit der Faust auf den Tisch.

In diesem Wettkampf begegnen wir einander nicht wirklich. Ein offenes Miteinander kann nur dann entstehen, wenn ich es lerne, dem anderen zuzuhören und mir ins Bewusstsein zu rufen, dass Kommunikation ebenso viel aus Reden wie aus Schweigen besteht. Ein Sender macht keinen Sinn, wenn es keinen Empfänger gibt und niemand seine Antennen nach ihm ausrichtet.

In meinem südfranzösischen Dorf gibt es eine rege Gesprächskultur. Nordlichter finden sich oft nur schwer in ihr zurecht, nicht nur wegen der Sprache. Alles redet laut durcheinander. In dem Wirrwarr der Stimmen habe auch ich Probleme, zu Wort zu kommen. Ich brauche Blicke, die mir zugewandt sind und eine gewisse Stille. Doch die gibt es bei meinen temperamentvollen Nachbarn nicht.

Um erhört zu werden, gibt es verschiedene Strategien: Mancher versucht es mit einer durchdringenden Stimme, ein anderer redet unerschrocken einfach so lange weiter, bis man ihm zuhört. Das Resultat macht Lärm. Als es wieder einmal besonders lebhaft zuging, griff sich jemand den erstbesten Gegenstand, den er zwischen den Gläsern fand, hielt ihn triumphierend in die Höhe und rief „Hibou“! Seitdem ist die Eule aus Messing zum geflügelten Wort geworden und sorgt auch dann für Gehör, wenn sie nicht greifbar ist.

Lange funktioniert das mit dem Zuhören jedoch nicht.

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Der stille Alptraum

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27-04-19 09:26:00,

Anfang Februar dieses Jahres erschütterte der Tod einer elfjährigen Grundschülerin in Berlin die Republik: Das Mädchen unternahm nach Mobbing-Erfahrungen in ihrer Schule einen Suizidversuch und starb an dessen Folgen. Der Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl brachte den tragischen Vorfall an die Öffentlichkeit. Vor Eltern der Grundschule führte er einige Tage später betroffen aus:

„Der Fisch stinkt vom Kopf her. Wie viele Menschen müssen sich noch wegen Mobbing das Leben nehmen? Wann kapieren unsere Politiker und Schulverantwortlichen endlich, dass hier etwas passieren muss?“ (1).

Mich selbst hat die Nachricht vom Tod der Schülerin zutiefst schockiert. Seit Jahren mache ich als Experte für die Prävention von Schulgewalt auf diese verborgene und tolerierte Gewalt aufmerksam — ohne irgendeine Reaktion seitens der Politik, der vorgesetzten Schulbehörden, Lehrer- und Elternverbänden oder TV-Magazine. Am 6. Februar stellte ich in einem Fachartikel die Frage:

„Wie viele Schülerselbstmorde verträgt eine Gesellschaft, bevor sich betroffene Eltern und Lehrkräfte dazu aufraffen, das Opferwerden durch Gewalt — diesen ‚stillen Alptraum‘ — nicht mehr zu tolerieren, sondern zu stoppen? (2).

Nachdem ich wiederum keine Reaktion erfuhr, wandte ich mich in einer kurzen E-Mail an Carsten Stahl. Er war der Einzige, der reagierte — und seitdem stehen wir täglich in Kontakt. Für den 11. April luden wir zu einem Hintergrundgespräch zum Thema „Stoppt Mobbing an Schulen“ ein. Über 80 Schulführungskräfte, Lehrpersonen, Schulpsychologinnen, Schüler, Journalisten, Kriminalbeamte und andere Interessierte kamen in die „Freie Schule Lindau“. Carsten Stahl erzählte offen von seiner Lebensgeschichte als Mobbingopfer, Krimineller, TV-Aktionsheld, Familienvater, Anti-Gewalt-Trainer und Initiator der nationalen Kampagne „Stoppt Mobbing“. Inzwischen engagiert er sich an Schulen in ganz Deutschland gegen Mobbing und Gewalt. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ führte er 2017 an:

„Mobbing ist wie ein Krebsgeschwür. Es fängt ganz klein an und wird immer größer“ (3).

Carsten Stahl ist laut, humorvoll, direkt, einfühlsam und voller Energie. Die Teilnehmer des Treffens konnten in den zwei spannenden Stunden eine Vorstellung davon bekommen, wie er auch Schüler begeistert, wenn er sie über Mobbing aufklärt. Videos seiner Veranstaltungen bestätigen, wie offen sich die jungen Zuhörer ihm anvertrauen — ob Opfer, Täter oder Mitläufer. Er ist im wahrsten Sinne ein „Jugendflüsterer“.

