Palästina ins Herz schliessen – man kann nicht anders

15-08-20 03:34:00,

Israelischer Siedlungsbau in Westjordanland
© Pia Tschupp

Israelischer Siedlungsbau in Westjordanland

Christian Müller / 15. Aug 2020 –

Die Schweizerin Pia Tschupp weilte drei Monate in Palästina. Ihr jetzt erschienenes Büchlein mag vielen die Augen öffnen.

Fernsehsendungen, Radioreportagen, Zeitungskommentare: Wir kennen das «Problem Palästina» seit vielen Jahren und wissen, dass es nicht leicht zu lösen ist. Nicht weil es nicht lösbar wäre, aber weil die israelische Regierung und ihre Unterstützer – darunter zu Zeiten Donald Trumps besonders massiv auch die USA – das Problem nicht lösen wollen. Palästina ist völkerrechtswidrig besetzt, den Menschen in Palästina wird das Leben bewusst schwer gemacht, um sie zur Auswanderung zu bewegen, Palästina soll mehr und mehr ein Teil des Staates Israel werden – allerdings ohne dass seine Menschen gleichberechtigt mit den Besatzern in ihrer eigenen Heimat leben dürfen.

Es gibt zwar bereits jede Menge ans Herz gehende Berichte nicht zuletzt auch von unabhängigen israelischen Journalistinnen und Journalisten, man denke etwa an Gideon Levy oder an Amira Hass von der israelischen Tageszeitung Haaretz, aber nichts bewegt sich – oder eben in die falsche Richtung.

Palästina erlebt – und lieben gelernt

Pia Tschupp, nicht mehr ganz die Jüngste – sie ist im Jahr 1950 im aargauischen Freiamt geboren und wurde Lehrerin –, hat Palästina im Jahr 2018 besucht und dort gelebt, drei volle Monate lang. Sie wollte das Leben vor Ort erfahren, nicht nur darüber lesen. Ihre Liebe zur Musik hatte sie als Sängerin in einem Chor schon 2016 nach Palästina geführt. Dort entstand dann der Wunsch und später zuhause in Densbüren der Entscheid, als Menschenrechtsbeobachterin während längerer Zeit selber in Palästina zu weilen.

Und jetzt hat Pia Tschupp also ein Buch über Palästina geschrieben. Es ist ein Kleinod unter der Literatur über Palästina. Aus verschiedenen Gründen:

  • Das Buch «Eine Geige für Palästina» ist kein Wälzer, den man zu lesen eh nie Zeit hat, sondern ein überschaubares Büchlein, lediglich 140 Seiten stark und trotzdem sehr informativ, inklusive übersichtlicher Informationen zur «Organisation» der Besetzung Palästinas durch Israel (Zonen A, B und C) und inklusive einiger Karten zur immer dichteren Besetzung. Und auch mit vielen schönen Fotos, nicht zuletzt von den Menschen in Palästina, wie sie leben – leben müssen.
  •  » Lees verder

    Google Maps löscht Palästina von der Landkarte

    16-07-20 01:46:00,

    Politik

    13:37 16.07.2020(aktualisiert 13:53 16.07.2020)

    Zum Kurzlink

    https://cdnde1.img.sputniknews.com/img/07e4/07/10/327508754_0:160:3072:1888_1200x675_80_0_0_8f0eab48f679f234d32ee82c78fa1873.jpg

    Sputnik Deutschland

    https://cdnde2.img.sputniknews.com/i/logo.png

    Sputnik

    https://cdnde2.img.sputniknews.com/i/logo.png

    https://de.sputniknews.com/politik/20200716327508796-google-maps-loescht-palaestina-von-der-landkarte/

    Palästina ist von den Landkarten der amerikanischen Internetfirma Google verschwunden. In einer Suchanfrage werden die Nachbarstaaten angezeigt, doch der Name Palästina befindet sich nicht auf der Karte.

    Zugleich ist Palästina auf den Landkarten des russischen Online-Geodatendienstes Yandex.Maps immer noch zu finden.

    Screenshot von Google Maps am 16. Juli 2020

    Hindergrund 

    Israel hatte 1967 während des Sechstagekrieges unter anderem das Westjordanland, Ost-Jerusalem und den Gazastreifen erobert. Die Vereinten Nationen stufen die Gebiete als besetzt ein und berufen sich auf internationales Recht. Die Palästinenser fordern die Gebiete für einen eigenen Staat – mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Der UN-Sicherheitsrat hatte 2016 einen vollständigen Siedlungsstopp von Israel gefordert. Die Siedlungen wurden in der Resolution 2334 als Verstoß gegen internationales Recht und als großes Hindernis für einen Frieden in Nahost bezeichnet.

