Jürgen Todenhöfer: „USA sind der größte Terrorist der Welt“

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07-01-20 12:35:00,

Politik

13:12 07.01.2020(aktualisiert 13:25 07.01.2020)

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Der ehemalige CDU-Politiker und Nahost-Experte Jürgen Todenhöfer kritisiert die Iran-Politik des US-Präsidenten. Für ihn ist Donald Trump der „führende Staatsterrorist unserer Tage“.

„Iran hat in den letzten 200 Jahren kein einziges Land überfallen“, schreibt der Publizist Jürgen Todenhöfer auf Facebook. „Die USA Dutzende [sic!]. Wenn es jetzt zum Krieg kommt, ist das kein Angriffskrieg des Iran, sondern ein Angriffskrieg der USA. Angezettelt vom führenden Staatsterroristen unserer Tage: US-Präsident Donald Trump.“

Bei einer Operation des Pentagons in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag im Raum des internationalen Flughafens von Bagdad war der Kommandeur der Al-Quds-Spezialeinheit, General Qassem Soleimani, getötet worden. Daraufhin hatte die Führung in Teheran Rache für den Tod von Soleimani geschworen. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran in der Nacht auf Sonntag dagegen „schnelle und starke“ Militärschläge gegen 52 Objekte, darunter auch Kulturstätten, in dem Nahost-Land angedroht, falls Amerikaner oder amerikanische Einrichtungen von der iranischen Armee angegriffen werden sollten.

Vom Unterstützer zum Kritiker der USA

Für den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Todenhöfer ist klar:

„Die USA bekämpfen den Iran nur aus einem einzigen Grund: Weil er sich ihnen nicht bedingungslos unterwirft. Ungehorsam ist in den Augen der US-Regierungen das größte aller Verbrechen.“

Der Jurist zählte in den Siebzigern zum rechten Flügel der CDU und hat seitdem eine interessante Entwicklung hinter sich. Er ist mit dem Thema Nah- und Mittelostkonflikt eng vertraut.

Iranisches Parlament (Archivbild)

©
Sputnik / Vladimir Fedorenko

Von 1972 bis 1990 saß er für die CDU im Bundestag. Damals galt Todenhöfer noch als einer der bekanntesten deutschen Befürworter der von den USA unterstützten Mudschahedin und des Guerillakriegs gegen die sowjetische Intervention in Afghanistan. Mehrfach reiste er in Kampfzonen zu afghanischen Mudschahedin-Gruppen.

Ab etwa 2001 agierte er allerdings zunehmend als Kritiker der US-amerikanisch angeführten Intervention in Afghanistan und dem Irak, über die er mehrere Bücher veröffentlichte. Diese Kriegsgebiete bereiste er ebenso wie die des Arabischen Frühlings und des „Islamischen Staates (IS)“. Zwischen Januar 2017 und 2018 war er dann Herausgeber der linksliberalen Wochenzeitung „Der Freitag“. Zuletzt erschein von ihm das Buch „Die grosse Heuchelei – Wie Politik und Medien unsere Werte verraten.“

US-Politik ein „einziger völkerrechtswidriger Angriffskrieg“

Mittlerweile ist für Todenhöfer die gesamte US-Politik im Mittleren Osten „ein einziger völkerrechtswidriger Angriffskrieg.“ Dazu zählt er auch die Sanktionen gegen den Iran.

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Fall Assange: Todenhöfer, Snowden, Chomsky, Varoufakis, Abby Martin, Jill Stein u.a. nehmen Stellung | KenFM.de

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18-12-19 01:43:00,

Ein Beitrag von acTVism Munich.

In diesem Video stellen wir Auszüge aus Interviews zusammen, die wir in der Zeit von 2018 bis 2019 über die drohende Auslieferung von Julian Assange und deren Auswirkungen auf die Pressefreiheit und Demokratie geführt haben. Diese Zusammenstellung enthält Analysen von Abby Martin, Jill Stein, Yanis Varoufakis, Glenn Greenwald und Noam Chomsky. Dieses Video enthält auch Aussagen von Edward Snowden, Srećko Horvat und Angela Richter, die bei einer Demonstration für Assange am 2. Mai 2019 in Berlin aufgenommen wurden. Edward Snowdens schriftliche Stellungnahme wurde von Angela Richter vorgelesen.