Es ist seine Authentizität, weswegen man ihm gerne zuhört, ihm vertraut: Er steht zu seinen Stärken und Schwächen,

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Bargeld: So könnte eine stille Enteignung über Negativzinsen funktionieren – WELT

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11-02-19 08:11:00,

Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selber“: Karl Schiller, der große Wirtschafts- und Finanzpolitiker, soll das gesagt haben, vor mehr als 50 Jahren. Der Sozialdemokrat beschrieb damit die Grenzen der Geldpolitik: Eine Zentralbank kann ihre Kredite zwar über ihre Zinspolitik billig machen. Ob die Geschäftsbanken das angebotene Geld aber auch annehmen, ist eine andere Sache. Eine lockere Geldpolitik, heißt das, kann wirksam sein, um einen Konjunkturabschwung aufzufangen. Sicher aber ist das nicht.

Wenn nun wirklich die Wirtschaft in Deutschland und dem Rest der Euro-Zone in Richtung Rezession rutschen sollte, dann könnte die Europäische Zentralbank abermals vor diesem Problem stehen. Und ein zweites käme hinzu: Beim zentralen, klassischen Instrument der Geldpolitik, der Steuerung des Leitzinses, ist der Spielraum des EZB-Chefs und vielen anderen Währungshütern im aktuellen Zyklus kleiner denn je.

Bargeld ist bisher gegen eine Entwertung durch Negativzinsen immun – doch das könnte sich ändern

Bargeld ist bisher gegen eine Entwertung durch Negativzinsen immun – doch das könnte sich ändern

Quelle: picture alliance / imageBROKER

In Dänemark, Großbritannien und Norwegen liegt der Leitzins bei unter einem Prozent, in der Euro-Zone beträgt er genau null – und die Notenbanken in der Schweiz, in Schweden und Japan operieren sogar mit negativen Leitzinsen.

Der IWF hat vermeintlich eine Lösung für die Zentralbanker

Die USA haben nach mehreren Anhebungen zwar wieder ein Niveau von 2,5 Prozent erreicht. Doch selbst das ist eher wenig. Historisch seien Leitzinssenkungen in der Größenordnung von drei bis sechs Prozentpunkten nötig gewesen, um Wirtschaftskrisen zu bekämpfen, berichtet der Internationale Währungsfonds (IWF). Deshalb propagieren Fachleute der Washingtoner Institution jetzt eine Idee, die das Dilemma auflösen soll: ein Rezept, das nach Einschätzung deutscher Wirtschaftswissenschaftler dramatische Nebenwirkungen hätte.

Quelle: Infografik WELT

Wenn sich der IWF-Vorschlag durchsetzte, „wäre es für Deutschland Zeit, den Euro aufzugeben“, sagt etwa Hans-Werner Sinn, der langjährige Präsident des Münchner ifo-Instituts. Der Vorschlag, den gerade die IWF-Ökonomen Ruchir Agarwal und Signe Krogstrup in einem Blogbeitrag unterbreitet haben, soll den Zentralbanken ein Hindernis aus dem Weg räumen: die Tatsache nämlich, dass Bürger ihr Geld nicht nur bei Banken parken, sondern auch Münzen und Scheine halten können.

Daher sind die Möglichkeiten, die Zinsen tief in den roten Bereich zu treiben,

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Die stille Revolution der Liebe

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30-11-18 01:53:00,

Seit einigen Monaten begleitet mich die junge Schweizerin Christina von Dreien. Gerade als ich beschlossen hatte, nach mehrjährigem ständigen Rödel einmal inne zu halten und aus den Gewohnheiten des Alltags ein Stück heraus zu treten, „kamen“ ihre Bücher zu mir. Gleich nachdem ich sie gelesen hatte, kaufte ich zehn Exemplare und begann, sie zu verschenken.

Christina von Dreien hat das Zeug, „die stille Revolution der Liebe“, die als Sehnsucht in unseren Herzen tobt, auszulösen. Besser gesagt, diese Revolution ist bereits voll im Gange, und Christina von Dreien kommt gerade recht, um sie auf ihre wunder-volle Weise zu befeuern. Ich lade Sie ein, folgende Zeilen vorbehaltslos zu lesen und urteilsfrei auf sich wirken zu lassen, am besten aus dem Herzen heraus.

Jeder, der sich für den Wandel einsetzt, hat seine Spezialgebiete: die Weltpolitik, Ökologie, das Geldsystem, den militärisch-industriellen Komplex, soziale Brennpunkte, die Gesundheit, Geschichte, Bildung, Wissenschaft. Diese und viele andere wichtige Bereiche sind allesamt in Sachen Aufdecken, Hinterfragen, Auflösen und neu Denken wichtig für eine offene, friedfertige, vielschichtige, polyphone, menschliche, naturverbundene, respektvolle Koexistenz in Frieden. Und jeder hat seine ganz eigenen Fähigkeiten und Aufgaben. Wir müssen nicht alle das Gleiche denken und tun.