    Trumps „Jahrhundertdeal“

    ©
    AP Photo / U.S. Army / Hubert Delany III

    US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Jahres den sogenannten Nahost-„Friedensplan“ vorgestellt. Dabei wird den Palästinensern ein eigener Staat in Aussicht gestellt, allerdings unter harten Auflagen, die sie bereits in der Vergangenheit zurückgewiesen haben.

    Dem Plan zufolge sollte Jerusalem die unteilbare Hauptstadt Israels werden. Die palästinensische Hauptstadt solle in Ostjerusalem eingerichtet werden. Zudem werde Israel das Jordantal einverleiben.
    Die Palästinenser lehnten den Vorstoß Trumps umgehend ab. Abbas bezeichnete den auch als „Jahrhundertdeal“ bekannten Plan als eine „Verschwörung“.

    om/mt

     » Lees verder

    F wie Palästina

    29-04-19 03:11:00,

    Bild: Makbula Nassar/CC BY-SA-4.0

    Palästina könne es nicht geben, im Arabischen gebe es keinen Buchstaben “P”. Mit dieser Aussage zieht der Sohn des israelischen Premiers derzeit viel Spott auf sich

    Die Geschichte von Israelis und Palästinenser ist voller Versuche, den Nähostkonflikt allein dadurch zu lösen, indem man die Existenz der Gegenseite negiert: Die frühen Zionisten zogen unter dem Slogan “Ein Volk ohne Land für ein Land ohne Volk” ins seit Jahrtausenden besiedelte Palästina. Die israelische Premierministerin Golda Meier stellte 1969 im Zeitungsinterview fest: “So etwas wie Palästinenser gab es nicht.” Und mit der Herangehensweise eines kleinen Kindes, das glaubt, das Monster hinter der Gardine würden verschwinden, wenn es nur lang genug das Gesicht ins Kissen drückt, sprechen auch heute noch Millionen Menschen vom “zionistischen Gebilde”, wenn sie “Israel” meinen.

    Mit einer besonders kreativen Idee, den Nahostkonflikt auf rhetorische Weise zu lösen, hat sich nun Yair Netanyahu zu Wort gemeldet. Der 27-Jährige, der neben dem Umstand, Sohn des israelischen Premiers zu sein, vor allem für seine radikalen Social Media-Posts bekannt ist, schrieb in einem mittlerweile gelöschten Tweet: schrieb in einem mittlerweile gelöschten Tweet, dass es Palästina schon allein deshalb nicht geben könne, weil es im Arabischen kein “P” gebe.

    Der innovative Versuch, Staatstheorie und Völkerrecht auf eine neue phonetische Grundlage zu stellen, brachte dem jungen Netanyahu in Sozialen Netzen vor allem jede Menge Spott ein. Eine Sache kam dabei allerdings zu kurz: Yair Netanyahus Aussage ist nicht nur dämlich, sondern auch falsch. Denn “p” ist arabischer als Netanyahu lieb sein dürfte.

    Palästina? Falestin? Balästina?

    Auf den ersten Blick hat Yair Netanyahu zumindest mit seiner phonetischen Einschätzung recht: Einen Buchstaben, der den Laut “p” wie in “Palästina” symbolisiert, sucht man im heutigen arabischen Alphabet vergebens. Das ist der Grund, warum Palästinenser von “falestin” reden, wenn sie über ihre Heimat meinen.

    Auf wen die Bezeichnung “Palästina” zurückgeht, ist nicht ganz klar. In Inschriften aus dem alten Ägypten ist der womöglich hebräische Begriff “Peleset” zu finden. Assyrer kannten die regionale Bezeichnung “Palashtu”, die antiken Griechen sprachen von “Palaistine”. Spätestens die Römer schließlich gaben der Region den Namen, über dessen Legitimität auch 2000 Jahre später noch erbittert gestritten wird: “Palaestina”.

     » Lees verder

    Erhöhte Spannung in Palästina

    11-01-19 09:02:00,

    Die Ankündigung einer möglichen definitiven Trennung der West Bank von Gaza, verschlechtern, trotz des ägyptischen Vermittlungsversuchs, weiter die Beziehungen zwischen der palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas.

    Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas ging nach Kairo, wo er den ägyptischen Präsident Abdel Fattah al-Sissi traf. Nichts scheint aus diesem Gespräch herausgekommen zu sein. Auf der abschließenden Pressekonferenz hat Präsident Abbas seine Position beibehalten und die Vereinigten Staaten wegen der Voreingenommenheit zugunsten Israels für schuldig bezeichnet. Er sagte auch, dass, wenn die Hamas sich weiterhin so verhält, die palästinensische Autonomiebehörde aufhören würde, sie zu unterstützen.