Hier zum Nachlesen die vollständige Abschrift zu diesem Video.

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Dieser Beitrag erschien am 14.12.2019 bei acTVism Munich.

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Veröffentlicht am: 18. Dezember 2019

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Todenhöfer zu Tankerzwischenfall: „Für wie blöd hält die US-Regierung die Welt?“

todenhofer-zu-tankerzwischenfall:-„fur-wie-blod-halt-die-us-regierung-die-welt?“

14-06-19 12:20:00,

Politik

13:36 14.06.2019(aktualisiert 14:49 14.06.2019)

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Die USA werfen dem Iran vor, für die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman verantwortlich zu sein und legen ein Video als Beweis vor. Der Iran streitet eine Beteiligung ab und spricht von haltlosen Vorwürfen. Nahostkenner Jürgen Todenhöfer vermutet hinter den Vorwürfen den „ältesten und miesesten Trick aller Kriegstreiber“.

„Es ist der älteste und mieseste Trick aller Kriegstreiber“, schreibt der Publizist und Nahostexperte auf Facebook. „Sie arrangieren über Mittelsmänner, dass sie oder ihre Verbündeten ‚beschossen‘ werden. Oder sie täuschen eine solche Beschießung vor. Um endlich ‚zurückschießen‘ zu können und das als ‚Verteidigung‘ darstellen zu können.“

Andere Sputnik-Artikel: „Wirtschaftliche und militärische Druckmittel“: Irans Präsident Ruhani mit harter Kritik an den USAAndere Sputnik-Artikel: US-Außenminister Pompeo: Iran für Tanker-Angriffe im Golf von Oman verantwortlich

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Todenhöfers Show – was soll‘s?: Mit seinen leidenschaftlichen Vorträgen gegen den Krieg spricht er ein junges Publikum an. Ein Bericht.

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08-05-19 12:57:00,

Der Hamburger Journalist Lothar W. Brenne-Wegener hat uns einen Bericht über einen Vortragsabend von Vater und Sohn Todenhöfer in Hamburg geschickt. Der Bericht ist spannend. In vielerlei Hinsicht. Deshalb machen wir ihn den NDS-Leserinnen und Lesern zugänglich. Albrecht Müller.

Zur Einführung zitiere ich aus der Mail des Kollegen aus Hamburg an mich:

In Ihrem Telefoninterview mit Jürgen Todenhöfer – “Ein Gespräch mit Jürgen Todenhöfer über die „Große Heuchelei“ des Westens” – lese ich auf den NachDenkSeiten:

Ein Beispiel für seine schnörkellose Darstellung der Fakten: ‚Immer wenn man tötete, sagte man: Das tun wir dir zuliebe, das ist eine humanitäre Aktion.

Wenn wir von „humanitären Kriegen“ sprechen, wäre die korrekte Übersetzung: Humanes Totschlagen von Kindern.‘

Mich erinnert dies an die Logik der Sprecher des US-Militärs während des Vietnamkriegs, wenn sie auf ihren Pressekonferenzen, den Five o’clock follies, auf der Dachterrasse des REX Hotels  in Saigon verkündeten: Wir mußten das Dorf zerstören, um es zu retten!

