Deutsche US-Einflusspersonen protestieren gegen den Abzug von US-Militär. Vor 30 Jahren haben wir uns darüber gefreut.

deutsche-us-einflusspersonen-protestieren-gegen-den-abzug-von-us-militar-vor-30-jahren-haben-wir-uns-daruber-gefreut.

30-07-20 01:53:00,

So verrückt ist die Welt geworden. Atlantiker wie der CDU-Abgeordnete Röttgen beklagt den Abzug amerikanischer Truppen; Friedrich Merz (CDU) nennt diesen Schritt beunruhigend – beide sind Kandidaten für den CDU-Vorsitz, das passt! – ; der Stuttgarter OB Kuhn von den Grünen bedauert den Abzug des US-Europakommandos aus Stuttgart. – Zur Begründung seiner Kritik am Truppenabzug verweist Röttgen auf die Bedrohung durch Russland. Mehrere CDU-Politiker einschließlich Norbert Röttgen kritisierten auch die Forderung des Fraktionsvorsitzenden der SPD, Rolf Mützenich, die USA sollten ihre Atomwaffen aus Deutschland abziehen. Verrückt. Zur Erinnerung: Genau vor 30 Jahren, zwischen dem 27. Juli und dem 19. September 1990, wurden 102.000 (!) Giftgasgranaten aus der Südwestpfalz, also aus der Nachbarschaft, abgezogen und vernichtet. Albrecht Müller.

Damals haben Tausende von Menschen mit Unterstützung von Politikern aus der Region, zu denen ich damals gehörte, für den Abzug der chemischen Waffen demonstriert. Selbst Bundeskanzler Kohl (CDU) kam zur Feier des Abzugs der US-Waffen nach Clausen, wo die Giftgasgranaten bis 1990 deponiert waren. (Siehe die Beschreibung der „Aktion Lindwurm“).

Ich mache deshalb auf diese unterschiedliche Reaktion zum Abzug von US-Truppen aufmerksam, weil daran auch ein gefährlicher Wandel erkennbar ist. Der Abzug war damals möglich, weil wir uns mit den ost-europäischen Staaten einschließlich der Sowjetunion und damit Russlands verständigt hatten. Heute sind wir wieder in den Kalten-Kriegs-Modus zurückgefallen: Drohung, Abschreckung, Politik der Stärke.

Und noch schlimmer. Heute wird hierzulande die militärische Präsenz der USA auch deshalb gutgeheißen, weil die Militärbasen in Deutschland den imperialen Ansprüchen der USA dienen.

Den folgenden Satz aus dem zitierten Interview mit Norbert Röttgen muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:

„Natürlich leisten US-Soldaten auch einen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands, aber in erster Linie dient Deutschland den USA als logistische Drehscheibe für die eigene internationale Militärpräsenz.”

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages freut sich darüber, dass Deutschland – sogar „in erster Linie“ – den USA als „logistische Drehscheibe“ für ihre internationale Militärpräsenz, also für Kriegseinsätze all überall in der Welt dient. Und diese Person kandidiert zum Vorsitz der CDU!

Und dann wundert sich diese Sorte von Politikern vermutlich noch darüber, dass man Deutschland einen Vasallen und sie selbst Einflussagenten nennt.

Leider ist auch Horst Teltschik in altes Denken zurückgefallen

Ich mache bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam,

 » Lees verder