Die undankbaren Palästinenser

Die undankbaren Palästinenser

18-08-18 11:54:00,

Kushners zynischer „Jahrhundert-Deal“ für Palästinenser ist in Kraft
von Robert Fisk

Hinterher ist man immer klüger — wenngleich das unfair sein mag. Zuerst erklärt Donald Trump Jerusalem zur Hauptstadt von Israel und beraubt damit die Palästinenser ihrer Hauptstadt im Osten der Stadt. Die Palästinenser sind entsetzt.

Mahmoud Abbas sagt, er werde nicht mehr mit den USA sprechen. Daher wütet Trump, dass „wir den Palästinensern Hunderte Millionen Dollar jährlich bezahlen und weder Wertschätzung noch Respekt gezollt bekommen“. Es war nur ein Tweet, aber ein ernst gemeinter. Dieses undankbare palästinensische Pack!

Und er kürzt die US-Flüchtlingshilfe um 300 Millionen US-Dollar, was sich so auswirkt, dass die unterdrückten, belagerten und enteigneten Palästinenser nur noch bloße 60 Millionen US-Dollar bekommen.

Bereits jetzt muss das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), das internationale Hilfsleistungen für 5,3 Millionen palästinensische Flüchtlinge erhält, Mitarbeiter entlassen — alleine in Gaza 113 Angestellte in der letzten Woche.

Das UNRWA sorgt seit 1949 für die Palästinenser und verzeichnet bereits jetzt ein Minus von 49 Millionen US-Dollar. Seinen 30.000 palästinensischen Ärzten, Krankenpflegern, Lehrern und anderen Mitarbeitern droht die Arbeitslosigkeit.

Somit sind noch mehr der erschöpften, armen und zusammengedrängten Massen in Gaza vom Hunger bedroht. Einem 53-jährigen sechsfachen Vater wurde gerade eröffnet, er habe nach 32 Jahren Arbeit bei der UNRWA keinen Job mehr.

Aber halt! Es gibt Abhilfe! Hatte nicht Jared Kushner, Schwiegersohn des vorgenannten Trump und Spender eines Friedens-„Jahrhundertdeals“ für Palästinenser und Israelis gleichermaßen, der Verliererseite ein besseres Leben versprochen?

Doch, das hat er tatsächlich. Vor nur einem Monat. Lassen Sie mich zitieren:

„Ich glaube, die palästinensischen Bürger sind weniger an den Argumenten der Politiker interessiert als an der Frage, wie ein Deal ihnen und ihren künftigen Generationen neue Möglichkeiten, mehr und besser bezahlte Arbeitsplätze und Aussichten auf ein besseres Leben erschließen könnte.“

Ich habe schon früher angemerkt, dass dies Geld für Frieden statt Land für Frieden bedeutet – US-Dollars statt einer Hauptstadt in Jerusalem, statt der Beendigung jüdischer Kolonisation, statt eines „Rückkehrrechts“ und so weiter. Eine wahrhaft Trump‘sche Lösung.

Die chronologische Rückschau der Ereignisse lässt den „Deal“ sogar noch zynischer erscheinen. Zuerst gibt Trump den Israelis Jerusalem. Dann, als die Palästinenser es wagen, sich zu beschweren,

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