Sturm auf den Reichstag – Sturm im Wasserglas

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02-09-20 03:20:00,

“Sturm” auf die Treppe des Reichtags. Screenshot von YouTube-Video

Eine doppelte Widerrede

Stellen Sie sich vor, die ganz Bösen, also die Autonomen (für die Älteren), die Antifa (für die Jüngeren) und die RAF 3.0 (für alle zusammen) hätten zum Sturm auf den Reichstag aufgerufen. Dafür hätte es ganz viele Likes und blutrünstige Zustimmung im Internet gegeben und eine entsprechende Mobilisierung wäre ebenfalls zu erkennen gewesen. Und natürlich hätte es auch zahlreiche Warnungen aus allerlei “Sicherheitskreisen” gegeben, die vor gewalttätigen Ausschreitungen gewarnt hätten, um alle “Unbeteiligten” auf die ganze Härte des Rechtstaates vorzubereiten und die Einsatzpläne entsprechend zu schärfen.

Stellen Sie sich dieses Untergangs- und Schreckensszenario einmal vor, um dann das Folgende für absolut normal und realistisch zu halten:

Zuerst wird dieser teuflischen Allianz ohne Probleme eine Kundgebung zu Füßen des Reichstages genehmigt. Sie ist ausdrücklich von den Verbotsanträgen ausgenommen, die andere Demonstrationen mit ähnlichem Anliegen untersagen sollen. An besagtem Kundgebungsort wird rechtzeitig fast alles abgezogen, was man an diesem Tag an Polizeikräften zusammengezogen hat. Ohne alles zu verraten: An diesem Tag sind mindestens 3.000 Polizisten im Einsatz, also das, was man offiziell “kommuniziert”. 2.997 Polizeibeamte sind im entscheidenden Augenblick woanders, unter anderem, wie schrecklich und passend, vor der russischen Botschaft. Alleine die Erwähnung der “russischen Botschaft”, also etwas Russisches, sollte ausreichen, um zu erklären, dass man einfach nichts mehr zum Schutz des Reichtages übrighat, das Parlamentsgebäude einfach blank bleiben musste.

In Folge passiert exakt das, wovor die einen gewarnt, worauf die anderen sehnlichst hin gefiebert haben: Ein paar Hundert überwinden spielerisch die Absperrgitter, die man einfach nur hingestellt hat, um zu zeigen, dass man zu allem bereit ist und dass man gerade von den ganz Gewaltbereiten erwarten darf, dass sie sich an das halten, wofür ein Absperrgitter dem Namen nach sorgen soll. Völlig unerwartet und ohne sich zu verausgaben rennen diese paar Hundert in Richtung Reichstag und steigen die Treppen zum Olymp hinauf. Dort werden sie genau von drei Polizisten erwartet, die von den .000 zurückgelassen wurden.

Die drei Polizisten haben keine Chance und nutzen sie. Sie erklären den Treppenstürmern, dass das jetzt und so nicht geht. Die Drei geben alles, sind für ein paar gute Augenblicke Opfer und wenig später (und nicht viel später für immer) Helden, die die Demokratie in einem entscheidenden Moment gerettet,

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Neue Erkenntnisse zum “Sturm auf den Reichstag” und die Medien berichten bewusst unwahr | Anti-Spiegel

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01-09-20 07:40:00,

In den „Qualitätsmedien“ ist seit Sonntag die Rede davon, Neonazis oder „Rechte“ könnten die Corona-Demos kapern. Das ist Unsinn und die Medien wissen das. Sie berichten offensichtlich bewusst unwahr, um die Corona-Demos zu diskreditieren, wie sich leicht aufzeigen lässt.

