The Wolff of Wall Street: Wirtschaftssanktionen | KenFM.de

24-01-20 02:02:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12.00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Wirtschaftssanktionen“.

Unter Wirtschaftssanktionen versteht man Strafmaßnahmen, die ein Land gegen ein anderes verhängt. Sie können sich gegen einzelne Personen, einzelne Unternehmen oder aber auch gegen ganze Wirtschaftszweige oder sogar die gesamte Wirtschaft eines Landes richten. In den beiden letzten Fällen würde man von einem Wirtschaftsembargo sprechen.

Wirtschaftssanktionen können verschiedene Formen annehmen. Das sanktionierende Land kann zum Beispiel Einfuhrzölle auf Waren aus dem betroffenen Land erheben und sie so für die eigenen Bürger teurer machen. Es kann aber auch Ausfuhrzölle erheben und so eigene Waren für die andere Seite verteuern. Möglich sind auch Ein- und Ausfuhrbeschränkungen oder ein komplettes Verbot der Ein- und Ausfuhr bestimmter Waren.

Weitere Sanktionsformen wären ein Einfrieren von Vermögenswerten eines Landes oder einzelner seiner Bürger oder auch das Abschneiden eines Landes von internationalen Zahlungsströmen durch seinen Ausschluss aus dem weltweit wichtigsten Zahlungssystem SWIFT.

Derartige Sanktionen sind in den vergangenen Jahrzehnten von zahlreichen Ländern, aber auch von internationalen Organisationen wie zum Beispiel den Vereinten Nationen verhängt worden. Zu den von Sanktionen betroffenen Ländern zählen u.a. China, Russland, Iran, Nordkorea, Weißrussland, die Ukraine, Aserbaidschan, Syrien, Irak und zahlreiche afrikanische Staaten. Die umfassendsten Sanktionen richten sich derzeit gegen Nordkorea, Iran und Syrien. Gegen alle drei Staaten gelten sowohl ein Waffenembargo als auch ein Lieferverbot für alle Güter, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können.

Alle Arten von Wirtschaftssanktionen haben eines gemeinsam: Sie werden grundsätzlich von stärkeren gegen schwächere Länder verhängt und treffen immer die sozial schwächeren Schichten des sanktionierten Landes am härtesten.

Zölle, Tarife und auch die Verknappung von Waren – wie zum Beispiel die Verknappung von Öl bei einem Ölembargo – führen dazu, dass die Preise – im Fall des Öls die Energiepreise – ansteigen, was natürlich die unteren Einkommen am stärksten belastet.

Sanktionierte Länder sind oft gezwungen,

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The Wolff of Wall Street: Planwirtschaft | KenFM.de

17-01-20 01:01:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12.00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Planwirtschaft“.

Das Wort „Planwirtschaft“ lässt die meisten Menschen sofort zurückschrecken, und das nicht ohne Grund. Die erste Planwirtschaft wurde 1917 nach der Russischen Revolution errichtet, kostete wegen der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft Millionen von Menschen das Leben und festigte die Diktatur einer mit dem Staatsapparat verschmolzenen Parteielite.

Nach der Chinesischen Revolution von 1949 wurde ebenfalls eine Planwirtschaft eingeführt – mit ähnlichen Folgen wie in Russland. Auch dort wurde sie gewaltsam und ohne Rücksicht auf menschliche Verluste durchgesetzt und lieferte die Grundlage dafür, dass sich eine Staats- und Parteibürokratie herausbilden und über das Volk erheben konnte.

Weitere Planwirtschaften wurden nach dem 2. Weltkrieg im Zuge der Aufteilung der Welt unter den Siegermächten eingeführt. Während die westlichen Alliierten in ihrem Einflussbereich die Marktwirtschaft förderten, ließ die Sowjetunion in ihrem Einflussbereich – dem sogenannten Ostblock – überall die Planwirtschaft einführen.

Allen Planwirtschaften war eines gemeinsam: Sie wurden von oben herab verordnet, gegen den Willen eines erheblichen Teils der Bevölkerung errichtet und dienten als Grundlage für totalitäre Regimes, die keine Wahlen zuließen und der Mehrheit ihrer Bürger Reisen ins Ausland verboten. Außerdem hat keine einzige Planwirtschaft überlebt. Alle sind inzwischen wieder durch die Marktwirtschaft ersetzt worden.

