Milliarden Subventionen für Klimakiller

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27-05-20 06:39:00,

Steinkohlekraftwerk Moorburg in Hamburg-Moorburg. Foto (2013): © Ajepbah/CC BY-SA 3.0 DE

  1. Milliarden Subventionen für Klimakiller

  2. Milliarden für die Luftfahrt


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Die Energie- und Klimawochenschau: Vom Kohleausstieg, Begehrlichkeiten der klimaschädlichen Industrien, Elon Musk und Klima-Weiterbildung

Das Bundekabinett hatte bereits im Januar einen Entwurf eines Kohleausstiegsgesetz vorgelegt, aber die parlamentarischen Hürden wurden noch nicht genommen. Am Montag gab es im Bundestag eine Anhörung zum Gesetzesvorhaben.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie monierte aus diesem Anlass, dass Kraftwerke, die zugleich Strom und Wärme liefern, sogenannte KWK-Anlagen, benachteiligt würden. Außerdem forderte er eine Absenkung der Netzentgelte an. Eine Maßnahme, die auch zur Konjunkturbelegung genutzt werden könnte.

Das ist allerdings einmal eine interessante Position des BDI, denn die Netzentgelte sind deshalb so hoch, weil die Netzbetreiber eine garantierte Rendite auf ihr Eigenkapital in Höhe von über sieben Prozent bekommen. Das ist Geld, das vor allem im Fall der Besitzer der Höchstspannungsnetze bei den Anteilseignern landet und nur im Fall der von Stadtwerken betriebenen Niederspannungsnetze zumindest den oft schwindsüchtigen kommunalen Haushalten zu Gute kommt.

Nun ist es natürlich kein Naturgesetz, die Hoch- und Mittelspannungsnetze, die den Strom im Land verteilen, als private Monopole mit garantiertem Profit zu organisieren. Man könnte es auch wie die Dänen halten und dafür eine öffentlich-rechtliche Gesellschaft gründen, die nur einen kleinen Zuschuss abschöpft. Dieser geht dort in Forschung und Entwicklung im Bereich Netze und Stromspeicher. Umsetzen könnte man dies über eine Enteignung nach Artikel 15 Grundgesetz, aber soweit wollte der BDI sicherlich nicht gehen.

Aber das war in der Anhörung am Montag bestenfalls ein winzig kleiner Randaspekt. Der Bundesrat hatte bereits zu Beginn des Monats erhebliche Kritik an dem Entwurf angemeldet und Nachbesserungen für die erneuerbaren Energieträger gefordert.

Umweltschützer begleiteten die Anhörung mit einer Aktion vor Berliner Kohlekraftwerk. Kritisiert wird unter anderem, dass die im Entwurf vorgesehene Entschädigung für Kraftwerksbetreiber dazu führen könne, dass die Anlagen auch bei fehlender Rentabilität weiterbetrieben werden, um am geplanten Ausstiegsdatum noch die Entschädigung kassieren zu können.

Vattenfall hält die Hand auf

Interessante Nachrichten gibt es in diesem Zusammenhang aus Hamburg.

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«Perverse Subventionen für Landwirtschaft abschaffen»

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23-07-19 09:37:00,


Cornelia Eisenach, higgs / 23. Jul 2019 –

Die Landwirtschaft trage erheblich zum Klimawandel und Artensterben bei, kritisiert der britische Umweltforscher Robert Watson.

Red. Der britische Klima- und Umweltforscher Robert Watson ist eine der führenden Stimmen in der Diskussion um Klimawandel und Artensterben. Von 1997 bis 2002 stand er dem Weltklimarat IPCC vor. Bis Mai diesen Jahres war er Präsident des Weltbiodiversitätsrats IPBES. Während seiner Amtszeit warnte Robert Watson wiederholt vor den Folgen der menschengemachten Klimaerwärmung und der massiven Zerstörung der Artenvielfalt. Im Interview mit higgs.ch benennt er die Hauptursachen und was dagegen zu tun wäre.

higgs.ch: Der Bericht des Weltbiodiversitätsrats zeigt, dass Tiere und Pflanzen in rasantem Tempo aussterben. Eine Million von 8,1 Million Arten weltweit sind akut bedroht. Weshalb?

Robert Watson: Es gibt verschiedene Gründe. Einer davon ist, dass wir fast alle natürlichen Ökosysteme und Lebensräume in landwirtschaftliche Anbauflächen und Wald umgewandelt haben, meist mit Monokulturen. Zweitens beuten wir sowohl das Land als auch die Meere zu stark aus. Der dritte Grund ist der Klimawandel, der vierte die Umweltverschmutzung und der fünfte Grund sind invasive Arten.

Warum genau sind diese Veränderungen ein Problem?

Weil die Natur und die Biodiversität, also die biologische Vielfalt, für unser Wohlergehen wichtig sind. Die Natur liefert uns Nahrung, sauberes Wasser, Energie, Medizin. Das sind Dienstleistungen oder materielle Beiträge der Natur an uns. Ausserdem hilft die Natur, das Klima, die Verschmutzung, die Bestäubung durch Insekten, Überflutungen, Dürren, Schädlinge und Krankheiten unter Kontrolle zu halten. Und sie hat einen spirituellen Wert. Menschen lieben es, sich in der Natur aufzuhalten. Doch wir zerstören sie durch die Art und Weise, wie wir Lebensmittel, Holz, Textilien und Energie produzieren. Aber: Das Klima und die Natur zu zerstören, kostet Geld.

Wie viel Geld? Können Sie Zahlen nennen?

Wir haben es für die Bestäubung durch Insekten in den USA ausgerechnet: Würden Bienen und Schmetterlinge fehlen, um Nutzpflanzen zu bestäuben, dann würden die landwirtschaftlichen Erträge um etwa 600 Milliarden US-Dollar pro Jahr weniger abwerfen. Es ist sehr schwer, die Kosten von Klimawandel, Verschmutzung, Überflutungen und Stürmen zu beziffern. Aber wenn wir zum Beispiel Mangrovenhaine an den Meeresküsten zerstören, dann zerstören Sturmfluten plötzlich die Dörfer vor Ort. Wir zahlen einen hohen Preis – auch wirtschaftlich.

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