    Mahmoud Abbas hat seine Beamten von dem Grenzübergang Rafah abgezogen, wo sie durch Hamas-Kämpfer ersetzt wurden.

    Gleichzeitig haben Leute das Hauptquartier des Fernsehens der palästinensischen Autonomiebehörde in Gaza angegriffen. Die Räume wurden verwüstet (Foto) und Gegenstände gestohlen. Laut Ramallah werde dieser Vorfall der Hamas zugeschrieben. Im Gegenteil, laut der Hamas aber würde es sich um TV-Mitarbeiter handeln, die nicht bezahlt worden wären.

    Die Hamas hat erklärt, dass Israel die Überweisung des dritten Teils der Summe von Katar, die für die Bezahlung ihrer Beamten im Gazastreifen vorgesehen war, verhindert habe. Ein Ultimatum wurde der Regierung Netanjahu geschickt: wenn das Geld nicht spätestens am 11. Januar eintrifft, werden die Zwischenfälle entlang des Sicherheitszauns wieder anfangen.

    Die Hamas hat eine Reihe von Verhaftungen von Beamten der palästinensischen Autonomiebehörde in Gaza unternommen. Etwa tausend Leute wurden inhaftiert.

    Übersetzung
    Horst Frohlich

     » Lees verder

    Warum ist Palästina wichtig?

    20-07-18 03:05:00,

    Warum ist Palästina wichtig?
    von Sheldon Richman

    Warum ist Palästina wichtig? Diese Frage stelle ich mir fast täglich. Man könnte sie auch anders stellen: „Macht man sich einer Besessenheit verdächtig, wenn man der Not und dem Leid der Palästinenser einen großen Teil seiner Aufmerksamkeit widmet oder ist diese Aufmerksamkeit eine angemessene Reaktion auf eine schlimme historische und anhaltende Ungerechtigkeit?“

    Es kommt wahrscheinlich wenig überraschend, wenn ich antworte, dass große Aufmerksamkeit eine angemessene Reaktion ist. Palästina ist wichtig und sollte auch wichtig sein. Ich werde versuchen zu erklären, warum.

    Erstens, und vielleicht am grundlegendsten, erfordert die schiere Grausamkeit – das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen, der Verletzung natürlicher individueller Rechte also –, mit der Israel die Palästinenser behandelt, die Aufmerksamkeit all jener, denen Freiheit und andere (klassische) liberale Tugenden am Herzen liegen: Gerechtigkeit, soziale Kooperation, freier Austausch und Frieden.

    Lassen Sie uns mit den besetzten palästinensischen Gebieten beginnen. B´Tselem, das Israelische Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten, erklärt ganz zentral auf seiner Website: „Israels Besatzungs-Regime ist aufs Engste mit Menschenrechtsverletzungen verknüpft.“ Jeder, der die Scheuklappen des offiziellen Narrativs ablegt, wird sich der institutionellen Hürden schmerzlich bewusst, die das Alltagsleben verunmöglichen – ganz zu schweigen von der tatsächlichen Zerstörung von Leben. All dies sind feste Bestandteile der Herrschaft Israels über die Westbank (mit fast 3 Millionen Palästinensern), Ost-Jerusalem (über 300.000) und den Gaza-Streifen (fast 2 Millionen).

    Es ist sicher keine Übertreibung, das System als ein Beispiel für Apartheid zu beschreiben – eine Bezeichnung, die israelische Menschenrechtsorganisationen und frühere Regierungsbeamte benutzen (schon 1976 verwendete der damalige israelische Premierminister Jitzchak Rabin diesen Ausdruck als Warnung – genau wie Israels erster Premierminister, David Ben-Gurion, nach seinem Rückzug aus allen politischen Ämtern nach dem Krieg von 1967).

    Seit über einem halben Jahrhundert leben die palästinensischen Einwohner dieser Gebiete bereits unter einer brutalen Militärherrschaft. Diese Herrschaft äußert sich in „niederschwelliger“ Unterdrückung, beispielsweise in Form von Checkpoints (sogar für Krankenwagen), Reisegenehmigungen, Straßen, die nur für Juden bestimmt sind und eine tägliche Demütigung für die Palästinenser bedeuten, dazu noch Belästigungen und Soldaten, die nach Lust und Laune die belagerte Bevölkerung unter Kontrolle halten.

    Stellen Sie sich vor, ein normales Leben zu führen – arbeiten zu gehen, sich um Ihre Kinder zu kümmern –,

     » Lees verder