Das Scheitern wird häufig damit erklärt, die Marktwirtschaft sei der Planwirtschaft eben überlegen. Das verkennt aber, dass die auf kontinuierlichem Wachstum basierende Marktwirtschaft das 20. Jahrhundert nur deshalb überstanden hat, weil Kriege geführt, natürliche Ressourcen geplündert, die Umwelt zerstört und die soziale Ungleichheit in nie gekanntem Ausmaß verschärft wurde.

Es verkennt außerdem, dass die Marktwirtschaft nach dem Ende des Nachkriegsbooms, der ja in erster Linie eine Folge des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg war, nur durch die Deregulierung des Finanzsektors weiterwachsen konnte und dass sie in unserer Zeit nur durch extreme Manipulation des Finanzsektors am Leben erhalten werden kann.

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The Wolff of Wall Street: Marktwirtschaft | KenFM.de

10-01-20 08:39:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12.00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Marktwirtschaft“.

Unter dem Begriff Marktwirtschaft wird heute meist die Marktwirtschaft unserer Zeit, also die kapitalistische Marktwirtschaft, verstanden. Tatsächlich aber sind Märkte und Handel, die zusammen die Marktwirtschaft ausmachen, bereits mehrere tausend Jahre alt.

Unsere Vorfahren haben ja in grauer Vorzeit als Nomaden vom Sammeln und von der Jagd gelebt, sind dann nach und nach sesshaft geworden, haben einzelne Dorfgemeinschaften gebildet und anschließend begonnen, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben.

Da sie mit der Zeit mehr produzieren konnten als sie selbst benötigten, haben sie irgendwann begonnen zu tauschen. Und weil sich ihr Lebensstandard durch diesen Tausch verbesserte, haben sie von da an nicht mehr nur für den Eigenbedarf, sondern auch ganz gezielt für den Tausch produziert.

Auf diese Weise entstanden die ersten Märkte, dann der erste Handel und später das erste Geld. Die Grundzüge dieser frühen Marktwirtschaft haben sich bis in unsere Zeit erhalten, aber ihre Mechanismen haben sich im Verlauf der Geschichte gewaltig verändert.

Den größten Schub und die größte Veränderung hat die Marktwirtschaft durch die Industrialisierung erfahren, die in Europa in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einsetzte und mit der Entstehung der Nationalstaaten und der Einführung nationaler Währungen einherging.

Die Industrialisierung führte zur kapitalistischen Produktionsweise, in der Geld, das in die Produktion floss, zu Kapital wurde und fortan eines forderte: Wachstum – und zwar unbegrenztes Wachstum. Das aber brachte Probleme mit sich: Da die Warenproduktion immer größere Ausmaße annahm und ständig neue Rohstoffe und neue Absatzmärkte gebraucht wurden, stieß die Marktwirtschaft schon bald an die neu geschaffenen nationalen Grenzen.

Das Ergebnis dieses Konflikts war der Kolonialismus. Um weiter zu wachsen, wurden Länder erobert, deren Rohstoffe geplündert und deren Einwohner zu billigen Arbeitskräften und zu Konsumenten gemacht.

Aber auch der Kolonialismus stieß an seine Grenzen,

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The Wolff of Wall Street: Freihandel | KenFM.de

03-01-20 04:03:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12.00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Freihandel“.

Die Geschichte des Handels, also die Geschichte des Austauschs wirtschaftlicher Erzeugnisse zwischen den Menschen, wurde über viele Jahrhunderte von künstlich geschaffenen Hemmnissen geprägt.

Bereits in der Antike und später im Mittelalter wurden immer wieder Zölle erhoben und Handelskriege geführt, und mit der Errichtung von Nationalstaaten begann ab dem 18. Jahrhundert die Geschichte des Protektionismus.

Unter Protektionismus versteht man sämtliche Maßnahmen, die ein Staat ergreift, um ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt zu benachteiligen und inländische Anbieter vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.