Der Shitstorm, den wir seit Sonntag in den „Qualitätsmedien“ beobachten können, ist per Definition Propaganda. Nicht nur wegen der Menge an Artikeln und Beiträgen, die das gewollte Narrativ in die Köpfe der Menschen hämmern sollen, sondern vor allem, weil es nachweisbar unwahre Behauptungen sind. In Berlin wurden am Samstag auf engstem Raum alle möglichen Demos zugelassen, deren Parolen und auch Zusammenstöße mit der Polizei mit der Corona-Demo nichts zu tun haben. Aber wenn so viele verschiedene Demos auf engstem Raum stattfinden, sind Bilder, auf denen fragwürdige Gestalten neben Gegnern der Corona-Maßnahmen zu sehen sind, gar nicht zu vermeiden und es drängt sich der Verdacht auf, dass genau diese Bilder vom Innensenator der Stadt Berlin gewollt waren.

Diskreditierung nicht gewollter Demos

Die „Qualitätsmedien“ spielen das Spiel gerne mit. Wie absurd das mediale Theater ist, kann man schon daran sehen, dass es auch reichlich Bilder gab, auf denen zum Beispiel LGTB-Flaggen zusammen mit Reichsflaggen zu sehen waren, aber kein Politiker und kein Redakteur der „Qualitätsmedien“ hat die LGBT-Bewegung aufgefordert, sich in Wort und Tat von den bösen „Rechten“ zu distanzieren. Das sollen nur Gegner der Corona-Maßnahmen tun, die genauso zufällig und ungewollt neben den Reichsflaggen zu sehen waren, die die LGBT-Aktivisten. Sogar auf der Treppe des Reichstages war mindestens eine LGBT-Flagge mit dabei. Das wird medial allerdings ignoriert.

Offensichtlich wollen Politik und Medien die Gegner der Corona-Maßnahmen verdammen und sie so sehr diskreditieren, dass die Menschen nicht mehr an den Demos teilnehmen. Der Versuch ist plump, aber das bedeutet nicht, dass er nicht funktionieren könnte.

Der Spiegel legte am Dienstag unter der Überschrift „Proteste gegen Corona-Maßnahmen – Polizeigewerkschaft warnt vor Rechtsextremisten bei Demonstrationen“ nach und ließ viele Vertreter aller möglichen Organisationen ins gleiche Horn stoßen:

„Seit dem Wochenende habe die Corona-Protestbewegung „endgültig ihre Unschuld verloren“, sagte der GdP-Vizevorsitzende auch. Wer weiterhin an diesen Demonstrationen teilnehme, müsse sich fragen, ob er sich mit den Rechtsextremen gemein machen wolle.“

Auch der beliebtestes (und leider in Deutschland auch wirksamste) Kampfbegriff durfte nicht fehlen:

„Josef Schuster,

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Die Ruhe vor dem Sturm

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02-04-20 08:24:00,

Bild: Clément Falize/Unsplash

Die Welt nach Corona wird eine andere sein

Ich bin Richter im Ruhestand. Altersbedingt gehöre ich zu einer Risikogruppe. Meine Frau und ich befinden sich seit gut drei Wochen in selbst auferlegter Teilquarantäne. Einkäufe im Supermarkt werden auf das Notwendigste beschränkt. Wir fühlen uns gesund. Mein Terminkalender ist radikal ausgedünnt. Alle Veranstaltungen, Termine, Reisen sind storniert. Das öffentliche Leben ist eingefroren.

Plötzlich habe ich viel Zeit, viel mehr als im letzten halben Jahrhundert. Wir haben mehr Zeit füreinander. Wir sitzen länger zu Tisch, diskutieren viel und erledigen Dinge, die länger liegengeblieben sind. Freunde rufen öfters an und erkundigen sich nach unserem Befinden und bieten Hilfe an. Wenn ich selbst anrufe, meldet sich neuerdings ein Mensch, kaum noch ein Anrufbeantworter. Es ist unübersehbar: Corona hat unser Leben in bisher unbekannter Weise verändert.

