Wozu benötigen die USA Biolabore so nah an Russland?

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29-05-20 09:34:00,

Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow beim OVKS-Außenministertreffen sagte, sind weltweit militärbiologische Aktivitäten der USA zu beobachten, und auch an den russischen Grenzen. Seit langem sei Moskau besorgt über die biologische Sicherheit der Nachbarländer.

In Kasachstan, Armenien und Tadschikistan schufen die Amerikaner ein Netz von Biolaboren. Besonders viele Fragen haben die russischen Behörden zum Lugar-Zentrum in Georgien. Warum Washington das alles braucht – lesen Sie in diesem Artikel.

Der erste Corona-Fall wurde in Kasachstan Anfang März registriert. Die Behörden sperrten die Grenzen und riefen den Ausnahmezustand aus. Im Internet verbreiteten sich Gerüchteund Fake-News, dass das Virus mit einem Biolabor im Zusammenhang stehen könnte, das von den Amerikanern 2016 im Südosten der Republik errichtet worden war.

Das sogenannte Central Reference-Labor Almaty spezialisiert sich auf die Erforschung von für Kasachstan typischen Virus-Stämmen. Es wird betrieben als Teil des Wissenschaftszentrums für Quarantäne- und Zoonosen-Infektionen und ist dem Gesundheitsministerium der zentralasiatischen Republik unterstellt. Dabei handelt es sich um ein staatliches Objekt Kasachstans, obwohl das Pentagon dessen Bau mitfinanzierte. Insgesamt flossen aus den USA knapp 108 Mio. Dollar in dieses Objekt

Nach Angaben Washingtons befinden sich US-Militärs in der Region, und die Forschungen sollen dabei helfen, sie vor unbekannten Infektionen zu schützen.

Auf den Gipfeln der OVKS, GUS und SOZ erklärten Vertreter Moskaus mehrmals, dass die Amerikaner diese Labore auf eine Weise nutzen könnten, die den russischen Interessen zuwiderlaufen. Doch die kasachischen Behörden sicherten zu, dass äußere Einmischungen in die Arbeit der Biologen nicht zugelassen werden.

„Die Mitarbeit ausländischer Wissenschaftler ist nur dann zulässig, wenn gemeinsame Forschungen durchgeführt und Projekte im Rahmen von Zuschüssen umgesetzt werden“, verlautet aus dem Forschungszentrum in Almaty.

2018 verzeichnete Kasachstan einen rasanten Anstieg von Meningitis-Erkrankungen, in Almaty war die Rede vom Leak eines Meningokokken-Infektion-Stamms aus dem Labor. Journalisten und Blogger schrieben im Ernst, dass die Amerikaner die Ausbreitung des Virus absichtlich zugelassen hätten. Damit wollten sie angeblich die Effizienz der im Labor in der Entwicklung befindlichen Biowaffen prüfen.

Kasachstans Gesundheitsministerium beteuerte damals, dass es keine Epidemie gebe. „In Kasachstan gibt es 58 Meningitis-Fälle, darunter 32 in Almaty. Wenn man relative Kennzahlen berechnet, sind sie nach WHO-Maßstäben niedrig“, hieß es im Ministerium.

Beim Coronavirus verhält es sich ähnlich. Die Behörden dementieren Verschwörungstheorien und riefen dazu auf,

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Vom kaltblütigen Mörder zum Nationalhelden – Elor Azaria und die Tragik israelischer Politik – JusticeNow!

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11-02-19 08:01:00,

Für die Exekution eines reglos am Boden liegenden palästinensischen Attentäters wurde Elor Azaria wegen Totschlags verurteilt und saß neun Monate im Gefängnis. Spätestens nach seiner Freilassung wurde er zum Nationalhelden und Posterboy für Israels politische Rechte. Seine Geschichte offenbart tiefe Einblicke in Israels militaristische und rassistische Politik und Gesellschaft.
ACHTUNG! Dieser Artikel enthält Videomaterial, das eine Hinrichtung zeigt und als verstörend empfunden werden könnte.

Am Morgen des 24. März 2016 laufen die beiden Palästinenser Ramzi Qasrawi und Abdel Fattah a-Sharif auf eine Kreuzung im völkerrechtswidrig besetzten Hebron im Westjordanland und greifen zwei patrouillierende israelische Soldaten mit Küchenmessern an. Einer der beiden Soldaten erleidet leichte Verletzungen, die beiden Attentäter werden niedergeschossen.

Elf Minuten später ist Qasrawi tot, während a-Sharif nach Schüssen in Arm, Schulter, Bauch und Unterkörper regungslos – jedoch lebendig – am Boden liegt. Bis hierhin kann das Verhalten der israelischen Soldaten als Notwehr ausgelegt werden und bewegt sich im Rahmen der Legalität.

Dann betrat der damals 18-jährige Sergeant Elor Azaria die Szene. Der Militärsanitäter nähert sich nach Erstversorgung seines Kollegen dem schwer verletzten Attentäter a-Sharif. Kalkuliert und entschlossen lädt Azaria sein Gewehr durch und exekutiert den am Boden Liegenden mit einem gezielten Kopfschuss aus wenigen Metern.

Courtesy of B’Tselem.

Da keinerlei Gefahr vom schwer verletzten a-Sharif ausging, war der Kopfschuss keine legitime Notwehr, sondern ein Verbrechen. Folgen wir der Annahme, dass Palästisrael ein Kriegsgebiet ist, handelt es sich um ein Kriegsverbrechen.

Da es unzweideutige Videoaufzeichnungen des Mordes gab, die von der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem veröffentlicht wurden und sich ob der Kaltblütigkeit des Gezeigten schnell ihren Weg in die Weltöffentlichkeit bahnten, sah sich die israelische Justiz gezwungen, den Mörder Elor Azaria vor Gericht zu stellen – eine absolute Rarität in der israelischen Militärgerichtsbarkeit.

(Auch der zweite Attentäter, Ramzi Qasrawi, der im B’Tselem-Video bereits tot ist, wurde laut Aussage mehrerer Augenzeugen aus nächster Nähe mit zwei Kugeln in den Kopf hingerichtet. Ein kurz im Anschluss dieses Mordes gefilmte Video zeigt die Leiche mit einer Blutlache unter dem Kopf. Da es von diesem mutmaßlichen Mord jedoch keine Aufzeichnungen gibt, weist das Militär die Vorwürfe kategorisch von sich und Qasrawis Mörder wurde folglich nie angeklagt.)

Elor Azaria wurde schließlich wegen Totschlags vor Gericht gestellt und zu 18 Monaten Haft verurteilt.

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