Das Gegenteil des Protektionismus ist der Freihandel, in dem keine Handelshemmnisse bestehen und keine Handelskriege ausgetragen werden, sondern Waren und Güter ungeachtet staatlicher Grenzen ihren Besitzer wechseln können.

Der erste prominente Fürsprecher des Freihandels war Mitte des 18. Jahrhunderts Adam Smith, der Begründer der klassischen Nationalökonomie. Seinen Durchbruch erlebte der Freihandel allerdings erst 200 Jahre später – nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Die USA, die als unumstrittener Sieger aus dem Krieg hervorgingen, hatten damals ein großes Problem, nämlich die Überproduktion. Ihre Wirtschaft stellte mehr Waren her als der heimische Markt aufnehmen konnte. Die USA brauchten also Märkte.

Zu diesem Zweck griffen sie 1944 zu einem sehr effektiven Mittel: Auf der Konferenz von Bretton Woods schufen sie ein Geldsystem, das fast alle Währungen der Welt an ihre Währung band und den US-Dollar so zur ersten globalen Leitwährung machte. Außerdem bekannte sich die Führung der USA, deren Wirtschaftspolitik vorher über Jahrzehnte von Protektionismus und Isolationismus geprägt war, nun rückhaltlos zum Freihandel und pries ihn als demokratische Errungenschaft und als Garant für Frieden und Wohlstand an.

Die tatsächlichen Folgen aber sahen anders aus. Die Aufhebung von Importbeschränkungen bedeutete für wirtschaftlich schwächere Länder, dass ausländische Waren ungehindert hineinfließen und deren Märkte überfluten konnten. Die mittelständischen Unternehmen dieser Länder mussten nun mit US-amerikanischen und anderen ausländischen Großkonzernen konkurrieren – und zogen dabei fast immer den Kürzeren.

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The Wolff of Wall Street: Weltbank | KenFM.de

27-12-19 11:23:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12.00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Weltbank“.

Mit dem Zweiten Weltkrieg ging eine historische Ära zu Ende: Großbritannien, das die Welt mit seinem Empire mehrere Jahrhunderte lang beherrscht hatte, wurde durch die neue Supermacht USA abgelöst.

Zur Festigung ihrer Macht schufen die USA 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods ein neues globales Finanzsystem. Sie erklärten den US-Dollar zur Leitwährung – etwas, dass es vorher noch nie gegeben hatte – und banden alle übrigen Währungen zu festen Wechselkursen an den Dollar.

Außerdem wurde auf dieser Konferenz die Gründung mehrerer Organisationen beschlossen, die zugunsten der neuen Finanzordnung weltweit aktiv werden sollten. Dazu gehörten u.a. der Internationale Währungsfonds IWF und die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung IBRD, die später mit vier weiteren Organisationen zur „Weltbankgruppe“ zusammengefasst wurde.

Diese Weltbankgruppe oder kurz Weltbank hat ihren Sitz in Washington, gegenüber vom IWF. Ihr gehören fast alle Länder der Welt an, wobei deren Stimmrecht an die Höhe ihrer Kapitalanteile gebunden ist. Tonangebend sind die USA, die seit der Gründung der Organisation so viele Stimmanteile halten, dass Beschlüsse nur mit ihrer Zustimmung gefasst werden können.

Zwar wurde das System von Bretton Woods mit der Abkoppelung des Dollars vom Gold 1971 und der Freigabe der Wechselkurse 1973 beendet, aber der IWF und die Weltbank – also die beiden wichtigsten Finanzorganisationen der Welt – blieben weiter bestehen.

In ihrer Anfangszeit war die Weltbank vor allem in Europa aktiv und hat den Wiederaufbau finanziert – durch Kredit- und Auftragsvergabe, die vor allem US-amerikanische Banken und Konzerne begünstigten.

Danach hat sich die Weltbank den etwas wohlhabenderen unter den Entwicklungsländern zugewandt und Kredite für Infrastrukturprojekte wie den Bau von Straßen, Brücken, Kraftwerken und Staudämmen vergeben. Durch die Zusammenarbeit mit den oft korrupten nationalen Regierungen wurden diese gefestigt und ihre Länder gleichzeitig in immer stärkere Abhängigkeit von der Weltbank und damit von den USA gebracht.

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