Zäsur

Es zeichnet sich ab, dass das Virus neben den Gefahren für Leib und Leben auch soziale und wirtschaftliche Verwerfungen mit sich bringt. Das wird eine Zäsur in unserem Denken bewirken. Alte Gewissheiten kommen auf dem Prüfstand. Die Welt nach Corona wird eine andere sein.

Etwas halbwegs Vergleichbares erlebten wir 1986 nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Als sich damals still und leise radioaktive Partikel wie Mehltau über unsere Gärten, Städte und Felder legten, machte sich Angst breit – nicht zuletzt deshalb, weil sich die atomare Verseuchung unserer sinnlichen Wahrnehmung entzog. Mittelfristige Folge war, dass sich der Atomstrom bis heute fast halbierte. Parallel dazu begann der globale Siegeszug der erneuerbaren Energien.

Heute erleben wir, dass ein winziges, für unser Auge unsichtbares Virus die Grenzen unserer hochentwickelten Medizin, unserer Versorgungseinrichtungen und des globalisierten Handels aufzeigt. Mehr als das: Corona hat die Welt erschüttert wie kein anderes Ereignis nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ein Blick zurück zeigt, dass ein solcher abrupter Einbruch in das normale Leben nichts Neues ist. Im Mittelalter entvölkerte die Pest weite Landstriche Europas. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs starben etwa 50 Millionen Menschen an der Spanischen Grippe. Davon sind wir heute meilenweit entfernt. Aber die Erinnerung an geschehenes Unheil verunsichert Menschen und verängstigt sie.

Hinzukommt, dass Viren von jeher einen schlechten Ruf hatten. Doch genau genommen ist die Erde ihr Planet. Sie waren lange vor uns da,

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Die Ruhe vor dem perfekten Sturm

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22-03-20 04:02:00,

Noch können wir die verordneten Halbferien und die plötzliche Ruhe genießen. Mehr Vögel und weniger Flugzeuge am Himmel, den Tag nach eigenem Rhythmus gestalten. Wann gab es das zum letzten Mal? Aber es ist die Ruhe vor einem Sturm, der jeden Menschen auf dieser Erde erfassen wird.

In einer Welt, in der wir uns gegen alles absichern wollen, können selbst kleine Gefahren große Wirkung entwickeln. Der Finanzmarkt ist ein gutes Beispiel: Keine Branche verfügt – mit den Derivaten – über so viele und so komplizierte Absicherungen. Die hinter den Derivaten liegenden Verträge umfassen ohne weiteres hundert Seiten oder mehr. Und kein Mensch versteht sie wirklich, der nicht gleichzeitig Mathematik und Jurisprudenz studiert hat. Logisch: Je schwächer das Fundament, desto grösser die Vorsichtsmaßnahmen. Trotz all dieser scheinbaren Sicherheiten hat bereits das erste Auftreten einer Corona-Infektion in den USA genügt, um die Aktien auf eine Talfahrt zu schicken, die noch längst nicht zu Ende ist. Ein einziger Fall einer Ansteckung mit einem Virus, das seit 60 Jahren bekannt und für durchschnittlich 15 Prozent der Grippe-Erkrankungen verantwortlich ist! Zugegeben: Es ist eine neue Virus-Variante und womöglich etwas gefährlicher. Aber: Ein Grippe-Fall und die Konzerne dieser Welt verlieren Milliarden an Wert – das zeigt, wie zerbrechlich unsere hocheffiziente Welt geworden ist.

Vergleicht man Ursache und Wirkung liegt der Befund auf der Hand: Wir haben es mit einer Hysterie, einer Panik ohne vernünftige Grundlage zu tun. «Aber die Zahlen mit dem exponentiellen Wachstum der Ansteckungen sprechen eine eindeutige Sprache», wird man dagegen einwenden. Richtig! Aber wie kommen die Zahlen zustande und was ist der übliche Verlauf einer Grippewelle? Und welche Faktoren spielen bei einer Ansteckung sonst noch eine Rolle?

