Blackrock, Merz und Co: Wie ein US-Finanzunternehmen Deutschland ausplündert

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04-02-19 06:34:00,

Als Friedrich Merz, CDU-Politiker und Aufsichtsratschef von „Blackrock Deutschland“, 2018 aus der politischen Versenkung kommt, zeigt sich die deutsche Öffentlichkeit überrascht. Niemand kennt scheinbar Blackrock. Für Finanz-Experte Werner Rügemer unfassbar. „Die sind schon lange in Deutschland aktiv“, sagt er im exklusiven Sputnik-Interview.

Schlichte Unwissenheit der Mainstream-Medien sei es gewesen, die dazu geführt hat, dass nach dem politischen Comeback von CDU-Politiker Friedrich Merz erste journalistische Fragen nach „Blackrock“ auftauchten. Dem Arbeitgeber von Merz, für den er aktuell wieder tätig ist. Das sagte Werner Rügemer, Wirtschafts-Experte und Buchautor aus Köln, gegenüber Sputnik. Für ihn ist es unfassbar. Denn: Die US-amerikanische Fondsgesellschaft Blackrock agiert bereits seit vielen Jahren in Deutschland und beeinflusst Unternehmen und ganze Wirtschaftsfelder hierzulande.

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REUTERS / Fabrizio Bensch/File Photo

Der Kölner hat schon lange dazu kritisch recherchiert und bemängelt, dass Blackrock überhaupt erst seit der Debatte um Merz medial thematisiert wird. Er beschäftigt sich mit den Schattenseiten von Blackrock, neuste Erkenntnisse hat er jüngst in seinem Buch „

Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts

“ zusammengefasst.

Wer oder was ist Blackrock?

„Der Multi-Millionär Merz selbst, aber auch die deutschen Leitmedien präsentieren Blackrock als freundlichen, eher passiven ‚Vermögensverwalter“, schreibt Rügemer in einem aktuellen Aufsatz für das Magazin „Lunapark21“, einer kritischen Zeitschrift zur globalen Ökonomie.

„Tatsächlich ist Blackrock die größte Schattenbank der Welt, Lobbyist der Superreichen, Verkäufer krisenverursachender Finanzprodukte (…).“

Im Interview konkretisierte der Autor und Finanz-Experte seine Analyse:

„Blackrock konnte sich in den letzten 20 Jahren als vernetzte Finanz-Macht entwickeln, verstärkt seit der letzten Finanzkrise“, sagte Rügemer im Sputnik-Interview. Blackrock sei einer der größten Kapitalorganisatoren der Welt. Investoren, darunter viele Multi-Milliardäre, leihen Blackrock ihr Geld mit dem Ziel, dass es vermehrt wird. „Blackrock ist eine Anlagemöglichkeit für die Superreichen. Aber da müssen Sie schon mit mindestens 50 bis 100 Millionen Euro Investitionssumme einsteigen.“

Warum unterhält Blackrock viele Briefkastenfirmen?

Blackrock besitzt laut Rügemer aktuell Eigentumsanteile in 17.000 Firmen weltweit – um diese „einzukaufen“ und die Vorstände und Aufsichtsräte dieser Konzerne zu „besetzen“. Mit dem Ziel, dadurch die Geschicke dieser Firmen nicht nur zu lenken, sondern auch die Aktienkurse dieser Unternehmen gewinnbringend zu beeinflussen. Gewinnbringend „natürlich nur für Blackrock“, so Rügemer. „Man wettet auf die Aktienkurse.“ Und: Diese Gewinne möchte das US-Unternehmen dann „möglichst steuerfrei“ abkassieren können.

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