Ich habe am 2. Mai die Lesung von Jürgen Todenhöfer in Hamburg Wilhelmsburg besucht, weil ich neugierig war, wie diese ablaufen würde, wieviel Zuhörer er an dem Abend zusammenbringen würde und wie wohl die Athmosphäre sein würde. Ich habe meine Eindrücke in dem in der Anlage beigefügten Bericht zusammengefaßt, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. …

Mit den besten Grüßen, Lothar W. Brenne-Wegener“

Auftritt: Todenhöfer
Jürgen Todenhöfer liest in Hamburg aus seinem Buch „Die Große Heuchelei“
(2. Mai 2019)

Wer am 2. Mai dieses Jahres Jürgen Todenhöfer in Hamburg erlebte, wurde von Anfang an Zeuge einer perfekt inszenierten Show. Was bereits mit der Ticketvergabe durch eine Konzertbüro Augsburg GmbH im Internet begann, fand seine Fortsetzung in einem spektakulären Auftritt des Referenten im Bürgerhaus im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, der eher dem eines Popstars glich und fand schließlich seine Ergänzung darin, daß gegen Ende der Veranstaltung, als J.T. seine am Abend restlos ausverkauften Bücher signierte, eigens ein Mitarbeiter für die Anfertigung von Selfies abgestellt war.

Hier waren – selbst für den letzten Besucher sichtbar – Medienprofis am Werk! Unterstützt während der gesamten Performance wurde Vater Todenhöfer von seinem Sohn Frederic.

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Ein Gespräch mit Jürgen Todenhöfer über die „Große Heuchelei“ des Westens

ein-gesprach-mit-jurgen-todenhofer-uber-die-grose-heuchelei-des-westens

16-04-19 09:30:00,

Aus Anlass des Erscheinens seines neuen Buches haben wir über 1 Stunde lang miteinander gesprochen.[*] Die NachDenkSeiten hatten das Buch am 29. März schon vorgestellt. Im Interview geht es um den Kern des Buches, um Krieg und Frieden und um die Rolle unseres Landes. Der Autor meint, unser Land könne und müsse eine vermittelnde Rolle spielen. Viel mehr als heute. Wir sollten die strategische Partnerschaft im Westen durch eine strategische Partnerschaft mit Russland ergänzen. Es geht im Gespräch wie schon im Buch um die grenzenlose westliche Brutalität, die wir systematisch in edle Worte und edle Werte verpackt haben: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Christianisierung, Zivilisierung und so weiter. Albrecht Müller.

Jürgen Todenhöfer schätzt klare unbequeme Aussagen, bei aller Verbindlichkeit, die ihn ansonsten auszeichnet. Ein Beispiel für seine schnörkellose Darstellung der Fakten: ‚Immer wenn man tötete, sagte man: Das tun wir dir zuliebe, das ist eine humanitäre Aktion. Wenn wir von „humanitären Kriegen“ sprechen, wäre die korrekte Übersetzung: Humanes Totschlagen von Kindern.‘

[«*] Redaktionelle Vorbemerkung: Das Interview wurde per Telefon geführt. Die Niederschrift erfolgte möglichst nah am Gespräch.

Das Gespräch

Albrecht Müller: Guten Tag, Herr Todenhöfer. Sie haben ein großes Buch geschrieben. Der Titel ist provokant: “Die große Heuchelei. Wie Politik und Medien unsere Werte verraten.” Ich hätte eine so klare Botschaft nicht erwartet, erläutern Sie bitte die Begründung für diesen harten Titel.

Jürgen Todenhöfer: Das ist der Versuch, die Geschichte des Aufstiegs der Europäer und der Amerikaner in den letzten 500 Jahren ehrlich zu beschreiben. Und ich glaube, dass diese Geschichte der europäisch-amerikanischen Zivilisation umgeschrieben werden muss: wir, die Europäer und die Amerikaner haben die Welt ja nicht durch, wie wir immer sagen, durch unsere Werte und durch besondere Genialität der sogenannten weißen Rasse erobert, sondern durch eine grenzenlose Brutalität, die wir aber, und es gab auch andere brutale Weltmächte in der Geschichte der Menschheit, die wir aber, und das unterscheidet uns von anderen Großmächten, systematisch in edle Worte und edle Werte verpackt haben. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Christianisierung, Zivilisierung und so weiter.

Also, wir waren schon immer große Propagandisten?

Ja, ich glaube, dass der Mensch dazu neigt, und ich schließe mich davon nicht aus,

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