Selbst in der Friedensbewegung können sich aus Angst, Mangel und Abgrenzung „limiting beliefs“ einschleichen. Es geht um respektvolles Zusammenwirken und — wie Christina von Dreien betont — um die Verbindung von Mut und Weisheit. Denn Mut allein führt schnell zu Übermut und zu wenig Mut mündet in Feigheit. Weisheit allein, lässt einen nicht zur Tat schreiten.

Diese neuen Wege sind oft erst einmal unspektakulär, fein und zerbrechlich und vor allem nicht kompatibel mit dem alten Denken, das immer noch weit verbreitet ist. Es geht zum Beispiel darum, dass für wirklichen Frieden Gewalt nicht mit Gewalt beantwortet werden kann, auch nicht mit der Gewalt der „Guten“ … Und das fängt schon mit verbaler Gewalt an.

„Dynamic Peace“, so wie ihn auch Christina vermittelt, ist das Verunmöglichen von Gewalt, nicht nur Waffenstillstand. Das vergessen wir oft selbst im Alltag und merken gar nicht, dass wir uns manchmal schon Andersdenkenden gegenüber respektlos verhalten.

Um uns herum zürnt die alte Welt, bricht in sich zusammen, wir rotieren in unserem Alltag und trotz aller Hiobsbotschaften und himmelschreienden Missstände, die uns umgeben, fühle ich Großes, Schönes auf uns zukommen,

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Stille Machtergreifung – Österreichs neue alte Rechte – www.NachDenkSeiten.de

Stille Machtergreifung – Österreichs neue alte Rechte – www.NachDenkSeiten.de

25-01-18 12:56:00,

25. Januar 2018 um 13:00 Uhr | Verantwortlich:

Stille Machtergreifung – Österreichs neue alte Rechte

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Länderberichte, Parteien und Verbände, Rechte Gefahr, Rezensionen

Als im Jahre 2000 erstmals die rechte FPÖ als Koalitionspartner an der österreichischen Regierung beteiligt wurde, hagelte es noch Protest. Die EU entschloss sich zu – wenn auch halbgaren – Sanktionen, weltweit äußerte sich Kritik daran, dass im Herzen Europas eine offen fremdenfeindlich und rassistisch auftretende Partei an der Regierung beteiligt wird. Doch diese Zeiten sind Geschichte. Seit den letzten Nationalratswahlen wird Österreich wieder von einer Rechts-Rechtsaußen-Koalition regiert. Doch mittlerweile scheint schon dies als „normal“ zu gelten; nennenswerte Kritik oder gar Proteste waren nicht zu vernehmen. Doch „normal“ ist die FPÖ keinesfalls, wie das hochaktuelle Buch „Stille Machtergreifung“ zeigt, das Norbert Wiersbin für die NachDenkSeiten rezensiert hat.

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Das jüngste Buch von Hans-Henning Scharsach erschien noch vor den österreichischen Nationalratswahlen 2017. Dieses Werk konnte zwar nicht verhindern, dass der blutjunge Sebastian Kurz (ÖVP) auf dem Weg zu seiner Kanzlerschaft eine Koalition mit der FPÖ einging und damit eine Partei an die Schaltstellen der Macht brachte, die längst von rechtsnationalen Burschenschaftern unterwandert und von Männern dominiert wird, die – teils unverblümt, teils hilflos kaschierend – eine längst überholt geglaubte völkisch-rassistische Ideologie auferstehen lassen. Es bleibt aber in seiner ganzen mahnenden und aufklärerischen Wucht aktuell, offenbaren die aufgezeigten Verflechtungen zur internationalen Nazi-Szene doch ein alarmierend zersetzendes Potential für sämtliche europäischen Demokratien und für die Europäische Union insgesamt.

Der Journalist und Menschenrechtsaktivist Hans- Hennig Scharsach, ehemals Leiter des außenpolitischen Ressorts des KURIER sowie stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Auslandsressorts des Nachrichtenmagazins NEWS, gilt als führender Experte für Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Neonazismus. Für seine Verdienste zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und für seinen unermüdlichen Einsatz für Demokratie, Menschenrechte und „sauberen Journalismus“ wurde ihm 2014 durch die österreichische Regierung der Berufstitel eines Professors verliehen. Über 15 Jahre lang moderierte Scharsach die alljährlichen Zeitzeugen-Veranstaltungen im Wiener Volkstheater zum Jahrestag des November-Pogroms. Er ist Autor mehrerer Sachbücher wie z.B.

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