Alljährlich werden die Menschen in den verschiedenen Klimazonen von Grippewellen überrollt. Grippale Atemwegserkrankungen befallen in Mitteleuropa jeden Winter 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung. Mit zunehmender Dauer werden die Viren weniger gefährlich. Ohne eigenen Stoffwechsel sind sie auf Gedeih und Verderben vom Wirt abhängig und haben ein natürliches Interesse an seinem Überleben. Umgekehrt entwickelt sich unter den Wirten – also unter uns Menschen – die Immunabwehr und die Welle verebbt. Damit die Viren die Immunabwehr wieder überwinden können, mutieren sie ihrerseits sehr schnell, und das Spiel beginnt von neuem, jedes Jahr

In den meisten Krankheitsfällen genügen Taschentücher und eine Reduktion der Aktivität zur Genesung.

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Jelzins Sturm auf das Weiße Haus

Jelzins Sturm auf das Weiße Haus

16-10-18 10:01:00,

Nach dem Angriff, das Parlament brennt. Bild: Bellabs

  1. Jelzins Sturm auf das Weiße Haus

  2. Ein Präsident beißt auf Granit

  3. Ein Präsident stürmt das Parlament


  4. Auf einer Seite lesen

Vor 25 Jahre starben hunderte Menschen in den Straßenkämpfen Moskaus und dem Beschuss des russischen Parlaments. Das National Security Archiv veröffentlicht hierzu Dokumente der US-Regierung

Die Verfassungskrise von 1993, die zu Straßenschlachten in Moskau und dem Befehl des Präsidenten Boris Jelzin führte, Panzer auf das Parlament des russischen Staates schießen zu lassen, ist ein Ereignis, das im Westen erstaunlich wenig bekannt ist, während es in Russland eine gravierende Zäsur in der eigenen Geschichte bildet. Die offiziellen Opferzahlen belaufen sich auf 187 Tote sowie 437 Verletzte. Inoffizielle Angaben liegen deutlich höher. Das National Security Archiv der George Washington Universität (Washington) hat nun eine Reihe von Dokumenten der US-Regierung veröffentlicht, die ein schärferes Licht auf die Rolle der USA in der größten Staatskrise Russlands seit dem Zerfall der Sowjetunion werfen.

Die Geschichte beginnt mit einem Schock. Im Verlauf des Jahres 1990 hatte sich der Jubel über die Deutsche Wiedervereinigung in der Welt und die Dankbarkeit für den sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow schon etwas gelegt. Gorbatschow stand hingegen vor einem Land, das wirtschaftlich in die Knie ging und sich auflöste. In dieser Lage veröffentlichte “The Economist” am 22. Dezember 1990 einen Wirtschaftsrat an die Sowjetunion und forderte den sowjetischen Präsidenten auf, als “starker Mann” zu regieren und “den Widerstand zu zerschlagen, der eine ernsthafte Wirtschaftsreform blockiert”. Ein Kapitel des Artikels war sogar mit “Michail Sergejewitsch Pinochet?” überschrieben. Dort ahnte der Autor, dass eine Durchsetzung der gewünschten Wirtschaftsreformen in der Sowjetunion “möglicherweise Blutvergießen” bedeuten würde.

Als Gorbatschow im Juli 1991 zum G7-Treffen eintraf, erwartete ihn kein Marshallplan und auch keine Wirtschaftshilfe, sondern es gab konkrete Forderungen. Erst wenn die Sowjetunion bewiesen hätte, dass sie es mit ihren Wirtschaftsreformen ernst meine, würden die USA Wirtschaftskredite gewähren, so die kompromisslose Haltung des US-Präsident George Bush Sr., die die anderen G7-Chefs teilten. Später schrieb Gorbatschow über den Gipfel: “Ihre Vorschläge für das Tempo und die Methoden des Übergangs waren erstaunlich.”

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